28. März – Annäherungen?

Hermine konnte sich nicht konzentrieren, denn der Gemeinschaftsraum war viel zu aufgeregt. Anscheinend gab es ein neues Pärchen oder so – langweiliges Zeug, das sie nicht die Bohne interessierte. Da die Sonne zum Glück schien, schnappte sie sich schließlich ihr Buch und ging nach draußen und hinunter zum Großen See. Dort gab es eine ruhig gelegene Bank, die sich perfekt zum Lesen eignete.

Zu ihrer großen Überraschung jedoch war die Bank schon besetzt! Ein Junge, ein wenig älter als sie vielleicht, saß dort und las in einem dicken, alten Buch. Neugierig, wer der Büchernarr war, trat Hermine näher heran und fragte schließlich höflich: „Darf ich mich dazu setzen?"

Der Junge blickte auf und Hermine erkannte ihn aus dem Gryffindor-Gemeinschaftsraum, wusste aber seinen Namen nicht. „Ja, klar", meinte er sofort grinsend und rückte ein Stück zur Seite.

Hermine setzte sich lächelnd und schlug ihr Buch auf. Es sah vielleicht so aus, als würde sie lesen, aber eigentlich schaute sie immer mal wieder heimlich zur Seite, denn es gab nicht viele Jungen auf Hogwarts, die freiwillig lasen. In der Bibliothek hatte sie ihn jedoch noch nie gesehen. Wie hieß er doch gleich?, überlegte sie fieberhaft.

„Du bist Hermine Granger, oder?", fragte der Junge dann nach einer Weile und Hermine war glücklich über diesen Gesprächsbeginn.

„Ja", strahlte sie. „Und du?"

„Cormac McLaggen", verkündete er stolz.

„Bist du in der siebten Klasse?"

„In der sechsten."

„Warum kennst du mich?"

Er lachte auf. „Wer kennt denn wohl nicht die beste Freundin von Harry Potter!"

„Oh, ach so." Sie drehte sich zur Seite. Deswegen nur…

„Und wer hätte gedacht", fuhr Cormac nun leise fort, „wie wunderschön sie aus der Nähe betrachtet ist."

Hermine errötete. Es war selten, dass sie solch offene Komplimente erhielt – und dann auch noch über ihr Äußeres. Doch der Zauber verflog sofort, als sie eine eigentlich offensichtliche Frage stellte: „Liest du gern?" Sie deutete auf das Buch in seiner Hand (Die Kunst des Tränkebrauens), und er erwiderte lachend:

„Ich?! Ganz sicher nicht. Snape zwingt mich, dieses Buch zu lesen, als Strafarbeit… Ich finde, Lesen ist eine Zeitverschwendung. Ich spiel lieber Quidditch."

Hermines Augen verengten sich unwillkürlich und von diesem Moment an wusste sie, dass Cormac McLaggen ein arroganter Kotzbrocken war!