30. März – Ein anderes Leben

Krummbein saß auf dem Schoß seiner Herrin und ließ sich streicheln. Das Kaminfeuer prasselte und machte alles wunderbar warm. Es war leicht für ihn zu vergessen, dass er einmal ein Mensch gewesen war.

Ein Animagus.

Doch mittlerweile hatte er vergessen, wie man sich wieder zurückverwandelte. Er wollte einfach nur als Katze leben, denn dann war er glücklich. Er wusste nicht mehr, warum er sich entschieden hatte, sein menschliches Leben hinter sich zu lassen, nur, dass er es aus Schmerz getan hatte. Liebeskummer? Arbeitslosigkeit? Tod? In den letzten Jahren hatte er Dank Hermine wieder mehr über die menschlichen Probleme gelernt und fing an, sich wieder mehr Gedanken über sein altes Leben zu machen.

Manchmal, sehr selten, wünschte er sich, wieder auf zwei Beinen gehen zu können, weil er das Gefühl hatte, seine Herrin dann besser unterstützen zu können. Böse Menschen könnte er verprügeln, mit sturen Professoren reden und Ron einen Liebesbrief mit ihrem Namen unterschreiben schicken. Alles wäre so viel einfacher. Aber es ging nicht und Hermine schien sich auch über sein Fell zu freuen und sein Schnurren, seine Wärme, die sie trösteten.

Als habe sie seine Gedanken gehört, drückte Hermine ihm einen Kuss auf den Kopf und sagte liebevoll: „Ach, Krummbein, ich bin so froh, dass ich dich habe."

Er schnurrte zur Antwort zufrieden. So schlecht war sein Katzenleben doch gar nicht, oder?