4. April – Accio Brille

Dumbledore hatte in der letzten Nacht nicht besonders gut geschlafen und für seinen Geschmack klingelte der Wecker an diesem Morgen viel zu früh. Er überlegte kurz, ob er das Frühstück einfach ausfallen lassen sollte, aber das Knurren seines Magens überzeugte ihn vom Gegenteil. Daher stand er schwerfällig auf, zog sich noch halb schlafend an und schlich schlaftrunken in die Große Halle. Selbst seine Augen schienen müde zu sein, denn alles war viel verschwommener als sonst. Dieser Fehler wurde jedoch ein paar Minuten später von Minerva korrigiert, die sich fröhlich und anscheinend sehr wach neben ihn setzte.

„Wo ist denn deine Brille?", wollte sie plötzlich verwundert wissen.

Dumbledore fasste sich an die Augen, dort wo sonst seine halbmondförmige Brille war, doch er fand nichts. Er stöhnte genervt auf. Er schien sie heute Morgen beim Aufstehen anscheinend vergessen zu haben. Da er aber keine Lust hatte, den ganzen Weg wieder hoch in sein Büro zu laufen, holte er seinen Zauberstab hervor und dachte Accio Brille. Er dachte aber nicht an seine bestimmte Brille, sondern nur an das vage Konzept einer Brille – und so flogen im nächsten Moment alle Brillen Hogwarts auf ihn zu.

„Hey!", hörte man Harry Potter rufen, als ihm die Brille von der Nase gerissen wurde.

Und: „Was soll denn das?", von Maria Pincher aus Ravenclaw.

Vor Dumbledore lag nun ein kleiner Haufen aller möglicher Brillen, seine eigene ganz oben. Er setzte sie auf und verkündete dann laut: „Am besten holt sich jeder seine Brille wieder bei mir ab."

Nach und nach kamen die Schüler nach vorne und suchten nach ihrer Brille.

McGonagall nahm sich ihre, reichte Dumbledore eine Tasse und sagte halb schmunzelnd, halb missbilligend: „Du brauchst dringend einen Kaffee."