9. April – Loch Ness

Es waren Osterferien und Luna verbrachte diese, wie so oft, bei sich zu Hause. Meistens fuhren ihr Dad und sie ein paar Tage ganz woanders hin und dieses Mal hatte Xenophilius Loch Ness ausgewählt.

„Ich dachte mir, du würdest vielleicht gerne den Kelpie dort sehen", hatte er vorgeschlagen und Luna hatte große Augen vor Freude gemacht und war sogar ein wenig auf und ab gehüpft.

Nun standen sie an dem wohl bekanntesten See Schottlands und blickten über das ruhige Wasser.

„Dad, wusstest du, dass die Muggel glauben, dass in dem See ein Monster lebt?"

„Ach wirklich?", machte Xenophilius erstaunt.

„Ja. Sie denken, es ist so etwas wie ein Dinosaurier und nennen es Nessie."

„Kein besonders kreativer Name."

Luna schüttelte mit dem Kopf. „Wie entdecken wir den Kelpie am besten?", wollte sie dann wissen.

„Ganz einfach", meinte Xenophilius und holte verschiedene Dinge aus einem großen Korb, den er mitgebracht hatte. „Meistens versteckt sich der Kelpie als Otter, also habe ich ein paar Fische mitgebracht. Damit können wir ihn anlocken."

Luna nickte aufgeregt, schnappte sich einen Fisch und ging damit zum Ufer. Sie wedelte ein wenig im Wasser damit herum, bis sich etwas unter der dunklen Oberfläche bewegte.

„Sei bitte vorsichtig, Spatz", warnte ihr Vater. „Wir wissen nicht, was sonst noch für Kreaturen hier leben."

Doch Luna hatte keine Angst. „Sie mal, Dad, da ist er!", rief sie vergnügt, als ein Otter auf sie zu schwamm und ihr sanft den Fisch abnahm.

Xenophilius blickte auf den Otter und erkannte schnell, dass dies nicht der Kelpie war, sondern ein echter Otter. Doch um seine Tochter nicht zu enttäuschen, stellte er sich neben sie und bestätigte: „Ja, das war der Kelpie."