11. April – Ein Brief von Charlie

Das Frühstück in der Großen Halle verlief wie immer: Müde Schüler stocherten in ihren Cornflakes herum, müde Lehrer schenkten sich Kaffee ein, die Unterhaltungen kamen erst langsam in Gang und einige wenige bereiteten sich auf den heutigen Unterricht vor.

Kurz vor Ende des Frühstücks kam die Post. Hunderte von Eulen flogen herein und lieferten Briefe, Zeitungen und Pakete an die jeweiligen Adressaten.

Eine besonders schöne und große Eule mit grauen Federn ließ Ron einen Brief in den Schoß fallen.

Dieser betrachtete ihn verwundert und riss ihn dann schließlich auf. „Von Charlie!", machte er aufgeregt und begann zu lesen.

Lieber Ron,

wie geht es dir? Ich habe gehört, Hogwarts hat sich durch den Einfluss des Ministeriums stark verändert. Das finde ich sehr schade, denn ich mochte es dort sehr gerne. Ist es noch erträglich? Hier in Rumänien geht das Leben seinen gewohnten Gang. Die Drachen wachsen und gedeihen – und speien ihr gefährliches Feuer. Alles so wie immer also. Norbert geht es übrigens auch fantastisch. Ich glaube, er hat sich in Rosie verguckt, ein besonders eingebildetes Weibchen, das anscheinend nichts von Männern wissen will. Mal sehen, ob er sie durch irgendetwas Einzigartiges begeistern kann.

Schreib mir doch bitte, wie es dir und den anderen so ergeht.

Herzlichst

Charlie

„Armer Norbert", meinte Hermine, als sie den Brief ebenfalls gelesen hatte.

„Das müssen wir unbedingt Hagrid erzählen", grinste Harry und die drei liefen aufgeregt zum Lehrertisch.

Der Halbriese musste sich ein paar Tränen verdrücken, als er diese tollen Neuigkeiten von Nobert hörte. „Schön, dass er Freunde gefunden hat in Rumänien", schniefte er schließlich gerührt und putzte sich laut die Nase.