24. April – Das verletzte Eichhörnchen

Hagrid machte seinen alltäglichen Rundgang durch den Verbotenen Wald. So konnte er sich leicht einen Überblick verschaffen, ob es den Zentauren und Einhörnern gutging, ob die Bowtruckle genug Nahrung und die Feen geeignete Verstecke hatten. Sobald es ein Problem gab, war er sofort zur Stelle. Aber er half nicht nur den magischen Tieren in diesem Wald, sondern allen Kreaturen, auch den Rehen, Vögeln, Füchsen und anderen Waldbewohnern. Wer immer seine Hilfe brauchte, sollte sie auch bekommen.

Als er so des Weges entlangging, Fang an seiner Seite, und die Sonne vergnügt schien, hörte er plötzlich ein aufgeregtes Quieken. Erschrocken horchte er auf und folgte dem Geräusch, bis er zu einem Dornenstrauch gelangte. Er kniete sich auf den Boden und bog die Zweige auseinander.

Dort in der Mitte des Busches hatte sich ein Eichhörnchen mit seinem Schwanz verheddert. Mehrere Dornen waren in ihn hineingepikst und durch den panischen Versuch des Eichhörnchens davonzueilen, tat es nur noch mehr.

„Du armes Kerlchen", meinte Hagrid mitleidig und befreite das Eichhörnchen. „Keine Sorge, ich tu dir nichts." Er holte aus seiner Tasche eine Flasche mit einem heilenden Trank und goss ein wenig über den Schwanz des Eichhörnchens.

Das Tier, welches die ganze Zeit versucht hatte zu fliehen und laut schrie, beruhigte sich augenblicklich und wurde still.

„Hab dir doch gesagt, ich tu dir nichts", lachte Hagrid und machte sich auf den Weg zurück in seine Hütte.

Dort angekommen setzte er das Tierchen auf den Tisch und gab ihm ein paar seiner berühmten Kekse zu fressen und ein wenig Wasser in einer kleinen Schüssel.

Dem Eichhörnchen schien das zu gefallen, denn es lief nicht davon. Stattdessen begann es sogar, es sich in Hagrids Bart gemütlich zu machen.

„Aber wehe, du machst da rein", warnte Hagrid gutgelaunt, doch das Eichhörnchen war schon eingeschlafen.