25. April – Frühlingswind

Eine warme Brise aus dem Süden machte sich auf den Weg nach Norden. Sie nahm über dem Golfstrom ihre Wärme auf und flog dann ein Weilchen über Südengland. Doch von Süden drängten andere Winde mit schweren Wolken nach und so musste die kleine Brise nach Norden, ins kalte Schottland, um es warm zu machen.

Sie flog über grüne Hügel und dunkle Seen, an alten Ruinen und Heidekraut vorüber und freute sich über die aufregende Landschaft. Schließlich erblickte sie jedoch etwas, das alles überstieg, was sie jemals gesehen hatte: ein riesiges Schloss an einem dunkelgrünen Wald und großen See. Es hatte unzählige große und kleine Türme, um die man wunderbar herumfliegen konnte, verwinkelte Ecken, in denen man sich wirbeln konnte, Fensterluken und Wandritzen, durch die man sich hindurchquetschen konnte, und Bäume, Sträucher und Menschen, an denen man vorbeisausen konnte. Kurz und gut, es war ein riesiger Abenteuerspielplatz, den die kleine Brise auch sofort vergnügt ausnutzte. Sie wirbelte Mädchen die Haare leicht hoch und rüttelte an Buch- und Pergamentseiten, flog mit Eulen und Quidditchspielern durch die Luft, und durchstöberte auch das Innere des Schlosses, wenn sie ein offenes Fenster entdeckte.

„Frühlingswind" wurde sie genannt und ihr gefiel ihr Name sehr gut. Er klang nach Hoffnung und Wärme und Blumen und Fröhlichkeit.

Und so blieb Frühlingswind so lange in Hogwarts, wie sie nur konnte, und als sie schließlich weiterziehen musste, nahm sie sich fest vor, eines Tages wiederzukommen.