2. Mai – Ein Brief von Zuhause

Als Hermine beim Frühstück in der Große Halle saß, ließ ihr eine Eule einen Brief auf den Teller fallen. „Danke", rief sie der Eule nach, betrachtete dann gespannt den Brief – sie bekam nur selten Post – und grinste breit. Schon an der Schrift erkannte sie, dass er von ihren Eltern war. Sie riss ihn auf und las.

Liebste Hermine,

wie geht es dir? Hat sich die Situation mit eurer Lehrerin schon gebessert oder ist sie immer noch so schlimm?

Hermine wunderte sich, dass Umbridge den Brief nicht vorher gelesen und dann abgefangen hatte.

Bei uns ist alles in Ordnung. Die Menschen essen immer noch zu viel Zucker und geben uns damit genügend Arbeit. Denk dran, deinen Zuckerkonsum zu minimieren und immer schön brav die Zähne zu putzen!

Hermine schielte mit schlechtem Gewissen auf ihre Schokoladencornflakes… Aber wenigstens putzte sie sich jeden Morgen und jeden Abend ihre Zähne äußerst gründlich – das schwere Los einer Zahnarztstochter.

Hast du eigentlich letzte Woche die tolle Dokumentation über Australien gesehen? Die BBC hat wieder einmal hervorragende Arbeit geleistet.

Hermine schüttelte lachend mit dem Kopf. Immer wieder vergaßen ihre Eltern, dass es in Hogwarts keine Elektrizität und daher auch keine Fernseher gab. Was gut ist, denn sonst würden sich die Schüler wohl überhaupt nicht mehr auf ihr Studium konzentrieren.

Lass mal wieder was von dir hören. Jetzt, wo dieser dunkle Zauberer wieder da ist – wie war noch gleich sein Name? – machen wir uns die größten Sorgen um dich, und freuen uns, so häufig wie möglich von dir zu hören.

Alles Liebe,

Mum und Dad

Hermine legte den Brief lächelnd zur Seite und nahm sich fest vor, von nun an mindestens einmal in der Woche ihren Eltern zu schreiben und zu versichern, dass alles in Ordnung war. Halbwegs, fügte sie schnell hinzu, als Umbridge die Große Halle betrat.