3. Mai – Imperio

Der Auftrag des Dunklen Lords war eindeutig gewesen: Belegt den Assistenten des Leiters der Abteilung für Internationale Magische Zusammenarbeit mit dem Imperius-Fluch. „Denn wenn wir ihn haben", hatte Voldemort gesagt, „haben wir die ganze Abteilung unter unserer Kontrolle."

„Warum suchen wir nicht gleich den Leiter selbst auf?", hatte ein mutiger Todesser gefragt.

Der Dunkle Lord hatte jedoch nur gelacht. „Versuch's doch. Aber du wirst schnell merken, dass der Leiter selbst rund um die Uhr überwacht wird. Doch sein Assistent überwiegend nicht – und das ist unser Vorteil."

Doch die Todesser, die auf diese Mission geschickt worden waren, fanden schnell heraus, warum Percy Weasley keinen weiteren Schutz benötigte.

Sie hatten ihm im Dunkeln aufgelauert, als er auf dem Weg vom Ministerium zu seiner Wohnung in London war. Doch irgendetwas hatte ihn alarmiert und er sprach einen mächtigen Schutzzauber um sich.

„Schnell, er versucht zu fliehen!", schrie einer der Todesser den anderen zu. Einer von diesen rief: „Expelliarmus!", doch er kam nicht durch die Schutzwand.

Ein weiterer Todesser, klüger als die anderen, hatte die geniale Idee, einen Zauber auszusprechen, der einen Anti-Disapparier-Bann bewirkte.

„Ihr Mistkerle!", schrie Percy außer sich vor Wut, als er den Zauber bemerkte, weil er nicht apparieren konnte. Daraufhin begann er zu rennen, während er Flüche auf seine Verfolger schoss.

Schon ging der erste Todesser zu Boden und dem zweiten flog der Zauberstab aus der Hand.

„Wir brauchen Verstärkung!", rief der Anführer der Mission. „Warum ist der Junge so verdammt stark?!"

Percy musste unwillkürlich grinsen bei dem Ausspruch. Weil ich etwas habe, wofür sich das Kämpfen lohnt, dachte er und hatte sofort seine Penelope vor Augen.

Die Verfolgungsjagd durch London nahm ihr jähes Ende in einer Sackgasse. Percy suchte verzweifelt nach einem Ausweg, doch er fand keinen, apparieren konnte er immer noch nicht und die Todesser hatten ihn nun umzingelt.

„Ergibst du dich jetzt endlich?", höhnte einer von ihnen.

„Niemals!", schrie Percy. Er würde seine Familie, Penelope und das Ministerium nie im Leben verraten!

„Wie du meinst", grinste der Todesser und auf sein Kommando schossen alle übrigen Kapuzengestalten scharfe Flüche auf Percys Schutzwall, der diesen nur für einige Zeit entgegenwirken konnte.

Schließlich zerbrach der Schutzzauber mit einem lauten Knall und einem schmerzhaften Schrei von Percy, als ihm sein Zauberstab aus der Hand gerissen wurde und ihn gleichzeitig ein sengender Fluch an der Schulter traf. Er fiel auf die Knie und hielt sich mit zusammengebissenen Zähnen die Schulter. Als einer der Todesser auf ihn zutrat, blickte er trotzig auf.

„Und nun", freute sich der Anführer der Mission, Lucius Malfoy, „IMPERIO!"