9. Mai – Ballspiel

Es war wunderbares Wetter draußen: Die Sonne schien und man konnte im T-Shirt nach draußen gehen. Langsam aber sicher wandelte sich der Frühling in den Sommer.

Im Großen See schwamm der Riesenkraken umher und langweilte sich. Seine langen Tentakel schlängelten sich durch das kühle Nass und er drehte und rollte sich im Wasser, wie es ihm gefiel, doch er suchte eine interessantere Beschäftigung. Schließlich blieb sein Blick an ein paar Jungen und Mädchen hängen, die nahe des Ufers mit einem großen Ball spielten. Sehnsüchtig schielte er zu ihnen und schlich sich immer näher an sie heran. Wie gern wäre er nun aus dem Wasser gestiegen, um mit ihnen zu spielen, aber das ging leider nicht.

Nach einer Weile entdeckte ihn ein junges Mädchen und schrie erschrocken auf, doch ein paar ältere Schüler erklärten ihr, sie brauche keine Furcht zu haben, und traten ans Wasser.

„Magst du Schokolade?", fragte einer von ihnen und hielt dem Kraken etwas Braunes entgegen.

Dieser nahm das seltsame Etwas vorsichtig mit einem Fangarm entgegen, roch kurz daran und warf es dann angeekelt von sich. So etwas Widerliches…!

„Ähm", überlegte der Schüler weiter. „Möchtest du sonst mit uns spielen?"

Sofort richtete sich der Kraken erfreut auf und hielt zwei Tentakel in die Luft. Der Junge warf ihm den Ball zu und der Kraken fing ihn mühelos auf. Er war so vergnügt darüber, dass er den Ball von einem Fangarm zum andern warf und die Kinder dabei ganz vergaß.

„Hey!", rief irgendwann das kleine Mädchen wütend. „Du musst auch wieder zu uns werfen!"

Und der Kraken kam der Aufforderung sofort nach. Jetzt, wo er verstanden hatte, wie das Spiel funktionierte, warf er den Ball immer zu jemandem wieder zurück, sobald er ihn bekommen hatte, und zusammen hatten die Kinder und das Seeungeheuer sehr viel Spaß an diesem Nachmittag und an so manch anderen, die noch folgen sollten.