14. Mai – Crucio

„Crucio!"

Athena biss die Zähne zusammen, um nicht laut aufzuschreien. Es war, als würde sie von innen gekocht werden und gleichzeitig floss Säure durch ihre Adern und ihr Kopf war kurz davor zu zerspringen und ihre Muskeln schmerzten krampfhaft und ihr Herz raste unnatürlich schnell.

Der Fluch ebbte ab und sie fiel keuchend auf den Boden. Sie befand sich in ihrer eigenen Wohnung, es war dunkel draußen. Tränen liefen ihr übers Gesicht.

Sie hatte einen anstrengenden Tag im Ministerium verbracht – die Mysteriumsabteilung war stets eine Herausforderung, als es geklingelt hatte. Sie hatte gedacht, es könnte vielleicht ein Nachbar sein oder eine Freundin, die spontan zu Besuch kam, doch es waren ein paar Todesser gewesen, die sich sofort an ihr ins Innere der Wohnung vorbeigedrängt hatten. Einer von ihnen hatte ihr die Hand auf den Mund gelegt, als sie hatte schreien wollen, und sie dann in ihr eigenes Wohnzimmer geschubst. Die Todesser waren auf der Suche nach einer Information und als Athena sie ihnen nicht geben wollte, wurde sie gefoltert.

Einer der Todesser beugte sich zu ihr. „Und, Miss Greecen? Sind Sie nun bereit, uns zu erklären, wie man in den Raum der Prophezeiungen in der Mysteriumsabteilung kommt?"

Sie kniff die Augen zusammen und schüttelte mit dem Kopf. Der Todesser seufzte theatralisch und sie machte sich auf den nächsten Angriff gefasst.

„CRUCIO!"

Dieses Mal konnte sie ihre Schreie nicht mehr unterdrücken, denn die Schmerzen waren noch viel gewaltiger als zuvor – sie hatte nicht einmal gedacht, dass das überhaupt möglich war…

Nach ein paar Minuten nahm der Todesser den Fluch wieder von ihr.

Laut schluchzend kauerte sie auf dem Boden, vollkommen ermattet. Sie konnte nicht mehr…

„Nun, Miss Greecen?", fragte der Todesser geradezu freundlich. „Wie sieht's aus?"

Sie nickte geschlagen und erzählte ihnen, was sie wusste. Obwohl sie sich selbst dafür hasste, dass sie das Ministerium und Dumbledores Seite verriet, war ihr Überlebenstrieb größer.

„Danke, Miss Greecen", grinste der Todesser schließlich und die anderen lachten laut. „Dann wünsche ich Ihnen noch einen schönen Abend." Sie machten sich daran, ihre Wohnung zu verlassen.

Doch gerade, als Athena sich vornahm, sofort dem Ministerium Bescheid zu sagen, was geschehen war, damit dieses die Sicherheitsmaßnahmen verändern und verstärken konnte, kam einer der Todesser zurück und rief: „Obliviate!"

Athena wachte am nächsten Morgen mit wahnsinnigen Kopf- und Gliederschmerzen auf. Vermutlich bekam sie eine Grippe. Aber warum sie auf dem Teppich in ihrem Wohnzimmer lag, konnte sie sich beim besten Willen nicht erklären…