15. Mai – Pflanzen über Pflanzen

Professor Sprout lief heute mit einem noch größeren Grinsen durch das Schloss als sonst, denn es war ihr Geburtstag.

„Guten Morgen, Pomona", grüßte Minerva sie freundlich beim Frühstück. „Happy Birthday!"

„Dankeschön", strahlte das Geburtstagskind.

„Hier für dich." Minerva überreichte ihr ein Geschenk.

Als sie es auspackte, hatte sie einen kleinen, blauen Kaktus in der Hand.

„Das ist ein mückenfressender Kaktus aus Marokko", erklärte Minerva stolz.

„Wow, vielen Dank", freute sich Pomona.

Nach dem Frühstück begann der Unterricht. Alle ihre Hufflepuffs, die sie heute im Unterricht hatte, beglückwünschten sie und übergaben ihr eine Pflanze: eine Bananenstaude, eine Venusfliegenfalle und eine lilafarbene Orchidee.

„Professor Sprout", sprach sie Umbridge beim Mittagessen an.

„Ja?"

„Alles Gute zum Geburtstag."

Pomona schüttelte die ausgestreckte Hand zaghaft.

„Das Ministerium und ich möchten Ihnen zu diesem Anlass mit diesem Benjamini aus Jerusalem eine Freude bereiten." Und sie überreichte ihr die riesige Pflanze.

Pomona dankte ihr und stellte sie zu den übrigen Geschenken auf den Esstisch in der Großen Halle. Da dieser ihr nun nicht einmal mehr Platz zum Essen gab, verkleinerte sie kurzerhand alle ihre Pflanzen und steckte sie behutsam in ihre Tasche. Den Kaktus belegte sie noch mit einem zusätzlichen Zauber, damit er sie nicht stechen konnte.

Am Nachmittag erhielt sie überraschenderweise ein Geschenk von einem Nicht-Hufflepuff-Schüler.

„Professor Sprout?", trat Neville Longbottom nach dem Unterricht schüchtern auf sie zu.

„Ja?"

„Ich habe von Hannah Abbot erfahren, dass heute Ihr Geburtstag ist, und da wollte ich Ihnen gratulieren."

„Oh, das ist aber lieb von dir", rief sie herzlich. Es war selten, dass ein Schüler ihr gratulierte, der nicht aus ihrem Haus stammte.

„Ich hab da auch was für Sie." Und er holte aus seiner Tasche einen winzig kleinen Blumentopf mit einem vierblättrigen Kleeblatt hervor. „Das ist ein Nie-Verwelk-Kleeblatt aus Wales. Es soll Ihnen Glück bringen."

„Ich danke dir vielmals!", rief sie erfreut und Neville grinste zufrieden.

Als Pomona am Abend in ihre Wohnung kam, zauberte sie ihre Geschenke wieder in ihre Normalgröße zurück und seufzte laut. Ihr Wohnzimmer, Schlafzimmer, ihre Küche und selbst ihr Badezimmer quollen schon jetzt über und über von Pflanzen (Blumen, Kräuter, Bäumchen aller Arten). Wie sollte sie da noch ihre neuesten Errungenschaften – einen blauen Kaktus, eine Bananenstaude, eine Venusfliegenfalle, eine Orchidee, ein Benjamini und ein Kleeblatt – unterkriegen?!

Aber sie wäre ja nicht Kräuterkundelehrerin geworden, wenn sie Pflanzen nicht über alles lieben würde, und so würde sie schon einen Platz für ihre neuen Schätze finden.