18. Mai – Einbruch

Es war alles ruhig in der Winkelgasse. Die Katzen schliefen in Hauseingängen oder hinter Kisten und die Ladenbesitzer über ihren Geschäften. Alles war still und friedlich – bis Mr Garrick Ollivander plötzlich von einem lauten Knall aus dem Schlaf gerissen wurde. Er horchte gespannt, doch nun war wieder alles ruhig. Ob er es sich nur eingebildet hatte? Oder einen schlechten Traum gehabt hatte? Doch da hörte er auf einmal wieder ein fremdes Geräusch: ein Quietschen, wie wenn ein Stiefel über Holz schlurft.

Ollivander nahm sich seinen Weißbuche-Zauberstab und tastete sich lautlos zur Tür seines Schlafzimmers voran und dann die Treppe zu seinem Laden herunter. Dort erblickte er zwei dunkle Gestalten, die so leise wie möglich alle Zauberstäbe, die sie greifen konnten, in einen riesigen Sack packten – anscheinend hatten sie nicht an einen Ausdehnungszauber gedacht…

Der Zauberstabmacher beobachtete das Treiben eine Weile, doch als er der Meinung war, dass es sich wirklich nur um zwei Einbrecher handelte, reagierte er blitzschnell. Sofort dachte er den Zauber Petrificus Totalus und deutete erst auf den einen und dann auf den anderen Mann. Wie tote Fliegen stürzten sie zu Boden und blieben stocksteif liegen.

Expelliarmus! Die Zauberstäbe der Einbrecher flogen in seine Hand und er erkannte, um wen es sich hier handelte. Er trat zu ihnen – und erschrak, als er ihre Gesichter wahrnahm. Sie trugen beide eine silberne Maske…

Eilends schickte er einen weiteren Zauber los. Einen unsichtbaren Alarmzauber, der die Auroren im Ministerium zu ihm bringen würde. Während er auf diese wartete, schüttelte er traurig mit dem Kopf: Janus und Nathan waren so liebe Jungen gewesen, als sie damals mit elf Jahren ihren Zauberstab bei ihm gekauft hatten. Wie hatten aus ihnen nur Todesser werden können…?