6. Juni – Spaziergang

Lupin saß am großen Esstisch im Grimmauld Platz Nummer 12 und las im Abendpropheten, als Tonks hereinkam.

„Hey, Remus", begrüßte sie ihn strahlend.

„Hallo, Tonks", lächelte er zurück. Er mochte sie sehr gerne, auch wenn sie manchmal ein wenig zu sprunghaft für ihn war.

„Hast du Lust, mit mir einen Spaziergang zu machen?", fragte sie ihn freiheraus. „Das Wetter ist sehr schön draußen."

Er blickte auf eine große Standuhr in der Ecke, die ihm anzeigte, dass es schon sechs Uhr abends war, doch die Sonne würde erst in ein paar Stunden untergehen. Daher nickte er, legte seine Zeitung zur Seite und stand auf.

Sie traten vor das Haus und Tonks meinte: „Es gibt hier in der Nähe einen sehr schönen Park" und lenkte ihre Schritte in die richtige Richtung.

Der Park war wirklich schön, wie Lupin fand, mit seinen weiten, grünen Wiesen, schattenspendenden Bäumen und kleineren Seen oder Teichen.

Während ihres Spazierganges unterhielten sie sich über alles Mögliche – das aktuelle politische Geschehen, Voldemort und die Todesser, ihre frühere Schulzeit, etc. – und lernten sich dadurch immer besser kennen. Lupin erkannte, dass Tonks auch sehr ernste, fast schon melancholische Seiten in sich trug, und das gefiel ihm, denn es machte sie reifer als die junge Frau, die sonst immer nur ihre Nase zur Belustigung anderer veränderte.

Und plötzlich zwischendurch kam ihm ein unerklärlicher Gedanke: Er stellte sich vor, wie es wäre, sie immer an seiner Seite zu haben. Wie es wäre, wenn er nun einfach so ihre Hand nehmen könnte und sie seine Frau nennen dürfte. Diese Vorstellung wärmte sein Herz und ließ ein Lächeln auf seinem Gesicht erscheinen, doch schnell schüttelte er kurz mit dem Kopf, um den Gedanken abzuschütteln. Tonks war viel zu jung für ihn und sowieso nicht an einem Werwolf interessiert!

Auch wenn er sich fragte, warum sie freiwillig so viel Zeit mit ihm verbrachte und ihn immer wieder so freudestrahlend anlächelte…