11. Juni – Ein Hippocampus

Cho Chang musste nachdenken und wann immer sie dies tat, ging sie hinunter zum Großen See und setzte sich ans Ufer. Das dunkle, ruhige Wasser mit seinen leichten Wellen half ihr beim Denken. Sie musste sich darüber im Klaren werden, was sie eigentlich in ihrem Leben erreichen wollte. Keine leichte Aufgabe.

Sie seufzte schwer, als sie sich im Schneidersitz ins Gras fallen ließ und auf den See blickte. Nach ein paar tiefen Atemzügen beruhigte sie sich soweit, dass sie rational über ihre aktuelle Situation und ihr zukünftiges Leben nachdenken konnte.

Eine Weile starrte sie konzentriert auf einen bestimmten Punkt im Wasser, bis plötzlich eine große, rote Flosse aus der Oberfläche hervorschoss und Cho zu Tode erschreckte. Sie fiel hintenüber ins Gras uns rappelte sich dann auf die Füße, den Zauberstab in der Hand, denn man konnte nie wissen, was für gefährliche Kreaturen sich im See aufhielten.

Umso erstaunter war sie als nach einer kurzen Weile ein Pferdekopf nur wenige Meter vor ihr aus dem Wasser auftauchte. Das Wesen hatte hellrotes Fell, eine dunkelrote Mähne und große, schwarze Augen. Es sah Cho aufmerksam an, als frage es sich, ob sie ihm etwas tun würde, doch anscheinend entschied es sich dafür, dass keine Gefahr bestünde, denn urplötzlich schoss es nach oben aus dem Wasser, wieherte vergnügt – und offenbarte einen rotschuppigen Fischschwanz.

Ein Hippocampus!, wusste die Ravenclaw sofort und staunte vor Ehrfurcht. Und für sie selbst erstaunlicherweise war ihr erster Gedanke dazu: Das muss ich Luna zeigen!