21. Juni – Sommersonnenwende

Heute war der längste Tag des Jahres und gleichzeitig würde sich nur an diesem Tag eine besondere Sternenkonstellation am Himmel zeigen. Daher hatte Professor Sinistra allen Schülern angeboten, diese Nacht mit ihr auf dem Astronomieturm zu verbringen, um das Spektakel zu erleben. Es hatten sich auch ein paar Schüler und Schülerinnen eingetroffen, die nun am Geländer standen oder in kleinen Grüppchen beieinandersaßen und beobachteten, wie die Sonne langsam am Horizont versank und die Nacht immer dunkler wurde.

Auch Luna Lovegood war unter den Teilnehmenden und wartete gespannt auf die ersten Sterne. Vielleicht lag es daran, dass ihr Name „Mond" bedeutete, aber die Nacht hatte sie schon immer fasziniert, weil sie so wunderschön war. Wenn sie mal nicht schlafen konnte, schaute sie immer aus dem Fenster, das meistens geöffnet war und kühle Luft hineinließ, in den beruhigenden Sternenhimmel und natürlich zum Mond. Und während sie nach den verschiedenen Konstellationen suchte, wurden ihre Augenlider immer schwerer, sodass sie schließlich ganz wunderbar einschlafen konnte.

„Die Sommersonnenwende", erklärte Professor Sinistra gerade, „hat schon immer die verschiedensten Kulturen fasziniert. In Skandinavien feiert man heute zum Beispiel das Mittsommerfest oder auch Johannistag genannt. An Monumenten und Artefakten, wie Stonehenge oder der Himmelsscheibe von Nebra, können wir erkennen, wie früh die Menschen schon von der Sonnenwende wussten. Auch die magische Welt weiß schon lange um die Bedeutung dieser Nacht und so gibt es die Legende, dass nur heute Nacht um Punkt Mitternacht eine besondere Sternenkonstellation auftreten wird und dass jeder, der sie erblickt, seine Zukunft darin erkennen kann."

Parvati und Lavender machten große Augen und starrten aufgeregt nach oben.

Luna sah ebenfalls zu dem nun langsam dunkelblau werdenden Himmel, der schon ein paar Sterne erscheinen ließ.

Die Nacht schritt voran und schon bald war die Sonne hinter dem Horizont verschwunden und verblasste immer mehr, sodass um kurz vor Mitternacht der Himmel fast so dunkel wie in einer gewöhnlichen Nacht war.

Als es Mitternacht schlug, erschraken einige, doch Professor Sinistra rief: „Da ist die Konstellation!", zeigte auf ein paar Sterne, die just in diesem Moment aufleuchteten, und alle blickten dorthin.

Luna betrachtete sie genau und versuchte, festzustellen, was sie darstellen sollten. Schließlich konnte sie die Sterne zu einem Bild verbinden und sah – einen Lurch.

Ein Lurch? Warum denn das? Und dann kam ihr ein aufregender Gedanke: Vielleicht würde sie ja eines Tages den berühmten Magizoologen Newt Scamander treffen!