26. Juni – Kandidatin Nummer Vier

Niemals hätte Filius Flitwick geglaubt, dass Pomonas Idee funktionieren würde. Vor ein paar Wochen hatte er eine Kontaktanzeige im Tagespropheten aufgegeben, da er es satthatte, immer nur allein zu sein. Er wünschte sich nichts sehnlicher als eine Frau, die seine Sorgen und Freuden mit ihm teilte, jemand, mit der er sich angeregt unterhalten konnte, wenn er abends nach Hause kam. Doch nun hatten ihm ganze vier Hexen einen Brief geschrieben und ihm mitgeteilt, dass sie Interesse hätten, sich mal mit ihm zu treffen.

Die ersten drei hatte er schon kennengelernt, doch es war ein Desaster gewesen. Die erste hatte sich nur zum Scherz bei ihm gemeldet, weil sie wissen wollte, "wer so erbärmlich sein konnte, um es mit einer Kontaktanzeige zu versuchen"… Bei der zweiten hatte es sich um eine ehemalige Schülerin gehandelt, die mit ein paar Freunden gewettet hatte, ob die Anzeige wohl wirklich von ihrem ehemaligen Zauberkunstprofessor stammte. Und die dritte hatte einen Blick auf seine kleine Statur geworfen und war, ohne ein Wort zu sagen, einfach wieder umgekehrt.

Dementsprechend vorsichtig war Filius nun bei diesem Date. Er hatte Angst, dass er sich erneut blamieren würde, auch wenn er zugeben musste, dass Beatrice, wie sie sich in ihrem Brief vorgestellte hatte, von allen Kandidatinnen am vielversprechendsten klang. Sie schrieb lustig und fröhlich und wirkte zugleich intelligent.

Er hatte sich mit ihr vor einem Restaurant verabredet, vor dem er nun im besten Festumhang auf sie wartete.

„Ähm, hallo?", fragte da plötzlich jemand. „Bist du zufällig Filius?"

Er drehte sich um und blickte in das Gesicht einer schönen Frau Mitte vierzig. Blaue, strahlende Augen sahen ihn fragend an und ein zauberhaftes Lächeln erschien auf ihrem Gesicht, als er schüchtern nickte.

„Hi, ich bin Beatrice." Sie gab ihm die Hand und er schüttelte sie. „Ich hab mir dich ein wenig größer vorgestellt", lachte sie da plötzlich auf.

Filius schluckte schwer und ließ die Schultern hängen. Und das war's dann auch mit Kandidatin Nummer Vier, dachte er traurig, doch sie ergänzte gutgelaunt:

„Aber das macht nichts. Wollen wir reingehen?"

Sein Gesicht strahlte auf. „Sehr gerne", erwiderte er erfreut und glaubte, nun endlich eine Person gefunden zu haben, die es wagte, seinen Charakter kennenzulernen, und nicht schon vor seinem Äußeren davonrannte.