10. Juli – Spinner's End

„Was nun?", fragte Wurmschwanz pampig.

Snape hatte kein Zuhause, das er mochte. Hogwarts erinnerte ihn an seine schreckliche Jugendzeit und all die dummen Schüler, die er unterrichten musste. Sein Elternhaus in Spinner's End erinnerte ihn an seine ebenso schreckliche Kindheit, an seinen gewalttätigen Vater und dunkle Sommer. Für das erste sprach, dass er Dumbledore hatte, der sich um ihn sorgte und kümmerte, und McGonagall, die zwar manchmal mit ihrer Besserwisserei und Einmischungsfreude nerven konnte, aber trotzdem die bei weitem angenehmste Gesprächspartnerin im Kollegium war. Für das zweite, dass er dort seine Ruhe hatte und den ganzen Tag nur lesen konnte, wenn er es wollte. Zumindest war dies früher der Fall gewesen.

Snape sollte den größten Teil der Ferien wie jedes Jahr in Spinner's End verbringen, damit er für die Todesser erreichbar war, ohne dass sie sich an Dumbledore vorbeischleichen mussten. Doch dieses Mal hatte Voldemort ihm Wurmschwanz als Diener zugewiesen, und obwohl Snape ihn nicht wollte, hatte er nicht ablehnen können – man widersprach dem Dunklen Lord nicht. Also musste nun diese Ratte bei ihm wohnen. Schrecklich genug, dass er ein verräterisches, kleines Würstchen war, er hatte auch noch früher zu Potters Bande gehört, und wann immer Snape ihn erblickte, wurde er automatisch an Potter und Black erinnert, wie sie ihm das Leben zur Hölle gemacht hatten! Daher schickte Snape Wurmschwanz auch für den Großteil der Zeit nach oben in die Dachbodenkammer oder in den Keller. Er wollte so wenig wie möglich mit ihm zu tun haben.

Snape seufzte schwer. „Du kannst im Garten Unkraut jäten."

Wurmschwanz zog eine Schnute, machte sich aber auf den Weg, und Snape würde die nächsten paar Stunden wieder seine Ruhe haben.