29. Juli – Ein Zauberstab von Ollivander

„Oh, Mama, Papa, ich bin so aufgeregt", rief Luisa immer wieder und hüpfte dabei freudig auf und ab. „Endlich bekomme ich meinen eigenen Zauberstab." Nun, da sie ihren Hogwarts-Brief bekommen hatte, durfte sie offiziell ihren eigenen besitzen – und musste nicht immer heimlich den ihres Vaters stibitzen…

„Ja, mein Schatz", erwiderte ihre Mutter, während sie sich besorgt in der Winkelgasse umsah. „Gleich sind wir bei Ollivander."

Luisa grinste zufrieden. Sie waren schon in Gringotts gewesen, hatten ihre Schulumhänge, Bücher, Kessel und Zaubertrankzutaten gekauft und sie hatte sich sogar eine kleine Eule aussuchen dürfen, die nun vergnügt auf ihrer Schulter saß und ihr gelegentlich am Ohr knabberte.

„Dort drüben ist es", sagte ihr Vater nun und zeigte auf einen dunklen Laden am Ende der Gasse.

Sie eilten weiter auf den Laden zu, Luisa wurde immer aufgeregter. Was sie wohl für einen Stab bekommen würde? Sie hoffte, er werde Einhornhaar enthalten und aus Eiche sein. Oder Buche, das war auch in Ordnung.

Plötzlich keuchte ihre Mutter erschrocken auf und blieb wie angewurzelt stehen.

„Was ist?", fragte ihr Vater besorgt und sah sich um, den Zauberstab bereits in der Hand.

Ihre Mutter zeigte auf Ollivanders Laden und die Augen ihres Vaters folgten der ausgestreckten Hand. „Oh, nein", murmelte er erschrocken.

Auch Luisa sah nun zu dem Laden, der ihr viel zu dunkel erschien. Hatte Ollivander denn noch gar keine Lampen angezündet? Doch dann bemerkte sie, dass die rechte Fensterscheibe eingeschlagen war und dass im Laden selbst alles verwüstet war. Langsam aber sicher verstand sie, dass Ollivander nicht mehr hier war…

Und wo bekomme ich nun einen Zauberstab her?, dachte sie ängstlich.