3. September – Beobachten

Ron stöhnte genervt auf. Es war erst der zweite Schultag und schon musste er in die Bibliothek, um etwas für seinen Verwandlungsaufsatz zu recherchieren. Alle Lehrer hatten sofort das Tempo und die Qualität des Unterrichts angehoben, nur weil sie nun UTZ-Schüler waren und in zwei Jahren ihren Abschluss machen würden...

Normalerweise hätte er Hermine gefragt, warum man seine rechte Hand benutzen muss, um diesen einen komplizierten Zauber auszuführen und die linke auf keinen Fall nehmen durfte, aber sie war unauffindbar. Vermutlich ist sie schon in der Bibliothek, dachte er miesepetrig. Wie die Lehrer fand auch Hermine, dass man nun sehr viel mehr für seine Schulfächer tun musste als früher.

Ron mochte die Bibliothek nicht besonders gerne. Sie war ihm zu still, Madame Pince hatte es auf ihn abgesehen und nie fand er die Bücher, die er benötigte. So wanderte er auch heute eher wahllos durch die Gänge und holte immer mal wieder ein Buch heraus, nur um es dann sofort wieder gelangweilt zurückzustellen. Als er um die nächste Ecke trat, fand er jedoch plötzlich etwas, das er nicht erwartet hatte: Hermine.

Nun gut, dass Hermine in der Bibliothek saß, war schon zu erwarten gewesen, aber nicht den wunderschönen Anblick, den sie ihm bot.

Sie saß in einem Sessel, die Knie hochgezogen, die Nase in einem Buch vergraben, und biss leicht auf ihrer Unterlippe herum, so wie sie es immer tat, wenn sie konzentriert über etwas nachdachte.

Automatisch legte sich ein Lächeln auf Rons Gesicht und es dauerte noch eine ganze Weile, bis er sich von diesem Anblick loseisen konnte, um zu ihr zu gehen.