10. September – Dieses ominöse Hogwarts

Cookie saß in ihrem Käfig und sah den Menschen beim Frühstück zu. Allerlei leckere Dinge befanden sich auf dem Tisch – etwas Ei, etwas Süßes, etwas Brot –, doch Cookie hatte schon ein paar Nüsse bekommen.

Die Mutter der Familie hatte ein Stück Pergament vor sich liegen und schrieb mit einer Tintenfeder darauf. Ab und zu las sie einen Satz ihrem Mann vor und fragte ihn dann um Rat, aber Cookie verstand nicht, worum es eigentlich ging. Sie hatte den Kopf schief gelegt und klackerte aufreget mit dem Schnabel, denn dass irgendetwas passieren würde, das konnte sie spüren.

Schließlich wurde das Stück Pergament zusammengefaltet und mit einem Wachssiegel verschlossen. Die Frau kam auf den Käfig zu, öffnete ihn und hielt Cookie den Brief hin.

„Bringst du den zu Nikki nach Hogwarts?", fragte sie lächelnd.

Die kleine Eule verstand zwei Wörter: Nikki und Hogwarts. Damit war ihr Auftrag eindeutig. Sie nahm mit einem Fuß den Brief entgegen, hielt ihn fest und flog geschwind durchs offene Küchenfenster. Sie wusste instinktiv, wohin sie fliegen musste, und sie freute sich schon sehr, einmal dieses ominöse Hogwarts, von dem immer alle sprachen, mit eigenen Augen sehen zu können. Und sie vermisste Nikki, der seit einer Woche nun in diesem Hogwarts war.

Sie musste nicht lange fliegen – die Familie wohnte in Schottland – und sie staunte nicht schlecht, als sie das alte Schloss mit seinen Türmen und Brücken entdeckte. Sie schaute und hörte sich einen Moment um, dann bemerkte sie, dass viele Menschen in einem großen Saal saßen und ebenfalls frühstückten. Sie flog herein und fand Nikki schon bald an einem der langen Tische sitzen. Stolz flog sie zu ihm, lieferte ihren Brief ab und setzte sich auf seine Schulter.

„Hey, Cookie!", freute er sich und kraulte die Eule. „Super, ein Brief von Zuhause."

Cookie war sehr zufrieden mit sich – Mission erfolreich beendet.