21. September – Bunter Trubel

Eine kleine Fee flog am Rand des Verbotenen Waldes. Es war schon dunkel, doch sie fürchtete sich nicht. Umso deutlicher erstrahlte ihr daher das Schloss vor sich und besonders ein riesiger Raum mit vielen, großen Fenstern tat es ihr an. Die Fee flog mit glitzernden, Glöckchengeräusche verursachenden Flügeln hinüber und je näher sie kam, desto lauter wurden Stimmen, Geklirre, Gescharre und der Duft von warmen Leckereien. Sie schaute schließlich durch eines der offenen Fenster, setzte sich auf einen Holzbalken und staunte nicht schlecht. Fünf große Tischen waren über und über mit den feinsten Speisen und Getränken ausgestattet; an ihnen saßen viele Menschen und genossen das Festmahl. Die Fee mochte diesen Trubel da unten und die nächsten zwei Stunden beobachtete sie die verschiedenen Menschen: Da war zum Beispiel ein Mann mit schwarzen, ekligen Haaren, ein Mädchen mit langen, ziemlich hellblonden Haaren oder ein sehr alter Mann mit langen, weißen Haaren und einem weißen Bart. Sie konnte vieles entdecken, was Anderen vielleicht verborgen blieb, heimliche Blicke, seien sie verhasst oder voller Liebe, oder geschicktes Stibitzen vom Nachbarteller.

Als endlich die Halle auch vom letzten Menschen befreit war, flog sie hinunter, um auch etwas von dem Obst, Wein oder Kuchen zu naschen. Im Eilflug stürzte sie sich herab, doch kurz, bevor sie den ersten Tisch erreicht hatte, verschwanden plötzlich alle Speisen und Getränke, nicht einmal mehr ein Krümel war zu sehen, und nur die Teller, Gläser und Bestecke blieben wohl geordnet und geputzt zurück…