27. September – Seelenverwandtschaft

Lavender Brown saß im Gryffindor-Gemeinschaftsraum und versuchte, sich auf ihren Zauberkunstaufsatz zu konzentrieren – aber das fiel ihr äußerst schwer aufgrund eines sehr gut aussehenden, begabten Quidditch-Spielers, der auf dem Sofa am Feuer saß und sich mit seinen Freunden unterhielt. Professor Trelawney hatte ihr kurz vor dem Sommer vorhergesagt, dass ihr perfekter Partner ein Quidditch-Spieler mit Sommersprossen sein würde. Tagelang hatte sie sich überlegt, wer das nur sein konnte, bis ihr Ron Weasley eingefallen war: Er spielte Quidditch und hatte Sommersprossen – perfekt! Außerdem war er in ihrem Alter und sogar in ihrem Haus und bei Dumbledore's Armee hatte er letztes Jahr ganz wunderbar gezeigt, was er alles drauf hatte…

Parvati fand ihn auch nicht schlecht. Ihre Schwester Padma war zwar nicht ganz so begeistert von seinem Verhalten beim Weihnachtsball gewesen, aber das war Lavender mit Seamus Finnigan auch nicht gewesen – wie soll man sich auch mit jemand anderem vergnügen, wenn sein Seelenverwandter zwar im selben Raum ist, aber nicht bei dir…?

Sie mochte sein Lachen, seinen Mut, sein Selbstbewusstsein, und schließlich musste er etwas ganz Besonderes sein, wenn er der beste Freund von Harry Potter war! Gerade saßen sie zusammen und unterhielten sich über etwas.

Es gab nur ein Problem, ein Mädchen, das ihr und ihrem Glück im Weg stand: Hermine Granger, die gerade Ron mit irgendetwas zum Lachen gebracht hatte. Er lächelte sie an, sie erwiderte das Lächeln. Es war offensichtlich, dass die beiden sich mochten, vielleicht sogar ineinander verliebt waren, aber sie stritten sich zu häufig, um eine Beziehung miteinander einzugehen, und vermutlich trauten sie sich auch nicht.

Da gab es nur eine Möglichkeit für Lavender: Sie musste Ron zuerst für sich gewinnen, bevor es Hermine tat! Koste es, was es wolle!