28. September – Fudge bereut

Es war Nacht draußen, die Kerze war soeben erloschen und ließ das kleine Arbeitszimmer im Dunkeln. Fudge saß an seinem Schreibtisch und starrte ins Leere. Dass es plötzlich dunkel um ihn geworden war, hatte ihn zuerst erschreckt – sein Zauberstab war sofort erhoben –, doch er wusste, dass er hier in seinem Haus nichts zu befürchten hatte. Der, dessen Name nicht genannt werden darf, würde nicht hereinkommen, um ihn zu holen (dafür waren die Schutzzauber viel zu mächtig, und drei Auroren bewachten das Haus und seinen Besitzer rund um die Uhr) – und warum sollte er auch? Fudge hatte mit seinem ängstlichen Verhalten direkt in seine Karten gespielt... Dank ihm war lange Zeit nichts gegen den Dunklen Lord unternommen worden, im Gegenteil sogar, Harry Potter war vom Ministerium und Umbridge unterdrückt worden. Alles nur, um die schreckliche Wahrheit zu vertuschen... Aber Fudge hatte einfach nicht in einer Welt leben wollen, in der wieder solche Angst und solcher Terror herrschen! Beim letzten Krieg war seine Frau ermordet worden...

Fudge seufzte einmal schwer und stützte das Gesicht in seinen Händen ab. Er wusste, dass er es nicht mehr verdient hatte, Zaubereiminister zu sein, und er wusste auch, dass sein Nachfolger, Rufus Scrimgeour, mit der neuen Lage viel besser zurechtkam als er selbst... Es war nur so, dass Fudge sein feiges Verhalten mehr als bedauerte und er nun, so ganz ohne Macht, keine Ahnung hatte, wie er es den Menschen und besonders Harry Potter gegenüber wieder gutmachen konnte...