13. Oktober – Gedanken einer Hexe

Manchmal frage ich mich, wie mein Leben aussähe, wenn ich keine Hexe wäre. Würde ich noch immer bei meinen Eltern wohnen, auf die gleiche Schule gehen? Würde ich mich gerade auf mein Abitur vorbereiten statt auf meine UTZ, Mathe und Englisch pauken statt Zaubertränke und Verwandlung? Oder hätte ich schon längst eine Ausbildung zur Kauffrau oder Verwaltungsfachangestellten begonnen? Wäre ich noch immer mit den gleichen Leuten befreundet, hätte vielleicht schon die Liebe meines Lebens getroffen? Hätte ich eine Kampfsportart erlernt oder einen Selbstverteidigungskurs belegt, um mich vor den Gefahren der Welt zu schützen, da ein Zauberstab für mich nichts anderes als ein wenig Holz wäre?

Was ich mich jedoch am meisten frage, ist, ob sich meine Persönlichkeit verändert hätte, wenn ich nicht magisch wäre. Würde ich mich mehr oder weniger für den Unterricht anstrengen, freundlicher oder schrecklicher zu den Menschen in meiner Umgebung sein? Wäre ich glücklicher oder deprimierter? Kurzum: Wäre ich eine andere Person?

Manchmal beunruhigen mich diese Fragen, doch dann blicke ich zu meinen wunderbaren Freunden, wie wir gemeinsam durch Hogwarts wandern und Flüche und Schutzzauber erlernen, und erkenne, wie großartig, aufregend und besonders mein Leben als Hexe ist – und wundere mich nicht mehr über mögliche Parallelwelten als Muggel.