27. Oktober – Horkruxe

Es war mitten in der Nacht, ganz Hogwarts schlief. Alle Schüler lagen hoffentlich brav in ihren Betten und die Lehrer und Hauselfen hatten sich ebenfalls zurückgezogen. In ein paar Stunden würde der alltägliche Betrieb wieder weitergehen. Alle schliefen – außer dem Schulleiter.

Dumbledore stand im Dunkeln in seinem Büro, sah aus dem Fenster und dachte nach. Draußen war alles ganz ruhig, doch das täuschte. Irgendwo da draußen war Voldemort und bereitete sich auf einen Krieg vor, indem er Truppen um sich scharte und Terror verbreitete. Und es war ganz und gar nicht einfach, ihn zu Fall zu bringen – besonders nicht mit vermutlich Horkruxen, oder falls nicht, dann anderen schwarzmagischen Artefakten! So wie Tom Riddles Tagebuch oder der Ring im Haus der Gaunts.

Dumbledore blickte auf seine Hand, die schwarz war, als sei sie gestorben, und die ihm schon bald wirklich den Tod bedeuten würde. Er seufzte und schaute wieder hinaus in die wolkenumhangene Nacht. Er hatte doch nur seine Schwester wiedersehen wollen… Der Stein der Auferstehung war so reizvoll gewesen – er hatte doch einfach nur seine alte Familie wiederhaben wollen. Und nun würde er sie bald im Jenseits treffen (wenn es denn so etwas überhaupt gab…).

Zu allem Überfluss musste er Severus mit ins Verderben stürzen… Alles nur für das Ende eines Wahnsinnigen. Und er, Dumbledore, war der einzige, vor dem sich Tom Riddle je gefürchtet hatte.

Doch bald, dachte Dumbledore zuversichtlich, würde es noch jemand anderen geben, vor dem sich der Dunkle Lord in Acht nehmen musste: Harry Potter!