29. Oktober – Regen in Hogsmeade

Es regnet heftig; man kann die Tropfen sehen und der Boden ist voller Pfützen. Ich befinde mich in Hogsmeade, unter dem Vordach eines Hauses und warte darauf, dass der Regen nachlässt, damit ich wieder hinauf zum Schloss gehen kann. Mir gefällt die Ruhe hier, die meisten Schüler sind schon wieder weg. Plötzlich taucht eine Gestalt vor mir auf.

„Wollen Sie nicht langsam wieder zum Schloss zurückkehren?", fragt Professor Snape sarkastisch, laut wegen des Regens, und zieht eine Augenbraue hoch. Er steht noch im Regen, doch er hat seinen Zauberstab senkrecht zum Himmel erhoben und ein Zauber lässt einen unsichtbaren Schirm entstehen.

„Gleich", erwidere ich entspannt. Ich fürchte mich schon lange nicht mehr vor ihm.

„Und worauf warten Sie, wenn ich fragen darf?" Er wirkt ungeduldig, genervt.

Ich bleibe weiterhin vollkommen ruhig. „Darauf, dass der Regen nachlässt. Ich möchte ungern krank werden."

„Ist Ihnen bewusst, dass die Zeit für Schüler im Dorf schon seit einer halben Stunde abgelaufen ist?"

Ich blicke ihn verwundert an, dann gluckse ich. "Ich hab mich schon gewundert, warum es so leer geworden ist."

Er ignoriert meine witzige Aussage. „Gehen Sie zurück zum Schloss."

„Kann ich nicht noch warten, bis der Regen weniger geworden ist?"

Er sieht hoch in den Himmel, der noch immer in alle Richtungen dunkelgraue Wolken aufweist. „Ich denke nicht, dass es bald besser wird. Außerdem setzt die Dämmerung schon ein."

Ich seufze theatralisch und trete hinaus in den Regen; schon nach wenigen Metern laufen mir die Tropen von den Haarspitzen und übers Gesicht.

Er geht neben mir, anscheinend bin ich die letzte. Ein paar Mal schaut er mich an, dann hält er kurzerhand den unsichtbaren Schirm so, dass er mich ebenfalls vor dem kalten Wasser schützt.

Ich lächele ihn an. „Danke, Professor."

Er verdreht die Augen. „Aber sagen Sie's keinem, Miss..."