8. November – Nachts in der Küche

Dobby wachte plötzlich auf, aber er wusste nicht warum. Er konnte sich an keinen Albtraum erinnern, alles um ihn herum war still und der Himmel draußen war auch noch immer dunkel. Doch er wusste, dass er jetzt nicht einfach so wieder einschlafen konnte. Daher stieg er aus seinem kleinen Bett, zog sich einen selbstgestrickten Pullover über und apparierte in die Küche. Er machte sich Wasser heiß, nahm sich eine Tasse und einen Teebeutel und wartete, dass der Kessel pfiff.

Auf einmal hörte er ein Geräusch hinter sich und drehte sich blitzschnell um. Ein weiteres Schniefen ertönte, gefolgt von einem herzhaften Rülpsen. Langsam schritt er um einen der vier großen Haustische herum und entdeckte jemanden – er hatte geglaubt, er sei allein.

„Was macht Winky denn hier?", rief er verwundert.

Die Elfe sah ihn mit glasigen Augen an und schien Schwierigkeiten zu haben, ihn klar zu erkennen. „Dobby?"

„Hat Winky etwa schon wieder getrunken?!" Er hob eine braune Glasflasche vom Boden auf und stellte sie auf den Tisch. „Winky weiß doch, dass das ihr nicht guttut!"

„Na und?", rief die Hauselfe und rappelte sich vom Boden auf, wobei sie so sehr schwankte, dass Dobby sie stützen wollte, bevor sie sich aber schon wieder selbst aufgefangen hatte. „Winky mag Alkoholtrinken. Das lenkt ab."

„Wovon denn?"

„Na, von dieser Schande!"

„Welche Schande?" Dobby war wirklich ratlos.

Die Hauselfe blickte ihn erst ernst an, dann senkte sie den Blick beschämt zu Boden. „Winky ist eine freie Elfe…"

Dobby blinzelte kurz verdutzt. „Aber das ist doch toll!", meinte er schließlich erfreut.

„Nein, nein." Winky schüttelte so heftig den Kopf, dass ihr ihre langen Ohren ins Gesicht flatterten.

„Das ist wirklich nicht schlimm", sagte Dobby beruhigend, doch Winky war unberuhigbar.

„Nein, nein, nein!", sagte sie immer wieder, bis sich ein Schluchzen unter die Worte mischte.

Da nahm Dobby kurzerhand seine Freundin in den Arm, um sie zu trösten, und Winky schmiegte sich fest an ihn.

„Komm mit", sagte Dobby nach einer Weile sanft, als die Elfe sich nun doch beruhigt hatte. „Dobby bringt Winky ins Bett."

Sie sah ihn mit ihren großen Augen flehentlich an. „Bleibt Dobby dann auch bei Winky?"

Er überlegte kurz, bevor er nickte. „Ja, Dobby bleibt bei Winky."