19. November – NEIN!

Lupin stand auf einer Lichtung im Wald. Es war kalt, dunkel und still. Bald würde der erste Schnee vom Himmel herunterfallen.

Er blickte hoch zum fast vollen Mond und seufzte tief. Seit ein paar Monaten war er nun schon unter „Seinesgleichen", um die anderen Werwölfe zu überzeugen, sich Dumbledore anzuschließen und nicht Voldemort. Doch diese anderen Werwölfe waren wilder, weniger zivilisiert als er. Angeführt wurden sie von Fenrir Greyback, der nicht nur ihn, Lupin, damals gebissen hatte, sondern auch zum engeren Kreis um den Dunklen Lord gehörte. Es war ein schwieriges Unterfangen, nahezu unmöglich, besonders da das Argument der Werwölfe, die meisten Zauberer behandelten sie wie Dreck auch noch stimmte. Lupin hatte damals seinen Job in Hogwarts deswegen kündigen müssen…

„Lupin!"

Er drehte sich um. Vor ihm in einem Halbkreis standen Greyback und ein paar andere seiner engsten Verbündeten.

„Wir haben uns beraten und beschlossen, dass wir dich nicht mehr in unserer Mitte dulden!" Greyback sprach mit tiefer, autoritärer Stimme; die anderen nickten nur bestimmt.

„Und was hat euch so plötzlich dazu veranlasst?" Lupin versuchte, gelassen zu bleiben, auch wenn sein Puls sich rasant erhöhte.

„Du gehörst zu Dumbledore und wir verabscheuen Dumbledore!", spie einer von ihnen.

„Gut", erwiderte Lupin unterwürfig und trat langsam ein paar Schritte zurück zu der Baumgrenze der Lichtung. „Dann verlasse ich euch sofort. Ich danke, für eure Gastfreundschaft."

Die Werwölfe kamen ihm hinterher. „Nein", höhnte Greyback. „Wir lassen dich nicht gehen."

Gerade als Lupin disapparieren wollte, spürte er hinter sich eine massige Gestalt und jemand packte ihn und hielt ihm den Mund zu. Panisch huschten seine Augen zu allen Seiten, doch es gab keinen Ausweg, die Werwölfe schlossen den Kreis immer enger um ihn und schließlich hob Greyback seine Hand mit den überaus scharfen Krallen und schlug mit voller Gewalt auf Lupins Kehle zu.

„NEIN!"

Tonks erwachte mit einem lauten Schrei. Schweißgebadet, schluchzend und panisch blickte sie sich um. „Nur ein Traum, nur ein Traum", murmelte sie immer wieder wie ein Mantra, doch die Tränen liefen weiter. Remus durfte nicht sterben!

Sie stand auf, warf sich ihren Umhang um und machte sich auf zu Dumbledores Büro, obwohl es mitten in der Nacht war – sie musste einfach wissen, ob es Neuigkeiten von Remus gab!