21. November – Absolute Gerechtigkeit

Hermine befand sich in einem Raum, in dem sie noch nie gewesen war. Aber Hogwarts war ein so großes Schloss und nicht zu vergessen magisch, dass es sie nicht wunderte, auch nach fünf Jahren in dieser Schule noch etwas Neues zu finden. Neugierig ging sie den kirchengewölbeartigen Raum entlang, bis sich plötzlich eine vollkommen freie Fläche vor ihr auftat, in der nur ein einziger Gegenstand war: Der Spiegel Nerhegeb.

Hermine keuchte erstaunt auf. Hatte Dumbledore den Spiegel nicht in ihrem ersten Schuljahr so verbannt, dass niemand mehr Zutritt zu ihm haben konnte? Aber was tat er dann hier, völlig ohne Schutzbanne?

Nachdem sie sich beruhigt hatte, begann in ihr die Neugier zu steigen und langsam schritt sie auf das Glas in dem majestätischen Rahmen zu. Bisher hatte sie noch nie vor dem Spiegel stehen dürfen, sie kannte nur die Geschichten von Harry und Ron und was sie damals gesehen hatten.

Nerhegeb Z Reh Nie Drebaz Tilt Naniedth Cin stand auf dem Holzrahmen geschrieben und Hermines Gehirn brauchte nicht lange, um zu erkennen, dass dort rückwärts geschrieben stand: Nicht dein Antlitz aber dein Herzbegehren.

Sie atmete noch einmal tief durch und stellte sich dann gerade vor den Spiegel. Schon immer hatte sie wissen wollen, was genau ihr tiefster Herzenswusch war – ein Buch schreiben? eine eigene Bibliothek gründen? nach Kanada auswandern?

Langsam veränderte sich das Bild vor ihr. Sie selbst wurde erwachsen und blickte ihr entschlossen entgegen, im Hintergrund zeigte sich ein Schreibtisch und ein riesiges Bücherregal; Werwölfe, Hauselfen, Zentauren und andere Halbwesen standen in einer Reihe mit Zauberern und Hexen, sogar reinblütigen. Sie alle waren gleichgestellt, alle frei, alle gerecht.

Hermine traten Tränen in die Augen, als sie erkannte, dass sie als Zaubereiminsterin diese Gerechtigkeit und Gleichheit bewirkt hatte. Ja, dies war wirklich ihr Herzenswunsch!