22. November – Heimliches Veritaserum

Ich weiß, dass es falsch war, das Veritaserum von Professor Slughorn zu stehlen, aber ich muss einfach herausfinden, ob du mich liebst oder nicht.

„Hier", sage ich und gebe dir den Becher.

„Was ist das?", willst du wissen und siehst mich skeptisch an. Ich kann es dir nicht verübeln, zu oft habe ich mir in der Vergangenheit Scherze erlaubt.

„Nur ein wenig Kürbissaft", erwidere ich ruhig. „Ich dachte, du würdest dich darüber freuen."

Du beobachtest mich noch einen Moment, kannst aber anscheinend nichts Hinterhältiges feststellen, zuckst mit den Schultern und trinkst den Becher in einem Zug. „Danke."

„Kannst du kurz mit mir rausgehen?", bitte ich. „Ich möchte was mit dir besprechen."

Du nickst und wir verlassen den Gemeinschaftsraum. Auf dem Flur setzen wir uns auf die Fensterbank einer Wandnische.

„Was gibt's?", fragst du beiläufig, doch ich höre die Nervosität in deiner Stimme.

Ich atme einmal tief durch. „Es gibt etwas Wichtiges, dass ich dich fragen möchte."

Du siehst mich mit großen Augen an; weißt du eigentlich ansatzweise, wie schön sie sind, besonders in der Nacht?

„Liebst du mich?", flüstere ich.

„Ja", hauchst du sofort. Dann wunderst du dich über dich selbst und ziehst sofort die richtigen Schlüsse. „Was zur Hölle!", rufst du wütend. „Hast du mir etwa Veritaserum untergejubelt?!"

Doch bevor du dich mehr aufregen kannst, beuge ich mich vor und presse meine Lippen liebevoll auf deine und mit jeder Minute, die vergeht und in der wir uns küssen, spüre ich, wie deine Wut sich auflöst und Leidenschaft entsteht.