30. November – Weihnachtliche Steine

„Heute", begann Professor McGonagall den Unterricht, „lernen wir, wie man einen Stein in eine Christbaumkugel verwandelt."

Vereinzelt blickten die Schüler sie verwundert an, daher ergänzte sie: „Professor Flitwick bat mich um diesen Gefallen, da letztes Jahr viele zu Bruch gegangen sind, als Professor Hagrid gestolpert war und so einen der Bäume umgerissen hatte."

Die Schüler grinsten breit – das war ein lautes Spektakel gewesen!

„So", brachte McGonagall die Klasse wieder zur Ruhe. „Der Spruch dafür heißt Sphaera Mutandis, die Zauberstabbewegung ist diese." Sie fuhr mit ihrem Stab in der Luft einen Halbkreis nach. „Und sprechen Sie deutlich, das -a in Sphaera ist lang und das -is in Mutandis ebenfalls. Ungefähr so." Sie legte einen kleinen Stein vor sich aufs Pult, führte Spruch und Bewegung akkurat aus und der Stein verwandelte sich in eine rote Baumkugel mit silbernen Schneeflocken darauf. „Die Farbe und das Muster können Sie selbst bestimmen, indem Sie Ihre Gedanken auf das fertige Aussehen konzentrieren. Und nun, probieren Sie es selbst." Sie gab jedem Schüler ein paar Steine und ließ sie die Verwandlung üben.

Nach einer Weile drehte sie eine Runde im Kassenzimmer, um gegebenenfalls Hilfestellung zu leisten, Schüler zu verbessern, zum Arbeiten zu ermuntern oder Unsinn verhindern zu können.

„Sehr gut, Miss Granger", lobte sie.

Hermine hatte ihre zehn Steine schon in bunte, hübsch verzierte Kugeln verwandelt.

„10 Punkte für Gryffindor", sagte McGonagall.

Hermine strahlte zufrieden.

„Gut, dann helfen Sie nun bitte Mr Weasley." Sie sah zu Ron, der wild seinen Stein attackierte, da dieser ihm anscheinend nicht zu gehorchen schien.

Hermine erbleichte. „Ähm, kann ich nicht lieber Hannah helfen?"

McGonagall sah sie verwundert an, doch nickte schließlich. Hermine und Ron schienen sich wohl gestritten zu haben…

Sie ging weiter und fand unter anderem Pansy Parkinson mit orangenen und rosafarbenen Kugeln, auf denen Katzen und Eulen zu sehen waren, und Draco Malfoy, der einheitlich schwarze und graue Kugeln vor sich liegen hatte.

„Was ist denn hier passiert?", wunderte sich McGonagall. „Das sind aber nicht besonders fröhliche Farben für Weihnachten."

Draco zuckte mit den Schultern. „Mehr fiel mir nicht ein."

McGonagall bedachte ihn mit einem besorgten Blick. War der Junge etwa deprimiert? „Nun gut, dann versuchen Sie bitte, noch weiße Verzierungen auf die Kugeln zu bringen, zum Beispiel Schneeflocken oder Geschenke oder Mistelzweige."

Draco zuckte wieder mit den Schultern, nahm sich aber seinen Zauberstab.

McGonagall ging weiter und entdeckte, dass Harrys Kugeln in den Gryffindorfarben erstrahlten und mit Quidditchzeichen gesäumt waren. „Wunderbar", lobte sie ihn. „Ich bin wirklich zufrieden mit dem Fortschritt, den Sie in Verwandlung gemacht haben, Mr Potter. 5 Punkte für Gryffindor."

Harry nickte ihr dankbar zu.

Am Ende der Stunde hatten die meisten ihre Steine in Christbaumkugeln verwandelt, mal mehr, mal weniger kunstvoll, aber dennoch alle zu gebrauchen für die Große Halle.

„Ich denke, dass Professor Flitwick mehr als erfreut sein wird mit diesem Ergebnis. Und weil Sie alle die Aufgabe so gut gemeistert haben, gibt es heute keine Hausaufgaben."

Die Klasse jubelte.

„Sie können gehen." Es schien, als sei McGonagall in Weihnachtsstimmung gekommen.

Als alle gegangen waren, betrachtete sie noch einmal die reichverzierten Kugeln und eine stach ihr besonders ins Auge. Es war eine von Harry, in Rot mit goldenen Schnatzen und drei Ringtoren. Es erinnert sie sofort an ihre Jugend und sie steckte diese eine Kugel heimlich in ihre eigene Tasche, um sie in ihrer Wohnung aufzuhängen. Filius würde schon nichts dagegen haben.