20. Dezember – Verwandlung

Der Vollmond stieg über den Baumwipfeln auf in die dunkle Nacht und Remus Lupin fühlte, wie seine schmerzhafte Verwandlung begann. Er spürte, wie sein Kopf sich in die Länge zog, seine Knochen sich bogen und sich Haare über Haare einen Weg durch seine Haut bohrten. Immer weiter schrumpfte sein menschliches Bewusstsein, bevor sein tierischer Instinkt vollkommen das Denken übernahm. Normalerweise hätte er den Wolfsbannrank zu sich genommen, doch dieses Mal hatte es Komplikationen gegeben. Daher musste er nun jede Konsequenz seiner Lykanthropie erleben; der Grund, weswegen er sich in diesen einsamen Wald zurückgezogen hatte: Während Menschen sich vor diesem Biest in Acht nehmen musste, waren Tiere vor ihm ganz und gar sicher.

Und so verging die Nacht wie ein Schleier aus dunklem Wasser…

Als Lupin erwachte, schien die Sonne in sein Gesicht und er steckte wieder in seiner menschlichen Haut. Er konnte sich an keine Zwischenfälle in der letzten Nacht erinnern und war erleichtert. Wie sollte er mit sich leben können, wenn er jemals einen Menschen verletzen, beißen oder sogar töten würde…?

Mit einem gequälten Gesichtsausdruck stand er auf, stützte sich von Baum zu Baum und machte sich auf den anstrengenden Weg nach Hause.