Kapitel 12
Herbert ging hinauf in den Südflügel des Schlosses. Er wollte nach Cosette sehen, jedoch bemerkte er nicht das er verfolgt wurde. Er fand Cosette friedlich im Bett schlafend. Sie sah sehr zart und zerbrechlich aus in diesem riesigen Bett. Leise ging er auf sie zu, setzte sich kurz aufs Bett und strich ihr ein Strähne aus dem Gesicht. Sie würde einmal sehr schön werden, das war Herbert bewusst. Er fragte sich wie es nun weiter gehen würde, jetzt da die Vampire von ihrer Existenz wussten.
Er und sein Vater würden sie um jeden Preis beschützen, sie konnten es sich schon nicht mehr ohne sie vorstellen. Die Kleine hatte ihr trostloses, monotone Leben geändert. Durch sie wirkte das Schloss nicht mehr so kalt, und es war erheiternd das Kinderlachen durch die Gänge hallen zu hören. Nachdenklich sah er sich um. Das Zimmer war hell und sehr gemütlich, doch es fehlte noch der letzte Schliff. Vieles stand noch leer. „Ich hoffe es wird dir gefallen", flüsterte Herbert zur schlafenden Cosette, küsste sie auf die Wange, und ging hinaus.
Noch immer saß er auf den Mauer und beobachtete den Schatten. Dieser ging wieder hinaus. Ob er sie nun ausgesaugt hatte? Bestimmt war es der Graf gewesen. Er wollte sie wohl ganz für sich alleine haben. Von der Neugier gepackt kletterte er noch einmal hinauf zum Balkon. Gerade konnte er noch sehen wie Herbert sich vom Bett erhob und hinausging. Mit klopfenden Herzen sah er zu der Kleinen. Er war sich nicht sicher ob Herbert sich nun an sie vergriffen hatte oder nicht, denn er konnte nur den kleinen Kopf aus der Decke luken sehen. Blutleer sah sie nicht gerade aus, er hatte sie also noch verschont.
Er verweilte noch weiter auf den Balkon. Wenn die Kleine angegriffen werden sollte, konnte und würde er ihr nicht helfen. Täte er es versuchen wären sie beide verloren. Unter den Vampiren herrschte zwar das Gesetzt, einen anderen der selben Familie dürfte man nicht töten. Doch könnten sie ohne mit der Wimper zu zucken ihn aus dem Schloss verbannen. Sein Tod wäre damit besiegelt, selbst wenn er es ins nächste Dorf schaffen würde, so brauchte er eine sonnengeschützte Unterkunft indem ihm kein Mensch aufsuchen konnte. Und die Wahrscheinlichkeit das er es schaffen würde, war nicht sehr hoch.
Kurz schreckte er auf und versteckte sich hinter den großen Blumentopf neben dem Gelände. Beinahe wäre er wohl gesehen worden. Zu seiner Überraschung kam Devin herein. Er war seit einigen Jahren der Liebhaber von Herbert. Devin schlich sich hinüber zu Cosettes Bett. Wieder stieg sein Herzschlag an. Er wusste nicht weshalb ihm die Kleine so wichtig war, denn verhindern könnte er es nicht. Er bräuchte eigentlich nicht hier im Kalten stehen und bangen.
Doch er konnte einfach nicht weggehen. Er konnte sie nicht sich selbst überlassen. Wenn er bei ihr war überkam ihm ein so gutes Gefühl. Dann fühlte er sich lebendig. Man könnte meinen es läge daran, das er schon lange keine angenehme Gesellschaft mehr gehabt hatte, doch er war sich sicher das es an was anderem lag. Etwas mit seinen früheren, sterblichen Leben. Doch er konnte sich nicht erinnern. Schon als er das erste Mal die Augen geöffnet hatte, mit den geschärften Sinnen eines Vampirs, konnte er sich schon nicht mehr erinnern. Nur unzählige Bilder waren ihm durch den Kopf geschossen, als er erwacht war. Auch in seinen Träumen kamen sie so manches Mal, doch konnte er nie was damit anfangen.
Wachsam beobachtete er Devin, er konnte diesem zwielichtigen Typen noch nie trauen. Er hatte immer so was hinterhältiges an sich. Von Anfang an hatte er so ein komisches Gefühl ihm gegenüber. Devin schlich sich zu Cosettes Bett und setzte sich an ihrem Bettrand. Ihm schlug das Herz bis zum Hals, wie konnte er ihr nur helfen? Mit seinen Fingerspitzen klopfte er gegen das Glas, als wenn ein Vogel dagegen picken würde.
Schnell sprang er aufs Gelände und kletterte daran herunter, bis er nur noch mit den Händen dran hing. Devin kam schnurstracks zu den Balkontüren und öffnete sie, und trat auf den Balkon. Misstrauisch sah er sich um. Doch alles war ruhig, und er ahnte nichts von seinem Beobachter. Irgendwann ging Devin wieder herein, da er hörte das Herbert zurück kam.
Herbert kam zusammen mit Koukol zurück. Dieser trug eine Truhe mit sich und stellte sie am Bettende ab. „Ist was passiert Devin?", fragte Herbert. „Etwas hatte gegen die Scheibe geklopft." „Wer war es?", fragte Herbert besorgt. „Ich denke es war nur ein Vogel." „Bist du dir sicher?", fragte Herbert, legte die Decke von Cosette kurz zurück um zu sehen ob sie gebissen wurde. Seufzend deckte er Cosette wieder warm zu, da alles in Ordnung war. „Bei Satan, du glaubst doch nicht das einer so verrückt wäre, hier herauf zu klettern, oder? Das ist unmöglich, so hoch wie das ist", sagte Devin, drehte sich den anderen zu und schloss die Balkontüren wieder hinter sich.
Noch immer hing er am Balkon. Langsam wurde es gefährlich, denn seine Hände wurden vor Anstrengung schwitzig. Mit einer zittrigen Hand griff er schnell zu dem dicken Efeugewächs, der von unten bis her herauf wuchs. Allerdings war er sich nicht sicher, ob das blätterlose Gestänge ihn aushalten würde. Doch er musste es riskieren, denn wieder auf den Balkon konnte er nicht, man ihn sonst erwischen würde. Er hatte Glück. Völlig verschwitzt kam er unten an. Sein Herz schlug ihn bis zum Hals. Ihm war so heiß, er hatte das Gefühl zu verbrennen. Es war widerlich nun in diesen Kleidern zu stecken, am liebsten hätte er sich alles vom Leib gerissen. Vor allem seine Maske, doch die nahm er niemals ab.
Herbert, Koukol und Devin verließen Cosettes Zimmer und schlossen ab. Der Grafensohn schickte Koukol fort und blieb mit Devin zurück. Kaum war Koukol um die Ecke, schlang Devin wieder einen Arm um Herbert und begann an dessen Hals zu saugen. Inzwischen wieder entspannter ließ sich das Herbert gerne gefallen und legte seufzend den Hals zurück. Devin wanderte mit seiner linken Hand unter Herberts Hemd und mit der anderen zu dessen Brustwarze, um sie ein wenig zu reizen. Immer mehr saugte er an Herberts Hals und rieb sein Schritt gegen Herberts Hintern. Als er begann mit der einen Hand geschickt die Hose von Herbert zu öffnen, wühlten ihn seine Gefühle so auf, das sich seine Augen kurz rot aufleuchteten, während er zeitgleich seine Eckzähne in seinen Geliebten stieß.
Er dirigierte Herbert an die Wand, direkt neben der Tür von Cosette. Sie könnte die beiden zwar hören, doch das war ihnen nun egal. Das kümmerte sie nicht. Besitz ergreifend riss er Herberts Hemd auf um die Haut mit Küssen zu bedecken. Stöhnend drückte Herbert Devins Kopf immer tiefer, Richtung Lustzentrum. Grausam wie Devin des Öfteren war, kümmerte er sich zunächst nicht um Herberts Belangen, und reizte nur die Oberschenkel oder den Bauch. Doch als Herbert irgendwann vor Lust zu knurren anfing und Devins Nacken mit einem harten Griff packte und dorthin drückte, wo er ihn haben wollte, erfüllte dieser endlich seinen Wunsch. Gierig saugte er an dem steifen Glied, biss sogar manchmal zärtlich hinein. Er währte nicht lange bis Herbert in seinen Mund abspritzte, und sich an der Wand hinabsinken ließ.
Schwer atmend legte er den Kopf zur Seite. Devin wusste das von Herberts Seite aus erstmal nichts kommen würde und kuschelte sich zu ihm. Herbert legte die Arme um ihn, während er seinen Kopf auf den Kopf des anderen ruhen ließ. Eine Zeitlang sprach keiner ein Wort. Sie genossen die Stille und hingen ihren Gedanken nach. Herbert schloss sogar die Augen da ihm eine bleierne Müdigkeit überkam. Doch er blieb dennoch wach.
Devin dagegen war noch immer aufgeheizt, und wollte in dieser Nacht nicht leer ausgehen, und so nahm er die Hand von Herbert, die auf sein Bauch lag, und schob sie zu seinem Schritt. Dadurch wurde Herbert wieder etwas wacher und begann zu lächeln. Natürlich schlug er die Bitte seines Freundes nicht ab, öffnete mit einer Hand die Hose und holte den halbsteifen Penis heraus. Seinen Kopf noch immer entspannt auf Devin stützend, begann er bei dem Glied rauf und runter zu fahren mit seiner Hand, seine Augen noch immer geschlossen. Er rubbelte immer mehr und immer härter, bis auch Devin abspritzte und sich erschöpft zurücklehnte. Cosette währenddessen drehte sich wieder herum und glitt ins Land der Träume zurück.
Die restlichen Stunden die ihnen blieben, verbrachten sie noch immer da. Mal redeten sie, mal waren sie einfach nur still. Als die Sonne kurz davor war aufzugehen, standen sie auf und machten sich auf den Weg. Auf dem Schlosshof trennten sich ihre Wege. Herbert ging in die Gruft, in der sein Vater schon auf ihn wartete, und Devin ging auf den Friedhof. Und wieder war ein Jahr vergangen, wieder waren sie um keinen Tag gealtert und wieder stiegen sie nur für ein paar Stunden in ihre Särge. Für einen Moment dachte Herbert über den öden Alltag nach, dem sie wieder nicht entkommen würden, doch dann fiel ihm Cosette ein, und es wurde ihm warm ums Herz. Dieses Jahr würde nun ganz anders sein als die anderen. Dieses Jahr würde ein aufregendes Jahr sein, und es würden noch viele weitere folgen.
Fortsetzung folgt …
