Annie hatte gehört, dass zwei Sorten von Menschen besonders anfällig für Aberglauben waren: Seefahrer und Soldaten. Die Marine hatte es nach dieser Rechnung am schlimmsten.
Das Militär von Paradis besaß keine Marine. Doch die Kundschafter kamen dieser Truppengattung wohl nahe genug. Je länger der Marsch ohne Zwischenfälle verlief, umso überzeugter waren die Leute, dass ihnen nur umso größeres Übel drohte.
„Lieber zwei Titanen jetzt", grummelte Rashad, „als zwanzig später."
„Ich will mich nicht dauernd umsehen", sagte Anna, „aber ich kann nicht anders."
„Du hast dich nun zum dritten Mal umgedreht", versetzte Dirk, „in einer Minute. Mach es noch einmal, und es wird einrasten, in deinem Kopf. Du drehst dich um, da ist nichts. Du schaust nach vorn, doch du denkst, vielleicht ist jetzt was hinter dir. Und du drehst dich um, doch da ist nichts. Ich sag ja, das rastet ein."
Sascha war inzwischen natürlich ein einziges Nervenbündel.
Zwei Tage, nachdem der Zug die Tore der Ortschaft Silberfurt hinter sich gelassen hatte, näherte er sich der Mauerstadt Stohess. Zu ihrer Rechten murmelte der Fluss, und zu ihrer Linken ragte Sina in die Höhe wie eine massive Bergkette, in scharfe und wuchtige Form geschnitten von einer überirdischen Kraft.
Annie erinnerte sich an jenen Tag, an dem sie eine genauso eindrucksvolle Mauer zum ersten Mal erblickt hatte. Maria hatte wirklich wie ein Bauwerk aus der Hand eines Gottes gewirkt. Eigentlich kein Wunder also, dass die drei Wälle einen ganzen Kult hatten, der sich nur um sie drehte.
Der Ursprung der Mauern. Göttlich, wenn man die Priester dieses Landes fragte. Teuflisch, wenn man Marley fragte.
[style type="italic"]Keine Widerrede, wenn der Gründer spricht. Ich zeige dir das Wie. In alten Zeiten schufen wir schließlich Paläste.[/style][style type="normal"] So hatte die Stimme gesprochen, als Eren Jäger in Shiganshina die Kommando-Fähigkeit von der Leine gelassen hatte. [/style][style type="italic"]Als der Reck´ noch Stolz des Hauses war. Da ist kein Steinmetz, der mir reich´ das Wasser! [/style]
[style type="normal"]Bei der bloßen Erinnerung an die Stimme, die wild wie eine Sturmwolke über die Pfade in ihren Kopf gezogen war, stellten sich Annie die Nackenhärchen auf. Gleichsam dachte sie an die Ruinen ihres Heimatlandes, jenseits des Meeres. In den alten Zeiten von Eldia waren Titanen nicht nur lebende Waffen gewesen, sondern auch Bauarbeiter. Wandler waren nicht nur Krieger gewesen, sondern auch Architekten. Wie mochten die Trümmerfelder und verwitterten, halb in Sand und Schlamm begrabenen Ruinen in all ihrem Glanze ausgesehen haben? Die Mauern von Paradis waren letztlich nur Festungsanlagen. Pragmatisch geplant, praktisch gebaut. Keine Schnörkel, keine Bögen, keine Feinheiten. Kein künstlerischer Anspruch. Wie prachtvoll konnte etwas werden, wenn Muskelkraft und Körperhöhe keine Rolle spielten?[/style]
[style type="italic"]Hör auf[style type="normal"], dachte Annie, [/style]Hör auf, so zu denken! Die Titanisierung ist noch immer eine Strafe. Ob der Titan nun zum Zerstören oder Erschaffen genutzt wird, ändert nichts an der Wurzel.[style type="normal"] Beim Gedanken an prachtvolle Bauwerke, welche die Drei Mauern von Paradis sogar übertrafen, überkam sie ein Gefühl des Staunens und der Verehrung, und dies wiederum kitzelte ihr schlechtes Gewissen. [/style][/style]
[style type="normal"]„Und da ist sie." Offenbar hatte noch jemand anders die Aufmerksamkeit auf die Mauer gerichtet. [/style]„Die steinerne Jungfrau Sina. Die eine Schwester von Dreien, mit der unser lieber Berthi noch nicht seinen Spaß gehabt hat."
„Ymir!", rief Krista, die inzwischen eigentlich nicht mehr Krista genannt werden wollte, sondern Historia.
„Was denn?" Das Schandmaul tat natürlich unschuldig. „Ich sage nur, was ich denke. Unser Berthi erwies sich letztlich als ein weitaus größerer Stecher, als wir alle dachten. Umso tragischer eigentlich, dass er bei seiner wahren Angebeteten nie über das heimliche Anschmachten hinaus kam."
„Über das nicht so heimliche Anschmachten", verbesserte Connie lakonisch.
„Selbst er!", krähte Ymir sogleich. „Selbst er hats gemerkt!"
Annie spürte, wie sich ihre Eingeweide zusammenzogen. Der Stimmungswechsel tat weh, das ganze Thema tat weh. Mit einem entnervten Stöhnen suchte sie Zuflucht in dem erstbesten Versteck, das sich bot. Und zerrte an Armins Kundschafter-Umhang.
„A-Annie?" rief er erschrocken aus, als er nach hinten gezogen wurde. Armins Stimmchen tummelte sich schon wieder in einer Tonhöhe, in die eine männliche Stimme nach der Pubertät einfach nicht mehr gehörte.
„Schweig", grummelte sie, presste die Stirn an seinen Rücken und drückte den Stoff auf ihre Ohren.
„Was machst du?", hörte sie von Armin, nun nur noch gedämpft.
„Das Würdevollste, das mir im Augenblick möglich ist."
„Alles schaut her", wisperte er, und sie meinte, förmlich hören zu können, wie sein rundes Gesicht rot anlief. „Bitte lass meinen Umhang los."
Grimmelig tat sie, wie geheißen, und blickte nach hinten. Ymir holte bereits Luft. Doch ehe sie einen weiteren Spruch vom Stapel lassen konnte, erhob einer der Truppleiter die Stimme.
„Da ist RUHE im Glied!", blaffte Lauda von der Seite her. „Dies ist immer noch Titanen-Gebiet, will es nur gesagt haben!"
Ein vielstimmiges, reuevoll in die Länge gezogenes „Jawooohl" kam zur Antwort.
Der grimmelige Offizier warf Jean einen Blick zu. „Ist eigentlich dein Job, oder? Immerhin dein Trupp."
Jean zuckte zusammen. Seine Gesichtsfarbe schwankte zwischen käsigem Weiß und Schamesröte. „Ja-Jawohl!"
Annie fand es plötzlich nicht mehr so schlecht, sich mit Armin ein Pferd zu teilen. Immerhin riss er keine zotigen Witze. Sie zupfte seinen Umhang wieder ordentlich.
„Titanen-Gebiet, ja", kam es plötzlich von Armin, „Theoretisch."
„Hm?"
„Theoretisch ist das Rose-Territorium nun Titanen-Gebiet", hob er neu an, „doch wir treffen keinen Einzigen. Wir sind langsam unterwegs. Müssten wir nicht wenigstens ein paar Streuner sichten, die uns einholen?"
„Vielleicht Glück", versetzte sie trocken.
Armins Köpfchen arbeitete dennoch eifrig weiter. „Wie... wie viel Kraft oder Ressourcen kostet es den Feind, Titanen zu erschaffen?"
[style type="italic"]Gute Frage.[style type="normal"] Annie legte nachdenklich die Stirn in Fältchen. Die Injektion, welche einem Eldier gegeben werden musste, um die Verwandlung einzuleiten, war im Grunde nicht schwer zu beschaffen. Sie bestand schließlich nur aus Rückenmark-Flüssigkeit. In der Zeit vor der Infiltrierung von Paradis hatte Annie selbst spenden müssen, so wie jeder andere Wandler auch. Spätestens seitdem Zeke sich als Überflieger erwiesen hatte, der sogar Kontrolle über jene Titanen ausüben konnte, die dank seiner Flüssigkeit entstanden. Marley hatte spontan gehofft, auch die anderen Wandler könnten diese Fähigkeit zeigen, als wären sie eine Art Wunderkind-Generation.[/style][/style]
[style type="normal"]„Annie?"[/style]
[style type="normal"]Sie schüttelte den Kopf und vertrieb die unnütze Grübelei. „Es kostet ihn nicht viel. Vermutlich gehen ihm die Menschen eher aus als die Mittel, um die Verwandlung einzuleiten."[/style]
[style type="normal"]Armin nickte. „Die Evakuierung ist weit fortgeschritten. [/style]Könnte der Feind vielleicht ein echtes Loch in Rose reißen und gewöhnliche Titanen von der anderen Seite her reinlassen?"
„Nur, wenn er Karanese, Trost oder eine andere Mauerstadt stürmt", erwiderte sie bedächtig. „Die Mauern kannst du nicht nach Lust und Laune durchlöchern. Es muss an gewissen Punkten geschehen. Punkten, die dort liegen, wo die Tore eingelassen wurden."
„Weil sie... andernfalls Gefahr laufen, einen der Mauer-Titanen aufzustören?"
Annie war einen Moment lang verdutzt, dass Armin selbst diesen Faktor einbezog. „Ganz genau."
Er hatte sich der Mauer Sina zugewandt. „Es stecken also", sagte er mit langem Blick, „wirklich Titanen darin. Wahnsinn. Einfach Wahnsinn."
Es war ein so seltsames Ding, dass dieses Geheimnis plötzlich keines mehr war. Daran musste sie sich erst gewöhnen. „Hat dir Eren davon erzählt? Oder hast du die Notizbücher seines Vaters gelesen?"
„Eren hat es erzählt."
[style type="italic"]Verstehe. [/style][style type="normal"]Eren teilte sein Wissen natürlich freigiebig und ungeniert.[/style]
Armin drehte sich so weit um, wie es ihm möglich war, um sie ansehen zu können. Aus seinen Augen leuchtete Neugierde. „Gibt es solche Bauwerke auch dort, wo du herkommst? Nicht solche, in denen Titanen stecken, natürlich. Aber solche, die so riesig sind und von Titanen gebaut wurden?"
Sie hob eine Augenbraue. [style type="italic"]Gedankenleser?[/style][style type="normal"] „Gibt es, ja. Verwitterte Ruinen. Teufelsplätze, an die ein ehrbarer Bürger niemals gehen würde."[/style]
[style type="normal"]Er presste die Lippen aufeinander. Er verstand bereits. „Teufelsplätze", wiederholte er leise. „Um ehrlich zu sein... Obwohl ich weiß, wer sie gebaut hat, kann ich nicht anders, als sie mir schön vorzustellen und mich für sie zu begeistern. Es macht mir ein schlechtes Gewissen."[/style]
[style type="normal"]Sie schnaubte und ließ einige Momente verstreichen, ehe sie antwortete. „Es ist ehrlich von dir." Ihr Blick wanderte erneut die graue Steilwand empor.[/style]
[style type="normal"]„Das brennende Wasser", sagte Armin unvermittelt. „Die Felder aus Sand bis zum Horizont. Das Land aus Eis. Die See, so voller Salz, dass die Pfannen der Händler es nie erschöpfen können. Und nun noch diese Bauwerke. Das alles werde ich mir ansehen", erklärte er fest. „Sobald unsere Heimat sicher ist, zusammen mit Eren."[/style]
[style type="normal"]Sie riss die Augen auf. „Du willst nach Marley? Trotz der Menschen dort draußen, die andere Menschen hassen, einfach nur, weil sie als Eldier geboren wurden?"[/style]
[style type="normal"]„Die Welt ist größer als das", erwiderte er fest. „Außerdem: Wohin Eren geht, gehe auch ich. Überrascht dich das?"[/style]
[style type="normal"]„Nein, eigentlich nicht", gab sie säuerlich zu, „Du bist blöd genug gewesen, um wegen ihm in die Kundschafter-Legion einzutreten. Warum solltest du plötzlich klüger werden."[/style]
[style type="normal"]Er blickte sie über die Schulter hinweg an. Ein seltsames Lächeln umspielte seine Lippen. „Vielleicht sehen wir uns die Außenwelt eines Tages zusammen an. Die Ruinen, und auch alles andere?"[/style]
[style type="normal"]Sie hob die Hand, drückte mit den Fingerknöcheln gegen seine Wange und drehte seinen Kopf wieder nach vorn. „Behalte lieber den Weg im Auge, anstatt dir über dumme Dinge den Kopf zu zerbrechen. Außerdem", setzte sie nach, „werden sich unsere Wege trennen, sobald Eren den Widerstand erreicht hat. Es wird nicht mehr meine Sache sein, was er tut oder lässt. Denn ich werde mir meine Belohnung abholen, indem ich heim gehe und den Rest meines kurzen Lebens irgendwo verbringe, wo man mich in Frieden lässt."[/style]
[style type="italic"]Immerhin das. Immerhin diesen Wunsch will ich erfüllt haben.[style type="normal"] Nichts ging nach ihrem Willen, seit dem erfolgreichen Fang – nein, seit dem Eintreffen auf dieser Insel – nein, seitdem sie mit der Bürde eines Titanen geschlagen worden war – nein, seitdem sie auf der Welt war.[/style][/style]
[style type="italic"]Ich wollte nicht lernen, wie man kämpft. Ich wollte den Titan nicht. Ich wollte diese Mission nicht. Ich wollte nicht weitermachen, als Marcel verschlungen wurde. Ich wollte nicht hierhin zurück, nachdem Eren in Shiganshina die Wahrheit erfuhr.[/style]
[style type="normal"]Sie wollte nur noch den Frieden eines kampflosen Lebens. Immerhin das würde das Schicksal ihr zugestehen. Es musste. Denn das, nur das, wäre gerecht.[/style]
[style type="normal"][/style]
Als Stohess gegen Nachmittag in Sicht kam, lief ein Raunen durch die Reihen des Zuges. Die Mauerstadt erweckte den Eindruck, als stünde sie unter Belagerung.
Rund um das Tor, nein, an der gesamten Wölbung der Mauer hatte sich ein riesiges Lager aufgebaut: Der Rauch zahlloser Kochfeuer kräuselte sich in den Himmel, und bunte Zelte verwandelten das Gelände in ein unglaubliches Dickicht, in dem Menschen umherwimmelten wie Ameisen. Die ersten zwei, drei Reihen von Zelten hatte man noch ordentlich aufgestellt, doch danach hatte man wohl aufgegeben, wie ein überforderter Gärtner gegenüber einem rasend schnellen Wildwuchs, und Chaos war ins Kraut geschossen. Umgeben war dieses Wirrwarr von Vorwerken: Kutschen und Karren als bewegliche Hindernisse aufgestellt, die den Verteidigern zumindest ein wenig Höhenvorteil verschafften. Männer mit Schaufeln und Hacken hoben schwitzend und rotgesichtig Gräben und Löcher aus, die einen anstürmenden Titan aus dem Tritt bringen sollten. Der schwere Duft satter Erde lag in der Luft.
Sina selbst war von den Veränderungen nicht ausgeschlossen: Mindestens ein Dutzend Aufzüge glitten an der Mauer auf und ab, und die Krone war mit Kanonen bestückt.
Hanji richtete sich in den Steigbügeln auf.
Die Tore waren zu.
Stohess hatte vor dem Flüchtlingsstrom kapituliert.
Die Kundschafter sickerten durch die Lücken im ersten Absperrriegel, an den Kutschen vorbei. Einige der Fuhrwerke stammten nicht aus Militärbeständen, sondern mussten von Fahr-Unternehmen und anderen zivilen Einrichtungen requiriert worden sein. Annie erkannte auf der Kutsche, welche Hanji ansteuerte, das Symbol des Handelskartells Marleen. Ihr letzter Auftrag im Dienste des Mauerkönigs hatte sich um diese Händlerfamilie gedreht.
[style type="normal"]Hanji erreichte die Kutsche, auf deren Dach [/style]ein Soldat mit den Rosen der Mauergarnison saß. Er hockte dort wie ein Berg-Eremit aus einer Sage, und er zuckte zusammen, als er beim Namen gerufen wurde.
„Harald! Grüß dich."
„Hanji!" Der Angesprochene raffte sich auf die Füße. „Gleichfalls."
Die Abteilungsleiterin deutete in Richtung des Tores. „Wenn wir artig anklopfen, macht man uns doch wohl auf, oder?"
„Ne. Die machen so schnell nicht wieder auf", entgegnete der Mauersoldat trübsinnig, „Die haben Schiss, dass dann alles reinschwemmt. Also, die alle da." Er vollführte eine weite, raumgreifende Geste über die Zeltstadt hinweg.
„Und wie kommt man sonst rein?"
„Das sagen dir unsere edlen Polizisten." Harald deutete mit dem Daumen auf zwei Reiter, die sich näherten.
Marlo Freudenberg und Hitch Dreyse zockelten auf zwei Apfelschimmeln herbei. Sie trugen Manöver-Ausrüstung und Schwertscheiden, wie es sich bei Titanen-Gefahr gehörte. Gleichsam aber hatten sie sich auch Musketen auf den Rücken geschlungen. Marlo straffte im Näherkommen die Schultern, hob die Hand und rief schon von weitem: „Haaalt! Bereit machen zur Kontrolle!"
Annie war schlagartig bleich geworden. „Die zwei kennen mich", murmelte sie gerade laut genug, dass der Jean-Trupp sie hören konnte.
Hanji war zu weit vorn, handelte aber trotzdem, wohl aus schlichter Vorsicht heraus: Während sie ihr Pferd den beiden Polizei-Gefreiten entgegen trieb, wedelte sie wie beiläufig mit der Hand. Mit etwas Fantasie konnte man die Geste als das [style type="italic"]Haufen-Formation[/style][style type="normal"]-Kommando deuten, und die Mehrheit der Kundschafter interpretierte es auch genau so. Die Reiter drängten sich enger zusammen und bildeten ein Knäuel um jene Mitglieder des Zuges, die in Zivilistenkleidung unterwegs waren.[/style]
[style type="normal"]„Steig ab.", sagte Jean und sprang aus dem Sattel. Er bückte sich und fasste einen dicken Batzen lockerer Erde von einem der nahen Haufen, die im Zuge der Grabungsarbeiten aufgeworfen worden waren.[/style]
[style type="normal"]Annie tat wie geheißen, und dann sah sie ihn schon auf sich zu kommen. Sie riss die Augen auf. „In Ordnung! Ich verstehe, aber das mache ich sel-"[/style]
[style type="normal"]Er drückte ihr den Klumpen Matsch ins Gesicht. „So wird es überzeugender aussehen", versicherte er und rieb ihr im Gesicht herum, bis sie ihn [style type="italic"]entwaffnete[/style] und dabei fast sein Handgelenk verstauchte.[/style]
[style type="normal"]„Gute Idee", lobte Lauda von hinten. Jean, der sich das schmerzende Handgelenk rieb, rang sich ein Lächeln ab.[/style]
[style type="normal"]„Wenn dich jemand fragt, warum du so dreckig bist, dann hast du dich einfach ungeschickt angestellt und bist vom Pferd gefallen", schlug Sascha vor.[/style]
[style type="normal"]„Darauf wäre sie von allein nicht gekommen", versetzte Ymir.[/style]
[style type="normal"]Zwischen den Pferden hindurch konnte Annie sehen, wie Hanji sich Marlo genähert hatte und mit ihm sprach. So weit, so gut. Zu ihrer großer Überraschung aber war es Hitch, die scheinbar aus [/style][style type="normal"]Laune an dem Kundschafter-Zug entlangtrottete. Gleichmütig musterte ihre Stubenkameradin die Gesichter der abgekämpften Kundschafter. Neugierde flackerte hoch, als sie die in zivil gekleideten Reiter erkannte. Und die [/style]Pampe im Gesicht wirkte nicht.
[style type="italic"]Scheiße.[/style]
[style type="normal"]„Annie?", fragte Hitch in einem Tonfall, als begegneten sie einander zufällig auf dem Markt. [/style]
[style type="normal"]„Kennen wir uns?", fragte Anna von der Seite.[/style]
[style type="normal"]„Nicht du, sie." Hitch zeigte in Annies Richtung und machte Anstalten, aus dem Sattel zu springen. Inzwischen hatten sich bereits mehrere Reiter ins Blickfeld geschoben. Umso mehr erschrak diese, als Hitch sich plötzlich durch das Gewimmel drängelte, mit der Schulter ein Pferd beiseite schob und direkt vor ihr auftauchte. „Annie!"[/style]
[style type="normal"]„Bin ich nicht", versetzte sie barsch. „Du verwechselst mich."[/style]
[style type="normal"]Hitch ließ die fein gezupften Augenbrauen in die Höhe schnellen. „Häh?"[/style]
[style type="normal"]Glücklicherweise kam in diesem Moment der Ruf von Hanji: „Kundschafter, es geht weiter! Zur Mauer folgen!"[/style]
[style type="normal"]Annie kehrte ihrer Stubenkameradin den Rücken zu, ignorierte das nochmalige „Häh?" und kletterte wieder auf ihren Platz hinter Armin. Der Zug setzte sich in Bewegung und umfloss Hitch wie ein Bächlein einen kleinen Stein. Die junge Polizistin blieb reichlich verwirrt zurück.[/style]
[style type="normal"]„Oh weh", zischte Jean verdrossen, „Das fängt nicht gut an."[/style]
[style type="normal"]Von Marlo geführt, hielten sie auf einen Punkt am Fuß der Mauer zu, etwa hundert Meter vom verschlossenen Tor entfernt. Dort senkte sich gerade eine Aufzug-Plattform zu Boden.[/style]
[style type="italic"]Sie wollen das Tor wohl unter keinen Umständen öffnen müssen[style type="normal"], dachte Annie, [/style]Aus Sorge, dass es von einem aufgebrachten Mob gestürmt wird, sobald die Lage verzweifelter wird.[style type="normal"] Der Verkehr nach draußen wurde folglich über Aufzüge geregelt. Die Bedienungsmannschaften befanden sich somit hoch oben auf der Mauerkrone, in Sicherheit vor Titanen und Menschen gleichermaßen.[/style][/style]
[style type="normal"]„Absitzen", kommandierte Hanji, „Die Trupps Dirk und Jean fahren zuerst hoch. Die Übrigen lassen sich zeigen, wo unsere Pferde untergestellt werden können, und kommen dann nach. Wir lassen die Pferde fürs Erste auf dieser Seite der Mauer, für den Fall der Fälle."[/style]
[style type="normal"]Zu Annies Erleichterung erkannte Marlo sie nicht. Der Dreck im Gesicht verhinderte, dass er sie allzu genau anschaute. Vielleicht war auch Krista hilfreich, die umso genauer angeschaut wurde. Zu ihrem Entsetzen aber hatte Hitch aufgeholt.[/style]
[style type="normal"]„Marlo?", rief sie, während sie neben den Kundschaftern entlang stapfte, „Marlo! Wir dürfen doch Flüchtlinge nicht in die Stadt hinein lassen!"[/style]
[style type="normal"]Marlo war eindeutig verwirrt davon, dass Hitch über etwas Dienstliches redete. Er blinzelte sie an wie eine Eule, die ein Reh auf einen Baum klettern sah. „Ähm... Das hat alles seine Ordnung", erwiderte er und nickte in Hanjis Richtung, „Die Abteilungsleiterin sagt es so."[/style]
[style type="normal"]„Was du für Flüchtlinge hältst", erklärte Hanji, „sind nur einige meiner Leute ohne Uniform. Und eine zivile Augenzeugin, die wir vernehmen müssen. Alles in Butter."[/style]
[style type="normal"]Hitch war von dem Ganzen noch zu verwirrt, um wirklich schlagkräftig reagieren zu können. Sie schaute erneut zu Annie, deren Handeln sie nicht verstand, und versuchte augenscheinlich verzweifelt, irgendeinen Sinn in der Geschichte zu sehen.[/style]
[style type="normal"]Marlo verstand seinerseits Hitch nicht. „Die Abteilungsleiterin übernimmt die Verantwortung", sagte er, „Keine Sorge also."[/style]
[style type="normal"]„Aber wir haben Befehl...", klammerte sich Hitch an das einzig Fassbare, auch wenn sie gerade selbst nicht wußte, ob es richtig oder falsch war, sich den Dingen in den Weg zu stemmen. [/style]
[style type="normal"]„Ich werde alles mit euren Vorgesetzten klären", versicherte Hanji, und allmählich wurde unterschwellige Ungeduld hörbar. [/style]
[style type="normal"]In Hitchs Augen flammte etwas auf, das wohl eine Idee war. „In Ordnung! Aber das will ich sehen."[/style]
[style type="normal"]Und so stand die Polizistin mit auf der Plattform, während Marlo ihr verständnislos nachblickte und schließlich mittels einer gelben Flagge Zeichen nach oben gab. Energisch zwängte sie sich an Annies Seite. Ihre Miene war die eines Kindes, das bemerkt hatte, wie seine Freunde ein Spiel spielten und es nicht eingeladen worden war, mitzuspielen.[/style]
[style type="normal"]„Jetzt entkommst du mir nicht", erklärte sie, „Also: Was soll der Mist mit dem [style type="italic"]Bin ich nicht[/style]? Warum hast du Dreck im Gesicht? Und warum trägst du Männerklamotten?" Sie fasste in den Stoff des Hemdes und zog ein wenig daran. „Was für grobe Klamotten noch dazu! Ist das Pferdehaar?"[/style]
[style type="normal"]Annie wich dem Blick einfach aus, während ein leichter Ruck durch die Plattform ging und der Aufzug sich in Bewegung setzte. Sie schaute auf das Flüchtlingslager, das als bunter Flickenteppich am Fuß der Mauer zurückblieb. [/style]
[style type="normal"]„Du bist gemein", beschwerte sich Hitch, fast schon verletzt klingend.[/style]
[style type="normal"]Hanji mischte sich nun ein. „Anneliese, was möchte die junge Dame von dir?"[/style]
[style type="normal"]„Sie hält mich für jemanden", versetzte Annie stoisch, „der ich nicht bin."[/style]
[style type="italic"]Einfach auf Kurs bleiben. Es hilft alles nichts.[style type="normal"] [/style][/style]
[style type="normal"]„Ich bin doch nicht blöd!" brauste Hitch auf. „Wir haben dich alle vermisst, Mensch! Du bist einfach verschwunden. Wir dachten, irgendwelche Drogenverkäufer hätten dich wegen der Geschichte von Letztens zu fassen gekriegt oder so! Und nun tauchst du wieder auf und tust, als wärst du wer anders und würdest mich nicht kennen? Hast du dir den Kopf gestoßen oder so."[/style]
[style type="normal"]Annie bekam gerade noch Hitchs Handgelenke zu fassen, ehe ihre Stubenkameradin ihren Schädel auf Verletzungen abtasten konnte.[/style]
[style type="normal"]„Ich erkläre es wann anders", zischte sie, „Nicht jetzt!"[/style]
[style type="normal"]„Bist du eine Geisel?" Sie riss die Augen auf. „Oder wollen sie dich auf dem Schwarzmarkt verkaufen und schmuggeln dich deswegen rein!"[/style]
[style type="normal"]Dirk gab ein Hüsteln von sich. „Wenn das so wäre, wäre dies hier nicht der ideale Ort, um es laut anzusprechen."[/style]
[style type="normal"]Es war nur ein Scherz, doch die Worte ließen Hitch sichtlich zusammenzucken. Sie starrte plötzlich um sich, als wäre sie von Feinden umgeben.[/style]
[style type="normal"]„Fein", murmelte sie schließlich mit patzigem Unterton und interessierte sich kein bisschen mehr für den Ausweis, den Annie soeben aus ihrer Hosentasche holte. „Bist du eben nicht die, die du bist. Hab halt gedacht, du könntest vielleicht Hilfe brauchen."[/style]
[style type="normal"]„Ich erkläre es dir ein anderes Mal", versicherte Annie leise.[/style]
[style type="normal"]Hitch aber war eingeschnappt und schaute grimmig weg. „Spars dir. Von mir aus."[/style]
[style type="normal"]Die Polizistin kam nicht weiter mit: Oben auf der Mauerkrone stiegen die Kundschafter auf den Aufzug nach Innerhalb um, während Hitch wieder in den Außenbereich zurückfuhr. Von ranghöheren Militärpolizisten war indes keine Spur zu sehen.[/style]
[style type="normal"]„Hoffentlich hält sie die Klappe", murmelte Jean.[/style]
[style type="italic"]Unwahrscheinlich[style type="normal"], dachte Annie bei sich, sagte jedoch nichts. Wenn sie ehrlich war, glaubte sie ohnehin nicht, dass ihre Anwesenheit in Stohess geheim hätte bleiben können. Die Soldaten der Kundschafter-Legion hassten sie aus nachvollziehbaren Gründen, und Annie an die Militärpolizei zu verraten wäre ein zuverlässiger Weg vor Gericht und aufs Schafott.[/style][/style]
[style type="italic"]Doch warum soll mich das kümmern.[style type="normal"] Es war nicht ihre Angelegenheit, so sagte sich Annie. Hanji hatte diesen Weg eingeschlagen, und sie selbst spielte bloß mit. Keine Entscheidungsfreiheiten zu haben, konnte eigentlich auch ganz bequem sein. Zumindest konnte man sich herrlich in diese gedankliche Festung zurückziehen, wie eine Fünfjährige in eine Kissenburg. Nicht, dass Annie Leonhardt je Kissenburgen gebaut hatte. Anders als Mina, die selbst noch während der Grundausbildung Kissenburgen gebaut hatte.[/style][/style]
[style type="italic"]„Dies ist meine Burg, und du kommst hier nicht rein! Du bist ein Titan, Annie, versuch – was schaust du mich so an?"[/style]
[style type="normal"]Von hoch oben sah Stohess aus wie immer, zumindest auf den ersten Blick. Vor allem die Mitglieder des Jean-Trupps staunten angesichts der gewaltigen Mauerstadt. Das helle Pflaster ließ die Straßen in der Mittagssonne strahlen, und die Architektur der wohlhabenderen Stadtviertel war schlicht fremdartig in seiner Herrlichkeit. Doch der Schein trügte. Stohess war nun nicht mehr Teil des viel gepriesenen Inneren. Es waren weit weniger Kutschen als gewöhnlich unterwegs; zweifelsohne, weil zahlreiche Fuhrwerke zum Bau improvisierter Verteidigungsanlagen gebraucht wurden. Doch vermutlich hatten auch schon etliche Bürger aus der reicheren Schicht ihre Heime verlassen und waren weiter ins Innere von Mauer Sina gezogen. Diese Möglichkeit hatte selbstredend nicht jeder. Passierscheine ins Sina-Territorium waren eine heiß begehrte Ware, der man vor allem durch gute Kontakte oder viel Schmiergeld habhaft wurde.[/style]
[style type="italic"]Auf dem Markt scheint auch weniger los als sonst. Viel weniger.[style type="normal"] Wie hoch die Lebensmittelpreise inzwischen wohl schon gestiegen waren?[/style][/style]
[style type="normal"]Am Fuße der Mauer lärmte ein Pulk von Menschen, angeführt von wichtig aussehenden Männern in Roben. Der Chor aus kehligem Schreien verfluchte die Taten des Militärs als Ketzerei, wobei es sicherlich um das Aufstellen der Artillerie auf der Mauerkrone ging.[/style]
[style type="italic"][style type="normal"]„Mauerkult", bemerkte Hanji heiter. „Es gefällt ihnen nicht, wenn die Mauern in irgendeiner Weise [/style]besudelt[style type="normal"] werden, wie sie es nennen. Schon das Aufstellen einer einzigen Kanone sorgt bei ihnen für Aufruhr." [/style][/style]
[style type="normal"]„Haben wir mitbekommen", sagte Mikasa. „Sie waren auch bei der Gerichtsverhandlung anwesend." Ihre Stimme war fest und ruhig, doch sie ballte ihre Fäuste, sodass die Fingerknöchel weiß wurden.[/style]
[style type="normal"]Armin kniff ein wenig die Augen zusammen. „Ist der Mann mit den goldenen Ketten dort, der in der dunklen Robe, nicht sogar der Gleiche wie der Kerl im Gericht?"[/style]
[style type="normal"]„Korrekt", machte Hanji, „Gut beobachtet." [/style]
[style type="normal"]Eren fluchte leise. „Der kennt mich..."[/style]
[style type="normal"]„Hinter mich!" Jean zerrte Eren weg vom Geländer der Plattform. „Abschirmen, alle! Diesmal verhindern wir aber wirklich, dass jemand erkannt wird."[/style]
[style type="normal"]„Wir haben keinen Dreck hier oben", beklagte Connie mit schiefem Lächeln, während er sich auf Zehenspitzen stellte und versuchte, Eren auf diese Weise effektiv zu verdecken.[/style]
[style type="normal"]„Es war eine Schnellschuss-Idee, Trottel", zischte Jean, „Immerhin hatte ich eine!"[/style]
[style type="normal"]Der Aufzug erreichte festen Boden, und Hanji war die Erste, die ausstieg. Sie winkte ihren Leuten, sich in Bewegung zu setzen, und spazierte selbst direkt auf die lärmende Menschenmenge zu, die bei ihrem Anblick nur umso lauter schrie. Zum Erstaunen und Erschrecken aller hüpfte Hanji plötzlich auf den Mann mit den goldenen Ketten und der dunklen Robe zu, packte dessen Handgelenke und grinste, wie sie es sonst nur in Gegenwart erforschbarer Titanen tat. [/style]
[style type="normal"]„Pastor!", rief sie aus, „Maria-Rose-Sina! Ich hatte eine Katharsis! Die Mauern allein wissen, wie oft ich schon den Tod im Nacken spürte, doch nun wars besonders schlimm! Und ich kam zur Erleuchtung, Pastor, die Binde wurde mir von den Augen gerissen und nun kann ich sehen, sehen, sehen!"[/style]
[style type="normal"]Der Prediger, den sie sich zum Ziel erkoren hatte, war zu überrumpelt, um gescheit zu antworten. Er stammelte lediglich eine Reihe von Lauten, die möglicherweise „Wirklich?" bedeuten sollten.[/style]
[style type="normal"]„Ich brauche eine Beichte, Pastor!", fuhr Hanji fort, „Besser, eine Predigt. Noch besser, eine schöne, lange Unterhaltung! Ich habe Fragen. Fragen, Pastor, und ich brauche Antworten."[/style]
[style type="normal"]Annie hörte die schrille Stimme der Abteilungsleiterin, und ihr war, als wäre nicht alles an diesem Auftritt gespielt.[/style]
[style type="normal"]An den lärmenden Kultisten vorbei marschierten sie, gänzlich unbeachtet, und tauchten ein in die Straßen von Stohess. [/style]

~ ~ ~

Reiner vermied es, zu dem Manövergerät zu sehen. Es lag wie eine Art Dekoration mitten auf dem riesigen Tisch, an dem vor kurzem sicher noch die Ratsherren von Silberfurt getagt hatten. Berthold hatte sich mit dem Rücken zur Fensterfront gesetzt und Zeke hatte aus Selbstverständlichkeit das Kopfende beansprucht, so war für Reiner nur die Seite mit Blick nach draußen geblieben.
Und dort draußen waren Titanen. Ein halbes Dutzend der Zehn-Meter-Klasse stand auf dem Hof vor dem Rathaus Spalier, und gekrönt wurde der Anblick von jener jüngst erschaffenen Kreatur, die noch höher aufragte.
Reiner hatte als Gepanzerter Titan auf dem Platz gestanden, als Zeke der jungen Frau das Serum in den Nacken injiziert hatte. Dann hatte er sich geräuspert und ihr etwas ins Ohr geflüstert. Die Frau war zusammengezuckt, als ein Blitz durch ihren Körper fuhr. Kurz darauf hatte er dort gestanden, der größte Geistlose, den Reiner je gesehen hatte. Der Gepanzerte hatte den Kopf in den Nacken legen müssen, um das Gesicht des Titanen sehen zu können. Zwanzig Meter? Fünfundzwanzig? In seine seltsam entgleisten Gesichtszüge war der Ausdruck milder Überraschung gemeißelt.
„Seht ihr!" Zeke deutete in wuchtiger Geste auf den Titan. „Seht ihr, wie selbst ein schwaches Mädchen zu wahrer Größe und Stärke kommen kann? Dies ist die Gabe, die Gabe des Königs von jenseits der Mauern!"
Die Zuschauer, ein etwa vier Dutzend umfassender Haufen, raunten miteinander. Sie waren als verstreute Grüppchen herbei geströmt.
[style type="italic"]Verzweifelte Irre, [/style][style type="normal"]das war ihm durch den Kopf gegangen, während er dort gestanden hatte, breitbeinig und breitschultrig, die Arme verschränkt wie der stolze Krieger in mattgoldener Rüstung, den er verkörpern musste. [/style][style type="italic"]Der Mensch ist zu wahrlich beeindruckendem Irrsinn fähig, wenn er nur verzweifelt genug ist.[/style][style type="normal"] Es hatte doch wirklich Menschen gegeben, welche sich den Titanen freiwillig ausgeliefert hatten, in einer Art letzter Hoffnung. Und diese Hoffnung war irgendwie sogar erhört worden, denn Zeke hatte diese Leute gefunden und vor den grapschenden Händen seiner Titanen bewahrt. [/style]
[style type="normal"]Um ihnen die Mär vom Titanenkönig und der Gabe aufzubinden. Und er hatte Spaß daran gehabt, ihnen diese Geschichte zu erzählen, von der Großartigkeit und Pracht eines Königreiches, dem sie angehören könnten, wenn sie denn wollten.[/style]
„Kann sie denn auch wieder zurück?" Ein älterer Mann war furchtsam vorgetreten. „Ich meine, so wie Ihr auch?"
Zeke hatte genickt. „Sicher kann sie. Sobald sie sich gut genug an ihre neue Form gewöhnt hat, kann sie auch wieder zurückkehren. Sofern sie denn will, natürlich." Er hatte gegrinst, und unsicher und ängstlich hatten die Leute zurückgelächelt. Zumindest die Meisten.
„Die Gabe macht stark", hatte Zeke gesagt, „Die Gabe ist großzügig, denn sie macht gleich! Ob Mann oder Frau, ob alt oder jung, ein Jeder findet Macht und Kraft, wenn er sie empfängt. Der König der Außenwelt gewährt den wahrhaft Gläubigen diese Gabe, den wahrhaft Mutigen und Jenen, denen in dieser kleinen, beengten Welt niemals das wiederfuhr, was sie verdienten!"
Sie hatten ihm geglaubt. Weil sie glauben wollten, was er sagte. Weil sie mussten. Ein Mann mit einer Schmiedeschürze hatte einen kleinen Hammer in die Luft gereckt. „Ja! Und diese Geldsäcke von Mauer Sina bekommen nun auch, was sie verdienen!"
Hier und dort waren Rufe der Zustimmung laut geworden. Erst zögerlich, dann waren Leute mutiger geworden, deren Nebenmann mitgeschrien hatte. Dann hatten deren Nachbarn auch mitgemacht.
Ja, Zeke hatte seinen Spaß gehabt.

Nun saßen die drei Wandler im Ratsherrensaal.
Von seinem Platz aus konnte Reiner aus dem Fenster auf den Hof hinausschauen, wo der soeben erschaffene Titan stand wie eine Art Leibgarde, zusammen mit einer Handvoll weiterer Artgenossen. Die schwere Wolkendecke hatte ihre Schleusen geöffnet. Es regnete in schweren Güssen auf die Riesenleiber nieder, und sanfte Schlieren von Dampf stiegen von ihnen auf. Irgendwo in der Ferne kündigte dunkles Grollen ein Sommergewitter an.
„Was ist?" Zeke musste Reiners missmutige Miene aufgefallen sein. „Macht dich das Wetter nervös?"
Reiner verzog nur säuerlich das Gesicht.
„Hm." Zeke verstand natürlich schnell. „Fünf Jahre in diesem belagerten Lande können so etwas bewirken, schätze ich." Er verbarg seine Verachtung mit höflichen Worten, nicht jedoch mit seiner geringschätzigen Miene. „Ihr werdet euch wieder daran gewöhnen."[style type="normal"] Er hatte bereits wieder seinen Lesestoff hervorgeholt, ein Büchlein, von dem der aromatische Duft nach Pfefferminz und Holzkohle ausging.[/style]
[style type="normal"]Der Kriegsherr hatte Berthold und Reiner über die letzten Tage unter strenger Beobachtung gehalten. Er hatte ihnen Anweisungen erteilt, sie jedoch höchstens zum Wachestehen eingesetzt, oder so wie vorhin zum Beeindrucken der Fanatiker. Befragt hatte er sie, jedoch nur grob und oberflächlich. Und selbst erzählt hatte er überhaupt nichts. Vermutlich stufte er die jüngeren Krieger nach Annies Desertation nicht als allzu vertrauenserweckend ein. [/style]
[style type="normal"]Reiner erwartete nicht, dass sich daran etwas geändert hatte, als Berthold nun das Wort ergriff.[/style]
[style type="normal"]„Kriegsherr Jäger", hob er formell an, „Wie... wie geht es in der Heimat zu?"[/style]
[style type="normal"]Zeke blätterte eine Seite um. Kurz schien es, als wolle er Berthold gar nicht zur Kenntnis nehmen, doch dann hob Zeke den Kopf.[/style]
[style type="normal"]„Na, zum Besten steht es nicht", versetzte er trocken. „[/style]Marley reitet derzeit den Tiger, wie man so schön sagt. Da will man nicht auf dem Bauch landen, ihr versteht?"
Ein schmales Lächeln flackerte über seine Züge, während er in verständnislose Mienen blickte, sich aufsetzte. „Das glorreiche Vaterland", sprach er in milder Ironie, „hat sich in seiner nicht enden wollenden Weisheit die halbe Welt untertan gemacht. Und stellt ja nicht erst seit gestern fest, dass annektierte und eroberte Länder damit nicht immer einverstanden sind. Die Geschichte mit der Kolonisierung der Thunitischen Halbinsel hat uns auch nicht gerade gestärkt, sondern bloß aufgebläht, doch nun ja: Rohstoffe – Rohstoffe – Rohstoffe." Er klopfte dreimal mit der Faust in die offene Hand. „Öl, Gas, Eisenerz. Gäbe es unter den Wandlern einen Grabenden Titan, dann wäre er inzwischen längst zum Schürfen eingesetzt. Dazu kann euch Pieck mehr erzählen, wenn sie wieder da ist."
[style type="normal"]Berthold derweil blickte leidend drein. „Nun, das war ni-"[/style]
[style type="normal"]„Die Separatisten-Fraktion wünscht eine umfassendere Aufstückelung der Gebiete in so etwas wie Provinzen, und die Royalisten sind natürlich auf ihrer Seite; zweifelsohne hoffen sie auf einen schönen großen Stuhl als Statthalter, wenn die Kuchenstückchen verteilt werden sollten. Die Freiheitler in den frisch gewonnenen Gebieten wünschen komplett die Abspaltung, was keinen verwundert, aber natürlich lachhaft ist. Dem Wirtschaftsministerium sitzen die Handels-Kartelle im Nacken, weil die versprochenen Schifffahrtsrouten nicht so sicher sind, wie man sich das wünscht, und sie wollen militärischen Geleitschutz. Tenor lautet so: [style type="italic"]Wir zahlen Steuern fürs Militär, also wollen wir auch Konvois![/style] Und so hat die Armee nicht nur neue Gebiete zu verteidigen, nein, wir bewachen auch noch [style type="italic"]Wasserstraßen[/style]. Nun hilft Marleys Allzweckwaffe, so leicht zu haben sie auch sein mag, auf dem schönen blauen Meer wenig, also braucht es mehr Schiffe, und die sind besser nicht aus Holz, sondern aus Metall. Eisen, Stahl, wir brauchen schon wieder Erz?[/style]
[style type="normal"]Soviel zur Innenpolitik."[/style]
[style type="normal"]Reiner schloss die Augen. [/style]
[style type="normal"]„Unsere Nachbarn sind derweil auch nicht untätig. [/style]Vor allem im Mittleren Osten rüsten sie, als gäbe es kein Morgen mehr. Und noch schlimmer, allmählich wird man sich sogar einig dort! Bis vor kurzem konnte die Mittelöstliche Allianz vor lauter Streiterei den eigenen Hintern nicht finden, geschweige denn eine gemeinsame Linie in der Außenpolitik. Doch inzwischen reißen sie sich zusammen, wie es scheint. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis irgendwer auf dumme Gedanken kommt und seine Armee zu einem Freundschaftsbesuch vorbeischickt, Titanen hin oder her. Noch kann es niemand wirklich mit uns aufnehmen, doch wie lang bleibt das noch so? Das Militärkabinett würde es jedenfalls lieber sehen, wenn Marley zum Präventivschlag ansetzt und die kleinen Fische geschluckt werden, ehe sie sich zusammentun und über uns herfallen wie Piranhas."
Er betrachtete die verstörten Gesichter Reiners und Bertholds. Dann lachte er.
„Ihr zwei! Versteht kein Wort von dem, was ich sage? Tja! Kurz gesagt: Marley wird sich in Kürze in eine weitere Reihe von Kriegen stürzen. Und dabei wird der Gründer-Titan unverzichtbar sein. Daher sah man sich daheim gezwungen, nachzulegen. Nun sind wir also hier, wir alle." Seine Miene nahm einen grimmigen Zug an. „So ist die Lage. Beantwortet dies eure Fragen?"
Reiner verstand die Schelte, auch wenn sie umständlich formuliert war. Der Kriegsherr winkte mit dem Zaunpfahl: Marley wollte Resultate sehen, dringend. Jedes Problem würde mit Macht gelöst werden, mit Kraft und Unterwerfung. Und diese Macht würde vom Gründer-Titan kommen.
[style type="normal"]Reiner nickte zögerlich. „Verstanden", erwiderte er matt.[/style]
[style type="normal"]Von Berthold erwartete er das übliche Schweigen. Zu seiner Überraschung aber fragte sein Kamerad: „Und abseits davon?"[/style]
[style type="italic"][style type="normal"]Zeke hatte natürlich von Anfang an gewusst, dass sich Berthold nicht um die Politik kümmerte. Kaum ein Wandler der Neuen Generation stand aus Vaterlandsliebe im Dienste Marleys, wenn man [/style][style type="normal"]es recht bedachte. Und zu Reiners Überraschung verließ Zeke seine spöttelnde Haltung. Er wurde [/style][style type="normal"]ernster, gesetzter und fast schon freundlich.[/style][/style]
[style type="normal"]„Ehe wir aufbrachen, haben Pieck und ich deinen Vater noch besucht. Es geht ihm gut, den Umständen entsprechend. Die Fäulnis saß wohl von Anfang an zu tief, leider... doch mit den neuen Medikamenten lässt sie sich wohl im Zaum halten. Gepriesen seie die Weisheit der Isketanier, wahrlich. Auch wenn wir nicht wegen ihrer wohlsortierten Bibliotheken unsere Flagge in ihre Muttererde gesetzt haben. Ein schöner Bonus, durchaus."[/style]
[style type="normal"]Berthold nickte, unglücklich und doch dankbar. [/style]
[style type="normal"]„Die Chancen stehen gut, dass ihr euch lebend wiederseht", fügte Zeke hinzu, ehe er sich an Reiner wandte. „Bei dir, Reiner, ist die Lage in Butter. Noch mehr Cousins und Cousinen."[/style]
[style type="normal"]Er horchte auf. Ein Lächeln zog an seinen Mundwinkeln, und Wärme schwappte durch seine Brust. „Wirklich?"[/style]
[style type="normal"]„Es ist ziemlich laut bei euch daheim, ja." Zeke musterte die beiden jüngeren Kameraden einen Moment lang. „Nun, zurück zum Geschäft. Dieses Ding dort." Er deutete mit einem Kopfnicken auf das Manövergerät. „Eine Anti-Titanen-Waffe, ja?"[/style]
[style type="normal"]„Ein Fortbewegungsmittel", erwiderte Reiner, „Für den Nahkampf."[/style]
[style type="normal"]„Donnerwetter." Zeke lachte leicht. „Andere Nationen bauen größere Kanonen. Hier dagegen schmieden sie Schwerter und katapultieren sich durch die Lüfte. - Ein ganzer Militärzweig verwendet sie?"[/style]
[style type="normal"]„Theoretisch sollte jeder einzelne Soldat in der Lage dazu sein", legte Reiner dar. „In der Ausbildung liegt der Schwerpunkt auf dem Manövergerät. Damit nicht umgehen zu können, bedeutet häufig sogar die Ausmusterung."[/style]
[style type="normal"]„Verstehe."[/style]
[style type="normal"]„Jene, die das Manövergerät am besten beherrschen... sind jedoch die Soldaten der Kundschafter-Legion. Sie sind die Einzigen, die sich vor die Mauern wagen."[/style]
[style type="normal"]Zeke grinste, das Kinn auf die gefalteten Hände gestützt. „Sie sind also auch die Einzigen, mit denen wir rechnen sollten, wenn es Schneide auf Kante geht?"[/style]
[style type="normal"]Reiner dachte an die Mauergarnison und die Militärpolizei. „Die gemeinen Soldaten sind Maurer und Ingenieure, höchstens stark als Kanoniere. Die Elite setzt Recht und Ordnung im Herzen des Landes durch und hat noch nie einen Titanen von Nahem gesehen."[/style]
[style type="normal"]„Also nur die Kundschafter. Die Soldaten, denen sich Annielein so unbedacht anschloss. Und... deren Einheit ihr beide unterwandert hattet, um eurem sogenannten Wächter-Titan auf der Spur zu bleiben?"[/style]
[style type="normal"]Reiner presste kurz die Lippen aufeinander. „Jawohl."[/style]
[style type="normal"]Zeke tat, als habe er das Zögern nicht bemerkt. „Ihr Anführer", führte er das Thema weiter, „muss wohl ein wagemutiger Kerl sein, um an die Spitze dieser Einheit zu passen. Ein Mann, der vermutlich nicht lang fackeln wird, seine Streitkraft in Bewegung zu setzen, sobald seine Leute ihn ins Bild gesetzt haben?"[/style]
[style type="normal"]„Erwin Smith ist ein Mann voller Überraschungen", entgegnete Berthold langsam, die Arme vor der Brust verschränkt. „Er plant weit im Voraus." [/style]
[style type="normal"]„Oh ja", fügte Reiner hinzu, „Das Erscheinen des Wächter-Titanen allein gab ihm alle Hinweise, die er brauchte, um den Feind als Wandler zu erkennen. Er wußte nicht um das [style type="italic"]Wer,[/style] doch er wußte um das [style type="italic"]Was[/style]. Und für einen Menschen, der gerade erst von der bloßen Existenz der Wandler erfuhr, ist das beachtlich."[/style]
[style type="normal"]Einen Moment lang gingen Reiner auch die Gesichter Marcos und Armins durch den Kopf, doch er verdrängte sie rasch wieder.[/style]
[style type="normal"]„Ein schlauer Fuchs also." Zeke nickte bedächtig. „Geschickt im Angriff, nehme ich an?"[/style]
[style type="normal"]„Ein Anführer, der weiß, wie er seine Leute am Leben erhält", bemerkte Reiner und setzte sich aufrechter hin. „Ich würde nicht sagen, dass er ein aggressiver Planer wäre. Ein Entschlossener, ja, doch seine Formation auf der letzten Expedition war nicht zum Angriff gedacht, sondern zur Vermeidung von Kampf. Es war ein Ausweichen."[/style]
[style type="normal"]„So?" Zeke lächelte wie ein Professor, der sich eine freundliche Debatte mit einem Studenten lieferte, und lehnte sich zurück. „Ausgerechnet ein Mann, der eine Einheit namens [style type="italic"]Kundschafter-[/style][style type="italic"]Legion[/style] anführt, hat die Züge eines Verteidigers?"[/style]
[style type="normal"]Reiner behielt seine leicht vorgebeugte Körperhaltung bei, die Arme auf der Tischplatte abgelegt. Ihm lag ein weiteres Argument auf der Zunge.[/style]
[style type="italic"]Die letzte Expedition endete im Wald der Riesenbäume, einem Ort wie einer Festung. Erwin Smith hat den Weiblichen Titan dort hinein- und in eine Falle gelockt.[/style]
[style type="normal"]Doch er senkte schließlich den Blick und behielt diese Meinung für sich.[/style]
[style type="normal"]Als nichts kam, ergriff Berthold wieder das Wort. Er hob sogar die Hand, wie in einer Vorlesung. „Was unternehmen wir nun?", wechselte er das Thema. „Wenden wir uns einer Stadt zu, die in Rose liegt, und öffnen die Mauer wirklich?"[/style]
[style type="normal"]„Tun wir nicht", erwiderte Zeke nüchtern, „Wir lassen keine wilden Titanen in dieses Territorium hinein. Ich empfinde es als sehr gemütlich, nicht auf diese unkontrollierbaren Geschöpfe achten zu müssen. Nein, ich möchte gern taktisch sein und die Gelegenheit genießen, zur Abwechslung in die Rolle des Verteidigers zu schlüpfen." [/style]
[style type="normal"]Die beiden jüngeren Krieger nickten verhalten.[/style]
[style type="normal"]Reiner hob die Hand. „Mit Verlaub, wollen wir wirklich warten und dem Feind den nächsten Schritt überlassen? Was, wenn Eren Jäger die Zeit nutzt und die Kommando-Fähigkeit meistert?"[/style]
[style type="normal"]„Das wird nicht geschehen." Zeke sprach mit vollendeter Gelassenheit. „Die Kommando-Fähigkeit ist in Eren Jägers Händen nutzlos. Sie ist eine sehr spezielle Geschichte, müsst ihr wissen. In der Wissenschaft der Titanen geht es stets um Blut und Abstammung, und dies gilt doppelt für den Gründer-Titan. Von daher... fürchtet euch nicht."[/style]
[style type="normal"]Reiner verzog sekundenkurz das Gesicht. [style type="italic"]Nutzlos. Nun... soviel dazu.[/style] Annie hatte felsenfest behauptet, Eren Jäger würde den Tisch umwerfen, auf dem das große Spiel gespielt wurde, wenn er nur den Widerstand erreichen könnte. [style type="italic"]Da hat sie sich wohl geirrt. Auch wenn es schwer vorstellbar ist, dass sie so einfach eingeknickt sein soll.[/style] [/style]
[style type="normal"]Berthold musste einem ähnlichen Gedankengang gefolgt sein.[/style]
„Was... was wird mit den Wandlern, die im Augenblick gegen uns sind?"
Zeke verstand sofort.„Was Annie betrifft, wird sich zeigen müssen, was wird. Wollen wir hoffen, dass sie nur verwirrt ist. Kommt sie wieder zur Besinnung, lasse ich Fünfe gerade sein."
Berthold unterdrückte einen Stoßseufzer.
„Ihr habt euch in ein echtes Sumpfgebiet von Schlamassel manövriert", merkte Zeke an.
„Das kann man wohl so sehen, ja..." Berthold fasste sich wieder, verbarg das aufkommende Lächeln der Erleichterung. „Und die anderen?"
„Das Kiefer-Mädchen?" Einen Moment lang schwieg Zeke, dann zuckte er mit den Schultern. „Wir werden sehen."
„Und Eren?"
„Er wird ihn abgeben müssen." So einfach. So sachlich.
[style type="normal"]„Gut." Berthold nickte. „Gut."[/style]
[style type="normal"]Reiner warf ihm einen langen Seitenblick zu. War sich nicht sicher, was er im Profil seines Kameraden aufflackern sah. Was auch immer es war, beunruhigte ihn unerwartet stark. Oder bildete er sich das Flackern nur ein? Zeke zumindest schien nichts bemerkt zu haben. Er nahm einen vorigen Faden wieder auf.[/style]
[style type="normal"]„Wie gesagt: Ich möchte den Feind zu uns kommen lassen. Ich bin sicher, dass es nicht lang dauern wird, bis die Mauerteufel in die Offensive gehen. Auch ohne ein echtes Loch in Mauer Rose werden wir wohl in der Lage sein, ihnen vorzugaukeln, das ganze Territorium wäre voller Titanen, und eher früher als später werden sie handeln müssen. In jedem Falle können sie uns nicht einfach ignorieren. Und um sie angemessen zu empfangen, braucht es eine Festung. Berthold, gehe bitte zu unseren neuen Freunden und bring mir Leute, die das Gelände kennen."[/style]
[style type="normal"]„Jawohl." Berthold schob knarzend den Stuhl zurück, erhob sich und marschierte Richtung Tür. Ehe er den Raum verließ, fügte Zeke noch hinzu:[/style]
[style type="normal"]„Erkundige dich auch nach Orten mit großen Steinbrüchen und Sägewerken."[/style]
[style type="normal"][/style]
[style type="normal"][/style]