1. Sonnenuntergang (Tag 78)
Ich habe die Höhle gefunden. Doch das Rätsel, wie man sie öffnet, will sich mir noch nicht erschließen. Als ich eine Hand an die Tür legte, erscholl in meinem Kopf eine überirdische weibliche Stimme und sagte: "Das Tor ist verschlossen und wird sich nicht öffnen." Sie erinnerte mich an diesen Traum - ich hatte ihn fast vergessen, über all die Alpträume, doch auf dem Schiff nach Morrowind, da hat diese Stimme im Traum zu mir geredet... wenn ich mich besser erinnern könnte, vielleicht war da ein Hinweis? Oder ist mit dem Stern mein Sternzeichen gemeint - das fanden alle so wichtig, selbst der Kaiser hatte es erwähnt. Aber wie könnte mein Sternzeichen mir helfen, die Tür zu öffnen...
Nein, nein... es war alles viel weniger kompliziert - ich musste lediglich das Sternsymbol an der Tür berühren, wenn es dämmert - ich wäre eher draufgekommen, hätte ich nicht zuerst gedacht, ich hätte schon beim ersten Mal den Stern berührt - war wohl doch knapp darunter... Nun wird sich zeigen, was dieser Ort für mich bereithält - oder sollte ich sagen, was die Daedra der Dämmerung für mich bereithält...?
Was auch immer es ist, ich spüre, dass sich hier etwas entscheiden wird - oder ich bin von all dem Gerede über Schicksal und der Anspannung nur überempfindsam geworden, wer kann das schon sagen?
Es... ich kann selbst auf dem Papier keine Worte dafür finden... ich hatte ja fast angefangen, an die Prophezeiung zu glauben... aber doch nur fast (oder zumindest nur fast daran, dass ICH es sein könnte)... Nun, kurz und gut: ich BIN der Richtige. Nerevar wiedergeboren. Der Nerevarine, von der Fürstin des Zwielichts persönlich beauftragt, Morrowind zu retten. Der Ring, Mond-und-Stern... es gibt ihn wirklich und ich trage ihn nun. Azura hat zu mir gesprochen, ich habe... Visionen gesehen von dem, was ich tun muss - vielleicht von dem, was ich tun werde... auch wenn ich nicht weiß, was daraus machen.
Ich weiß nur, dass ich nun eine Pflicht habe, die so groß ist, wie keine zuvor, die ich hatte - das ist nicht mehr ein Kaiser, der etwas von mir will, das ist Schicksal. Wenn ich nur wüsste, wie man anfängt. Aber wenn ich es in einem früheren Leben schon einmal geschafft habe, die Unvereinbaren zu vereinen, wer weiß? ...auch wenn es gut zu wissen wäre, WIE Nerevar/ich/? das gemacht hat.
Die Geister der gescheiterten Fleischgewordenen sind mir ebenfalls erschienen. Sie erzählten mir ihre Geschichten - ich weiß noch immer nicht, ob sie nun alle tatsächlich Nerevar in neuer Form waren, und sich nur nicht beweisen konnten, aber ich glaube. Denn eine von ihnen sagte, sie hätte von ihrem möglichen Schicksal als Lebende nicht einmal geahnt.
Sie alle schenkten mir ihre Habseligkeiten, ich konnte nicht alle Geschenke annehmen, so viele waren es - und ich hätte sie gerne genommen, die Geste scheint so... stark.
2. Sonnenuntergang (Tag 79)
Sul-Martuul hat mich als Nerevarine und Kriegsherren ausgerufen, nachdem er mir erklärt hat, welche Pflichten das bedeutet.
Doch die anderen Stämme zu überzeugen, wird schwer werden. Und um die Häuser zu überzeugen, muss ich sie überzeugen, mir statt dem Tempel ihr Ohr zu leihen - ich hoffe, ich werde die richtigen Worte finden - und die richtigen Taten.
3. Sonnenuntergang (Tag 80)
Ich werde, wie auch Sul-Matuul geraten hat, meine Überzeugungsversuche in Haus Redoran beginnen. Ich bin Mitglied, das wird es hoffentlich leichter machen - oder schwerer, weil die Anderen erwarten, dass ich mich füge. Es bleibt zu sehen, wie weit Serjo Athyn Sarethis Gewogenheit reicht - und ob er einem Zeichen der Legenden folgen wird, wo der Tempel noch immer am Beschwichtigen ist und den Nerevarine-Kult verfolgt. Aber die Zeit drängt, gestern Nacht, als ich in Cosades' Haus schlief, hat einer dieser gesichtslosen Dagoth-Anhänger einen Weg ins Haus gefunden. Ein Glück habe ich einen leichten Schlaf, sonst wäre ich jetzt etwas toter.
Athyn Sarethi hat meine Geschichte angehört und sich bereiterklärt, mich als Hortator anzuerkennen, da er sich mir ob Varvurs Rettung verpflichtet fühlt - die Tatsache, dass ich der Nerevarine bin, hat er dabei mit keinem Wort kommentiert. Vermutlich das Diplomatischste, was er tun konnte. Er will auch bei den anderen Ratsherren ein Wort für mich einlegen. Doch wie ich vermutete auch er, dass Bolvyn Venim niemals zustimmen wird. Es läuft alles auf ein Duell zwischen uns hinaus. Und so, wie Athyn Sarethi klang, wird es vermutlich mit dem Tod enden.
Durch Athyn Sarethis Fürsprache habe ich nun die Stimmen aller Ratsherren außer Bolvyn Venim. Miner Arobar hat sich bei mir sogar dafür entschuldigt, mich anfangs für einen kaiserlichen Spion gehalten zu haben. Ich hoffe wirklich, dem Kaiser ist es ernst damit, dass er nur will, dass ich der Prophezeiung folge. Doch selbst wenn er doch glaubt, am Ende meine Position gegen Morrowind nutzen zu können, liegt meine Loyalität nun hier. Das Schicksal und die Verantwortung, die mir in Morrowind obliegen, sind älter als das Kaiserreich.
Es gilt nun, zum Vorsitzenden Venim zu gehen - und höchst wahrscheinlich, ihn herauszufordern. Ich werde mit Vorsicht handeln, ich kenne meine Stärken - doch Venim ist nicht umsonst Rastvorsitzender des Hauses Redoran - und wenn seine Gerechtigkeit zweifelhaft ist, so ist doch seine Fähigkeit als Krieger allgemein hochangesehen.
Wie zu erwarten hat Venim mich als einen Betrüger bezeichnet und zum Kampf auf Leben und Tod in der Arena von Vivec herausgefordert. Morgen findet das Duell statt.
4. Sonnenuntergang
Es ist so weit, mein Kampf gegen Bolvyn Venim steht bevor.
Bolvyn Venim ist tot. Ich habe gesiegt. Er hatte auf einen Kampf auf Leben und Tod bestanden, also war das, wie es sein musste. Athyn Sarethi hat mir den Siegelring des Redoran-Hortators überreicht. ...und einen Brief des Erzkanonikers. Ich verstehe die Motivation nur teilweise, aber so sieht es aus: Der Tempel weiß von meinem Status als Klinge (erwähnen sie das als Erpressungsmöglichkeit?). Offiziell gibt es bei ihnen keinen Nerevarine - inoffiziell sind sie bereit, mich anzuerkennen, wenn ich die Vereinigung der Stämme und Häuser zu Wege bringen sollte - natürlich würde auch so ein Frieden nur von kurzer Dauer sein, doch vielleicht wäre es gut, im Kampf gegen Dagoth Ur den Tempel nicht als zweiten Feind im Rücken zu haben. Andererseits klingt das zu sehr danach, ein Bündnis zu schließen, nur um es dann zu brechen - und das wäre ehrlos. Wenn ich tatsächlich mit dem Erzkanoniker spreche, gebietet mir meine Ehre, ihm zu sagen, was meine Pflichten bezüglich des Tribunals sind - und dass eine Übereinkunft nicht länger als bis zu Dagoth Urs Fall reichen kann. Natürlich setzt das alles voraus, dass der Tempel mir dieses Treffen nicht bloß nahe legt, um mich an einem strategisch günstigen Ort los zu werden - aber wenn die Kräfte des Tribunals tatsächlich schwinden, dann ist auch ihnen daran gelegen, jemanden zu haben, der den Kampf gegen das Sechste Haus führt - ich glaube also nicht, dass mich dort ein Betrug erwartet.
Was mir jedoch im Kontext dessen Bedenken gibt, ist die öffentliche Bekanntmachung, die mich für vogelfrei, einen Spion und Betrüger erklärt. DAGEGEN weiß ich wirklich noch nicht, wie ich weiterkommen soll... Ich wusste, etwas Derartiges stünde zu erwarten - aber mit dem Gegensatz des anderen Briefes... ich kann nur hoffen, dass die kaiserlichen Gesetze verhindern, dass ich tatsächlich überall gejagt werde - oder dass die öffentliche Bekanntmachung nicht so öffentlich ist, wie ihr Titel verheißt. Bisher ist jedenfalls noch niemand gekommen, um mich festzunehmen.
5. Sonnenuntergang
Ich habe im Ratshaus in Balmora gefragt, wohin man sich mit Anliegen an den Rat hinwenden soll - ich hatte ja gehofft, es gäbe hier gelegentlich Ratstag - aber die Hlaalu-Räte scheinen nicht oft zusammenzukommen. Mir wurde empfohlen, Crassus Curio aufzusuchen, da er am 'ansprechbarsten' sei... ich hoffe sehr, dass er weniger fleischlich fixiert ist, als er den Anschein macht... und dass diese eine Frau in der Taverne unrecht hat, die meint, ich falle in das Schema von Männern, mit denen er anbandelt, und die dann mysteriös verschwinden. Das letzte Mal, dass ich ihn getroffen habe, war mir aber schon deutlich zu anzüglich. Ich will mir nicht vorstellen, was er von mir verlangen wird, damit er mich als Hlaalu-Hortator unterstützt...
Und ein ganz anderes Problem: WENN irgendwo Wachen hinter mir her sein werden, DANN in Vivec. Wie auch immer, nur Versuch macht klug - ich MUSS ja hin.
Vielleicht versuche ich es doch lieber bei Dram Bero, als ich ihm die Lage von Vassir-Didanat mitteilte, wirkte er trotz seiner Paranoia recht umgänglich und großzügig - es passiert einem nicht oft, dass einem jemand für ein kleines Kreuz auf einer Karte ein Daedrisches Katana vermacht, auch wenn der Wert einer Ebenerzmine es sicherlich aufwiegt...
Meine Einschätzung Dram Beros hat sich als richtig erwiesen. Er meinte, dass ich das Versteck seines Hauses durchschaut hätte, spräche schon für meine Fähigkeiten - ich denke, es spricht eher für meine Gründlichkeit - jedenfalls gibt er mir seine Stimme und guten Rat, wie ich die anderen Ratsherren überzeugen kann.
Yngling Halbtroll und Crassus Curio haben sich ihre Stimme beide in reichlich Draken bezahlen lassen - nun bin ich wirklich dankbar, mir den Ast an diesen Ebenerz- und Daedrawaffen aus den Ruinen abzuschleppen, um sie zu verkaufen. Ich hätte das sonst nicht bezahlen können. Es behagt mir nicht, mir die Stimmen zu erkaufen - doch für Hlaalus ist Käuflichkeit wohl eine charakterliche Auszeichnung und wenigstens musste ich niemandem Schaden zufügen. Sorgen macht mir dagegen Orvas Dren. Er ist zwar kein Ratsherr, doch die beiden anderen Ratsherrinnen hören auf ihn. Curio meinte, Dren wolle mich nicht als Hortator sehen - und nach allem, was ich über ihn und die Camonna Tong gehört habe, wundert mich das nicht. Ich werde mein Bestes bei ihm versuchen. Ich darf bei den Verhandlungen mit ihm nicht vergessen, dass ich nicht machtlos bin - ich bin zwar der Antragsteller, aber ich tue das hier nicht für mich, sondern für ganz Morrowind. Ich bezweifle allerdings, dass er das so sehen wird. Ich habe ihn bereits einmal getroffen, da ich mir selbst ein Bild von dem Mer machen wollte, der gemeinhin als Machtzentrum der Hlaalus angesehen wird - und als Mafia-Boss.
Er hatte die typische Höflichkeit eines Adligen, wirkte aber alles andere als erfreut, mich zu sehen, ... vielleicht war es nur, dass ich keinen echten Grund für mein Dasein nennen konnte - und die Wahrheit, dass ich den mächtigen Orvas Dren gerne einmal treffen wollte, hätte entweder wie Schmeichelei oder wie eine Drohung geklungen. Aber ich werde einen Weg finden... ich muss.
Das Gespräch mit Orvas Dren lief... noch schlechter als gedacht. Als er mich fragte, weshalb ich Hortator werden wolle, erklärte ich ihm, dass nur so Dagoth Ur besiegt und Frieden geschaffen werden könnte - ich war davon ausgegangen, dass die Angst vor Dagoth Ur so ziemlich das Einzige sei, an das ich als Fremdländer appellieren könnte. Aber da hatte ich es wohl denkbar schlecht getroffen... stellte sich heraus, dass er ein 6.-Haus-Sympathisant war.
Angesichts der Tatsache, dass Dagoth Urs Wahlspruch, das Land von den N'wah zu reinigen, zu dem der Camonna Tong passt, und dass fast alle Schmuggler angefangen haben, für das Sechste Haus zu arbeiten, hätte ich vielleicht eher die Möglichkeit in Erwägung ziehen sollen. Es scheint mir, als wenn Orvas Dren der erste Dagoth-Befürworter ist, den ich treffe, der NICHT unter dem Schläfer-Zauber stand.
Doch diese Überlegungen sind nun eh nichtig. Er griff mich ohne Umschweife an und ist nun tot. Ich kann nur hoffen, dass die Ratsherrinnen zu denen ich gehen muss, nicht wussten, dass er ein 6-Haus-Kollaborateur war, denn WENN sie es wussten und ihm trotzdem folgten... dann sitzt das Übel noch tiefer als ich dachte.
Ich werde ohnehin noch sehen, was nun passiert. Es war Notwehr und ein ehrlicher Kampf dazu - aber es war kein formelles Duell und ich HABE den Bruder des Herzogs getötet. Allerdings war einer von Drens Kämpfern anwesend und hat nicht eingegriffen - anscheinend verstand er es als einen Zweikampf, dann hätte ich zumindest einen Zeugen...
Nevene Ules schien regelrecht Angst vor mir zu haben und stimmte meiner Bitte hastig zu. Ich kann mir nur vorstellen, dass die Nachricht von Orvas Drens Tod sie bereits erreicht hat - auch wenn ich nicht weiß, wie jemand schneller als ich hier gewesen sein sollte... es behagt mir nicht, GEFÜRCHTET zu sein, doch sie hat Orvas Dren mit keinem Wort erwähnt - es schien mir also unangemessen, herauszuplatzen, ich hätte Orvas Dren im ehrlichen Zweikampf besiegt, mehr sei nicht an der Sache... und vielleicht entgeht mir ohnehin ein entscheidendes Detail, ich weiß schließlich nicht, auf welche Weise Dren die Ratsherrinnen manipuliert - oder erpresst - hat.
Velanda Omani hat Orvas Drens Tod angesprochen, aber nicht meinen Teil darin. Ich fürchte, egal, was ich sage, bei ihr und Nevene Ules - und vermutlich bei allen sonst auch - wird es scheinen, als hätte ich Orvas Dren getötet, um Hortator zu werden. Es ist nicht weit ab von der Wahrheit, aber doch weit genug, dass ich das nicht so stehen lassen möchte - aber ich weiß wirklich nicht, wie man so ein Gerücht stoppt, wenn es einmal im Umlauf ist.
6. Sonnenuntergang
Ich bin zum Hortator des Hauses Hlaalu ausgerufen worden. Nun versuche ich in Sadrith Mora mein Glück - und anders als bei Redoran und Hlaalu habe ich keinen Plan und auch keine Idee, wen ich fragen könnte. Ich weiß nur, dass hier die Sprecher tagen - aber mit wem ich am besten sprechen sollte? Der einzige Telvanni, den ich kenne, ist Divayth Fyr, aber nach allem, was ich gehört habe, werden Ratsentscheidungen von diesen Sprechern und nicht von den Fürsten selbst getroffen. Ich werde wohl einfach den erstbesten fragen und hoffen.
Ich habe mit allen Sprechern der Telvanni geredet - ich hatte Glück und habe sie alle gerade kurz nach einer Sitzung angetroffen, sodass alle an einem Ort waren. Doch sie sagten alle, diese Angelegenheit sei zu wichtig, als dass sie von Sprechern entschieden werden könnte. Ich muss nun also zu den verschiedenen Meistern reisen. Bei den zwei weiblichen wurde ich durch die Sprecherinnen direkt gewarnt: Therana ist eine launische Exzentrikerin, die schnell abschweift und Dratha hasst Männer aller Rassen.
Divayth Fyr scheint im Rat übrigens nicht vertreten zu sein. Ich frage mich, warum.
Da es sich bei den meisten Meistern um echte Reisen handelt, sollte ich vermutlich bei Neloth anfangen - er wohnt als einziger mitten in Sadrith Mora. Das spricht vielleicht auch dafür, dass er weniger weltscheu ist, als die anderen. Und wenigstens habe ich über ihn auch nicht gleich Warnungen erhalten. ...außerdem gießt es gerade in Strömen und gewittert - da möchte ich keine weite Reise antreten.
...oder vielleicht doch! Meister Neloth schrie mich bloß an, ich solle ihn mit dem abergläubischen Schwachsinn in Ruhe lassen. Aber wo ich einmal hier bin, werde ich versuchen, von irgendwem zu erfahren, wie ich ihn umstimmen kann - oder jemanden finden, der bei ihm mehr Gunst genießt als ich (ziemlich einfach) und mir hilft, ihn zu überzeugen (nicht ganz so einfach).
Ich beginne wirklich zu verstehen, was alle Leute im Rest von Vvardenfell meinen, wenn sie sagen, Telvanni hassen jeden. Aber die positive Seite ist, dass sie auch nicht dem Tribunal an den Lippen hängen. - Immer positiv denken...
Ich habe mich unter Neloths Hausvolk umgehört, doch keiner konnte - oder wollte - mir einen Rat geben. Ich werde es wohl zunächst bei einem anderen Ratsherrn versuchen. Aber mir fehlen noch immer Informationen darüber, wie diese Meister denken, wie ich sie überzeugen kann. Meine übliche Direktheit scheint hier nicht auf Gegenliebe zu stoßen. Ich kann nicht sagen, dass mir im Gegenzug ihre Übellaunigkeit und verworrene Art behagt - vielleicht liegt darin auch das Problem.
Ich habe meine Fragen auf den ganzen Ort ausgeweitet - denn ehrlich, selbst nach den Beschreibungen der Wege glaube ich, dass ich höchstens Tel Branora finden würde - und die dortige Meisterin soll ja auch eher schwierig sein. Doch das einzige Hiflreiche, wenn man so will, war, dass Meisterin Dratha - die, die Männer hasst - ein 'Amulett des göttlichen Segens' sucht, das Neloth vor ihr versteckt. Es liegt auf der Hand, dass ich sie mir gewogen machen könnte, fände ich dieses Amulett - doch wenn Neloth es tatsächlich hat, ist mir das nicht möglich (denn ich suche ja auch seine Gewogenheit).
Ich frage mich, ob ich nicht doch versuchen sollte, mit Divayth Fyr zu reden, ich weiß zwar nicht, was ich mir davon verspreche... aber er scheint zumindest ein akademisches Interesse an der Nerevarine-Prophezeiung zu haben - also würde er mir vielleicht einen Tipp geben? Im Moment weiß ich ohnehin nicht so recht weiter. Vielleicht sollte ich auch noch einmal mit den Sprechern sprechen, um wenigstens etwas bessere Wegbeschreibungen aus einem von ihnen herauszuleiern.
8. Sonnenuntergang
Ich werde mein Glück bei Meister Aryon versuchen, falls ich in Erfahrung bringen kann, wo 'Tel Vos' liegt. Oder ich gehe zum Erzmagier Gothren in Tel Aruhn. Tel Aruhn sollte ich zumindest erreichen - aber ich bin nicht sicher, ob es eine gute Idee ist, als ERSTES zum Erzmagier zu gehen.
Habe es bei Fyr versucht, aber er ist anscheinend bekannt dafür, sich aus Politik herauszuhalten, obwohl er einer der mächtigsten und ältesten Magier ist. Ich konnte das Gespräch nicht einmal ansatzweise auf die Themen bringen, die ich wollte. Allerdings hat er mir erzählt, dass der Trank, der mich von dem Leiden des Corprus geheilt hat, bei anderen tödlich ist. Ist das Schicksal, oder lag es daran, dass ich in so einem frühen Stadium der Erkrankung war? Ich bin sicher, Divayth Fyr wird es schon herausfinden - ist schließlich, was er macht. Es ist bedauerlich und seltsam.
Ich bin wieder in Sadrith Mora und werde das Schiff nach Tel Mora nehmen - hoffentlich gibt es von dort Wege nach Tel Aruhn oder Tel Vos.
Tel Mora ist der Ort, wo Meisterin Dratha regiert, die Männerhasserin. Anscheinend gibt es in der ganzen Stadt keine Männer, weiß nicht, was ich dazu sagen soll. Wenn sie nicht auch alle Lesben sind, muss das auf die Dauer etwas dröge sein - nicht, dass ich das laut sagen würde.
Aber immerhin kommt man von hier per Schiff nach Vos und Aruhn, wie mir die Hafenmeisterin Tenas Telvani sagte. (Ist das Zufall, dass ihr Familienname fast klingt wie der des Hauses? Auch bei den Hlaalus habe ich bemerkt, dass es außerdem HlaalOs und HlaaNus gibt - ich sollte wirklich die Zeit finden, die Sprache zu lernen...)
Ich habe im Handelshaus eine Bosmer namens Borwen getroffen, sie ist wie ich Kundschafter und konnte mir einiges über die östlichen Gebiete hier erzählen. Außerdem steht sie den Aschländern nahe, sie erzählte, sie sei eine Clanfreundin bei den Ahemussa.
Von der Wirtin - ebenfalls eine Bosmer (davon scheint es hier in Tel Mora viele zu geben - vielleicht mag diese Meisterin ja nicht nur keine Männer, sondern auch noch keine anderen Dunmer?) - habe ich außerdem erfahren, dass es hier in der Nähe eine der alten Dunmer-Festungen gibt - Indoranyon - - dort in der Nähe sollen Schmuggler ihr Lager haben. Ich denke, ich werde nachsehen gehen, ob sie auch Aschstatuen schmuggeln - ich weiß immer noch nicht, was diese Statuen tun, aber sie scheinen irgendeinen bösen Einfluss auszuüben, wen ich den Priester in Ald'ruhn richtig verstanden habe.
Und vielleicht sehe ich mir die Festung auch an, ich habe gehört, die seltsamen singenden und leuchtenden Säulen, die es in den Burgen gibt, seien ein altes Teleportsystem, für dessen Aktivierung man allerdings einen schwer zu findenden 'Index' bräuchte. Zu schade, dass ich keinen habe. Diese alten Festungen sind wirklich beindruckend.
Ich frage mich, wann sie aufgegeben wurden - vermutlich als Vvardenfell zum Reservat erklärt wurde (das Warum und Wieso DAVON habe ich auch noch nicht verstanden, ich kann mir vorstellen, dass es mit Dagoth Ur zu tun hat, aber warum hat der Tempel dann ausgerechnet JETZT den Siedlungsbemühungen des Kaiserreiches nachgegeben?) Sie sind bemerkenswert gut erhalten. Bei Kogoruhn wundert mich das ja nicht - das 6.-Haus hält seine Anlagen vermutlich in Stand (auch wenn es mir schwerfällt, mir diese manischen Monster beim Mauern oder Dachdecken vorzustellen - ich glaube, das will ich auch gar nicht) - aber die anderen Burgen sind nur Banditennester- Unsere Vorfahren müssen was von Baukunst verstanden haben.
Vielleicht ist ein Ausflug zu alten Ruinen, was ich brauche, um einen klaren Kopf zu kriegen und wieder für zermürbende Verhandlungen bereit zu sein.
Tel Mora scheint wirklich nur von Bosmer bewohnt zu sein, wie seltsam. Ich habe genau zwei Dunmer und eine Rothwardonin getroffen. Bei der Fremdenfeindlichkeit der Telvanni überrascht mich das sehr.
9. Sonnenuntergang
Habe die Festung nicht gefunden, aber die Schmuggler. Sie hatten eine Kiste Aschestatuen. Nun bin ich in Vos und höre mich um. Ich höre, es gibt hier Ärger zwischen den Zainab und den Siedlern und es wird ein Schlichter gesucht. Vielleicht sollte ich sehen, was ich tun kann - aber am besten erst, wenn ich die Zainab von der Krisensituation und meinem Nerevarine-Status überzeugt habe.
Ich habe richtig gelegen, Meister Aryon hatte nicht nur von meiner Mission gehört, sondern war auch ohne zu zögern bereit, mir seine Stimme zu geben und hat mir auch Einiges über die anderen Ratsleute gesagt - leider auch kaum mehr, als dass ich 'überzeugend sein' soll. Er hat außerdem - und das hatte ich auch schon von anderen gehört - Interesse am Tod des Erzmagiers und riet mir, diesen lieber zu töten als lange zu verhandeln, da dieser jegliche unliebsame Entscheidung bis zum Ende Nirns hinauszögere. Er sagte mir, obwohl er Gothren gerne tot sähe, sei das ein ehrlich gemeinter Rat - und dass Mord als Konfliktlösungsstrategie unter Telvanni ohnehin üblich sei. Ich glaube, ich brauche nicht dazuzusagen, dass ich mir mein eigenes Bild machen werde. Ja, ich habe einmal gemordet... und ich weiß noch immer nicht, wie ich das für eine gute Idee halten konnte (Der Auftrag kam von einer Daedrafürstin persönlich? Das Opfer war ein Mörder?). Aber ich werde zu so einer Tat nur im absoluten Notfall greifen.
Ich werde als Nächstes zu Dratha gehen und mein Glück versuchen. Auch wenn mein Behagen nicht gerade gestiegen ist, seid Aryon mir eröffnet hat, sie sei die älteste der Ratsleute - und halte sich durch Nekromantie am Leben - ist das, was alle Telvanni-Fürsten machen? Kein Wunder, dass sie um Religion einen Bogen machen... sie sind mächtig und faszinierend, aber ganz und gar nicht vertrauenswürdig.
Im Übrigen hat Aryon das seltsamste Haus überhaupt - es sieht aus wie die in schrägen Winkeln angelegte Ruine einer kaiserlichen Festung, durch die sich ein Riesenpilz gebohrt hat. Und er hat ein Dwemer-Museum mit einem aktiven Dampf-Zenturion!
Ich...habe es geschafft... ich habe Drathas Stimme. Und meine Würde wird sich wohl nie von diesem Ereignis erholen. Das war in meinem ganzen Leben das erste Mal - und hoffentlich das letzte Mal - dass ich mich jemandem wortwörtlich zu Füßen geworfen habe.
Letztendlich hat sie mir nicht nur ihre Stimme gegeben, sondern sogar noch eine Schriftrolle zum Beschwören eines starken Daedra. Ich muss wohl irgendetwas richtig gemacht haben.
Ich habe es noch einmal bei Meister Neloth versucht - und bin dieses Mal nicht so mit der Tür ins Haus gefallen, das - und ein Charisma-Trank, haben mir immerhin die Möglichkeit gegeben, auszureden. Er hat mir seine Stimme mit einem gelangweilten 'Ja, ja' gegeben. Ich beginne zu sehen, warum die Telvanni das System der Sprecher haben. Solch Desinteresse in Regierungsangelegenheiten könnte verheerende Folgen haben.
Ich werde nun zum Hafen zurückkehren und fragen, wie lange die Überfahrt nach Tel Branora dauert. Und dann entweder heute oder Morgen dort hinfahren, um bei Therana vorstellig zu werden. Alles, was ich über sie gehört habe, waren mehr oder weniger dezente Hinweise, sie sei wahnsinnig... aber es ist ja nicht so, als könne man sich auf Wahnsinn vorbereiten, also muss ich mein Glück versuchen.
11. Sonnenuntergang
Alle Andeutungen von Theranas Wahnsinn sind absolut zu bestätigen. Ich will nicht vorschnell urteilen. Es mag sein, dass sie trotz allem zu brillanten Leistungen in der Lage ist - doch schon das seltsame Chaos in ihrem Turm - umgekippte Regale, seltsame auf dem Boden ausgelegte Muster aus Dingen, die aussehen, als seien es Kwama-Eier aus Pappmaschee und allerlei kurioser Unsinn mehr, nicht zu vergessen die Bücher im Kamin - deuten auf eine gewisse Verwirrung hin. Und als ich sie ansprach, redete sie eine geschlagene Stunde über Spinnen. Ich wollte höflich sein und hörte zu - immerhin ist sie eine Person von Status, doch schließlich versuchte ich, ihr mein Anliegen vorzutragen, sie meinte nur, ich sollte doch lustiger sein und schlief ein - oder imitierte es zumindest sehr überzeugend. Ich habe es dann noch einmal versucht und für sie komische Grimassen geschnitten... Witze sind nicht meine Stärke. Nachdem ich zu Meisterin Theranas Begeisterung eine Weile einen Schlachterfisch imitiert hatte, meinte sie, ich könnte Hortator werden. So, wie sie es sagte, wirkte sie nicht, als wenn sie begriffe, worum es geht. Ich fühle mich ehrlich nicht sehr wohl damit, es kommt mir vor, als würde ich ausnutzen, dass sie so wirr ist - aber sie hat die Autorität, ich hätte zu niemand anderem gehen können. Zwar steht vor dem Dorf bereits eine Rivalin Theranas - Trerayna Dalen oder so ähnlich - mit einer kleinen Söldnertruppe und versucht sich in einer Belagerung und Theranas oberster Offizier sucht nach Hilfe, doch das ist eine Telvanni-interne Angelegenheit, ich bewzeifle, dass es irgendetwas Gutes tun würde, würde ich mich da einmischen - Lasst uns in Ruhe! ist ja so ziemlich der Slogan der Telvanni. Ich hoffe nur, dass diese Rivalin Therana nicht beseitigt, und ich dann NOCH eine Person überzeugen muss... aber wenn dem so wäre, müsste ich damit leben. Diese hinterhältigen Machtspiele scheinen in diesem Haus zum guten Ton zu gehören...
Nun bleibt mir nur noch ein Besuch beim Erzmagier. Und nach Aryons Rat fürchte ich, dass das meine schwerste Aufgabe sein wird.
12. Sonnenuntergang
Die Schiffsverbindung nach Tel Aruhn war... umständlich und teuer. Aber nun bin ich endlich da.
Der Ort ist seltsam - vom Hafen muss man erst einmal DURCH den Berg - und als Erstes kam auf der anderen Seite eine Sklavenhändlerin auf mich zu und pries ihre Waren an... mir ist bei so was nie wohl, aber ich kann nicht erwarten, die Gesetze abzuschaffen... so lange die Gesellschaft hier es als unbedenklich ansieht, würden sie jede Einmischung als westliche Bevormundung verstehen. Wenigstens habe ich in diesem Gespräch ein wenig über die Legalitäten erfahren - so hat die Händlerin erwähnt, sie habe eine Altmer-Sklavin legal erworben, da sie früher eine Banditin gewesen sei.
Dieser Ort wird mir nur immer unsympathischer. Der Gastwirt scheint auch einer der Sechsten-Haus-Sympathisanten zu sein, wie ich aus einigen Bemerkungen seinerseits entnommen habe.
Als ich beim Essen saß, habe ich mit einer Bretonischen Magierkriegerin gesprochen. Sie bedankte sich aus irgendeinem Grund dafür, dass ich Maurie und Nelos zusammengebracht hätte. Sie seien zwar verschwunden, aber - ich zitiere 'die Barden besingen ihre Liebe'. Ich musste einen Moment nachdenken, um mich zu erinnern, dass das diese skurrile Liebesgeschichte zwischen dem Banditen und seinem Raubopfer war... ich hoffe, ihr verschwinden bedeutet, dass sie irgendeinen schönen Ort gefunden haben und nicht, dass sie tot sind. Und ich hoffe, dass Marie vielleicht einen positiven Einfluss auf Nelos hatte und nicht er einen schlechten auf sie. Wie dem auch sei, die Magierkriegerin hier ist wohl die Freundin, die Maurie erwähnte, es ist fast drei Monate her, ich weiß es nicht mehr genau... so schließen sich auch die kleinen Kreise.
Wie Aryon sagte, erklärte Gothren, meine Geschichte sei schlüssig, doch er müsse vor einer wichtigen Entscheidung erst nachdenken und sich beraten. Ich werde einen Tag warten, ehe ich ihn erneut frage - denn auch wenn aryons Worte mir nahe legen, es als eine Taktik auszulegen, darf ich nicht vergessen, dass Aryon WILL, dass ich Gothren als einen Stein in meinem Weg sehe. Ich brauche zwar die Anerkennung der Telvanni, aber ich werde nicht anfangen, mich zu verhalten wie sie und Leute ermorden, weil sie meinen Plänen im Wege stehen.
Um die Zeit nicht zu vergeuden, werde ich mich vermutlich vorerst zu den Ahemussa auf den Weg machen und dort meine Einigungsbemühungen fortsetzen.
13. Sonnenuntergang
Als ich zu den Ahemussa kam, waren diese in einer sehr unglücklichen Lage, da viele von der Pest befallen waren. Eine Frau, Urshamasu, kam auf mich zu und meinte, sie habe mich in einer Vision gesehen, ich müsse den Weißen Guar finden, der an einer Weggabelung mit Felsen, die wie Finger aus dem Boden ragen, zu finden sein würde - er würde mich zu Hilfe leiten.
Tatsächlich fand ich das Tier wie beschrieben, es lief vor mir her, als wolle es mich in eine Richtung leiten und so folgte ich ihm bis zu einem Busch, in dem die Leiche einer Heilerin lag. Sie trug ein Amulett der Pestheilung bei sich Ich nahm es und brachte es zu der Frau zurück, die mich losgeschickt hatte. Sie erklärte, die tote Heilerin stürbe 'immer wieder' um den Stamm zu retten... ob das wörtlich gemeint ist, habe ich keine Ahnung... aber um jemandem ein Amulett zu geben, muss man eigentlich nicht sterben - es ist viel praktischer, es einfach zu überreichen - vermutlich ist das mal wieder eines dieser mystischen Dinge, die ich nicht begreife.
Außerdem habe ich einem Händler geholfen, der von zwei ausgestoßenen Aschländern überfallen und fast totgeschlagen und dann ausgeraubt wurde. Die Ahemussa wussten, wo sich die Räuber aufhielten und Urshamusa meinte, ich sollte Gerechtigkeit walten lassen. Die Räuber sind nun tot und der Händler hat seine Häute wieder. Bemerkenswert fand ich, dass die Räuber erst aggressiv reagierten, als ich sie auf die Häute ansprach - sie waren bei weitem nicht so schnell bei den Waffen, wie die meisten anderen Kriminellen, denen ich begegnet bin. Vielleicht waren sie auch nur Räuber aus Not heraus - was sie jedoch nicht entschuldigt.
Nun, da die akuten Sorgen behoben sind, werde ich noch einmal zum Ahemussa-Lager gehen, und mein eigentliches Anliegen vorbringen.
Die Weise Frau der Ahemussa hat mich beauftragt, die daedrische Ruine Ald Daedroth von dem dort hausenden Sheogorath-Kult zu säubern, damit der Stamm dort wieder Zuflucht finden kann - wenn mir das gelingt, wird sie mich als Nerevarine anerkennen.
Bin in den Ruinen von Ald Daedroth. Die Weise Frau meinte zwar, die Ruinen seien nicht mehr sicher, weil der Tempel all seine Kräfte an der Geisterpforte bündeln würde und daher keine Kapazitäten mehr hätte, um Chaosanbeter zu bekämpfen - aber als ich an den Ruinen ankam, war gerade ein Trupp Ordinatoren dabei, sich der Kultisten anzunehmen. Einer fragte mich, was ich wollte und ich erklärte ihm, ich wolle die Sheogorath-Kultisten töten. Sie meinten, das sei in ihrem Interesse, ich sollte ihnen nur nicht im Wege sein. Nun habe ich mich schon durch einige Räume gekämpft. Gelegentlich gemeinsam mit einigen der Ordinatoren. Gerade mache ich Rast. Die Leute in diesem Raum waren... nun, was man von Sheogorath-Anhängern erwartet. Die Anführerin des Kults war auch dabei. Sie faselte etwas von einem Spiel und schmiss mit Schach-Metaphern um sich. Ich hielt mich nicht lange damit auf, ihrem Gefasel zuzuhören und forderte sie zum Duell heraus. Sie meinte, meine Förmlichkeit beweise zwar gute Erziehung, aber wenn ich tanzen wollte, sollte ich einfach einen Partner wählen und den ersten Schritt tun. Meine Nachfrage, was genau ein 'Tanz' bei ihr beinhalte, ergab irgendwelche Kommentare über das Spiel von Leben und Tod. So schwer es auch zu verstehen war, wertete ich es als eine Art Annahme der Herausforderung und griff an - aber ihr Begleiter (ein Ork, der sich für einen Khajiit hielt) hatte wohl nicht begriffen - oder scherte sich nicht darum - dass es sich um einen Zweikampf handelte und griff mich ebenfalls an. Trotzdem hatte ich keine allzu großen Schwierigkeiten, sie zu besiegen. Außerdem befand sich in dem Raum noch ein Skamp, der mir einen etwas fragwürdig riechenden Sujamma anbot, er wirkte zwar recht harmlos - aber ich erschlug das Wesen trotzdem, da ich nicht weiß, was ein Daedra, der in einem Schrein des Wahnsinnigen Gottes haust, für Übel aushecken mag. Skamps sehen harmlos aus und sind armselige Kämpfer, doch sie sind nicht dumm und da es mein Auftrag ist, diesen Ort sicher zu machen, tue ich das. Ich hoffe allerdings, dass die Ordinatoren hier keinen permanenten Posten aufmachen wollen. Der Tempel verfolgt zwar nicht prinzipiell Aschländer - aber sehr wohl den Nerevarine-Kult - die Ordinatoren sind alles andere als auskunftsfreudig, ich werde also die Weise Frau fragen, ob die Ordinatoren ihrer Meinung nach ein Problem darstellen könnten.
Aber erst einmal muss ich mich noch dem anderen Flügel des Schreins widmen (übrigens sind im äußeren Teil auch Schreine für Azura und Boethiah - ich frage mich, ob das die ursprüngliche Bestimmung dieser ganzen daedrischen Ruine war - aber wer sollte so seltsame Tempel gebaut haben?).
15. Sonnenuntergang
Ich bin zum Ahemussa-Nerevarine ernannt worden. Die Ahemussa werden bald in den Schrein einziehen. Ich finde die Vorstellung zwar etwas seltsam, dass jemand, der den Prinzen nicht anbetet, freiwillig in einem Wahnsinns-Schrein leben wollen würde - aber wenn die Not groß genug ist,... und in früherer Zeit scheint es ihnen ja auch nicht geschadet zu haben - obwohl es vielleicht auch bezeichnend ist, dass das Symbol, dass sie mir übergeben hat, 'Stein des Wahnsinns' heißt... ein seltsames Zeichen der Anerkennung meiner Position als Kriegsherr.
Ich bin nach Tel Aruhn zurückgekehrt und habe erneut mit Erzmagier Gothren gesprochen. Nach langen Überzeugungsversuchen hat er mir zumindest eine ehrliche Antwort gegeben - dass er niemals einem Fremdländer eine so wichtige Aufgabe übertragen würde, wie die des Hortators. Das ist sein gutes Recht und es erstaunt mich ehrlich, dass so viele andere bereit sind, mir solche Verantwortung zu übertragen.
Doch wenn ich sein Recht respektiere, hieße das, an meinem Schicksal scheitern. Dass es eine Niederlage für mich wäre, wäre egal. Doch es IST gewiss, dass ich der Nervarine bin, und auch, wenn ich wenig davon verstehe, wie Prophezeiungen funktionieren, bedeuten die Nerevarine-Prophezeiungen doch wohl, dass nur ICH die Bedrohung durch Dagoth Ur abwenden kann - und also, dass ich Morrowind vereinen MUSS, wenn ich es - und mit ihm vielleicht ganz Tamriel - nicht untergehen lassen will. Es ist dennoch keine gute Rechtfertigung für einen Mord - denn wenn der Täter selbst den Maßstab setzt, nachdem er das Gesetz für ein höheres Wohl brechen darf...
aber in diesem Fall muss ich das wohl doch so handhaben. Die Telvanni werden es vermutlich sogar als völlig legitime Handlung ansehen, die mein Ansehen eher steigern als beflecken mag, - ich selbst aber nicht. Ich werde Gothren nicht hinterrücks töten, sicherlich nicht, aber es bleibt der Fakt, dass ich jemanden zu töten gedenke, nur, weil er mir nicht zustimmt. Das ist, was Tyrannen tun. Der Fakt, dass ich nicht einmal weiß, ob ich Gothren töten KANN, ist da auch kein Trost. Er ist ein mächtiger Magier. Meine einzige Taktik gegen Magier ist, sie so mit meinem Schwert zu beschäftigen, dass sie nicht zum Zaubern kommen. Bevor ich diesen Kampf wage, werde ich mich vorbereiten müssen.
Ich habe Gothren getötet. Schnell und energisch, das hat als Kampfstrategie geholfen - das und ein flehentliches Gebet an meine Ahnen, wer immer sie sind, sie haben mir beigestanden, ich habe es gespürt - und das heißt, dass sie zumindest meiner Tat zustimmen.
Es fühlt sich trotzdem an, als wenn meine Rechtfertigungen - und ich habe viele - nur Ausflüchte sind.
16. Sonnenuntergang
Meister Aryon hat mich zum Telvanni-Hortator ausgerufen und mir zum Zeichen meines Amtes die Robe des Hortators überreicht. Wenn es so weitergeht, werde ich bald nur noch in Stücke gekleidet herumlaufen, die irgendeine Freundschaft oder ein Amt symbolisieren - wenigstens sind manche dieser Stücke sogar nützlich...
Doch ich habe nun einen großen Meilenstein geschafft: Alle in Vvardenfell ansässigen Häuser haben mich zum Hortator ernannt. Das ist die vierte der Sieben Prüfungen. Das ist ja schon mal mehr als die Hälfte (aber da die erste Prüfung und die zweite nichts waren, was ich aktiv GETAN habe, ist das eine etwas irreführende Formulierung).
Nun muss ich also noch die Zainab und die Erabanimsun von meiner Legitimität überzeugen. Die Gerissenen mit dem stolzen und sturen Ashkhan und die Grausamen mit dem einfach nur gewalttätigen Anführer, wie man mir sagte. Stolz und stur sollte nach Meisterin Dratha kein Problem mehr sein... aber das Letzte klingt doch wieder nach unnötigem Blutvergießen. Aber es ist ja nicht so, als wenn ich nicht schon viel Blut an meinen Händen hätte. So lange der Kampf in Ehre stattfindet, soll es in Ordnung sein.
Es betrübt mich nur, dass ich herumrenne und Leute töten muss, die nicht meine eigentlichen Feinde sind, während Tag für Tag mehr Schläfer Dagoth Urs Ruf folgen und die Zeit davon läuft.
Kaushad, der Ashkhan der Zainab, hat mich neugierig und durchaus höflich empfangen, aber es ist offensichtlich, dass er und sein Stamm mich mehr als ein dreistes Kuriosum ansehen. Ich trug meine Beweise vor, doch Kaushad ist weiterhin skeptisch. Ich glaube nicht, dass ich mit noch mehr Worten ohne Taten weitergekommen wäre, also bat ich ihn, mir eine Aufgabe zu geben, um mich würdig zu erweisen. Ich soll nun einen Vampir hier in der Nähe töten. Ich bin auf Vorsicht bedacht, da ich noch nie gegen einen Vampir gekämpft habe - etwas, dass ich mich freilich gehütet habe, zu erwähnen. Kaushad hat mit zahlreiche spöttische Bemerkungen durchblicken lassen, dass er mich für nicht halb so stark und fähig hält, wie ich mich darstelle - und das sticht meinen Stolz.
Dass das vermutlich genau seine Absicht war, und ich das weiß, ändert nichts an dem Effekt. Ein Vampir wird aber wohl kaum schwerer zu töten sein als ein jahrtausendealter Telvanni-Meister. Nur, dass Telvanni wohl meistens nicht beißen.
17. Sonnenuntergang
Ich habe nach einigem Suchen die Gruft gefunden. Außer dem Vampir waren auch die Leichen mehrerer Banditen zu finden. Der Vampir war kein schwerer Gegner - ich habe darauf geachtet, ihn nicht an mich heran zu lassen und so schnell zu töten, dass er keine Magie auf mich wirken konnte. Ich werde dennoch sicherheitshalber genau darauf achten, wie ich mich fühle. Ich weiß schließlich nicht, ob meine Krankheitsimmunität auch gegen Vampirismus hilft... das ist ja eher ein Fluch, als eine Krankheit, oder? Obwohl manche es eine Krankheit nennen...
... Kaushad ist ... definitiv kein einfacher Charakter. Nachdem ich den Vampir getötet hatte, meinte er, er könne mich zum Nerevarine erklären - aber nach den Bräuchen müsste ich ihm ein Geschenk anbieten - und er wünscht sich ein Mädchen aus dem Haus Telvanni zur Frau... und tut so, als wäre das die einfachste Aufgabe der Welt, nachdem er den Vampir als groß und gefährlich dargestellt hatte. Wenn das nicht auch eine Entschuldigung ist, mich NICHT zu ernennen... oder glaubt er wirklich, irgendeine Frau aus einem der Großen Häuser würde sich darum reißen, einen Aschländer zu heiraten, den sie nicht einmal kennt?
Er meinte, ich sollte die Weise Frau um Rat fragen, sie kenne seine Interessen und Vorlieben am besten... ich hoffe, sie ist weniger exzentrisch und kann mir sagen, wie ich damit umgehen soll. Denn sonst bin ich mit meinem Aldmeris am Ende.
Die Weise Frau, Sonummu Zabanal, riet mir, in Tel Aruhn eine schöne dunmerische Sklavin (anscheinend ist wohl kein Volk vor der Sklaverei sicher) zu kaufen und als Adlige auszugeben. Sie sagt, das würde Kaushad nicht auffallen. Die Gerüchte über die Listigkeit der Zainab sind definitiv wahr. Auf so eine schräge Idee muss man ja erst einmal kommen!
Ich brauche wohl nicht dazu sagen, dass das eine Art von Plan ist, wie ich ihn mir nie selbst überlegen würde... und der mir gehörig gegen Anstand und Ehre geht - dreiste Lügen sind nicht meins - erst recht nicht, wenn ich mir damit eine gewichtige Entscheidung erkaufe. Aber es ist offensichtlich, dass Kaushad sich schwierig macht - und der Rat seiner Weisen Frau ist wohl das Beste, was ich an Rat kriegen kann - ich wäre ein Tor, ihn nicht zu befolgen... vorausgesetzt, sie ist wirklich auf meiner Seite.
18. Sonnenuntergang
Ich mache es tatsächlich... eine Sklavin kaufen und als Adlige ausgeben, um sie an Kaushad zu verheiraten - es sind so viele Wörter in einem Satz, die ich nie und nimmer mit mir assoziiert hätte - oder mit mir assoziieren will. Ich hoffe inständig, dass das alles funktioniert - und dass das Mädchen von ihm wenigstens halbwegs gut behandelt werden wird...
Ich habe Falura Llervu zu Kaushad gebracht - er bemängelte zwar ihre Hüften (wirklich, wo hat er denn schon einmal eine Dunmerin mit breiten Hüften gesehen?!) aber die beiden wirkten zumindest, als wenn sie einander lieben lernen könnten. Das ist wenigstens ein Trost für mich. Falura scheint eine schlaue Person zu sein, die aus allem das Beste macht - und meinte, einen Aschländer zu heiraten, sei zwar nicht ihre Idealvorstellung, aber allemal besser als ein Sklavenleben. Und Kaushad hat versprochen, sie glücklich zu machen und in Ehren zu halten - es könnte schlimmer sein. Jedenfalls hat Kaushad mich zum Nerevarine ausgerufen.
Jetzt bleiben für die fünfte Prüfung also nur noch die Erabenimsun - aber das 'nur' ist da wohl nicht angebracht, nach allem, was ich gehört habe.
Allerdings wird ihre aggressive Art vielleicht auch hilfreich sein, vielleicht erlaubt sie, dass ich die ganze Angelegenheit mit einem Duell klären kann. Ich werde jedenfalls bemüht sein, so gut vorbereitet wie möglich dorthin zu gehen.
19. Sonnenuntergang
Ich habe mit Manirai, der Weisen Frau der Erabenimsun, gesprochen - ich hatte halb damit gerechnet, nicht einmal ins Lager gelassen zu werden, doch ich hatte Glück. Wie es scheint, sind die Erabenimsun in zwei Lager gespalten - und es sind die Brutalen und Ehrlosen, die zurzeit an der Macht sind, aber ich begegnete einem der Friedlicheren am Eingang. Auch Manirai gehört zu der friedlichen Fraktion - und sagte mir gerade heraus, ich müsste den Ashkhan Ulath-Pal sowie seine drei stärksten Anhänger, seine Gulakhans Ahaz, Runabi und Ashu-Ahhe, töten, wenn ich als Nerevarine anerkannt werden wollte. Sie sagte auch, die friedlichen Teile des Lagers lebten in Furcht vor den anderen, allerdings sei ihr Kandidat für das Amt des Ashkhans (Han-Ammu), wenn auch der Sohn des letzten Ashkhans, jedoch weder stark noch tapfer doer weise genug, um eine Rebellion zu führen. Es klingt ehrlich gesagt, als wenn er auch kein guter Ersatz wäre - zumindest nicht für die Stärke des Stammes, wohl aber für den Frieden.
Es sieht aus, als wenn mir einige blutige Kämpfe bevorstehen - wenigstens ist es hier nicht nur mein Titel, für den ich töten werde, sondern auch, um Unehre und Niedertracht Einhalt zu gebieten.
Manirai warnte mich vor Runabis giftiger Klinge und vor Ashu-Ahhes gewaltiger Kampkraft - und davor, dass der Ashkhan niemals ohne Ahaz anzutreffen ist. Ich werde ihren Rat beachten, doch die Prüfung eines Kriegers fürchte ich nicht.
Ulath-Pal hat mir die Entscheidung, ihn zu töten, zumindest sehr leicht gemacht - als ich ihn auf die Prophezeiung ansprach, meinte er, das Problem sei leicht aus der Welt zu schaffen und griff mich an. Nun, ein starker Krieger mögen er und sein Leibwächter gewesen sein. Aber ein schnell gezogenes Schwert und ein präziser Schlag sind alles, was es in einem Kampf braucht - und darin bin ich ungeschlagen (von der armseligen Zeit nach meiner Gefangenschaft einmal abgesehen, als meine Arme und Beine sich erst wieder an ihre Bestimmung erinnern mussten). Nun, zwei Kriegern muss ich mich dem Rat der Weisen Frau nach noch entgegen stellen.
Es gab mehrere, die mich angriffen, nachdem meine Tat bekannt wurde - sie nennen mich einen Mörder, auch wenn ICH nicht zuerst angegriffen habe. Nun, zumindest an Loyalität hat es ihnen nicht gemangelt. Nach dem der Kampf vorüber war, suchte ich erneut die Weise Frau auf. Sie warnte mich, Han-Ammu davon zu überzeugen, Ashkhan zu werden, würde schwer werden, doch falls ich ihm alte Ahnenartefakte von Kraft, Tapferkeit und Weisheit bringen könnte, könnte er vieleicht Respekt vor sich selbst - und könnte der Stamm Respekt vor ihm - lernen.
Ich erinnerte mich, verzauberte und verzierte Gegenstände beim Ashkhan und seinen Gulakhans gesehen zu haben und nahm die mit, die auf die Beschreibungen der Weisen Frau passten.
Nachdem ich die drei Erbstücke jeweils mit einer Rede über die jeweilige Tugend - und ist das nicht eine Überraschung, ich hätte nie gedacht, dass ich ein Talent für Reden habe, das ist definitiv nicht alles bloß dieser Ring! - übergeben habe - wirklich, fast wie im Märchen, die tiefe Verbundenheit mit Symbolismus bei den Aschländern überrascht mich immer wieder, erklärte er sich schließlich bereit, sich der Verantwortung zu stellen (und ist DAS nicht eine Situation, die ich sehr gut kenne?). Er gab mir die Axt seines Vaters wieder zurück und schickte mich zur Weisen Frau, um den Gürtel der mich als Erabenimsun-Nerevarine auszeichnen würde, abzuholen.
Es ist geschafft. Die Fünfte Prüfung. Doch ich kann nicht rasten. Die Zeit drängt. Ich werde zu Nibani zurückkehren und fragen, was sie mir für die nächsten Schritte rät. Ich werde nicht ohne ihren Rat dem fragwürdigen Treffen mit dem Erzkanoniker zustimmen. Ich bin nicht weise. Ich bin nur ein Krieger und kein Denker. Sie wird wissen, was zu tun ist.
20. Sonnenuntergang
Nibanis Rat war diesmal ganz und gar nicht rätselhaft. Der verlorenen Prophezeiung nach muss ich die 'dreimal verfluchte Klinge' führen, um Dagoth Ur zu besiegen. Es geht hier um eins von Kagrenacs Artefakten, den Teilen mit denen er versucht hat, durch Lorkhans Herz einen Gott zu erschaffen - und die Dagoth Ur und das Tribunal verwendet haben, um selbst Götter zu werden. Vivec besitzt sie - und ich soll von dem Hohepriester eine Audienz mit dem falschen Gott fordern... aus diplomatischen Gründen sollte ich das Adjektiv vielleicht weglassen - andererseits habe ich vor, Klartext zu reden... ich bin gespannt. Und wenn ich wirklich zu Vivec vorgelassen werde, werde ich die Situation haben, mit jemandem zu sprechen, der Nerevar gekannt hat - an das Leben kaum richtige Erinnerungen zu haben, wird da vielleicht ärgerlich sein. Dagoth Ur lässt mir mit seinen Anschuldigungen schon keine Ruhe, da ich kaum weiß, ob sie berechtigt sind oder nicht - ich erwarte von jemandem, der sich 'der Poet' nennt, nicht weniger Geschick mit Worten...
21. Sonnenuntergang
Ich habe mit Danso Indules im Tempel von Vivec gesprochen. Ich soll den Erzkanoniker in seinen Gemächern treffen - südlicher Teil der Ostkapelle. Es gibt einen verschlossenen Hintereingang am Ostteil des Kanals. Indules meint, ich könnte Ärger mit den Ordinatoren bekommen... ich frage mich, warum nur hier und nicht auch sonst überall in Vivec?
Ich bin ohne Probleme zum Erzkanoniker gekommen. Ich bin wohl trotz allem noch immer höflich genug, um mit den Ordinatoren nicht aneinander zu geraten.
Saryoni hat mich jedoch gewarnt, dass einzelne von ihnen sich eventuell seiner Kontrolle entziehen und im Alleingang auf Nerevarine-Jagd gehen könnten - nun, er hat es nicht so formuliert. Aber er meinte, ich sollte 'Konfrontationen vermeiden'.
Er hat mir einen Schlüssel zu Vivecs Palast gegeben und meinte, ich sollte den Fürsten nicht warten lassen... wie ich es sehe, hat das Tribunal erst die Wahrheit unterdrückt, nur um jetzt, da sie Hilfe brauchen, den Teil, der ihnen passt, unter der Hand doch einzuräumen... da auch noch Forderungen an mein Verhalten zu stellen, ist ein wenig dreist. Nicht, dass ich vorhätte, zu zögern. Die Zeit drängt.
Das Gespräch mit Vivec war... nun, ich weiß nicht recht, wie ich es beschreiben soll. Es war kein bisschen mysteriös. Aber es ist offensichtlich, dass er mich dazu bringen will, mich in seiner Schuld zu sehen.
Ich glaube, es liegt auf der Hand, warum. er kennt die Prophezeiungen ja selbst. er gab mir allerlei Ratschläge für den Kampf gegen Dagoth Ur, doch wenig Informationen darüber hinaus. Anscheinend war Daogth Ur einst ein großer Hexenmeister - und seine sieben Brüder, die nun seine mächtigsten Diener sind, ebenso. Das klingt fast, als sei Telvanni einst nicht das einzige Magier-Haus gewesen. Diese Brüder sind die sogenannten Aschvampire.
Vivec hat auch noch eine Menge mehr geredet. Aber das Entscheidende ist das Artefakt Seelenschutz, er hat mir diesen Handschuh und seine... Gebrauchsanweisung nur nach einem Schwur einem Schwur gegeben - sein 'Ihr könnt schwören oder nicht, ihr könnt den Eid brechen oder nicht'-Gerede war ziemlich sicher auch wieder darauf abgezielt, so zu TUN als hätte ich eine Wahl, damit ich mich, wenn ich mich nicht dran halte, ein schlechtes Gewissen habe. Ehrlich gesagt, es ist eine Auslegungssache, wie der Eid zu verstehen ist. Ich soll Seelenschutz - und mich - GANZ der Besiegung Dagoth Urs unterstellen. Heißt das, ich darf nichts ANDERES damit tun? Ich glaube nicht, denn ich werde mit mir selbst ja auch noch anderes tun (hoffentlich).
DIe anderen Artefakte sind seltsamer Weise nicht in Vivecs Besitz, sondern in irgendwelchen Festungen jenseits des Geisterwalls. Ich werde mir nun die Texte durchlesen, die Vivec mir mitgegeben hat - und mich dann auch den Feldzug vorbereiten. Auch wenn es ein seltsamer Feldzug ist, auf den man ganz alleine zieht. Man möchte meinen, dazu hätte ich mir die diplomatischen Mühen, Hortator und Nerevarine zu werden, auch sparen können - abgesehen natürlich von der Prophezeiung.
Ach ja, und Vivec war so FREUNDLICH, und hat entschieden, die Verfolgung des Nerevarine-Kults und der abtrünnigen Priester aufzuheben.
Ich habe mir das Dokument über Dagoth Urs Pläne angesehen - anscheinend wiederholt er ziemlich genau die Pläne Kagrenacs. Und das Tribunla hat tatsächlich kaum noch Macht.
Wäre ich gelehrter, als ich bin, könnte ich diesem Dokument sicherlich noch weit mehr entnehmen. Aber so weiß ich hauptsächlich, dass an dem, was ich nun versuche, schon Leute gescheitert sind, die zu mehreren und mit beinahe göttlichen Kräften ausgestattet waren. Und wenn ich Pech habe, kriege ich es nicht nur mit Dagoth Ur und seinen Verwandten zu tun, sondern auch noch einem Maschinengott zu tun. Ich brauche definitiv ein Wunder.
Nun, der Plan zum Sieg über Dagoth Ur ist... ebenfalls aufschlussreich - und wenigstens scheint es dem Tribunal ernst damit zu sein, ihr eigenes Opfer in Kauf zu nehmen...
Vivec schreibt außerdem, ich würde mich vermutlich mit der Hauspolitik von Haus Dagoth auseinandersetzen müssen - was anscheinend hauptsächlich Lügen und Betrügen ist. Ich werde vermutlich sehen, worum es geht, wenn ich vor Ort bin. Die ersten vorgeschlagenen Schritte sind ja doch militärischer Natur. Ich werde mich so gut ich kann vorbereiten und dann zur Geisterpforte aufbrechen.
23. Sonnenuntergang
Ich bin in der Geisterpforte. Haus Redoran hat hier im Turm der Kriegswappenträger einen Außenposten. Die Kriegswappenträger haben mir die Namen der verschiedenen Dagoth-Zitadellen (wohl alle ursprünglich Dwemer-Bauwerke) genannt und auf meiner Karte markiert, doch ansonsten habe ich nur wenig Neues über die Gefahren jenseits des Geisterwalls erfahren. Auf dem Weg hierher habe ich außerdem eine Pilgerin begleitet und habe mit ihr einen Abstecher auf die andere Seite des Geisterwals zum Schrein des Stolzes gemacht. Sie war etwas übellaunig und hatte für eine Bretonin (oder Kaiserliche? Schwer zu sagen) eine erstaunlich ähnliche Art wie eine Einheimische.
25. Sonnenuntergang
Ich sitze gerade in einer daedrischen Ruine (Assalkushallt, oder so) an den Nordhängen des Roten Berges - durch den roten Aschesturm ist der Geisterwall nur fast zu sehen. Ich habe mir Vivecs Notizen zum Kampf gegen das Sechste Haus gründlich durchgelesen und auf Grund der Warnungen entschieden, dass ich gründliche Geländeauskundschaftung betreiben werde. Ich habe mich von der Geisterpforte aus im Westen am Berg entlang gearbeitet. Ich hatte einen überraschenden Moment, als ich eine knarzende Höhlentür aufmachte und mich nach einigen pestkranken Höllenhunden plötzlich kaiserlichen Soldaten und einer Truppe aus Minenarbeitern verschiedener Rassen gegenüber sah, die erklärten, dies sei eine Vulkanglasmine des Kaisers und Schmuggel damit sei bei Todesstrafe verboten - ich weiß nicht, ob es Wahnsinn oder Tapferkeit ist, die Leute dazu treibt, INNERHALB des Geisterwalls eine Mine zu betreiben. Aber die Betreiber waren Imperiale - bei denen ist es wohl normal, dass nur die Aussicht auf Profit bei ihnen Heldenmut auslöst. Wie auch immer.
Auf meiner weiteren Pirsch bin ich schließlich auf die Kraterzitadellen Endusal und Venymal gestoßen - beide von einem Aschvampir - angeblich allesamt Dagoth Urs Brüder - geführt. Die beiden Komplexe waren nicht sehr groß im Vergleich zu manchen anderen Dwemerischen Komplexen, die ich gesehen habe. Und dafür, dass sie Dagoth Urs Elite sein sollen, waren weder Endus noch Venym besonders herausfordernde Gegner. Ich habe, auch hierin Vivecs Rat folgend (was immer ich auch sonst von dem Mer - Gott - was-auch-immer denken mag), alle magischen Artefakte besonderer Qualität mitgenommen, sowie ein Tagebuch Kagrenacs, auch wenn die Schrift darin (Dwemerisch vermutlich) mir nur Krähenfüße sind - aber die Informationen darin könnten gefährlich sein, also habe ich sie lieber entwendet. Ich habe auch, auf Grund des Rates, die Üblichkeiten des Sechsten Hauses zu ergründen, versucht, mit einigen von Dagoth Urs Dienern zu reden - doch obwohl manche bereit waren, vor einem Kampf das ein oder andere Wort mit mir zu wechseln (jedoch keiner von höherem Rang) war alles, was sie sagten, nichts als Wirrnis und Wahnsinn - einer faselte etwas über Tisch, Stühle, Worte und Unordnung - das erklärt zumindest die eigenartigen Einrichtungsvorlieben in Kogoruhn...
Doch das Wichtigste, was mir geglückt ist, ist die Inbesitznahme von Seelendonner - zumindest hoffe ich, dass es das echte Exemplar ist. Vivec hat mich ja gewarnt, dass ich eine Fälschung nur daran erkennen könnte, wenn das Artefakt ohne Seelenschutz keinen Schaden zufügt - und den Test wollte ich nicht in Mitten von Feindesgebiet durchführen. Aber Venym hatte sonst keine über die Maßen magisch mächtigen Hämmer herumliegen. Und das Ding alleine verursacht mir schon eine Gänsehaut. Ich freue mich ehrlich gesagt nicht darauf, alle diese Artefakte zusammenzubringen. Und dann damit zum Herzen zu gehen. Die Kombi hat Dagoth Ur in den Wahnsinn getrieben, und wen sonst noch, weiß ich nicht. In meinem letzten Leben habe ich dem ja anscheinend bewundernswert widerstanden - aber ich weiß ja nicht, ob das heißt, dass ich nicht in Gefahr bin.
Ich werde nun bald den Rückweg zur Geisterpforte antreten. Mein Schwert hat mehr Scharten als ich zählen könnte und die kurze Rast in Endusal, wo ich es, nachdem ich eine Tür hinter mir verbarrikadiert hatte, gewagt habe, für ein paar Momente die Augen zu schließen, sind auch keine Erholung gewesen.
Danach werde ich Odrosal in Angriff nehmen.
26. Sonnenuntergang
Ich habe mich noch ein wenig weiter durch die Wildnis des Roten Berges geschlichen - ich bin in ein Tal gelangt, das in weitem Bogen um den Berg herumzuführen scheint. Jedoch bin ich auf mehrere Sechste-Haus-Leute auf einmal gestoßen, darunter einer dieser Erwachten Schläfer (oder war das Erleuchtet?), die mehr aussehen wie irgendwas, das einer Abbildung Hermaeus Moras nachempfunden wurde, als dass sie noch Mer ähneln. Jedenfalls habe ich mich lieber mit Almsivi-Intervention zurückgezogen, nachdem ich einen Blitz mehr eingesteckt hatte, als gesund ist. Ich habe mich die Nacht über in Ald'ruhn erholt und von Tuveso Beleth meine Ausrüstung in Ordnung bringen lassen und werde nun zu meiner Aufgabe zurückkehren.
28. Sonnenuntergang
Ich habe nun auch die Seelenklinge. Nachdem ich sie erlangt hatte, habe ich auch die letzte Kraterfeste, abgesehen von Dagoth Ur, Tureynulal, aufgesucht, um Tureynul zu konfrontieren. Der Kampf wurde mir fast zum Verhängnis, da er einen dieser Erleuchteten Tentakel bei sich hatte. Wirklich, hätten die Sechste-Haus-Mitglieder nicht die Angewohnheit, einzelgängerisch in der Gegend herumzustromern, sondern sich ein BISSCHEN militärisch zu strukturieren, würde ich es niemals schaffen, im Alleingang durch ihre Festungen zu marschieren. Aber ich nehme an, das ist auch mal wieder ein Zeichen ihres Wahnsinns. Gelegentlich scheinen sie sich auch nur gegenseitig umzubringen - zumindest lagen in einer der Zitadellen jede Menge Leichen von erschlagenen Träumern. Sie scheinen aber trotz allem gelegentlich effizient sein zu können - sonst wären sie wohl kaum ein so großer Dorn in der Seite des Tribunals. Tureynul hauste im Übrigen in einer Bibliothek, einige der Bücher schienen mir recht selten. Doch ein Regal stand auch nur voll mit frivolen Texten wie zum Beispiel einer vollen Ausgabe der 'Wahren Barenziah'... es lässt Tureynul überraschend menschlich erscheinen. Aber einmal waren sie das ja auch alle. Und das ist das Beklemmende an der ganzen Sache.
Ich bin zurzeit in Balmora und erhole mich etwas. Ich habe außerdem Zeit gefunden, Kagrenacs Artefakte genauer zu begutachten - so unwohl mir dabei ist. Sie sind verdammt mächtig, selbst ich als Magielaie kann das spüren, aber da ist einfach etwas an ihnen... das nicht passt, besser kann ich es nicht sagen. Ich bin mir sicher, dass ich hier keine Fälschungen habe, ich kann nicht sagen, weshalb ich mir so sicher bin, aber gleich was Vivec schreibt, ich glaube, ich würde es nicht überleben, sie auch nur EINMAL ungeschützt zu berühren. Wenn all dies hier vorüber ist und alle falschen Götter wieder sterblich sind, werde ich versuchen, einen Weg zu finden, diese Gegenstände zu zerstören. Vivec sagt, dass ich mit ihrer Hilfe Kagrenacs Zauber um das Herz brechen könnte. Aber es bleibt ja doch das Herz eines Gottes - und eines verdammt hinterhältigen Gottes dazu, da kann man nicht vorsichtig genug sein. - Ganz abgesehen davon, dass ich Vivec nicht wirklich traue.
Ich werde mich heute auf den Weg machen, um Dagoth Urs Zitadelle aufzusuchen. Trotz allen guten Ratschlägen weiß ich nicht, was mich erwartet. Und es treibt mich noch immer um, dass ich nach wie vor nicht wirklich weiß, was damals zur Zeit des ersten Rates vorgefallen ist. Ich soll einen Konflikt zu Ende bringen, dessen Teil ich einmal war, ohne zu wissen, was wirklich geschehen ist - ich werde den Gedanken nicht los, dass ich irgendetwas Entscheidendes übersehen könnte, nicht dabei, Dagoth Ur zu vernichten, das ist offensichtlich nötig, sondern im größeren Kontext. Ich habe da so ein Gefühl, so dumm das klingt.
Halb hoffe ich, halb fürchte ich, dass Dagoth Ur noch einmal versuchen wird, mit mir zu sprechen. Ich habe viele Fragen, doch ein wahnsinniger und verschlagener Beinahe-Gott ist nicht wirklich eine Quelle für Antworten und ich habe Angst, dass er irgendetwas sagen oder tun kann, dass mich zum Zweifeln bringt. Hier, bei Sonnenschein ist alles sehr eindeutig und meine Abscheu gegen seine Werke groß - doch in den letzten Tagen in Mitten des dauernden, beinahe hypnotisierenden Heulen des heißen, roten Sturms, da habe ich angefangen, jeden Wortwechsel mit seinen Kreaturen, und war er auch noch so kurz, ehe es zum Kampf kam, zu genießen, als wären sie angenehme Abwechslung von meinen einsamen Wanderungen. Es ist, als wenn das ganze Land innerhalb des Geisterwalls schwanger mit Wahnsinn ist und keine Immunität gegen Korprus hilft dagegen (wer weiß, vielleicht schadet sie sogar nur, denn Korprus ist, wenn die Behauptungen stimmen, auch nur eine der Arten, wie Dagoth Ur die Körper der von ihm Berührten formt... und ich BIN von der Krankheit befallen, das darf ich nicht vergessen).
29. Sonnenuntergang
Ich habe Dagoth Urs Zitadelle erreicht - ein riesiger Komplex direkt am Krater - trotz allem Vorkundschaften habe ich den eigentlichen Weg erst gefunden, als ich schon da war und habe stattdessen Levitation verwendet, um hinzugelangen (ein Lob auf Verzauberungen). Es ist ein riesiger Komplex - die Dwemer, die das einst bauten, müssen auch schon wahnsinnig gewesen sein, so dicht an den Krater zu bauen. Selbst mir als Dunmer läuft der Schweiß in Strömen.
Als ich auf das Gelände kam, war ringsum keine Seele zu sehen - nur ein einzelner Klippenläufer krächzte über einer alten Dwemer-Statue. Der Eingang war fest verschlossen, doch das Tor sah aus wie in Arkngthand und so fand ich schließlich die Kurbel, um das Tor zu öffnen. Als ich eintrat, sprach Dagoth Ur zu mir. Es ist als wäre ich in einem dieser verfluchten Träume. Ich identifiziere mich nicht einmal wirklich mit dem Namen Nerevar... aber wenn er das sagt, klingt es so... persönlich.
So ruhig und erwartungsvoll erklingt, aus seinen Worten spricht doch der Wahnsinn... 'durch Feuer und Krieg, ich heiße dich willkommen'... wie verbogen ist sein Geist denn, wenn er meint, mir seine Horden entgegenzuwerfen, sei eine Geste des Willkommens. Eigentlich ist alles simpel. Ich habe einen Plan, ich habe alle Artefakte, die ich brauche. Ich habe meinen Schwertarm, der mir noch nie den Dienst versagt hat - die Herausforderungen hier sind schwer, aber das sollte mich nicht stören... und doch bin ich verwirrt, ich weiß nicht einmal wovon. Vielleicht, dass er so ehrlich klingt? Aber selsbt wenn er es wäre, täte das ja nichts zur Sache. Ich glaube, es ist dieser Ort, er zerüttet die Seele. Selbst der Lärm der Maschinen ist hier verworrener und eindringlicher als in anderen Dwemer-Bauten. Ich starre sie an und denke seltsame Dinge. Aber ich muss weiter, statt hier vor einer Tür zu sitzen und zu zaudern.
Ich habe eine Pflicht.
Hier sind zerbrochene Lampen. Oder ist Zerbrochen-Sein ihr natürlicher Zustand? Jedenfalls leuchten sie noch immer. Und ich glaube, ich finde das wichtiger, als gesund ist. Vielleicht ist es die Schwäche, der Kampf gerade eben war hart. Ein weiteres dieser Tentakelwesen. Ich sollte bei weiteren Konfrontationen vorsichtiger sein. Doch im Moment bin ich... scheinbar... sicher. Das Turmzimmer hat nur eine Luke, ich habe den Mechanismus verkeilt. Die Augen schließen, nur einen Moment... aber nicht schlafen... nicht an diesem Ort, nicht, wo Stimmen sprechen, selbst im Wachen. Nicht, wo alles ein Mechanismus ist, der mich einpassen will.
30. Sonnenuntergang
Verflucht! Ich bin doch eingeschlafen. Aber ich fühle mich besser.
Ich bin nun, nachdem ich gegen einen Aschvampir gekämpft habe - und sind das wirklich alles SEINE Brüder? Mir ist nicht wohl bei dem Gedanken, dass ich mich nach und nach durch jemandes Familie morde, um ihn dann am Ende... aber er schmeißt sie mir ja in den Weg. Und sind sie nicht auch unterbliche 'Herzkrieger'? - Jedenfalls bin ich nun an einem Punkt, wo die Dwemer-Architektur einem schlichten Höhleneingang Platz macht. Ich hatte gerade einen sehr erschreckenden Moment, nachdem der Aschvampir (Gilvoth, das war sein Name, es stand auf einem Ring) es geschafft hatte, mit einem Zauber meine Intelligenz und meine Willenskraft zu verfluchen. Ich wollte einen Trank gegen den Effekt nehmen, doch keine der Flaschen sah aus, als wäre sie die Richtige - also versuchte ich, einen neuen zu brauen, doch mir ist so wirr im Kopf und ständig habe ich die Zutaten verwechselt - dann ist mir eingefallen, dass meine Gegengift-Tränke ja auch den Willen wieder herstellen, aber hab den Willen nicht aufgebracht, einen zu nehmen, sondern habe eine Fliege bei einer Leiche beobachtet, und dann habe ich erst nur den schwachen Trank gegriffen - aber jetzt bin ich wieder bereit, entschlossen zu sein... Intelligenztrank hab ich aber nicht. Bin zum Glück kein Magier. Hoffe nur, D. Ur will mich nicht zum Rätselduell herausfordern. Also auf... verdammt, welche Tür wollte ich noch gleich nehmen...?
Es... ist vollbracht. Es ist am Ende alles so schnell gegangen.
Ich bin Dagoth Ur gegenüber getreten. Wir haben geredet. Es scheint, in seiner Paranoia hat er seine Pläne, seine Macht mit mir zu teilen, doch noch fallen gelassen... und ich muss gestehen, das mag mein Glück gewesen sein. Die Macht hätte ich niemals gewollt und ich bleibe dabei, dass ich Kagrenacs Artefakte in den Krater des Roten Berges werfen werde - oder was sonst sie vernichten mag, sobald ich gänzlich sicher sein kann, dass sie nicht mehr gebraucht werden. Doch hätte er mich mit offenen Armen empfangen, ich weiß nicht, ob ich ihn hätte töten können... da war ein Moment... als wenn er mir einmal etwas bedeutet hätte... es war sehr verwirrend, diese Wiedergeburtssache ist wirklich kein Spaß. Ich meine, Nerevar hat ja dem Vernehmen nach nicht allzu viel gezögert, Dagoth-Ur - für eine Zeit - zu töten, warum sein Echo also MICH zögern lassen sollte, weiß ich nicht - doch am Ende hat es nichts zur Sache getan. Dagoth Ur hat mich förmlich um einen Kampf gebeten. Seine Antworten auf meine Fragen haben wenig Neues ergeben. Er glaubte wohl wirklich, ein großer Befreier zu sein, der seinen Anhängern göttliche Kraft verleiht.
Im Kampf hat er sich aber zu sehr auf seinen Götterstatus verlassen.
Im ersten Schlagabtausch konnte er mich mit einem Fluch treffen, der mich schwächte und verwirrte, doch ich fügte ihm - oder seinem Avatar - Wunden zu und er verschwand. Ich hatte glücklicherweise noch Heiltränke.
Hinter einer weiteren Tür wartete er in weit mächtigerer Form auf mich. Ich habe mich gar nicht erst auf einen Kampf eingelassen - wo er schon mit seiner Unsterblichkeit prahlte und mich zum Aufgeben überreden wollte - der Raum war eine riesige Kammer, in der der unfertige Akulakhan stand - und irgendwo dort vermutete ich auch das Herz Lorkhans. Um schnell außer Zauberreichweite zu kommen - und bei aller Göttlichkeit focht Dagoth Ur doch wie ein sterblicher Hexenmeister - bin ich mit einer Levitationsverzauberung in die Grube mit dem riesigen Maschinenwesen geschwebt. Auch hier brodelte Lava - wie das Gerät das aushalten konnte, habe ich in all der Eile nicht gesehen. Jedenfalls war auch das Herz dort und ich habe es nach Vivecs Anleitung geschlagen - als der Zauber brach, verschwand das Herz - doch es ist göttlichen Ursprungs, ich bezweifle, dass es so gänzlich fort ist, wie es scheint. Ich bin sicher, selbst in Lorkhans kleinem Finger steckt noch mehr Gerissenheit, als der vereinte Rat der Telvanni aufbringen könnte (oh, ich hoffe, dass nicht NOCH mehr göttliche Körperteile auf Nirn herumspuken...).
Seiner Macht beraubt, war Dagoth Ur meiner Klinge genauso wenig gewachsen wie jeder andere Sterbliche auch. Doch gleichzeitig begann die Erde zu beben, die Lava zu schäumen, und Akulakhan brach in sich zusammen, ich bin mit knapper Not aus der Kammer entkommen.
Der Fluch ist gebrochen... ich hoffe, dass nun wirklich auch die Pest vorüber ist. Ich weiß noch nicht, was ich nun tun werde. Vermutlich ist es meine Pflicht, sicher zu gehen, dass auch das Tribunal nun wirklich wieder sterblich ist. Und ich habe dem einen Bretonen der Ald'ruhner Magiergilde zugesagt, für ihn nach Solstheim zu reisen. Oder ich könnte endlich herausfinden, weshalb letzten Monat dieser Mörder der Dunklen Bruderschaft hinter mir her war. Und sicherlich gibt es genug Pflichten für mich im Haus Redoran. Ich hoffe, dass Caius Cosades nicht mit neuen Befehlen für mich aus Cyrodiil zurückkehrt. Mir ist dieses Land mehr ans Herz gewachsen, als in drei Monaten möglich sein sollte - vieleicht ist auch das ein Echo meiner Vergangenheit- ich habe einen Wahnsinnigen getötet, der Morrowind wieder in die Freiheit führen wollte, aber ich glaube nicht, dass Morrowind - dass Resdayn seine Freiheit nicht verdient. Sollte das Kaiserreich fallen und meine Pflicht ihm gegenüber enden, wäre ich dankbar - doch ich bin als Klinge vereidigt und werde meinen Eid nicht brechen, wenn nicht Eid gegen Eid steht.
...als ich gehen wollte, erschien mir Azura. Sie hat mich von der Prophezeiung losgesprochen, gesagt, sie sei erfüllt. - doch dass Morrowind mich noch immer braucht. Außerdem gab sie mir einen magischen Ring. Ich weiß nicht genau, wie ich mich fühle, aber dass meine Schuld beglichen ist - wie auch immer sie zustande gekommen ist - ist erleichternd.
Notizen:
Ich hoffe, ich habe keine von den Fehlern in den NPC-Namen mehr drin. Ich habe beim Mitschreiben ursprünglich oft welche drin gehabt und dann irgendwann regelrecht einen Sport daraus gemacht. Aber ich habe versucht, sie zu bereinigen.
