1. Abendstern

Ich bin wieder in Ald'ruhn. Der Geisterwall ist nicht mehr. Ich nehme an, das ist ein Zeichen, dass das Tribunal auch seine Macht verloren hat - aber diese Tatsache scheint noch nicht die Runde gemacht zu haben. Es gibt immer noch Pest- und Corprus-kranke Wesen und welche von Dagoth Urs Aschgeschöpfen, die zu umnachtet scheinen, um zu akzeptieren, dass ihre Sache nicht mehr ist. Aber über dem Roten Berg ist nun der Himmel klar rund die Aschstürme sind viel weniger stark geworden.

Ich habe mit Athyn Sarethi gesprochen, um zu erfahren, ob Aufgaben anstehen. In der Tat wurde noch immer sein Sohn des Mordes an seinem guten Freund beschuldigt. Nachforschungen ergaben, dass eine der Sechsten-Haus-Aschestatuetten Varvur Sarehti bei der Tat kontrolliert hatte.

3. Abendstern

Ich bin gerade in Sadrith Mora, in Hausangelegenheiten.

Nachdem ich vorgestern den Hlaalu-Adligen Ondres Nerano dazu bringen sollte, aufzuhören, schlecht über unseren verblichenen Ratsvorsteher zu reden - er weigerte sich und forderte mich zum Duell. Er besaß allerdings offenbar noch nicht einmal Waffen und selbst mit seinen Fäusten kaum Geschick. Ich bin nun selbst kein großer Faustkämpfer, aber ich hatte kein übriges Schwert, das ich ihm hätte anbieten können, und es wäre kaum ehrenhaft gewesen, mit der Klinge auf einen Unbewaffneten loszugehen. Ich bin also froh, dass wir keine Zuschauer hatten, denn besonders elegant war keiner von uns beiden. Es gelang mir mehrfach, Serjo Nerano zu Fall zu bringen, doch er rappelte sich mindestens dreimal wieder taumelnd auf, ehe er klein bei gab, wenn auch er aussah, als würde er am liebsten weiter sinnlos auf mich einschlagen. Ich bin nicht ganz sicher, ob das Verhalten noch ehrenhaft ist, oder eher ein Zeichen geistiger Einfältigkeit - aber so oder so ist die Tapferkeit und Sturheit zu bewundern - der gute Mer bräuchte nur mal eine Ausbildung, wie man kämpft...

Anschließend habe ich einen Schmugglerposten aufgebracht und gerade habe ich Delyna Mandas, die Enkelin des Redoran-Vertreters in Ebenherz, befreit, die in Tel Fyr gefangen gehalten wurde. Den Grund verstehe ich nicht wirklich. Divayth Fyr tat, als habe er noch nie von ihr gehört, und meinte, ich könne gerne nach ihr suchen, während seine Töchter den Namen zu kennen schienen, aber sagten, das sei Sache ihres Vaters. Letztendlich saß sie in einer Zelle hinter einer simplen mit einer Falle versehenen Tür, unbewacht. Weder sie noch irgendwer im Fyr-Haushalt waren auskunftsfreudig, WAS da vorgefallen war - aber sie war sehr froh, wieder frei zu sein und eilte fort, um Pflichten nachzukommen, die sie in ihrer Gefangenschaft versäumt hatte... eine hübsche junge Dame. Sie gab mir ein Amulett, das ich als ihr Zeichen ihrem Vater bringen soll, der anscheinend durch ihren Verlust den Verstand verloren hat - sein Vater Llerar sagte etwas, das danach klang, als sei sie nicht das erste Mitglied der Familie, das in irgend einem Zwist mit Haus Telvanni verloren gegangen sei. Ich habe nicht weiter nachgefragt, es wirkte etwas zu persönlich.

4. Abendstern

Ich habe Delynas Amulett zu ihrem Vater Arethan gebracht. Den armen Mer hat Sheogorath fest im Griff, aber wenigstens hat dieses Lebenszeichen seiner Tochter ihn dazu gebracht, aufzuhören, sich als Räuberhauptmann zu gebärden. Er hieß mich, seinen Freund Athyn Sarethi zu bitten, ihn doch einmal wieder zu besuchen.

Athyn Sarethi beförderte mich zum Rang eines Hausvetters, als er hörte, dass ich es tatsächlich geschafft hatte, diese Sache ohne Blutvergießen zu regeln.

Anschließend hörte ich mich bei den anderen Ratsherren um, ob weitere Aufgaben anstünden. Garisa stellte mir in Aussicht, sich für meinen weiteren Aufstieg in der Haushirarchie einzusetzen, wenn ich ihm helfen könnte, die Schließung der Caldera-Minen zu veranlassen. Er meinte, angesichts der involvierten Parteien werde es sicherlich nicht schwer fallen, Hinweise auf Korruption zu finden. Und in Betracht der Tatsache, dass Caldera dem Vernehmen nach ursprünglich Redoran-Territorium war, kann ich dem nur zustimmen. Ich werde mich bei den Minenarbeitern und Sklaven dort umhören, ich verstehe mich mit einigen von ihnen recht gut - zumindest waren sie immer recht freundlich.

Vielleicht werden sie sich nun aber auch nicht mehr trauen, mit mir zu reden - seit ich Dagoth Ur besiegt habe, verfallen die meisten einfachen Leute und selbst einige gestandene Krieger in ehrfürchtiges Stottern, wenn sie mich sehen. Es hat definitiv seine Vorzüge, KEIN landweitbekannter Held zu sein.

Brara Morvayn bat mich, die 'entstellten Kreaturen von jenseits des Geisterwalls' in ihrem Haus zu töten, im Kampf gegen die ihr Mann und ihr Sohn gestorben waren. Anscheinend hatte es auch in ihrem Haushalt eine Aschestatue gegeben und sie meinte, diese habe die Kreaturen angezogen. Sie hieß mich, die Statue finden und zur Vernichtung in den Tempel bringen. Die Kreaturen erwiesen sich als Corprusopfer. Das Haus war sehr verwüstet und es gab überall Zeichen des Sechsten Hauses - ich frage mich, wer sie angebracht hat. Vielleicht waren die Corprus-Wesen noch etwas bei Verstand, als sie eindrangen. Oder einer der Morvayns wurde von der Statue kontrolliert, wie ja auch Varvur. Wie dem auch sei, ich habe die Statue an Lloros Sarano übergeben, der sie vernichten wird. Ich glaube, es wird noch lange dauern, ehe alle Reste von Dagoth Urs Wahnsinn Morrowind verlassen haben werden.

Ich habe einen Abstecher nach Ald Velothi gemacht, da Athyn meinte, Theldyn Virith könnte Aufgaben für mich haben (hatte er: Ich soll eine Expedition der Redoraner suchen, die einige Telvanni aus dem Velothi-Turm Shishi vertreiben sollte). Unterwegs bin ich einem Träumer begegnet, der zwar keine Entstellungen aufwies, für den die Zerstörung der Macht des Herzens aber wohl doch zu spät kam. Er brabbelte irgendetwas von der Stille und raunzte mich an. Letzteres ist natürlich nicht das Problem. Ich frage mich nur, wie vielen anderen es so ergangen ist, wie ihm.

5. Abendstern

Ich habe Theldyn den Bericht gebracht. Er bedankte sich. Jedoch muss ich sagen, dass irgendetwas an der Situation in Shishi seltsam war: Einer der Soldaten meinte, obwohl sie alle Telvanni (und keiner von denen war ein Dunmer, ich bezweifle, dass es Leute von irgendeiner Bedeutung in Haus Telvanni waren, wenn überhaupt Telvanni) getötet hätten, höre er im unteren Raum oft seltsame Geräusche - ich konnte jedoch nichts finden. Und auch, dass der Anführer des Unternehmens, Breram Selas, einfach vergessen zu haben schien, den Bericht anzuschicken, ist sonderbar. Ich habe den Bericht nicht angesehen, vielleicht wäre darin eine Erklärung zu finden gewesen.

6. Abendstern

Ich versuche gerade, für Serjo Garisa Llethri Beweise der Korruption in Caldera zu finden. Seltsamerweise war es ausgerechnet eine Khajiit-Sklavin, die mir sagen konnte, wo in seinen Gemächern Odral Helvi seine geheimen Aufzeichnungen hat. Ich kann nur annehmen, dass sie nicht immer in den Minen eingesetzt wurde. Nun muss ich also ein Buch stehlen... nicht gerade mein Fachgebiet, aber wenn es hilft, einen Rechtsbruch aufzudecken, wo Haus Redoran benachteiligt wurde...

Das Buch war leicht zu finden, anscheinend wird Geld zur 'Aschland-Vermögensverwaltung' bei Seite geschafft.

Garisa Llethri möchte nun, dass ich die Schließung der Caldera-Minen veranlasse - wie, da gab er mir keinen Hinweis. Aber es ergibt Sinn - wenn er mich als neues Ratsmitglied befürworten soll, ist es nur sinnvoll, dass ich ihm zuerst einen Beweis bringe, dass ich in der Lage bin, die Interessen von Haus Redoran auch auf schwierigem Pflaster zu vertreten.

Ich bin aber außerdem noch bei Hlaren Ramoran vorbeigegangen. Athyn hatte gemeint, seine Familie habe - ähnlich der seinen - in letzter Zeit Schwierigkeiten gehabt und er könne Hilfe gebrauchen - da ist es mir egal, ob ich seine Stimme im Rat brauche, ich helfe gerne. Tatsächlich hat er mich aber nur darum gebeten, Steuern aus Gnisis für ihn abzuholen und eine alte Bekanntschaft, Nabilie Saren, in Vivec für ihn zu finden, um herauszufinden, wie es ihr geht. So wie er über sie sprach, klang es, als wäre sie eine alte Flamme.

Ich werde nun nach Caldera und dann nach Vivec reisen.

Das Schließen der Minen gestaltet sich schwierig. Wir haben vielleicht die Korruptionsbeweise - doch die Verwaltung besteht aus Kaiserreichs- und Hlaalu-Leuten. Mehrere Leute hier gaben mir unmissverständlich zu verstehen, dass ich die Minenvorsteher töten müsste, um weiter zu kommen - doch keiner von ihnen ist die Art von Person, die auf eine Herausforderung eingehen würde. Ich bin daher zu den Sklaven und Minenarbeitern gegangen - dort habe ich ja schon vorher guten Rat erhalten. Die kleinen Leute sehen eben andere Dinge.

Eine Sklavin meinte, ich sollte die Sklaven befreien und so einen Aufstand anstiften. Sicherlich war der Rat nicht uneigennützig, aber es könnte funktionieren. Es scheint mir immer noch eine sehr verschlagene Technik - doch wenn der ehrliche Weg durch die Unehrlichkeit der Feinde unmöglich ist, ist dies zumindest noch der weniger ehrenrührige Weg.

7. Abendstern

Ich habe Navilie Saren gefunden - sie lebt entehrt als Kleinhändlerin in St. Olms. Ihre Familie wollte kaum darüber reden und warnte mich, mit ihr zu sprechen, würde einen selbst entehren. Was auch immer sie getan hat, um in diese Situation zu geraten, ich habe ihr dennoch Serjo Hlaren Ramorans Anliegen vorgetragen - sie erwiderte, sie möge 'seine Art, wie ein verwirrter Skrib herumzulungern' nicht und würde selbst in ihrer Lage nicht mit ihm sprechen wollen. Das alles spricht von einer sehr schwierigen Vergangenheit der beiden - doch das ist nicht meine Angelegenheit. Ich werde nach Ald'ruhn zurückkehren und Hlaren Ramoran berichten, und auch Garisa Llethri mitteilen, dass wegen der Sklavenflucht die Minen stilliegen, und nun ein guter Zeitpunkt wäre, auf den Putz zu hauen, um sie ganz zu schließen oder die Anerkennung, dass Caldera Redoran-Territorium ist, zu bekommen. Da muss es ja irgendwo noch legitime Dokumente geben.

Garisa Llethri gab mir als Dank für meine Bemühungen in Caldera ein paar Ebenerzstiefel und seine Unterstützung, und auch Hleran Ramoran, obgleich enttäuscht von meinen Neuigkeiten, gewährte mir seine Stimme. Miner Arobar hingegen, der letzte Ratsherr, dessen Fürsprache ich brauche, lehnte ohne Erklärung, mit nur einem höflichen 'Ich habe nichts gegen Euch, aber ich kann Euch nicht helfen' ab. Athyn sieht darin ein weiteres Indiz zusätzlich zu Miner Arobars Stimmverhalten im Rat, dass er unter Telvanni-Einfluss steht. Ich werde nun also in Sadrith Mora Nachforschungen anstellen. Und dabei sicherlich so subtil wie ein balzendes Kagouti sein, ich kenne mich.

Der Herr im Torbogen, der die Urkunden der Gastlichkeit ausstellt, Angaredhel, heißt er, denke ich (irgendwie klingt sein Name jedenfalls fast wie ein Altmer-Name), meinte, Neloth habe bei Miner Arobars Verhalten die Finger im Spiel. War nicht schwer zu erfahren, die Telvanni sind bei so etwas ziemlich schamlos. Oder Aredhel mag mich einfach.

In Tel Naga waren die Leute allesamt verschlossen, was das Thema betraf. Im Ort wussten mehrere Einheimische nur das Selbe zu berichten, wie Angredhel. Schließlich habe ich mich entschlossen, in der Dreckigen Muriel zu fragen - so verlottertes Volk hat seine ganz eigenen Kanäle, das muss man ihnen lassen. Und tatsächlich erfuhr ich dort, Nartise Arobar werde von einem Telvanni als Geisel gehalten. Ich werde noch weiter fragen, doch zusammen beginnt sich ein schlüssiges Bild zu ergeben.

Ich habe Nartise befreit und zum Hafen gebracht - ich schlug ihr vor, lieber direkt den Teleport nach Ald'ruhn zu nehmen, doch sie ist anscheinend kein Freund dieses Transportmittels und meinte, auf dem Schiff sei sie sicher genug. Ich bot ihr auch an, sie wenigstens weiter zu begleiten, aber sie meinte, sie würde sich nicht noch einmal überraschen lassen, und würde den Weg alleine schaffen. Ich kann nicht mehr tun, als meine Hilfe anbieten.

Sie trug mir auf, ihrem Vater Miner Arobar Bescheid zu geben, dass sie frei sei.

Miner Arobar dankte mir und entschuldigte sich für sein vorhergehendes Verhalten. Er sagte mir seine Unterstützung in meinen Bemühungen um einen Ratssitz zu.

Ich habe mit Galsa Gindu über den Bau einer Festung gesprochen - ich brauche nun also einen Bauauftrag vom Herzog.

8. Abendstern

In Ebenherz bin ich noch nicht dahinter gekommen, wie ich nun an eine Baugenehmigung kommen kann. Der Herzog selbst ist nicht so einfach zu sprechen und alle Leute fühlen sich nicht zuständig. Am Ende bin ich nun völlig abgelenkt worden: Ich habe nämlich die Magierin gefunden, die Transporte nach Gramfeste anbietet, anscheinend hatte es wegen der Pest eine teilweise Abriegelung Vvardenfells gegeben, die noch nicht wieder aufgehoben ist. Ich hatte das gar nicht so richtig mitbekommen - keiner redet davon, Versorgungsengpässe gibt es nicht und ich hatte bisher nicht versucht, zu gehen. Wie dem auch sei, Asciene Rane meinte, sie könnte mich sofort nach Gramfeste bringen. Ich war etwas überrumpelt (ich hatte gedacht, es würde vielleicht eine Schiffsverbindung geben) - aber da ich nicht sicher war, ob ich sie noch einmal später wiederfinden würde, habe ich ihr Angebot angenommen - und hier bin ich nun.

9. Abendstern

Auf Grund des Rates einer Königlichen Wache habe ich mich auf der Suche nach der Dunklen Bruderschaft in die Kanalisation begeben. Ihr Versteck in den Ruinen von Alt-Gramfeste habe ich dann auch gefunden. Glücklicherweise bin ich der Bande der Schwarzen Pfeile nicht begegnet - alle sagten mir, selbst als mächtiger Krieger sollte ich vor diesen als Bettlern getarnten Raubmördern reißausnehmen, da sie hochgiftige Pfeile werfen.

Mit einigen mehr Gift-neutralisierungs-Tränken würde ich diese Aussage ja auf die Probe stellen, aber ich bin gerade etwas voll bepackt, und doch denkbar schlecht ausgestattet. Eine Frau, Narisa Adus, bat mich, den Geist ihres Geliebten Variner, der im Kampf gegen die Schwarzen Pfeile fiel, nach Nachricht für sie zu fragen, sollte ich ihn sehen.

Die Dunkle Bruderschaft selbst haust in Ruinen - sie müssen schon Jahrtausende alt sein, den Stalagmiten und Stalaktiten nach zu schließen. Ich frage mich, ob diese Stadt die aktuelle war, als mein früheres Selbst am Leben war - und wie sie so tief versunken ist. Erdbeben vielleicht?

Bisher habe ich zwar gegen jede Menge Dunkle Brüder gekämpft, aber einer Antwort, warum mich jemand tot sehen will (jemand, der dafür eine unter Dunmer nicht angesehene Assassinengilde benutzen würde, wohl gemerkt), bin ich nicht näher gekommen.

Ich habe ein wenig in einer der Ruinen gerastet und werde nun weitersuchen.

Habe jemanden gefunden, der hier etwas zu sagen zu haben schien - Dandras Nules - es war ein langer Kampf. Er verteidigte sich gut, auch wenn er kaum einen Treffer landete. Er starb mit den Worten: "Richtet meinem Herren aus, dass ich versagt habe." Bei seinen Sachen fand sich der Auftrag, mich zu töten, beauftragt durch einen "H.".

Ich würde ja gerne den Wunsch eines Sterbenden ehren - insbesondere, da ich ohnehin seinen Auftraggeber stellen möchte - aber leider ist "H" eine etwas vage Angabe, gelinde gesagt - selbst wenn man in Betracht ziehen muss, dass dieses H reich genug, um einen Mord zu beauftragen, und an meinem Tod interessiert sein muss. Vielleicht können die Wachen mir weiterhelfen - Kriminalität bekämpfen ist ja ihr Beruf.

Gramfeste ist wirklich eine beeindruckende Stadt. Sie kann sich an Größe leicht mit den Städten in Cyrodiil messen, aber wirkt ganz anders. Ich bin bei nur einem Gang über den Basar darum gebeten worden, einer jungen Dame zu helfen, einen freundlichen Mann zu finden, wurde fast für eine Theatergruppe rekrutiert und wurde in einen Kampf gegen einen zerlumpten Irren verwickelt, der sich für einen mächtigen Zauberer-Tyrannen hielt...

Nach vielen Gesprächen mit der Bevölkerung hat sich doch der Verdacht erhärtet, dass mein "H." niemand anderes als der König höchst selbst ist - er entledigt sich wohl oft seiner Gegner - obgleich ich nicht weiß, wie ich ihm zum Zeitpunkt des Attentates schon ein Dorn im Auge sein konnte. Ich könnte nachvollziehen, wie er sich von meinem Einfluss als Nerevarine und Hortator bedroht fühlen könnte, aber zu dem Zeitpunkt, als die Assassinen zu mir kamen, wusste ich noch nicht einmal davon, dass ich von der Prophezeiung betroffen sein KÖNNTE. Ich war nichts als ein beliebiger entlassener Gefangener, der kleine Aufträge für den kaiserlichen Geheimdienst ausführte und gelegentlich Banditen jagte! Doch ich fürchte, ich werde nie mehr erfahren. Jemand riet mir, wegen der Bruderschaftsangriffe mit Tienius Delitian, dem Hauptmann der Königlichen Wache, zu sprechen. Es hieß, er sei Helseth loyal ergeben, aber auch ein Mann von Ehre - nun, er gab auf Konfrontation mit dem Brief zu, dass Helseth meinen Tod beauftragt hatte und bot mir an, ich könne mich mit dem König gut stellen, wenn ich in Erfahrung brächte, wie die Leute über den Tod des letzten Königs - Athyn Llethan, redeten. Doch da ich bereits aus Gerüchten wusste, dass er ziemlich sicher von Helseth ermordet worden war und ich mir denken konnte, dass dieser Späh-Auftrag darin münden würde, die 'Verleumdungen' zum Schweigen zu bringen, lehnte ich ab. Tienius ist ein loyaler Mann, aber er hat einen fragwürdigen Geschmack darin, WEM er loyal ist. Ich weiß, dass ich mir das Leben nicht gerade leicht mache, indem ich den König als Feind behalte, aber was soll ich sonst machen - den König zum Duell fordern? Ich habe den starken Verdacht, das würde nicht funktionieren. Vieleicht sollte ich Gramfeste zunächst verlassen, und mich auf Vvardenfell umhören, wie weit Helseths Einfluss dort reicht... vieleicht fällt mir noch eine Möglichkeit ein, wie ich herausfinden kann, WIE Helseth auf die Idee gekommen ist, mich beseitigen zu wollen - und wie schlimm er als König ist. Nach allem, was ich höre, ist er vor allem gut im Meucheln. Aber so übel das ist, die entscheidendste Frage ist ja: Dient er als König dem Wohl Morrowinds? Aus einem Pamphlet seiner Gegner habe ich zumindest entnommen, dass er zuweilen seinen Einfluss geltend macht, um Steuer- und Zolllasten für gewisse Parteien - auf freilich nicht legale Wiese - zu lindern. Wenn er diese Fähigkeit auch zu Gunsten Morrowinds einsetzte, wäre das, angesichts der Ungerechtigkeit dieser Zölle, ein Punkt für ihn.

Bin für's Erste wieder in Ebenherz und habe vom Herzog ohne Umschweife den Bauauftrag gekriegt - nachdem ich den Mann endlich gefunden hatte! (Ich werde mich in kaiserlichen Festungen nie zurechtfinden...)

Später werde ich aber bestimmt noch mal nach Gramfeste reisen - und dabei größte Vorsicht walten lassen.

10. Abendstern

Meine Festung ist in Auftrag. Es ist ein seltsames Gefühl. Ich bin so viele Jahre durch die Gegend geirrt. Und nun habe ich, in nur wenigen Monaten, einen Ort gefunden, der sich anfühlt, als wenn ich wirklich hier hergehöre...

Während ich auf das Voranschreiten der Bauarbeiten warte, werde ich endlich nach Solstheim reisen und dem stotternden Bretonen helfen, seine Expedition wiederzufinden.

11. Abendstern

Solstheim ist ein Loch... kalt und voller Nord - und keiner hat eine Ahnung, wo dieses "Auge des Wolfes" zu finden ist... aber dafür bestürmen einen alle mit vielen anderen Bitten, zu denen ich kaum "Nein" sagen kann. Vor allem der Legionsposten hier, die Eisfalterfestung. Der Hauptmann scheint überzeugt zu sein, dass ich die Lösung für alle Probleme bin, die sie gerade haben.

Er möchte, dass ich Fällen von Waffenschmuggel nach Vvardenfell nachgehe und dabei mit seinen Leuten kooperiere. Ich werde gerne helfen - aber erst einmal muss ich sehen, dass ich meine Ausrüstung ausbessere und alle die Dinge loswerde, die sich am Grunde meiner Tasche angesammelt haben... es wird mir gerade wirklich zu nervig, wie ein Packesel herumzulaufen.

14. Abendstern

Nachdem ich mich in Ald'ruhn etwas ausgeruht und in Caldera einige wertvolle Stücke an den seltsamen Skamp verkauft habe, der dort mit einer Gruppe Orks zusammenlebt, habe ich beschlossen, da es noch immer eine Weile dauern wird, ehe die ersten Teile meiner Festung stehen, hinzugehen und Meister Aryon mit seiner Allianz mit den Zainab auszuhelfen - Leute vereinen, indem ich sie alle von meiner Führungsqualität überzeuge, ist schließlich das Eine - aber das Andere, das daraus folgt ist, dass ich mich für diese Einheit auch einsetze.

Ich bin von Ald'ruhn aus über den Roten Berg gewandert - es tut gut, gelegentlich einfach querfeldein zu laufen.

Der Anführer von Aryons Söldnergarde, Turedus Talanian, hat mich gebeten, herauszufinden, was für Handelswaren bei den Zainab auf Interesse stoßen würden, um mit Handel gute Beziehungen aufzubauen.

Die Zainab-Krieger, mit denen ich sprach, meinten, ihr Stamm bräuchte nichts von den Siedlern. Eine der Frauen meinte jedoch, Krankheitsheiltränke seien ein notwendiges Gut - sie sagte aber auch, dass bei den Aschländern niemand auf Frauen hören würde... ihre Kultur hat da doch ihre Eigenheiten. Ich denke mal, ich kann froh sein, ein Mann zu sein. Wäre Nerevar als Frau wiedergeboren worden, ich weiß nicht, ob ich mir den Respekt der Ashkhans hätte verschaffen können...

15. Abendstern

Auf dem Weg zurück nach Ald'ruhn bin ich noch bei Berwen in Tel Mora vorbeigegangen, um mich zu erkundigen, ob Girith mit seinen wiedererlangten Guarhäuten gut angekommen sei. Sie bejahte und bedankte sich überschwänglich. Sie gab mir Heiltränke und einen Ring, der zwar unscheinbar aussieht, aber den Gegner verheerend schwächen kann. Da das nicht meinem Kampfstil entspricht (ich siege lieber durch mein Können), werde ich den wohl verkaufen.

Ich habe mit Galsa Gindu und anschließend in Bal Isra mit dem orkischen Vorarbeiter gesprochen. Die Arbeiten an meiner Festung gehen gut voran.

16. Abendstern

Auf Solstheim habe ich heute den ganzen Tag vergeblich am Fjalding-See nach der verschollenen Missionarin gesucht. Ich habe sogar - aber nur mit Kälteresistenz-Tränken - im See getaucht, für den Fall, dass sie ertrunken sei. Aber sie ist nirgends zu finden. Hier ganz in der Nähe ist diese 'Methalle', Thirsk, das soll ein Ort ungeschlachter Nord sein. Dort werde ich fragen. Vielleicht hat sie ja dort versucht, predigen zu gehen. Im Übrigen ist Solstheim eine triste, einsame Gegen mit monströsen Tieren und barbarischen Bewohnern. Ich verstehe mittlerweile, weshalb die einhellige Meinung auf Vvardenfell ist, dass Solstheim ein trostloser Ort ist.

Das einzig Spannende hier sind Goblins auf Kampfschweinen (oder so was in der Art).

17. Abendstern

In den frühen Morgenstunden bin ich wieder zur Eisfalterfestung zurückgekehrt - mit der vermissten Missionarin Mirisa. Ich mag ja von Missionaren nicht viel halten, doch die Dinge, die ihr angetan wurden... ehrlose und niederträchtige Rohlinge ist das höflichste, was mir zur Bezeichnung der 'Brüder der Methalle' einfällt. Sie alle wussten, dass einer der ihren die Frau in seinem Zimmer eingesperrt hielt und ihr unaussprechliche Dinge antat - und sagten, sie könnten nichts tun, da er ein Clanbruder sei. Eine Gemeinschaft, die ihre Mitglieder für Untaten nicht bestraft, ist ihren Namen nicht wert. Kein einziger von ihnen war bereit, zur Verteidigung der Frau einzutreten - das ist, was Nord unter Ehre verstehen, pah! Ich habe den Untäter im Zweikampf getötet. Die Leute von Tirsk meinten, es sei nicht schade um ihn. Es ändert nichts daran, dass sie selbst der Verachtung wert sind.

18. Abendstern

Ich habe mich des Schmuggler-Problems angenommen und dazu Saenus Lusius' Hilfe in Anspruch genommen, denn kämpfen kann ich selbst gut genug. Es war nicht allzu schwer, mit seiner Erfahrung und Kenntnis der Leute einen Hinweis auf das Versteck der Schmuggler zu bekommen. Der Kampf gegen diese stellte sich allerdings als herausfordernder als erwartet dar, da sie alle Lähmungszauber auf ihren Waffen hatten - nicht gerade die feine Art... aber schlau, das muss man ihnen lassen. Der Anführer der Bande bat mich, ihn im Tausch für eine Axt entkommen zu lassen. Er mag, wie Lusius meinte, 'Mäuler zu stopfen' haben, aber irgendeine Ausrede finden alle Kriminellen. Es muss wohl nicht erwähnt werden, dass ich NICHT darauf eingegangen bin.

Das eigentlich Bemerkenswerte - und hochgradig Beunruhigende - ereignete sich heute Nacht, als wir zur Festung zurückkehrten: Denn diese war von einer Meute Werwölfe überrannt worden - laut Gaea Artoria sogar einer fremdartigen Art dieser Wesen. Der Hauptmann ist seit dem Angriff verschollen, Gaea hat mich beauftragt, bei einem Dorf von Nord-Eingeborenen, den 'Skaal', nachzuforschen. Sie hatte wenig gute Worte für dieses Volk übrig - und da es Nord sind, bin ich geneigt, ihr zu glauben - allerdings waren ihre Gründe etwas zweifelhaft. Wolfs- und Bärengeister zu verehren klingt sicher etwas primitiv, und es IST möglich, dass sie mit Hirkine im Bunde sind, aber für mich klangen ihre Beschimpfungen doch mehr nach der üblichen Kaiserkult-Skepsis gegenüber nicht-Aedra-Anhängern.

Wie dem auch sei, Gaea gab mir einen Skaal-Schädel, den ich den Skaal bringen soll, um mich mit ihnen gut zu stellen. Ich kann nur annehmen, dass der Schädel aus einem Grab entwendet wurde und sie ihn zurück haben möchten - denn sonst kann es kaum als Zeichen der Freundschaft gedeutet werden, den Schädel eines Ansässigen ins Dorf zu tragen... ich frage mich, weshalb Gaea den Schädel parat hatte - sie wirkt recht anständig und ich möchte sie nur ungern der Grabräuberei verdächtigen, und selbst wenn, ist es wohl weniger schwerwiegend, bei einem Volk, das nicht so in Gemeinschaft mit den Toten lebt, wie wir Dunmer... aber trotzdem. Nord mögen ungeschlachte Barbaren mit liederlicher Moral sein - aber auch sie achten ihre Ahnen sehr hoch.

Wie dem auch sei, ich werde mich wohl oder übel auf machen, um den Hauptmann zu finden - wo auch immer ich hingehe, diese Dinge bleiben immer an mir hängen, selbst bei der Legion, und dabei haben die Leute, die dafür ausgebildet sind!

Trotzdem, sie wirken so aufgelöst, es wäre unmenschlich, meine Hilfe NICHT anzubieten. Aber zuerst muss ich meine Rüstung wieder ausbessern, die hat im letzten Kampf doch einige Dellen bekommen... verfluchte Lähmungszauber!

19. Abendstern

Ich habe das Skaal-Dorf erreicht. Seltsame Leute. Sie scheinen ganz anders als andere Nord, aber ihre Religion ist die Seltsamste, von der ich je gehört habe. Sie reden immer zu von 'dem Schöpfer'. Keine Ahnung, welchen Gott sie damit meinen, an der Schöpfung der Welt waren ja einige beteiligt. Und sie brechen in andächtige Begeisterung aus, wenn sie von Dingen wie 'Schnee' oder 'Wölfen' oder 'Bären' reden. Und irgendeine Welt-Harmonie ist ihnen anscheinend auch sehr wichtig.

Da ich im Auftrag der Kaiserlichen hier bin, hat mich ihr Clanführer, oder wie nun die korrekte Bezeichnung für Tharsten Herzfangs Amt ist, beauftragt, die Frevel gegen diese Harmonie, die die Legion verursacht haben soll, wieder gut zu machen…

Und überall liegt hier Schnee. Wenn ich bedenke, dass ich noch immer keine Spur dieses Windschiffs habe, dessentwegen ich EIGENTLICH nach Solstheim gekommen bin...

Wenigstens scheinen die Skaal auch einen gesunden Hass auf Werwölfe zu haben.

20. Abendstern

Ich bin gerade auf einer seltsamen Queste zu magischen Menhiren, auf die mich der Skaal-Schamane geschickt hat. Mit einer Kindergeschichte und einer Karte als Hilfestellung... immerhin, einen dieser Steine habe ich schon mit dem 'Ritual der Geschenke' bedenken können - aber ich muss noch über die ganze Insel. Und Solstheim ist wirklich voll von Leuten, die nichts wollen, außer Fremden den Schädel einschlagen.

Gerade war ich in einer Höhle - dachte, vielleicht finde ich einen Rastplatz... aber stattdessen war dieses Eisloch voll mit Fryse-Hexen - es war gruselig. Sie taten nichts. Redeten nicht, traten nicht von einem Fuß auf den anderen - ja blinzelten nicht. Und sie alle sehen bis aufs Haar gleich aus. Man sollte meinen, nach der ganzen 6.-Haus-Sache sollte eine Insel voller Zwillinge mich nicht mehr einschüchtern, aber wenigstens haben Dagoth Urs Aschkreaturen sich noch wie Leute benommen - wie wahnsinnige Leute, aber immer noch wie Leute. Diese Frauen hier sehen vielleicht normal aus - aber wie sie in dieser Höhle stehen... das ist als wären sie inaktive Dampf-Zenturionen oder so. Angeblich stehen sie im Dienste Kynes - zumindest sagen die Leute hier das. Wenn das wahr ist, dann ist Kynareth gerade offiziell bei mir zur gruseligsten Aedra avanciert.

Es ist verdammt kalt! Ich suche schon die ganze Nacht nach einem Rastplatz. Ohne Erfolg. Gerade eben bin ich an einer Dwemer-Ruine vorbeigekommen - und im Gegensatz zu denen auf Vvardenfell sah die wirklich wie eine Ruine aus - und überall wimmelte es von diesen "Rieklingen". Was die eigentlich sind, konnte mir noch keiner sagen. Ich bin auf die Leiche einer Dunmerin getstoßen, hübsch und jung, ein Jammer. Ich habe keine Ahnung, wer sie war. Außer schlichter Kleidung und einem Stahldolch ohne Verzauberung hatte sie nichts dabei - wenn sie nicht gerade ausgeraubt wurde (und wie diese Rieklinge drauf sind, würden die wohl eher Schuhe als Gold oder Waffen stehlen), scheint sie mir keine Abenteurerin gewesen zu sein. Ich frage mich, was sie in diese fürchterliche Einöde verschlagen haben mag. Wenn ich wieder in zivilisierte Gegenden komme, werde ich die Ohren offen halten, ob jemand eine junge Frau vermisst. Gerade kann ich nichts weiter tun, als beten, dass ihre Seele zu ihren Ahnen gefunden hat. Das hier ist wahrlich kein schöner Ort zum Sterben... allerdings auch nicht zum Leben...

Verdammt ich bin so müde - aber wenn ich mich in dieser Kälte hinlege, wache ich sicher nicht mehr auf.

Ich... ich bin in der Höhle des Wassers des Lebens - durchgefroren - und halb ertrunken... oh, wenn ich doch ein Feuer hätte... aber ich Depp kann ja nicht einmal den einfachsten Feuerzauber - nein, ich MUSSTE ja einen Blitzzauber lernen, als ich mich entschieden habe, mich doch einmal an Zerstörungsmagie zu versuchen. Kann ich es wagen, einen Frostresistenztrank zu trinken und kurz zu schlafen? Es ist gar nicht soo kalt hier, oder?

20.? 21.? [Nachtrag: Definitiv schon der 21. Ich habe LANGE geschlafen]

Azura sei gedankt! Ich lebe noch. Das hätte ich nie und nimmer ausprobieren sollen, anscheinend war ich gestern schon zu umnachtet, um die Gefahr noch realistisch einzuschätzen... Ein Glück dass der Trank wohl wirklich lange genug gehalten hat... und ein Glück, dass ich hier in der Höhle einen Wasseratemtrank gefunden habe - so werde ich es vielleicht besser wieder heraus schaffen.

22. Abendstern

Ich habe das Ritual des Erdsteins abgeschlossen. Die Sache mit der 'Melodie der Erde' war seltsam, fast klang es als hätte jemand aus dem Stöhnen der Erde während eines Bebens ein Musikstück gemacht.

Nun bin ich im Kolbjornhügelgrab, um für einen verschrobenen Nord namens Geilir seine von Draugr (das sind diese untoten Nord, die selbst im Tode noch nicht genug von betrunkenen Kneipenschlägereien zu haben scheinen) entführte Freundin zu finden. So, wie er über sie redete (er sagte, er habe sie aus dem Grab 'befreit' und nun spräche sie 'zu ihm') klingt so, dass ich halb befürchte, er ist wahnsinnig und es handelt sich bei Oddfried, seiner Freundin, am Ende um eine Mumie - aber es kann auch sein, dass sie wirklich eine Frau in Not ist, also werde ich nach ihr suchen.

Ich hatte Recht. Oddfried ist ein Schädel. Sollte ich mir Sorgen machen, dass ich den Geist Wahnsinniger so gut verstehe, dass ich das bereits geahnt hatte? Sheogorath ist wohl allen, die mehr als nur ein ruhiges Leben führen, manchmal näher als es gut tut. Azura gib, dass ich nie als eines dieser traurigen, brabbelnden Geschöpfe ende, die er sein Eigen nennt!

27. Abendstern

Sonnen- und Baumstein sind nun auch bestanden. beim Sonnenstein war ich sehr dankbar, den Ring Azuras zu tragen - andernfalls hätte ich in der Penumbra-Halle meine Hand nicht vor Augen gesehen. Das Baumritual war schwer, ich musste gegen sechs Zweiglinge zugleich kämpfen - zum Glück habe ich einen strategischen Hügel gefunden, von dem aus ich von oben Schläge austeilen konnte. In dem Gemetzel hätte ich den Riekling, der den Samen der ersten Bäume bei sich trug, fast nicht wiedergefunden.

Oh, und ich glaube, ich bin auch auf den Verantwortlichen für die Mondzuckervergiftungen gestoßen, über die sie sich auf der Festung solche Sorgen machen. Ein Irrer, der in einer Hütte im Wald wohnt und sich 'Onkel Schleckermaul' nennt. Sein khajiitischer Gehilfe hat sich mit den Drogen anscheinend bereits in den Tod gebracht.

Nachdem ich für den Tierstein die halbe Nacht bei einem verwundeten weißen Bären gesessen habe, bis er sich soweit erholt hatte, dass er wieder laufen konnte, bin ich zum Skaaldorf zurückgekehrt, wo mir der Häuptling einen weiteren Test stellte, nachdem er mir eine magische Keule überreichte, die dem Stamm wohl sehr viel bedeutet - ich wusste nicht, wie ich höflich ablehnen sollte, aber habe erklärt, dass ich sie später mitnehmen werde, wenn ich weniger Gepäck habe - es ist ein Kraftakt, allein das Ding hochzuheben - und ich bin bei Weitem kein Schwächling! Es sagt so viel über nordische Kampftaktik aus... ich bevorzuge die tödliche Präzision und Geschwindigkeit meiner Klinge - was nicht heißt, dass ich den symbolischen Wert der Gabe nicht achten würde.

Die nächste Aufgabe war es, ein Verbrechen zu untersuchen. Ich bin da kein Experte, aber beharrlich Fragenstellen kann ich. Und halbwegs Menschenkenntnisse besitze ich ebenfalls. Es stellte sich schließlich heraus, dass der Diebstahl, um den es ging, eine falsche Anschuldigung war, aus Eifersucht über die Ehefrau des Beschuldigten. Ich war recht schnell darauf gekommen. Aber einen echten Beweis zu finden, war mühsam. Stellte sich heraus, dass der Verleumder in einem Brief an besagte Frau Andeutungen gemacht hatte. Ich musste, als alles aufgedeckt war, entscheiden, ob der ehrlose Betrüger den Wölfen vorgeworfen oder verbannt werden sollte. Ich habe wenig Mitleid für ehrlose Hunde, die zu so niedrigen Taktiken greifen, aber die Barbarei, jemanden von wilden Tieren zerreißen zu lassen, mag sie hier nun als heilig gelten oder nicht, widerspricht doch meiner Moral. Die Verbannung ist auf dieser grässlichen Insel vermutlich kaum weniger schlimm - zumal für einen Mann, der nicht kämpfen kann und der Verlust der Ehre ist deutlich höher. Aber Ehre hat der Mann eh nicht mehr verdient. Mag er sterben oder leben, mir sei es gleich.

Nun soll ich noch einen 'Test der Stärke' am Fjalding-See ablegen. Aber vorher werde ich Lamnr (oder wie er heißt) helfen, seinen in den Brunnen gefallenen Sohn zu finden - auch wenn mir der Mann etwas suspekt ist, da er das Haus voller Bücher über Totenbeschwörung stehen hat. Unter dem Brunnen gibt es wohl Höhlen.

28. Abendstern

Wie sich herausstellte, hatte der verschollene Sohn sich in einem Anfall jugendlicher Rebellion als Nekromant versucht und war in den Brunnen gesprungen, um ein mächtiges magisches Artefakt zu bergen. Es war offensichtlich, dass er hauptsächlich aus jugendlicher Blödheit handelte. Daher erklärte ich ihm nur, sein Vater vermisse ihn und er solle sich doch bitte wieder einkriegen. Dass er daraufhin mit großen Augen fragte: "Was, mein Vater liebt mich noch" - und das ganze Unternehmen aufgab, ohne auch nur zu zögern, bestätigt meine Einschätzung. Ich frage mich trotzdem, wie die Nord ihre Kinder erziehen, dass bei jugendlicher Rebellion SOWAS rauskommt. Der Junge gab mir den magischen Mantel, den er gefunden hatte und erklärte vehement, ich sollte ihn zerstören - und das Ding ist auch wirklich nur für Irre von Nutzen (es macht einen empfindlich gegen SONNENLICHT, ernsthaft?!). Dann erklärte er, er würde fortgehen und erst wieder kommen, wenn er seiner Familie wieder Ehre machen kann. Ich hoffe, DAS war nicht auch noch ein Anfall von jugendlichem Drama, sondern WIRKLICH ernst gemeint.

Ich werde seinem Vater jedenfalls berichten, was vorgefallen ist.

Anschließend habe ich mich auf den Weg zum See gemacht - wo ein riesiges Feuer aus dem Wasser lohte. Der Schamane sagte, er fürchtet, dass sei ein Zeichen der 'Blutmondprophezeiung'. In der geht es anscheinend um Werwölfe. Ich hoffe, ich werde da nicht auch mit hineingezogen. Ich habe eigentlich in Morrowind genug zu tun. Ich bin immer noch nur auf der Suche nach diesem verflixten Windschiff.

Jedenfalls sollte ich in den See tauchen und dort einen mächtigen Draugr töten, der Aesliip hieß und zu Lebzeiten ein Nekromant oder so etwas war.

Als ich diesen unter dem See (die Höhlen enthalten seltsamerweise Luft) traf, erklärte er, er habe den Untod gewählt, um eine magische Barriere aufrechterhalten zu können, die die Insel vor mächtigen Frostdaedra schützt.

Er meinte aber, gemeinsam könnten wir die Monster besiegen.

Ich stimmte ihm zu und wir bekämpften die Wesen.

Ich denke, Aesliip hat die Bedrohung etwas überschätzt, aber in einer gewissen Weise hat er sich selbst für das Wohl anderer geopfert, trotz all seiner Fehler. Er ist im Kampf gegen die Atronache gefallen. Es obliegt welchen Göttern auch immer, die er verehrt, zu entscheiden, ob nun seine Frevel oder seine guten Taten überwogen haben.

29. Abendstern

Kaum war ich zurück im Skaaldorf, wurde der Ort von Werwölfen angegriffen - nicht dass ich jemals vorher welche gesehen habe, aber alle sagten, es seien welche. Wir besiegten sie zwar schnell, doch im Getümmel verschwand der Häuptling - fast so, wie auch auf der Eisfalterfestung der Kommandant beim Überfall verschwand. Ich beginne ein Muster zu sehen. Und auch wenn ich diese eisige Insel verabscheue, und meine Pflicht zu allererst Morrowind gilt, fürchte ich, dass ich mich dieser Situation annehmen muss. Erfolgreiche Helden sind leider nicht so dicht gestreut, dass ich hoffen könnte, ein Anderer könnte ihnen helfen.

Obendrein hat der Schamane mir gesagt, ich hätte mich bei den Werwölfen mit ihrem Fluch infiziert - zum Glück habe ich trotz meiner allgemeinen Krankheitsimmunität noch einen Krankheitstrank dabei gehabt - und ehe der Fluch wirkt, scheint er nur eine einfache Krankheit zu sein.

Nun soll ich ein Amulett aus einer Gruft holen, damit eine Reinigungszeremonie durchgeführt werden kann. Nur hat mir niemand den Weg dorthin erklärt... trotz aller Dringlichkeit sollte ich vielleicht doch vorher nach Vvardenfell zurück, meine Vorräte auffrischen und nach dem Rechten sehen.

Oh, und mir wurde das Haus des Verleumders überlassen, da ich als Blutsbruder des Stammes anerkannt worden bin.

Vor meiner Abreise konnte ich endlich doch die Lage der Gruft in Erfahrung bringen.