1. Erste Saat

Natürlich konnte ich bei der Attentätergeschichte nichts weiter herausfinden – aber Helseth schien zufrieden. Ich habe trotzdem Abstand davon genommen, ihm noch einmal die Möglichkeit zu geben, mir Befehle zu erteilen.

Ich wünschte, ähnliche Vorsicht hätte ich auch Almalexia gegenüber walten lassen. Es schien ja noch gerecht und gut, als sie mir auftrug, gegen einen neuen Selbstmord-Kult in Gramfeste zu ermitteln.

Doch als ich ihr berichtete, der Kult glaube, das Tribunal habe seine Macht verloren, geriet sie in großen Zorn und trug mir auf, mit einer alten Dwemer-Wettermaschine einen Aschesturm zu erzeugen, um ihre Macht zu demonstrieren.

Und daran ist alles, wirklich ALLES falsch!

Nicht nur wäre es eine Lüge – was immer das Gerät sein mag, es ist NICHT ihre Macht. Aber wenn die Lüge dem größeren Wohl diente, wäre es zu entschuldigen – doch es ist nur ein Akt wahlloser Tyrannei – Aschestürme sind unangenehm und für die, die sie nicht gewohnt sind, verstörend. Das ist ein Akt der Strafe und nur wenige in Gramfeste verdienen eine solche Mahnung, wenn überhaupt jemand. Der Wahnsinn, vor dem Vivec mich warnte, tritt nur immer deutlicher in Almalexia hervor.

Das Problem ist, dass noch immer niemand sonst es sieht oder sehen will. Wenn ich ihrem Befehl nicht folge, werde ich nicht nur ihren Zorn auf mich laden – wozu ich durchaus bereit bin – sondern womöglich wird sie dann nur zu übleren Mitteln greifen.

…ein Aschesturm ist ärgerlich und schlimm genug, dass er, wenn sie ihn als Machtbeweis nutzt, vielleicht Leute an ihrer Güte wird zweifeln lassen. Aber ein Aschesturm wird auch keinen zu schweren bleibenden Schaden anrichten – vielleicht ist es also doch besser, ich tue wie geheißen… vielleicht wird es dem Volk von Gramfeste die Augen öffnen.

3. Erste Saat

Ich erforsche gerade die Ruinen von Bamz-Amschend. Es ist beklemmender als die Ruinen, die ich bisher gefunden habe – denn hier sieht man deutlich, wie hier einst Mer ihrem Alltag nachgegangen sind – und wie von ihnen wo sie saßen, standen oder lagen nichts als Aschehaufen und die Rüstungen der Wachen übriggeblieben sind. Das Geschirr steht noch zum Essen bereit, Bücher liegen aufgeschlagen da. Die aschehaften Umrisse zweier Liebenden, die Kagrenacs Torheit mitten in einer Umarmung ereilte. Es erinnert daran, dass, egal was einem erzählt wird, die Dwemer normale Leute waren, die Leben führten, wie andere Wesen auf Tamriel auch.

In 'Radacs Schmiede' eine verschlossene Tür, die ich nicht öffnen konnte. Evtl. für später merken.

Ich habe es zu der Maschine geschafft und einen Aschesturm ausgelöst – und Almalexia erklärte, sie würde verhindern, dass noch einmal jemand an der Wettermaschine herumspielt. Ich hoffe, der Sturm klingt bald wieder ab. Denn auch, wenn die Leute eher erstaunt über das Wetter wirken, als verängstigt (anders, als Almalexia behauptet), sehen die Bäume doch aus, als wenn sie das nicht lange aushalten würden.

Ich hoffe außerdem, dass dies etwas bewirkt hat und nicht völlig nutzlos war.

4. Erste Saat

Almalexia will nun, dass ich eine ihrer ehemaligen Hände töte – der Mer läuft meist mies gelaunt in Göttergriff herum und patzt einen an, dass er nicht reden will. Almalexia behauptet, er sei dem Wahnsinn verfallen und gefährlich. Ich habe aber in all den letzten Wochen nicht beobachten können, dass er irgendjemandem mehr antut, als ihn anzugrummeln.

Ich denke, ich werde tun, was ich immer tue – hingehen und ihm ehrlich erklären, was Sache ist. Nach Almalexias Andeutungen klingt es nämlich, als wenn er tatsächlich lediglich begonnen hat, an ihr zu zweifeln. – Und als ihre ehemalige Leibwache hat er vielleicht tiefere Einsicht in ihre Angelegenheiten (vermutlich ist genau das, was Almalexia so besorgt). Und wenn er sich doch als aggressiver Irrer herausstellt – nun, dann muss ich meine Klinge eben gegen einen der 'Schrecklichsten sterblichen Krieger' beweisen.

Der Aschesturm hat im Übrigen nicht nachgelassen. und Almalexia hat die Wettermaschine mit Magie von Ferne geblockt. Ich kann sie nicht wieder ausschalten. Fluch über sie! …und über mich, der ich sehenden Auges in diese Dinge laufe… doch fast ist es, als könnte ich nicht anders, fast, als wenn diese Kette der Ereignisse unvermeidlich auf ein Ziel hinsteuert… und wie ich mein Leben kenne, wird es ein Kampf auf Leben und Tod sein.

5. Erster Saat

Salas Valor, die ehemalige Hand, ist tot – er schien mich bereits zu erwarten. Er sagte, Almalexia sei gleich, wer von uns stürbe, oder auch beide, dann sei sie zufrieden. Und auch er sei es dann zufrieden. Nun… es klingt nach etwas, was man einer Person, die behauptet, ein Abbild Boethiahs zu sein, zutrauen könnte. Valor ließ nicht weiter mit sich reden und griff mich an.

Mir gefällt die ganze Sache nicht.

7. Erste Saat

Nachdem ich einen Tag auf Vvardenfell war, um in meinem Haus nach dem Rechten zu sehen, zieht es mich doch wieder nach Gramfeste – als wenn irgendein schicksalhaftes Band an mir zieht. Ich beginne mich zu fragen, ob Almalexia irgendeine Magie auf mich gewirkt hat, dass ich mich diesem Strang von Ereignissen nicht entziehen kann – denn nicht einmal während meiner Prophezeiung habe ich so einen unnatürlichen Drang verspürt – oder ich habe es nur nicht gemerkt, weil ich nicht versucht habe, mich zu widersetzen…

Noch immer tobt ein Aschesturm, als wäre dies der Rote Berg zur Zeit von Dagoth Urs Macht… wenigstens trägt er keine Krankheiten – doch zu denken, dass ich eine Hand darin hatte… ich muss es richten, nur wie? Nur wie?!

Almalexia meinte, es sei an der Zeit, dass ich meinen Platz als Nerevar wieder einnähme und an ihrer Seite das Kaiserreich aus Resdayn werfen würde – ich bin nicht sicher, wie viel davon sie wirklich meint – sie war mit Nerevar verheiratet, wenn sie den wahren Nerevarine erkennen kann, dann doch an der Persönlichkeit, nicht an den Kampfestaten. Ich habe daher den Verdacht, dass sie dies auch gesagt hätte, wäre meine Identität nicht bewiesen und ich nur so ein begnadeter Krieger – vielleicht WILL sie auch glauben, dass ich Nerevar bin (haben die beiden einander geliebt? Nicht alle geheimen Berichte sprechen von Mord und Verrat zwischen ihnen). Aber was sie sagt klingt nicht, als wenn sie etwas ihres Gatten in mir wiedererkennt.

Und was die Freiheit Morrowinds oder Resdayns angeht, so hat sie dafür doch wahrhaft schon über vierhundert Jahre Zeit gehabt und hätte, da sie noch eine echte Göttin war, wohl meiner dazu nicht bedurft.

Doch in all diesen seltsamen Äußerungen hat sie mir doch eine Aufgabe nahe gelegt, die ich nicht ablehnen kann, denn etwas darin klingt so richtig.

Sie sprach von Nerevars Klinge, die im Kampf am Roten Berg zerbrach. Sie sagt, alle Teile seien in Gramfeste und ich müsse sie wiederfinden, um sie neuschmieden zu lassen. (Dass sie sagte, ich solle einen fähigen Handwerker 'in unseren Dienst pressen', behagt mir schon wieder gar nicht – aber ich bezweifle, dass sich ein leidenschaftlicher Schmied diese Aufgabe wird entgehen lassen. Da wird kein 'Pressen' nötig sein.)

Sie gab mir eines der Teile – und ganz gleich, ob Almalexia lügt oder die Wahrheit spricht, ich spüre, diese Klinge ruft nach mir (und wie seltsam ist das bei einem Stück aus Dwemerhand, deren Kunst doch als so kalt und leblos gilt).

Ich habe mich bei den Sammlern der Stadt umgehört – doch nur die Museumsleiterin hat überhaupt etwas in der Richtung – sie sagt, es sei en Dwemerschild und wollte ihn mir nicht einmal zeigen. Sie will ihn mur nur überlassen, wenn ich ihr ein einmaliges, legendäres Artefakt im Gegenzug gebe. Vielleicht will sie mir einfach nur etwas abluchsen – aber sie sagte auch, die Schildteile passten nicht zusammen, vielleicht ist also wirklich ein Teil der Klinge dabei.

Problem ist da nur: Ich habe keine Artefakte, von denen ich mich trennen will. Kagrenacs Werkzeuge sind zu gefährlich, als dass ich sie aus der Hand geben würde, außer, um sie zu vernichten. Und der Ring der Khajiit ist zu nützlich, und zu viele dunkle Dinge sind in seiner Erringung geschehen.

Vielleicht würde sie mir den Schild für eines von Dagoth Urs Herz-Artefakten geben – doch ich fühle mich sehr zögerlich, diese Dinge aus der Hand zu geben. Ich möchte sie in Ehren halten und nicht die Trophäen meines Sieges in einer meinen Feind schmähenden Geste zu einer Touristenattraktion machen. Vielleicht nur, weil er und die seinen ehrenhaft gekämpft haben… vielleicht weil irgendein Teil meiner selbst sich erinnert, einmal sein Freund gewesen zu sein.

Jedenfalls will ich sie nicht hergeben und muss wohl ein anderes legendäres Artefakt finden – weil das ja so einfach ist.

Ich habe außerdem Barenziah gefragt. Und sie meinte, Karrod, Helseths Champion kenne sich wohl ein wenig mit Dwemer-Waffen aus, sei aber nicht gerade die Sorte Person, mit der man leicht ins Plaudern komme.

8. Erste Saat

Da ich mit Karrod zunächst nicht weiterkomme – er hüllt sich nur in stoisches Schweigen – bin ich auf Artefaktsuche gegangen. Ich hatte vor einiger Zeit gehört, ein Krieger mit einer mächtigen Klinge lebe nahe Suran einsam in den Bergen und suche einen würdigen Gegner, der ihn bezwingen kann. Ein Ork, natürlich. Nur Orks treiben den Lebensstil des Kriegers zu dem Absolut, dass sie verzweifeln, wenn sie nicht auch als einer sterben können… obwohl es im Grunde wohl ein Drang ist, der alle wahren Krieger eint, gleich welcher Rasse. Es ist, was die zum Krieg geborenen von denen unterscheidet, die kämpfen, weil sie müssen.

Ich fand ihn und wir kämpften. Nun trage ich die Umbra-Klinge, doch es ist nicht das Schwert, nach dem ich mich sehne. Ich werde es dem Museum vermachen und hoffen, dass es reicht, damit Torasa Aram ihre Dwemer-Trümmer herausrückt.

9. Erste Saat

Verflucht – Aram REICHT das Schwert nicht! So leer, wie ihr Museum ist, sollte man meinen, sie wäre weniger wählerisch.

11. Erste Saat

Bin auf der Suche nach mehr Artefakten und habe den Ring des Mentors gefunden. Bin nun auf dem Weg von Gnisis nach Bal Isra und gerade auf einen alten Daedra-Schrein gestoßen; er scheint Malacath geweiht zu sein, wenn ich die Statue recht erkenne.

12. Erste Saat

Auf der Suche nach legendären Artefakten bin ich in Ebenherz den Gerüchten über die Fürstenrüstung nachgegangen – es scheint, jemand habe sie entwendet und in unterirdischen Höhlen verborgen. Ich habe das Höhlensystem gefunden – doch wenn ich die Rüstung finde, wird die Ehre es mir gebieten, sie zurückzugeben. Das bringt mich also alles nicht weiter.

Ich fand den Übeltäter selbst – er trug die Rüstung und griff mich an. Die Götter allein wissen, was er mit der Rüstung in einer Höhle unter dem Schloss wollte.

Als ich wieder kam, um die Rüstung zurückzugeben, taten alle so, als wüssten sie von nichts – vielleicht ist das ihre Art, mir zu sagen, dass ich sie behalten darf, obwohl sie es mir nicht erlauben dürfen? Oder ist das alles eine dieser Sachen, die so geheim sind, dass sie offiziell nicht existieren? Wie dem auch sei – ich habe versucht, sie zurückzugeben. Ich glaube nichts hindert mich daran, sie zum Museum in Gramfeste zu bringen.

13. Erste Saat

Ich habe im Gegenzug für die Fürstenrüstung den alten Dwemer-Schild erhalten. Der Kuratorin war der Ring des Mentors nicht besonders genug – sie wollte ihn nicht einmal haben, pah! Weshalb steht er dann in der Liste berühmter Artefakte, die bei ihr herumliegt?

Wie dem auch sei, die Mühe hat sich gelohnt: Der orkische Schmied hat den Schilddorn als weiteren Klingenteil erkannt.

Ich bin wieder im Palast, um hoffentlich einen Weg zu finden, mit Karrod zu sprechen. Bisher erfolglos. Als ich mit einigen Wachen in Helseths Räumlichkeiten sprach, erhaschte ich einen Blick auf einige Papiere auf dem Schreibtisch – anscheinend liest Helseth gerade etwas über Nerevar – auch wenn es mehr wie ein Pamphlet für westliche Leser aussah (es war in Tamrielisch geschrieben). Vielleicht ist es Zufall – aber ich glaube nicht. Ich habe den Eindruck, dass er versucht, sich mit meinem Fall vertraut zu machen… nun, wenn er bei solchem Quellenmaterial bleibt, wird er wohl zu vielem kommen, aber nicht zu richtigen Schlüssen. … ich fürchte, ich werde womöglich ihm doch wieder Dienste erweisen müssen, wenn nur, um mir ein Gespräch mit Karrod auszubitten. Der Mann scheint allzu stolz zu sein.

Ich habe mit Helseth gesprochen… stellt sich heraus, dass Karrod taubstumm ist – das Problem ist, das Helseth will, dass ich gegen Karrod kämpfe – nicht, mit ihm rede. Ich werde trotzdem sehen, ob ich Stift und Papier finden kann – irgendwie kriegt der Mann ja schließlich Anweisungen. Aber wenn er auch nicht lesen kann… dann bin ich mit meinem Rat am Ende.

15. Erste Saat

Anscheinend doch nicht so taubstumm wie Helseth behauptet – in unserem Kampf hat er jedenfalls mit Worten aufgegeben. Aber mit mir über die Klinge sprechen wollte er dennoch nicht.

Ich bin keinen Schritt weiter…

Ich habe noch einmal mit Helseth geredet – und so unlieb er mir ist, seine Schlüsse in diesem Fall sind sinnvoll und sogar dem Allgemeinwohl ausnahmsweise einmal dienlich – zumindest im Moment: Er vermutet, die seltsamen Mechanoiden müssten Sotah Sils Geschöpfe sein, da der Angriff zu ungewöhnlich und plötzlich für etwas gewesen sei, das bloße Sterbliche aushecken könnten. Er forderte mich auf, Almalexia danach zu befragen.

Als ich den Thronraum verlassen wollte, kam außerdem Karrod auf mich zu. Er meinte, er habe nachgedacht und ich solle sein Schwert haben. Anscheinend hatte sein Vater ihm einst gesagt, er würde mit diesem Schwert nicht eher besiegt werden, als bis er dem rechtmäßigen Besitzer der Klinge begegne.

Das klingt so prophetisch, dass ich mich ernstlich frage, wer sein Vater war… Doch es sieht aus, als würden sich die Dinge langsam zusammenfügen.

17. Erste Saat

Während der Schmied die Teile meines Schwertes zusammenfügt, habe ich mir Zeit genommen, wieder einmal durch die Gegend zu streifen - ich bin gerade auf eine Dwemer-Ruine voller Nord-Vampire gestoßen. Gah, als wenn Vampire alleine nicht schlimm genug wären, aber dann MÜSSEN sie auch noch Nord sein…

Einen Schlüssel zu den Fesseln ihrer Sklaven habe ich nicht gefunden. Ich hoffe, sie bringen, nun, da ihre Meister tot sind, trotzdem den Willen auf, zu fliehen. Ich habe leider nicht genug Krankheitsheiltränke, um ihnen welche dazulassen – da ich ja selbst kaum mehr krank werden kann, habe ich aufgehört, welche bei mir zu führen.

In einer Höhle habe ich zwei Magierinnen gefunden, die Skamps im Stein graben ließen und mich angriffen, als ich eintrat – zunächst hielt ich sie für noch einen Trupp Telvanni-Siedler, doch es stellte sich heraus, dass sie Gildenmagier auf der Suche nach Mordrin Hanins Grab waren – tatsächlich fanden sich in der Höhle Reste daedrischer Baukunst und Kristalle, wie auch die Telvanni sie bei sich züchten.

Ich habe einmal etwas über diesen Mordrin gelesen – er lebte zur Zeit des Ersten Rates und war ein hochrangiges Mitglied eines Daedrakultes (ob eines guten oder bösen, ist mir entfallen. Ich bin kein Gelehrter, den sowas lange interessiert). Mir fiel beim Lesen nur auf, dass sein Name dunmerisch klang, aber zu seiner Beedrigung auch Nord erschienen – und Nord und Chimer waren doch damals erbitterte Feinde.

Habe Mordrins Grabstätte gefunden. Ich werde den nächsten Forschern, die ich treffe, davon erzählen – die daedrischen Wachen und Fallen sind jetzt ja weg – da werden sich die armen Gelehrten nicht gleich aus Begeisterung versehentlich umbringen müssen.

Zurück in Gramfeste. Yagrak gro-Gluk hat mir Flammenklinge überreicht – die Verzauberung kann er allerdings nicht reparieren. Zumindest nicht ohne ausführliche Schriften über Dwemer-Mystik, die es in Bamz-Amschend geben soll. Wenn gro-Gluk das wirklich fertig bringt, dann ist er mehr als nur ein Schmied! Ich werde also da runtergehen und alle Bücher mitnehmen, die mystisch aussehen… bei den dwemerischen Krähenfüßen könnte das alles sein!

Mir ist der Geist des Dwemer-Schmiedes Radac erschienen – er sagt, er sei kein Mystiker, sondern nur ein Armee-Schmied, aber etwas so Alltägliches wie einen Flammenklingen-Effekt würde er schnell hinkriegen, ich müsste ihm nur Brandöl aus der benachbarten Daedra-Ruine bringen. Er wirkte sehr zynisch, aber freundlich. Ich frage mich, weshalb er mir beim letzten Besuch der Ruinen nicht begegnet ist…

18. Erste Saat

Es ist ein großartiges Gefühl, diese Waffe in Händen zu halten – selbst wenn ihre Flamme so hell brennt, dass sie mich selbst fast blendet, es rührt an irgendetwas in mir…

Doch alles ist überschattet davon, dass Almalexia mir eröffnete, Sotah Sil sei für die Angriffe auf Gramfeste verantwortlich, er habe den Verstand verloren und sie würde mich schicken, um mich seiner anzunehmen – und wahrscheinlich ihn zu töten…

Angesichts ihres eigenen geistigen Zustandes nehme ich ihre Worte mit Zweifeln auf – doch es ist ebenso möglich, dass Sotha Sil gleichfalls wahnsinnig geworden ist.

Nun wandere ich also durch die von Algen glitschigen oder ganz überschwemmten, leeren Hallen seiner Uhrwerkstadt – es ist ein trostloser Ort. Entweder zeugt es vom Einbruch seiner Macht – oder, wenn dies der Zustand ist, in dem er sein Reich zu sein WÜNSCHT – von tiefster Melancholie. Der ganze Ort scheint depressiv.

22. Erste Saat

Tage bin ich nun durch diese "Stadt der Uhrwerke" geirrt – nicht, dass es hier Tag und Nacht gibt – und nichts, nichts habe ich gefunden, das lebt. Nur diese Mechanoiden. Und einen Riesen aus Stahl, der mich fast zertreten hätte. Alle, alle sagen sie kein Wort. Alle, alle wollen sie töten. Und hinzu kommen noch seltsame Maschinerien, die eigens dazu ersonnen scheinen, das Durchkommen tödlich zu gestalten – dennoch GIBT es einen Weg. Sotah Sil muss schon lange etwas gegen Besucher gehabt haben, wenn er solche Dinge konstruiert. Ich frage mich, durch wie viele Hallen ich noch irren muss, ehe ich ihn finden werde – oder ob mir vorher meine Klingen zerbrechen und der Proviant ausgeht…

Ich habe Sotah Sil gefunden. Doch er ist bereits tot. Und zwar schon eine Weile. Eine verstümmeltere Leiche habe ich selten gesehen. Doch frage ich mich, wie viel davon schon in seinem Leben geschehen ist – denn Teile seines Körpers scheinen durch Metall ersetzt, und… es ist widerlich.

Ich frage mich nur, wer die Macht und Möglichkeit hatte, ihn zu töten. Vielleicht war er es ja selbst – auch wenn die Art, wie er im Raum hängt, es nicht annehmen lässt.

Ich muss dem auf den Grund gehen – und einen Weg hier heraus finden…

Als ich den Raum verlassen wollte, erschien Almalexia vor mir. Sie hielt vor mir eine Rede darüber, wie sie Sotha Sil getötet und die Mechanoiden auf Gramfeste gehetzt habe, wie sie mich als 'Märtyrer' sterben lassen wollte und steigerte sich in wilde Machtfantasien… ich muss sagen, im Vergleich dazu klang Dagoth Ur immer noch recht geistig gesund – DER hatte wenigstens noch sinnvolle Pläne, ja sogar altruistische Pläne jenseits von Machtgier.

Doch für all ihr Gerede von Göttlichkeit – Almalexia war doch ein weniger furchteinflößender Gegner als der Stahlgigant im Nachbarraum.

Ich frage mich nur, was nun wird, wenn ich mit Barilzars Band den Rückweg antrete (dieser Ring ermöglicht das Reisen in und aus der Uhrwerkstadt… es beklemmt mich nun, zu wissen, dass ich indirekt am Mord von Sotha Sil mitgeholfen zu haben… ich weiß nicht, ob er den Tod verdiente).

Doch ehe ich zurückkehre, muss ich überlegen, was ich tun werde. Gramfeste und Morrowind werden ohne zwei ihrer Götter womöglich in Aufruhr geraten.

Wenn ich dem Land in dieser Zeit von Nutzen sein will, könnte es sein, dass ich besser nicht die Wahrheit darüber sprechen sollte, was hier unten vorgefallen ist – die Tötung ihrer Götter würden die Leute mir nicht verzeihen. Doch eine Lüge gebiert die Nächste, und wie viele sind schon mit den besten Intentionen einen dunklen Pfad hinabgeschritten, weil sie selbst nicht mehr sahen, wann ihre Verbiegung der Moral dem größeren Guten diente und wann nicht? Soll ich der nächste in dieser langen Reihe verblendeter Tyrannen werden… und wenn ich lügen würde, kann ich sicher sein, dass es nicht nur Angst vor den Konsequenzen wäre, die mich triebe, statt wahrhaftem Wunsch, dem Land zu helfen?

Nein, lügen werde ich nicht, gleich was es kosten mag.

Nun, niemand im Tempel GLAUBT mir die Wahrheit – vermutlich wird es lange dauern, ehe sie auch nur die Abwesenheit Almalexias als endgültig akzeptieren werden.

Vor dem Tempel erschien mir Azura und lobte meine Taten. Sie sagte, Almalexia habe früher oder später alles verraten, was sie liebte, so auch die Dunmer. Sie meinte, um Sotha Sil sollte ich nicht trauern, für ihn sei der Tod mehr Segen als Fluch gewesen. Sie ermahnte mich auch erneut, dass ich mein Volk weiter beschützen müsse, und dass auch Vivecs Stunde bald schlagen würde.

Ich glaube, ich habe vieles, über das ich nachdenken muss.


Notizen:

Ich fand es sehr schwer, zu begründen, weshalb ein so rechtschaffener Charakter wie Madseth sich überhaupt darauf einlassen würde, die ganzen hundsmiesen Befehle von Almalexia zu befolgen. Ich fand das allerdings auch beim Spielen schon schwer, weil ich das mit dem 'Rollen'-Teil von Rollenspiel recht ernst nehme. Daher das etwas konstruierte 'Gefühl' Madseths, dass er das alles durchziehen muss.