Deacon war schon im Railroad Hauptquartier angekommen und unterhielt sich mit Desdemona über den Einsatz im Switchboard. Blue kam gerade rein. "... Deacon du übertreibst doch mal wieder. Dich auf den Rücken getragen und alleine das Switchboard gesäubert..." sagte Desdemona mit hochgezogenen Augenbrauen zu Deacon. Sie schaute anschließend zu Blue rüber und musterte ihn von unten nach oben. Hier unten im Gewölbe mit der niedrigen Decke wirkte Blue auf Grund seiner Größe schon recht bullig. "Obwohl, wenn ich ihn mir so ansehe ... dich würde er wirklich ohne Probleme auf den Rücken tragen können. Blue stimmt das, was Deacon da gerade erzählt hat?" Blue mußte bei der Vorstellung innerlich schmunzeln. Deacon schien gerne zu fluckern und zu übertreiben. "Also, wenn Deacon das mit dem Tragen und einige andere Kleinigkeiten weglässt, haben wir das Switchboard zusammen von den Synths gesäubert." sagte Blue und fügte hinzu "Der Verlust so vieler eurer Leute ist schlimm...und vor allem, dass ihr sie so zurücklassen mußtet."

"Das ist ...wirklich bemerkenswert. Ich hatte eigentlich damit, gerechnet euch noch Glory, und ein paar zusätzliche Leute zu schicken, um den Prototypen zu holen. Aber das ihr beide alleine das geschafft habt... Desdemona blickte kurz bedrückt zu Boden, als Blue die toten Railroadmitglieder erwähnte. "Es ging damals alles so schnell. Wir sind Hals über Kopf waren in Lebensgefahr Bis jetzt hatten wir keine Idee, wie wir sie anständig begraben können ohne andere aus der Gruppe zu gefährden ..." rechtfertigte sich Desdemona. Insgesamt war Desdemona sehr war beeindruckt von der Deacons und Blues Aktion, das alte Hauptquartier betreten zu haben und den Prototypen für Doc Carrinton zu bergen "Es wäre Irrsinn, ihn nicht aufzunehmen Des. Er passt doch gut in unsere Gemeinschaft..."

Nach einigen weiteren Gesprächen zwischen Desdemona und Deacon wurde beschlossen, Blue als volles Mitglied in die Railroad aufzunehmen. Blue wurde daraufhin der restlichen Gemeinschaft im Railroad Hauptquartier vorgestellt. Besonders Tüftel-Tom und P.A.M fand Blue interessant. Deacon und Blue unterhielten sich noch eine ganze Zeit. Es ging dabei über die Railroad und ihre Entstehung. Natürlich zu einem großen Teil auch über das Institut. Blue erfuhr viel Neues. Allerdings wußte zu Blues Überraschung auch bei der Railroad niemand, wo sich das Institut befand oder wie man es in irgendeiner Form erreichen konnte. Das Institut blieb weiterhin nicht greifbar und verborgen im Hintergrund.

Da es im Moment ruhig im Commonwealth schien, und die Gefahr durch das Institut im Switchboard minimiert war, beschloss man mit einigen Leuten ins Switchboard zurückzukehren und die Gefallenen angemessen zu bestatten. Blue ging mit und über Schleichwege, die ihm bis dato unbekannt waren kehrten sie heimlich zurück und begruben die Gefallen nicht weit vom Hintereingang, in einer schlecht einzusehenden Senke.

Die Mitglieder der Railroad gingen dabei sehr heimlich zu. Die Gefahr vom Institut entdeckt zu werden, erschienen ihnen sehr gross. Blue unterstütze die Gruppe dabei. Nach einer kurzen Gedenkansprache von Deacons Seite, löste sich die Gruppe so heimlich auf, wie sie sich gebildet hatte. Deacon und Blue standen noch einen Moment zusammen. "Gut, dass du jetzt mit dabei bist, Blue. Ich werde dich besuchen kommen, wenn wir deine Hilfe brauchen. Übrigens dein Codename ist gut gewählt, hinter "Professor" vermutet man alle möglichen Leute, aber nicht unbedingt dich. Obwohl dumm bist du ja auch nicht." grinste Deacon Blue breit an."Die Minutemen wieder aufzubauen, ist mit Sicherheit auch nicht einfach und erfordert ja auch einiges an Gehirnschmalz."

"Das ist es wirklich nicht." seufze Blue. "Man kann da eine Menge Falsch machen. Ich denke erst viel darüber nach, bevor ich etwas beschließe und in Bewegung setzte. Ich will den Leuten im Commonwealth schließlich helfen. Sie beschützen und ihnen so gut es geht keinen Schaden zuzufügen." "Für einen großen, blauen Supermutanten ungewöhnlich und in diesen Zeiten ziemlich Idealistisch." sagte Deacon nachdenklich. "Ich bin halt so, Deacon" sagte Blue. "Jetzt trennen sich unsere Wege erst einmal wieder. Wir sehen uns. Ich werde dich mit Sicherheit das ein oder andere Mal auch ohne Grund besuchen," sagte Deacon wieder mit seinem typischen Grinsen im Gesicht. "Wohl eher heimsuchen." bemerkte Blue und grinste zurück. Er dachte gerade an Deacons bemerkenswerte Tarnfähigkeiten. Trotz der Kürze der Zeit, die die beiden nun kannten, verstanden sie sich sehr gut. Sie trennten sich. Deacon verschwand Richtung Lexington und Blue macht sich nach Starlight auf. Er hatte dort noch was zu erledigen.

Es war schon bereits abends, als sich die Wege der beiden sich trennten. Die Nacht wollte er in Starlight verbringen um dann am nächsten Tag weiter nach Sanctuary zu reisen. Auf dem Weg dorthin dachte er über das Erlebte nach. Die ganze Situation im Commonwealth wurde eher komplizierter als einfacher."Die Bruderschaft hat zwar keine schlechten Grundsätze, hält sich aber für das Maß aller Dinge. Die Railroad ist in manchen Dingen absolut gespalten und das Institut scheint seine ganz eigenen Logik zu folgen. Das kann ja noch heiter werden..." Blue erging sich in weiterer Grübelei. Ehe er es sich versah, war er auch schon an Starlight angekommen. Wenn er so tief grübelte, vergaß er häufig die Zeit. Als er ans Tor kam, wollten die Wachen salutieren und Meldung machen. Blue sagt zu ihnen, dass sie bequem stehen sollten und das er sich selbstständig anmeldete. Er wollt kein Aufsehen, sondern nur noch eine ruhige Nacht verbringen.

Ltd. Cutter staunte nicht schlecht, als Blue vor ihm stand. "Warum haben die Männer denn keine Meldung gemacht, ich..." sagte Cutter gereizt, weil sie seine Befehle nicht ausgeführt hatten. "...ich ihnen gesagt habe, das ich das nicht will und mich selbst bei Ihnen melde, Ltd. Ich wollte nur eine Nacht in Ruhe hier verbringen, da es für heute zu spät, weiter nach Sanctuary zu reisen. Also ich wäre Ihnen sehr verbunden, wenn ich irgendwo ein ruhiges Eckchen zum Schlafen bekommen könnte," fragte Blue freundlich den sichtlich verdutzten Ltd. Cutter, der eigentlich vor gehabt hatte, seinen Wachen eine Ansage zu machen .

Auch wenn Blue der Anführer der Minutemen war, behandelte er seine Leute stets mit Respekt und schlug den Befehlston nur dann an, wenn es wirklich notwendig war, z.b. bei schweren Fehlverhalten. "Ähm ja ... also in dem alten Diner, oben im alten Projektorenturm wäre ein ruhiges Plätzchen ... aber ich hätte..." sagte Lt. Cutter sichtlich irritiert. "Sie sollen sich keine Umstände für mich machen, Danke. Das reicht völlig aus. Und Ltd. ..." "Ja,Sir?" "Kommen Sie mir ja nicht auf Idee morgen früh einen Begrüßungsappell abzuhalten. Ich werde mich morgen noch hier etwas umschauen, aber ohne Aufsehen. Okay?" sagte Blue im ruhigen Ton und zwinkerte dabei.

"Verstanden, Sir. Sozusagen unangemeldete Überprüfung der Rekruten?" "Ja. Könnte man so sagen. Ich würde mir morgen auch einmal die Dokumente für die Rekruten ansehen wollen." "Geht klar, Sir." "Ich werde mich dann zurückziehen. Wenn noch was Wichtiges ist, wissen Sie ja wo Sie mich finden. Wünsche Ihnen eine ruhige Nacht, Cutter." "Danke, ich Ihnen auch, Sir." Blue zog sich in den alten Projektorenturm zurück. Er legte seinen Rucksack so, dass er ihn praktisch als Kopfkisten nutze, machte die Beine lang und schaute durch die Öffnung des alten Projektorenturms in den klaren Sternenhimmel. Kurz darauf schlief er ein.