30. Goodbye

Er war sehr früh wach geworden. Immer wieder hatte er den Zauberstab zwischen den Fingern gedreht, seine schiere Kraft bewundert, bunte Funken schweben lassen, simple Zauber wieder und wieder ausgeführt, einfach um zu zaubern.

Über ihnen hatte der Schutzzauber bläulich geschimmert, sie umhüllt, und es war die erste Nacht, die er tatsächlich tief und fest geschlafen hatte, ohne Sorge, dass Raubtiere an ihr Lager kamen, um sie im Schlaf zu reißen.

Mittlerweile hatten sie etwas gefrühstückt. Allerdings lediglich einige Früchte, die Granger mithilfe eines Aufspür-Zaubers gepflückt hatte, und danach hatten sie ihre Habseligkeiten klein und schwerelos gehext. In müßiger Arbeit hatte Granger ihr Leinen wieder geflickt und ihn mit bösen Blicken gestraft, aber es tat ihm nicht mal leid. Nein, er war gestern viel zu erregt gewesen, um sich um zerrissenes Leinen zu scheren. Und jetzt war es Zeit, aufzubrechen, und das einzige, was Sinn machte, war, wieder zurückzugehen. Zurück zur Lagune.

Zurück zur Höhle. Denn vielleicht gab es eine neue Vision. Vielleicht gab es den richtigen Hinweis darauf, was sie nun zu tun hatten. Allerdings fühlte er sich so viel leichter. Denn… es konnte nicht mehr lange dauern.

Er spürte es. Selbst der Wald mit all seinen Geräuschen kam ihm nicht mehr gefährlich vor. Sie ließen den See hinter sich und wagten sich tiefer in den Wald. Wachsam hielt er Ausschau, denn er nahm an, Skills war nicht weit von hier. Er wusste, sein Affe würde garantiert auf ihn warten, würde ihn vermissen.

Aber er wusste auch, jetzt, wo sie Zauberstäbe besaßen, wäre es das Klügste, wenn… Skills nicht mit ihnen zurückkehrte. Er sollte besser hier oben bleiben. In den Bergen, wo er Zuhause war.

Das war wohl der einzige Grund, weshalb sie nicht schon appariert waren. Sie suchten Skills, um…- um was?

Und er fragte sich plötzlich, ob Granger tatsächlich dazu fähig war, den Affen vergessen zu lassen, ihn zu entwöhnen, ihn… auszuwildern. Er atmete laut aus, und sie hob den Blick in seine Richtung.

„Was?", wollte sie ruhig wissen, aber er nahm an, sie wusste es.

„Wir suchen Skills. Und… dann?"

„Dann…" Unschlüssig sah sie ihn an.

„Er sollte… hier bleiben", schloss er dumpf. Er war froh, dass sie gingen und nicht stehen blieben.

„Hm", machte sie bloß.

„Könntest du… das?", fragte er sie schließlich, und sie runzelte die Stirn. „Ihn… vergessen lassen?" Und etwas Kühles legte sich über ihre Züge. Er erkannte es auch von der Seite.

„Das ist meine Spezialität", erwiderte sie, und er merkte, hinter diesen Worten verbarg sich viel mehr, als lediglich der Hang zur Übertreibung.

Eindringlich sah er sie an, und sie atmete lange aus, ehe sie den Blick nach vorne wandte und ihn nicht mehr ansah. Er wartete. Mehr oder weniger geduldig, denn er wartete nicht gerne auf Antworten.

„Ich habe meine Eltern mit einem Vergessens-Zauber belegt", sagte sie schließlich. Sein Blick gewann an Wachsamkeit, aber seine kurze, blinde Überraschung ließ er nicht an die Oberfläche dringen. „Ich… habe sie mittels dieses Zaubers dazu bewegt, nach Australien zu ziehen. Wenn ich also zwei ausgewachsenen Menschen die Erinnerung an ihre einzige Tochter nehmen konnte, bin ich überzeugt, dass ich einem schlichten Affen den Geschmack von gebratenem Schwein madig machen kann", schloss sie, ein schwaches Lächeln auf den Lippen. Er sah sie lange an, absolut nicht sicher, wie er reagieren sollte.

„Das wusste ich nicht", sagte er schließlich wortkarg. Woher sollte er es auch wissen? Sie schien es ähnlich zu sehen, denn fast verblüfft sah sie ihn an.

„Woher auch? Ich habe es dir nie erzählt, und dazu wäre es unter gewöhnlichen Umständen wohl auch nie gekommen, denn wegen Menschen wie euch, musste ich schließlich zu solchen Mitteln greifen, also…" Und er wusste nicht einmal, warum er es auch noch aussprach. Die Müdigkeit, nahm er an. Oder etwas anderes Dämliches.

„Weil sie Muggel waren", kam er zu dem offensichtlichen Schluss.

„Weil ihr sie getötet hättet", machte sie es noch deutlicher. Ja. Das war der Umkehrschluss, nahm er dunkel an.

Und es waren diese Momente, die ihm deutlich machten, wie verschieden sie waren, und egal, was hier passierte – sobald sie Zuhause waren, war diese Verbindung zwischen ihr und ihm absolut und vollkommen unmöglich, wurde ihm klar. Völlig irrelevant.

Und es stand außer Frage. Viele Muggel waren getötet worden. Und plötzlich hatte er das Bedürfnis, stehen zu bleiben. Sie verharrte ebenfalls.

„Was ist?", fragte sie ihn, ein wenig alarmiert, weil sie vielleicht glaubte, er hätte einen Feind gehört oder etwas Ähnliches, aber er ruckte unwirsch mit dem Kopf.

„Nichts. Es ist nichts", wiegelte er mit flacher Stimme ab. Er hatte keine Ahnung von Panikattacken, oder wie sich eine solche anfühlte, aber er glaubte, er näherte sich dieser ersten Erfahrung, denn ihm kam seine Lunge zu klein vor für normale Atemzüge.

Es war plötzlich so kristallklar. Er arbeitete Askaban entgegen. Mit jedem Tag, jedem noch so kleinen Erfolg, besiegelte er sein Schicksal um ein weniges mehr. Und so hatte er ihre kleine Odyssee hier niemals betrachtet. Nie wirklich. Nie bewusst.

Sie kämen nach Hause, und er käme direkt nach Askaban. Egal, wie er sich ihre Rückkehr ausmalte. Egal, was sonst passieren würde. Es gäbe absolut nichts, was diesem Schicksal einen Strich durch die Rechnung ziehen würde. Selbst wenn… selbst wenn Granger ein gutes Wort einlegen würde – oder was verflucht noch mal auch immer! Und… würde sie das überhaupt…? Gab es einen guten Grund dafür?!

„Malfoy?" Er zuckte zusammen, denn er hatte nicht gemerkt, dass sie plötzlich direkt vor ihm stand. Er sah sie an. Er spürte, wie jedes Gefühl von ihm fiel. Die Enge in seiner Brust war übermächtig.

„Lass uns den verdammten Affen finden, damit wir zur Höhle zurückkönnen. Wir haben genug Zeit verschwendet", sagte er emotionslos, und sie blinzelte kurz verständnislos, aber er hatte sie bereits stehen gelassen. „Skills!", rief er laut, denn er fürchtete die Bäume nicht, er fürchtete die fremden Affen nicht – er fürchtete gar nichts mehr. Außer seiner Rückkehr. Denn plötzlich… wollte er nicht mehr zurück. Sie holte ihn ein.

„Bist du verrückt? Was, wenn du fremde Affen anlockst?", wollte sie zornig von ihm wissen, aber er hob lediglich den Zauberstab vor ihr Gesicht.

„Wir sind Könige dieser scheiß Insel, Granger. Alles, was uns angreifen will, ist in weniger als einer Sekunde tot", knurrte er gereizt und ließ sie stehen. „Skills!", rief er harsch, aber sie holte ihn wieder ein.

„Was ist in dich gefahren?", wollte sie ungläubig von ihm wissen. Und dass er schon sehen konnte, wie sie ihn verurteilte, dass er wusste, was sie dachte, widerte ihn beinahe an.

Realität. Die Realität war in ihn gefahren. Er spielte hier Dschungelkönig, mit einer Gefährtin an seiner Seite, aber… das war nicht echt, nicht wahr? Es war… absoluter Schwachsinn. Worauf ließ er sich hier ein? Empfand er Spaß, fragte er sich unwillkürlich? Das konnte nicht sein, oder? Spaß mit einem Schlammblut? Was war aus ihm geworden? Er war der erbärmliche Abklatsch seines Vaters geworden, ohne Biss, ohne Härte.

Und was brachte ihm das Mitleid? Unterm Strich? Die Einsicht, die Zusammenarbeit mit ihr – mit dem Schlammblut?

Gar nichts. Es brachte ihm nichts! Für einen flüchtigen Moment teilten sie sündige Momente, die Zuhause nichts bedeuteten. Es bedeutete alles einen verdammten Scheißdreck!

Und dann wagten sich zwei blaue Gestalten aus dem Dickicht. Merlin sei Dank, musste er ihr nicht mehr antworten!

„Endlich", murmelte er. Und der Affe lief aufgeregt zu ihm, wollte gestreichelt werden, aber Draco stand reglos vor dem großen Tier. Zuneigung, Mitleid – das alles waren Schwächen. Und jetzt brauchte er die Gnade der Insel nicht mehr. Jetzt hatte er einen Zauberstab. Jetzt durfte er derjenige sein, der Gnade walten ließ. „Ich denke, am besten machst du es so schnell und schmerzlos wie möglich, und ich appariere schon mal zur Lagune." Er hob den Zauberstab, aber wieder hielt ihn ihre Stimme auf.

„Warte!", rief sie hastig. „Willst du… willst du dich nicht verabschieden, dich… für die Zeit mit ihm bedanken – irgendwas?" Auch sie klang mittlerweile wütend.

„Wozu?", wollte er kühl von ihr wissen. Aber sie blieb hart.

„Oh, ich weiß nicht. Vielleicht, weil du ihn vor dem Hungertod gerettet hast, ihn aufgezogen hast, ihn versorgt hast? Vielleicht, weil du nicht so ein verdammt kaltes Arschloch bist, was du gerade zu sein glaubst? Was soll das?"

Aber er konnte das nicht mehr. Er wollte das nicht mehr. Er war nicht wie sie.

„Es war schon damals ein Fehler gewesen, ihn überhaupt mitzunehmen. Korrigier den Fehler und erspar mir die Moralkeule, ok?", entgegnete er glatt, schenkte dem Affen einen letzten Blick, und Skills schien nicht zu verstehen.

Draco kannte den Blick. Liebesentzug hatte es für den Affen immer dann gegeben, wenn er etwas falsch gemacht hatte. Und so sah Skills ihn jetzt an.

Aber er konnte nicht noch mehr sinnlose Emotionen auf dieser verdammten Insel investieren. Und schon gar nicht in einen dummen Affen. „Es ist nur ein dummes Tier", schloss er bitter, und fast glaubte er in seinen Worten das Echo der Stimme seines Vaters zu vernehmen. Ein scharfer Schmerz durchfuhr ihn bei diesem Gedanken, aber er ignorierte es. Er war ein Weichei. Nichts sonst.

Und das musste aufhören. Wie sollte er sonst Askaban überleben?

Innerlich gab er sich einen Ruck, drehte sich um sich selbst und verschwand.

Er war fort. Tatsächlich einfach fort.

Die Affen waren zusammen gezuckt, kannten diesen Zauber nicht, und Hermine wusste nicht, was passiert war. War es seine Art, damit umzugehen? Nein, dieses Arschlochverhalten kannte sie von ihm seit einer Weile nicht mehr. Was war passiert? Wieso verhielt er sich so absolut scheiße?

Suchend sah Skills sich um, suchte nach seinem Herrchen, und Hermine empfand großes Mitleid für den Affen und besonders großen Hass auf Malfoy!

Wieso vergaß sie immer wieder, wie scheiße er war? Wieso war er für einige Tage ein normaler Mensch, um dann sofort innerhalb von Nanosekunden wieder in alte Muster zu fallen? Und wieso wusste sie es nicht besser?

Wieso war sie überhaupt noch enttäuscht? Und… war sie das? Wirklich? Sie wusste, wer er war.

Sie seufzte auf.

„Tut mir leid, Großer", murmelte sie, tätschelte den verwirrten Affen und Violet schenkte ihr lediglich einen sparsamen Blick. Nein, sie konnten sich nicht wirklich leiden. Hermine erinnerte sich noch lebhaft an den Kampf.

Sie zog den Zauberstab etwas unschlüssig. Der Affe wirkte ein wenig verstört. Er beschnupperte sie zutraulich, und seufzend strich ihm Hermine über das weiche Fell in seinem Gesicht. Seine Augen wirkten ehrlich und freundlich. Und plötzlich überkam sie eine große Trauer.

Sie erinnerte sich an den Morgen, als sie die Treppe runtergegangen war. Die vierzehn Stufen im Hause ihrer Eltern. Die dritte knarrte, sie wusste es noch immer. Und ihre Eltern hatten ferngesehen, hatten sie nicht einmal mehr angesehen. Und Hermine hatte lautlos den Zauberstab gehoben, den Zauber stumm ausgeführt, und fast in derselben Sekunde hatte sie es bereut. Ein Schmerz hatte sie erfasst, eine Angst, größer als alles, was sie bisher kannte.

Sie war rückwärst zurückgewichen, denn, hätten ihre Eltern sie danach entdeckt, hätten sie wohl die Polizei gerufen, weil ein fremdes Mädchen in ihrem Haus war.

Sie war geflohen, aus ihrem eigenen Haus, hatte nicht mehr zurückgeblickt, und seit diesem Tag dachte sie jeden Tag an ihre Mutter, ihren Vater. Und sie fragte sich, wo sie waren, ob sie noch ein Kind bekommen hatten – ob sie… glücklicher waren als vorher.

„Nein", sagte sie plötzlich, die Stimme tränenschwer. Der Zauberstab sank in ihrer Hand. „Ich werde sie dir nicht nehmen", flüsterte sie. „Die Erinnerung an uns. Du hast jetzt ein Weibchen, und sie wird sich kümmern, hörst du?", versuchte Hermine Skills verständlich zu machen. Der Affe erkannte ihre Tränen, machte leise Geräusche, und seine lederartigen Finger hoben sich fast sanft zu ihrem Gesicht, wischten grobmotorisch die Tränen weg, nur damit er danach seine Finger neugierig in seinen Mund schob, um sie wohl zu schmecken. Mit großen Augen sah er sie an. „Mach's gut, ja?", murmelte sie, und fest drückte sie ihn an sich. Sie spürte, wie er sich in der Umarmung bewegte, aber er war immer noch ein Primat, und dann ahmte er die Bewegung nach, legte die langen Arme um sie, und fast zu fest drückte er zu. Sie hustete, und er ließ die Arme wieder sinken.

Er keckerte, ging ein wenig in die Hocke, als glaube er, sie würde mit ihm spielen wollen, aber Hermine lächelte ihn lediglich an.

„Sei artig, ja? Lass dich nicht umbringen, ok?", sagte sie, nicht wirklich streng. „Und danke. Für alles."

Bevor es noch schlimmer wurde, bückte sie sich nach einem schlichten Stock, hielt ihn vor sein Gesicht, und seine tierischen Augen leuchteten vor Vorfreude. Sie biss die Zähne fest zusammen, holte aus, und schleuderte den Stock weit von sich, in die Tiefen des spärlichen Gebirgswaldes. Skills hechtete hinterher, und Violet folgte ihm fast verwirrt, und bevor er den Stock erreicht hatte, drehte sich Hermine um sich selbst, hatte die Lagune klar vor Augen, und war verschwunden, bevor Skills überhaupt merkte, dass sie fort war.

Strauchelnd kam sie zum Stehen, und es war so still und friedlich, wie sie es in Erinnerung gehabt hatte. Sie war wieder zurückgekehrt. Die Wasserfälle plätscherten in der Ferne, und die Gebirgsketten lagen weit entfernt, hoch im Nebel, weit im Norden. Mit bloßem Auge konnte sie vielleicht die beiden Bergspitzen erkennen, zwischen denen sie und Violet gekämpft hatten. Vielleicht.

Von Malfoy war nichts zu sehen. Ihr See lag ruhig vor ihr. Die Höhle hatte auf sie gewartet, und ihr Blick fiel auf ihren neuen Zauberstab. Sie hatte nicht mehr gewusst, wie viel simpler ein Zauberstab die Dinge machte.

Sie schritt zur Höhle, empfand fast Nostalgie, und betrat sie sorgsam. Aber kein Tier hatte ihren Platz streitig gemacht, und Malfoy war auch nicht hier. Sie nahm stark an, dass ihn der Abschied von seinem Affen mehr mitnahm, als er zugab. Und sie glaubte, er war jagen, ging sich abreagieren, denn das tat er. Er sprach nicht, er handelte, tat irgendetwas, um nicht nachdenken zu müssen. So war sie nicht.

Hoffnungsvoll wartete sie, aber die Höhle blieb dunkel. Keine Vision kam zum Dank oder als Belohnung, weil sie es tatsächlich geschafft hatten, Zauberstäbe herzustellen. Aber jetzt… galt es nur noch den Zauber zu finden. Den richtigen Zauber, um fortzukommen. Sie hatte beim Apparieren bereits gespürt, wie limitiert die Möglichkeiten waren. Es war, als hätte sie die magischen Grenzen sehen können, und hatte gewusst, sie würden die Insel auf diesem Weg nicht verlassen können.

Sie verließ die Höhle, nachdem sie ihr Bündel abgelegt hatte. Sie ging zum See trank Händevoll frisches Wasser, ließ die Ruhe des Dschungels auf sich wirken, und selbst der Gesang der Vögel kam ihr hier viel vertrauter vor, als noch vor einigen Wochen.

In ihrer Welt war jetzt Herbst, aber hier schien ein ewiger Sommer zu herrschen. Vielleicht. Sie wusste es nicht mit Sicherheit.

Wie eigenartig es doch war, dachte sie unwillkürlich. Sie glaubte, sie kannte die Insel mittlerweile. Kannte ihre Schönheiten, ihre Gefahren. Und sie hatte keine Angst mehr. Sie hatte es überwunden. Und sie war überrascht, als sich ihre Mundwinkel hoben. Dieses tödliche Paradies hatte sie nicht umgebracht. Nein, es hatte ihr sogar geholfen.

Ihre Gedanken wanderten zurück zu Malfoy. Sie wusste nicht, was sie fühlte, wenn sie an ihn dachte. Meist fühlte sie Wut, wenn sie an ihn dachte. Ungeduldige Verständnislosigkeit, denn seine Taten machten keinen Sinn.

Manchmal hatte sie das Gefühl, sie führten eine seltsame Beziehung. Sie nahmen mehr Rücksicht, und Hermine hegte auch mehr Gefühle als nur Wut für ihn, aber… sie wusste sie nicht zu benennen.

Und wenn er war wie heute, so unvorhersehbar, so unnahbar und kalt, dann war sie froh, zu wissen, dass sie bald nach Hause gelangen würde. Denn dann zweifelte sie an ihrer Wahrnehmung und ihrem Verstand. Dann begriff sie nicht mehr, wie sie überhaupt in Erwägung gezogen haben konnte, mit jemandem wie ihm zu schlafen.

Und schon jetzt vermisste sie den sechsbeinigen Riesengorilla, mit dem seidig weichen blauen Fell, der irgendwann ihr Freund und Haustier gewesen war. Scheinbar ging alles irgendwann zu Ende. Es war nie einfach. Nicht einen Tag lang. Es war immer viel zu schwer.