Part 6 – Grizzly

Er hatte ein ungutes Gefühl. Ihm mochten die Jagdinstinkte fehlen, auf die sein Vater so großen Wert legte, aber selbst er spürte, wie ihm die Nackenhaare zu Berge standen. Sie waren hier nicht alleine. Die Stille war drückend und unangenehm, und er wusste, es lauerten alle möglichen Gefahren hier oben. Aber diese eine schien absolut greifbar zu sein.

Langsam gingen sie voran. Sein Vater hatte mittlerweile ebenfalls den Zauberstab gezogen, aber Kilian hütete sich davor, das zu kommentieren. Er sprach gar nicht mehr. Hatte er den ganzen Weg über nicht getan, aber jetzt war es absolut wichtig, dass sie kein Geräusch von sich gaben. Lächerlicherweise versuchte sich Verstand an all die Lektionen zu erinnern, die ihm sein Vater vor Jahren versuchte hatte, einzutrichtern. Mäßig erfolglos, blöderweise.

Natürlich war er mit seinen Eltern bereits hier oben gewesen, am See. Der sagenumwobene Einhornsee.

Aber es fühlte sich heute gefährlicher an.

Und als sie sie Geröllberge erblicken konnten, die den See umgaben, schlug Kilian ein fieser Geruch entgegen. Er kannte ihn. Zu oft war dies der Odeur seiner Enttäuschung gewesen. Immer wenn einer seiner Konservierungsversuche nach hinten losgegangen war. Es war der strenge Geruch der Verwesung. Unverkennbar, und immer gleich widerlich.

Sein Vater wich nahe an den Fels zurück, und Kilian tat es ihm gleich. Gleich würden sie den See erreicht haben. Und Kilian nahm stark an, dass sich ihnen dann der Ursprung des Verwesungsgeruchs offenbaren würde. Er wusste nur nicht, ob er sonderlich scharf darauf war, es mit seinen eigenen Augen zu sehen.

Nein. Eigentlich nicht.

„Was tun wir?", wisperte er, denn er in diesen Situationen brauchte er Anweisungen und Führung. Er sah seinen Vater an, und alle Differenzen waren vorerst vergessen.

„Du kennst die Abwehrzauber?", wisperte sein Vater zurück, fasste ihn kurz und streng ins Auge, und Kilian nickte blind.

Protego, Expelliamus, Defendo, Immutaro", nannte er die ersten, die ihm einfielen, und sein Vater nickte schroff.

„Du verteidigst, du greifst nicht an, was auch immer da draußen ist", warnte er ihn, und Kilians Stirn zog sich in Falten.

„Ich kann angreifen!", behauptete er erhitzt, aber sein Vater schüttelte den Kopf.

„Diese Zauber erfordern Übung und Präzision", widersprach er, mit wenig Geduld.

„Ich habe geübt!", protestierte Kilian zornig, aber der kalte Blick aus den Augen seines Vaters ließ ihn verstummen.

„Wir haben keine Zeit für zweite Versuche, Kilian", maßregelte er ihn. „Ein Angriffszauber muss beim ersten Mal funktionieren. Nicht beim zweiten oder dritten Versuch, verstehst du das? Ich kann mich nicht auf dich verlassen. Deshalb wirst du Schutzzauber benutzen – nichts anderes, hast du das verstanden?" Und Kilian schwieg. Er hasste, dass ihm die Übung fehlte. Er hasste, dass sein verdammter Vater ihn lieber für die sinnlose Jagd ausbilden wollte, anstatt tatsächlich mal einen Tag zu opfern, um Angriffszauber zu üben – denn dann säßen sie nicht in diesem Dilemma. Und er würde seinem Vater gerne die Schuld geben, jetzt gerade. Aber er tat es nicht. Denn der Gestank war bestialisch, und er konnte spüren, dass sie hier nicht alleine waren.

„Verstanden", räumte er also ein, tonlos, resignierend. Sein Vater nickte einmal, ehe er sich von ihm abwandte.

„Halt mir den Rücken frei", befahl er, und Kilian kroch an der Wand entlang, seinem Vater hinterher, und zum ersten Mal zitterte sein Zauberstab in seiner Hand. Er spähte um den Fels, und seine Augen erkannten schnell den leblosen Körper am Boden. Sein Mund öffnete sich. Es musste einer der Wasserwandler sein, von denen seine Eltern erzählt hatten. Er hatte sie noch nie gesehen, aber die schwarzen Schuppen glänzten im Licht. Der Kopf des Wesens war abgewandt, und es lag in unnatürlicher Position am Boden. Das Blut leuchtete dunkel und giftig am Boden. Dieser Wasserwandler war seit einer Weile tot, dachte er dumpf.

Es stank widerlich am See, und kein Vogel tat nur einen Laut.

Und dann hörte er ein schwaches Wiehern, dass ihm das Blut in den Adern stocken ließ. Nichts Fröhliches war an diesem Geräusch. Es musste das Einhorn sein. Und es klang nicht gut. Sein Blick hob sich, glitt über das stille Wasser, und sein Vater richtete sich auf.

„Nein", entfuhr es ihm tonlos, und er gab die Deckung auf, entfernte sich vom Felsen und Kilian folgte ihm hastig, während er den Kopf in alle Richtungen verrenkte, um bloß keinen Angreifer zu verpassen. „Er kann schwimmen", entfuhr es ihm, und Kilian runzelte die Stirn. Wer konnte-?

Aber das laute Brüllen übertönte all seine Gedanken. Er schluckte schwer, denn seine Kehle war trocken. Und jetzt erkannte er auf der Insel den dunklen Koloss, der sich aufrichtete. Verdammte Scheiße, dachte er und verharrte wie gelähmt.

Zwischen den spärlichen Bäumen erkannte er das haarige Biest. Nur von Bildern aus Mums Büchern her, war ihm die Gestalt vertraut, und doch war der Bär wesentlich größer, als Kilian vermutet hätte.

Im Wasser dümpelte mit dem Rücken nach oben der zweite Wasserwandler, und Kilian versuchte, seinen Atem zu beruhigen. Aus den Bäumen brach das Biest hervor und fast übermütig stürzte es sich ins Wasser.

„Nach oben!", befahl sein Vater plötzlich und war appariert, bevor Kilian überhaupt begriff, was passierte. Hastig drehte er sich um sich selbst, und scheinbar durfte er heute apparieren, dachte er noch dumpf, bevor er verschwand, und weiter oben auf den ersten Felsen neben seinem Vater wieder auftauchte. Fast wäre er vor Schreck gefallen, aber hart griff sein Vater in sein Shirt und hielt ihn aufrecht.

Der Bär schwamm schnell dafür, dass er ein Landtier war, und nur zu bald hatte er das andere Ufer erreicht. Er maß bestimmt über zwei Meter in seiner Länge, und das Gewicht wagte Kilian nicht zu schätzen. Und der Bär konnte nicht nur schwimmen, er konnte auch klettern. Grunzend und schnaubend schlugen seine krallenbesetzten Pranken in den Fels unter ihm. Fast bebte der Stein, so kam es Kilian vor, und sein Vater zielte stumm. Ein grüner Fluch traf den Bären, und dieser schrie wild auf, bevor er stürzte, aber er blieb nicht lange am Boden, fand Halt und wesentlich zorniger wagte er sich wieder an den Aufstieg.

„Töte ihn!", flüsterte Kilian mit weiten Augen, aber sein Vater zögerte. „Wieso tötest du ihn nicht?" Und sein Vater starrte nur auf den Bären hinab.

„Das… das habe ich versucht", erwiderte er rau. Kilian blinzelte ungläubig. Was?! Das war der grüne Fluch gewesen? Der Todesfluch hatte nicht gewirkt?!

„Die Insel schützt ihn vor Zaubern. Ich… verstehe nicht, wieso-"

„-das sind die mächtigsten Zauberstäbe der Welt!", unterbrach Kilian ihn zornig. „Wie… wie kann das sein?"

„Die Insel hat sie geschaffen, also… kann sie scheinbar auch entscheiden, welche Tiere damit zu töten sind und welche nicht", entfuhr es seinem Vater abwesend, während er den Bären fixierte. Kilians Atem ging schneller. Er glaubte ihm nicht! Es war nicht möglich! Es gab nichts, was diese Zauberstäbe nicht konnten. Abgesehen davon, ihn von der Insel fortzubringen. Er nahm an, die Insel wusste, sich zu verteidigen, vielleicht auch gegen die Zauberstäbe, die sie selbst bereitstellte, aber… Kilian wollte es nicht glauben!

Sectumsempra!", sprach sein Vater den nächsten Fluch, aber dieses Mal hielt der Bär stand, kletterte weiter, und Kilian kannte den Spruch nicht. Er klang gefährlich, aber… schien keinerlei Wirkung zu zeigen. „Scheiße", murmelte sein Vater bloß, und sein Blick glitt nach oben. „Höher!", rief er und apparierte. Diesmal reagierte Kilian sofort und folgte ihm. Wieder erschienen sie nebeneinander, einige Meter höher, und der Bär schrie wütend auf, als er begriff, dass sie ihm entwischten. „Incendio!", sprach sein Vater den Feuerfluch, aber auch dieser zeigte keinerlei Wirkung.

„Er ist immun", entfuhr es Kilian ungläubig. Aber der Ausdruck seines Vaters wurde grimmiger.

„Niemand ist immun", widersprach er beinahe sofort. Und scheinbar hatte er eine Idee. „Das Schwert", flüsterte er bloß. „Vielleicht ist es das Schwert, vielleicht-"

„-das Schwert? Von Gryffindor?", versuchte Kilian zu verstehen, und sein Vater hob den Blick.

„So muss man auch den Centacepta besiegen, also warum nicht auch dieses Biest!", erwiderte er, und Kilian glaubte nicht, dass er verstand. Nicht wirklich. Centacepta? Wovon sprach sein Vater?

„Wieso?"

„Wieso?", wiederholte sein Vater, und fast trat ein resignierendes Lächeln auf seine Züge. „Weil die Insel krank ist. Deshalb", antwortete er.

„Warte!", hielt Kilian ihn auf, als er im Begriff war, zu apparieren. „Wo… willst du hin?!" Er starrte ihn an.

„Ich hole das Schwert. Du bleibst hier, apparierst höher, wenn er näher kommt, und-"

„-und dann was?!" Kilian konnte es nicht fassen. „Du weißt nicht, ob das die Lösung ist, und verlässt dich blind auf deine Eingebung, dass ein dämliches Schwert dieses Monster töten kann? Bist du verrückt?!" Er wusste, er verlor die Kontenance, er wurde hysterisch.

„Kilian, warte hier auf mich", befahl sein Vater mit fester Stimme.

„Was… was wenn noch mehr Bären im Wald sind? Was, wenn es eine ganze Herde gibt?" Sein Atem ging wahnsinnig schnell in seiner Brust, während der Bär an Höhenmetern gewann. Vor allem – sein Vater wollte ihn alleine lassen?!

„Bären sind Einzelgänger", erwiderte sein Vater schlicht, aber Kilian schüttelte den Kopf.

„Bis vor kurzem gab es hier überhaupt keine Bären, Dad! Was, wenn sie nicht so sind, wie… wie in der echten Welt?!" Er starrte ihn an. Und sein Vater beantwortete ihm diese Frage aber nicht.

„Das Schwert ist dort vergraben, wo die Hütte stand, von der wir euch erzählt haben. Ich gehe es holen, und wenn ich in wenigen Minuten nicht wieder da bin, apparierst du in den Dschungel, du apparierst zur Lagune, hast du verstanden? Du folgst mir nicht!" Es war ein glasklarer Befehl. „Ob du mich verstanden hast?", verlangte sein Vater von ihm zu wissen, und Kilians Mund öffnete sich überfordert.

„Du kommst zurück", erwiderte er mit schwacher Stimme.

„Ja, ich komme zurück. Aber… wenn es länger dauert, wenn…"

„Dad, du kommst zurück", widersprach Kilian blind, wollte gar nicht hören, dass er nicht wiederkäme. „Ich… ich komme mit dir!", entfuhr es ihm panisch, aber sein Vater schüttelte den Kopf.

„Nein, wir können den Bären nicht aus den Augen lassen. Wir wissen jetzt, wo er ist. Wenn wir beide verschwinden, dann haben wir diesen Vorteil nicht mehr."

Und Kilian hasste das. Er hasste diesen ganzen Tag. „Dann geh", sagte er rau. „Und komm wieder", ergänzte er bloß, und nach einer kurzen Sekunde, war sein Vater verschwunden. Kilian schluckte schwer, fixierte den Bären, der den schweren Aufstieg erschreckend gut meisterte, und Kilian zielte. Der Stupor, der Wingardium Leviosa, der Klammerfluch – alles zeigte keine Wirkung. Und er glaubte nicht, dass ein dämliches Schwert helfen konnte. Außerdem war das Schwert eine Nahkampfwaffe, Merlin noch mal! Was hatte sein Vater vor? Wollte er Mann gegen Bär mit diesem Biest kämpfen?

Instinktiv apparierte Kilian höher, aber bald würde er den Felsen wechseln müssen, und er fragte sich, wie lange der Bär Lust auf dieses Spiel haben würde, bevor er verschwand, bevor er vielleicht sogar nach seinem Vater suchen würde.

Eine Minute war bestimmt bereits vergangen, und noch loderte hungrige Gier im Blick des Bären. Noch war Kilian ein geeignetes Opfer.

Und noch nie hatte sich Kilian so ausgeliefert gefühlt. Und er fühlte sich von der Insel verraten, denn sein heiliger Zauberstab nutzte nichts.

Verdammt noch mal gar nichts!

Mit bloßen Händen wühlte er durch den feuchten Boden, tiefer und tiefer, den Zauberstab vergessen neben sich. Wie tief hatte er das verdammte Ding vergaben, fragte er sich zornig, während seine Gedanken beherrscht wurden, von der Tatsache, dass er seinen Sohn alleine mit einem Monsterbären gelassen hatte. Scheiße. Zornig griff er in die Erde, und seine Finger trafen auf das nasse Leinen.

Endlich!

Er lehnte sich vor, griff in die Grube und hob das schwere Bündel aus dem Dreck. Eilig löste er das Leinen und bläulich schimmerte das Silber. Es war immer noch ein schönes, schweres Schwert, und kurz glaubte er nicht, dass Kilian jemals in der Lage sein würde es zu benutzen. Aber er verscheuchte den Gedanken. Eine Sorge nach der anderen, sagte er sich kopfschüttelnd.

Hinter sich vernahm er ein dunkles Geräusch. Es waren Atemzüge, tief und grollend. Sein Instinkt hatte ihn nicht gewarnt. Verdammt, was war los mit ihm? Er spürte, dass etwas Großes hinter ihm war, es lauerte, wollte seine Unachtsamkeit ausnutzen, und er hatte nur wenige Sekunden. Er ließ das Schwert fallen, duckte sich, griff nach seinem Zauberstab, und entschied sich blind, nach links in Deckung zu springen, und das war eine weise Entscheidung gewesen, denn die blaue Pranken schlug direkt rechts neben ihm in die feuchte Erde, als der Gorilla abgesprungen war.

Die sechs Beine schlugen mit großer Kraft in die Erde ein, und Draco kam gehetzt auf die Beine.

Blind schoss er den Stupor, wollte nicht zwingend eines von Skills möglichen Kindern töten, und zornig schrie der Riesengorilla auf. Aber Draco musste zugeben, so viel Angst machten ihm die Affen nicht mehr. Nicht im Vergleich zu dem Monster, was am See seinen Sohn im Schach hielt.

Gerade, als er einige Meter zurück apparieren wollte, traf ihn der Prankenschlag von hinten, raubte ihm alle Luft aus seinen Lungen, und er wurde einige Meter zur Seite geschleudert. Schwarze Punkte tanzten vor seinem Blick.

Nein, den zweiten Gorilla hatte er nicht bemerkt, hatte auch nicht mit ihm gerechnet. Seine Hand schloss sich um nichts als Luft. Er musste den Zauberstab beim Sturz verloren haben.

Sein Fokus drehte sich, er sah den Gorilla zweimal, der sich schnaubend näherte. Auch der erste Gorilla stieß einen siegessicheren Schrei aus.

Draco spürte die gebrochenen Rippen, als er sich aufrichten wollte, und der akute Schmerz ließ ihn zusammenfahren. Er krümmte sich am Boden und konnte nicht aufstehen.

Kurz war ihm übel vor Schmerzen, und er wusste, wenn er nicht sofort aufstand, dann würden ihn die Affen zu Tode schlagen. Er sammelte Kraft, erlaubte sich, zwei Sekunden durchzuatmen, bevor er die Augen öffnete, die Fäuste in den Boden stemmte und sich stöhnend aufrichtete.

Aber er war nicht schnell genug. Der nächste Schlag beförderte ihn direkt gegen die harten Felsen, und sein Kopf surrte vor Übelkeit und Schmerz.

Kilian… hoffentlich apparierte er zurück. Zur Lagune. Zu Hermine.

Hermine…. Das war es, woran Draco dachte, bevor der blaue Gorilla ohne Gnade die riesige Faust ballte, nichts als Mord im Blick, und Draco schloss die Augen.

Stupor!", gellte Kilians Stimme durch den Wald, und der Affe, der den tödlichen Schlag ausführen wollte, wurde unsanft von den sechs Beinen gerissen. „Komm her, du Mistvieh!", rief Kilian heiser, wandte sich dem zweiten Affen zu, und Draco lag schwer atmend am Boden, den Tränen nahe, denn… sein Sohn war hier. Er hatte nicht auf ihn gehört, und selten war Draco so dankbar wie jetzt über diesen Ungehorsam. „Sectumsempra!", wiederholte sein Sohn den verbotenen Fluch, den er wohl erst jetzt gerade aufgeschnappt haben musste, und er verfehlte seine Wirkung nicht. Der erste Gorilla brach schreiend zusammen, während sich tiefe Wunden in seinen Körper rissen. Kilian hatte kaum Zeit, sich die Wirkung dieses Zaubers anzusehen, denn beinahe behände wich er dem Angriff des zweiten Gorillas aus, bevor kalte Präzision in seinen Blick trat. „Avada Kedavra!", rief er, und Draco wusste, der Zauber würde niemals –

Der grüne Blitz schoss mächtig und pfeilgerade in die Brust des Gorillas, und der Rückschlag des Fluchs riss seinen Sohn von den schmalen Beinen. Noch bevor der Gorilla die Erde berührte, erkannte Draco den stumpfen, toten Blick in seinen Augen. Kilian hatte seinen ersten Todesfluch gesprochen – und es hatte funktioniert. Darüber nachzudenken war unmöglich, denn kein Kind sollte in der Lage sein, diesen Fluch zu äußern. Es war… so beängstigend, dass Draco reglos am Felsen lehnend liegen blieb, während der zweite Affe letzte röchelnde Atemzüge tat, bevor sein gesamtes Blut seinen Körper durch die magischen Wunden verlassen hatte.

Schwer atmend setzte sich Kilian auf, sah sich ein wenig benommen um, bevor er ihn erkannte und sich hastig aufrichtete. „Dad!", rief er, stolperte fast, als er auf ihn zuhechtete, und sich neben ihn auf die Knie fallen ließ. „Kannst du mich hören?", wollte er wissen, und tatsächlich drang Kilians Stimme nur verschwommen in seine Ohren. Sein Sohn hob den Zauberstab, presste ihn übergangslos gegen seinen Unterleib, und Draco spürte den scharfen Schmerz der Heilung, als sein Sohn stumm Linderung durch seine Glieder schickte.

Das Surren in seinem Kopf legte sich, die Rippen fügten sich wieder zusammen, und Draco tat einen langen erholsamen Atemzug.

„Hey", entkam es ihm rau, und eine Träne fiel auf Kilians Wange. Sein Sohn atmete schnell, ließ ihn nicht aus den Augen, und Draco rang sich ein müdes Lächeln ab. „Danke, Kil", murmelte er erschöpft.

„Bedank dich nicht", wisperte Kilian kopfschüttelnd, mit weiten grauen Augen, und Draco konnte nicht anders, als zu lächeln. Er klang so sehr wie seine Mutter, denselben Vorwurf im Blick. „Dachtest du, ich lasse dich sterben?", fuhr Kilian ihn an, und Draco hob die Hand zum Gesicht seines Sohnes. Er war so jung. So verdammt jung. Und Draco konnte die Schmerzen nicht unterdrücken, die er empfand, wenn er daran dachte, dass sein Sohn ihn verlassen würde. Kilian schloss die Augen, sank an Dracos Seite und weinte gegen seine Schulter. Draco verzog kurz den Mund, denn die Schmerzen hatten nicht wirklich nachgelassen, aber er würde seinen Sohn halten, solange es nötig war.

„Was hast du dir dabei gedacht?" Ihr Zorn war still, denn ihre Sorge war größer. Aber er sah es deutlich. Sie war wütend mit ihm. Mehr als das. Weit mehr als das. Sie hatte seine Wunden gesäubert und verbunden. Es war doch etwas schlimmer gewesen, als er angenommen hatte, aber Kilians Heilung hatte die Blutung gestillt und seine Haut verschlossen.

In mehreren Etappen war Kilian mit ihm zurück appariert, und Draco hatte gespürt, dass etwas mit seinem Kopf nicht richtig war. Ihm war ständig übel gewesen, er hatte sich übergeben, sie hatten dauernd Pausen einlegen müssen, und Hermine hatte gar nicht mehr gesprochen, als sie festgestellt hatte, dass seine Schädeldecke angeknackst war, und Kilians Heilung nur gerade eben so verhindert hatte, dass Draco an den Folgen des Schädelbruchs gestorben war.

Hermine hatte ihn sofort paralysiert, damit er keine falsche Bewegung mehr machen konnte, hatte die Kinder nach draußen gescheucht, hatte alle Heilbücher aus den Regalen gezogen, um keinen Fehler zu machen, bevor sie in stundenlanger Arbeit, seine Schädeldecke verschlossen hatte, nachdem sie Säuberung, Linderung und lokale Betäubungszauber ausgeführt hatte.

Und erst, als Draco nicht mehr doppelt sah, erst, als die Übelkeit langsam abklang, erst, als ein wenig Farbe zurück in sein Gesicht kehrte, hatte sie angefangen, wütend zu werden. Immerhin erst dann. Sie hatte sich lange zurückgehalten, seine unberechenbare Frau. „Du denkst, du besiegst einen wildgewordenen Grizzlybären alleine? Ohne meine Hilfe? Und du lässt Kilian zurück? Du trägst ihm auf, zur Laguna zu apparieren, falls du nicht wiederkommst? Erledigen wir die Dinge jetzt so, Draco Malfoy? Wir opfern lieber unser Leben, anstatt dass wir uns mit unserem Partner auseinander setzen? Wir sind ein Team, oder irre ich mich? Wir machen das zusammen!", fuhr sie ihn außer sich vor Wut an.

Er hütete sich davor, eine falsche Bewegung zu machen – oder falsch zu atmen. Er beobachtete sie, wartete ihren Ausbruch ab, und hoffte, es war allein die Sorge, die sie so sprechen ließ. Scheinbar war er jetzt an der Reihe, zu sprechen.

„Es tut mir leid", brachte er erschöpft hervor, aber scheinbar war es genau das Falsche.

„Oh, jetzt tut es dir leid?", fuhr sie dazwischen, die Hände zornig in die Hüften gestemmt. „Du hättest tot sein können, erschlagen von Affen, während Kilian das spärliche Abendessen eines Bären geworden wäre – und es tut dir leid? Wow. Danke, Draco. Immerhin tut es dir leid!" Sie war immer noch wütend. Keine Frage. „Das war absolut rücksichtslos von dir! Und unnötig gefährlich! Selbst wenn kein Zauber gegen den Bären gewirkt hat, dann hat deine erste Entscheidung nicht zu sein, unseren vierzehnjährigen Sohn alleine zu lassen, um ohne Plan und Absicherung, das verdammte Schwert auszugraben!"

„Hermine", begann er langsam, aber sie hob die Hand.

„Ich will von dir hören, dass du einsiehst, wie dumm diese Entscheidung war, Draco! Ich will hören, dass du niemals wieder eine solche Entscheidung treffen und Kilian nicht noch einmal in eine solche Gefahr bringen wirst!" Aber er schenkte ihr einen knappen Blick.

„Er wird sich in wesentlich schlimmere Gefahren begeben. Es war gut, dass es heute so passiert ist", entgegnete er, und er wusste, hätte er vor wenigen Stunden nicht noch eine offene Schädelwunde gehabt, Hermine würde ihn köpfen für seine Worte.

„Es war gut? Es war ganz und gar nicht gut, du dämlicher Vollidiot!", fuhr sie ihn mit zitternder Stimme an.

„Nicht alles an diesem Tag, nein", räumte er stiller ein, „aber… er kann sich verteidigen. Er… ist nicht unfähig! Er-"

„-das war mir bereits vorher klar, Draco!", unterbrach sie ihn wütend. „Du wirst nicht losziehen und diesen Bären töten, hast du mich verstanden?", fuhr sie ihn schließlich eisig an, und er atmete aus, als könne sie seine Gedanken lesen.

„Doch, das werde ich", widersprach er bloß. Daran bestand nicht der geringste Zweifel.

„Das wirst du nicht", sagte sie kompromisslos.

„Ich werde dich garantiert nicht gehen lassen, Hermine", erwiderte er, als er annahm, dass sie selber vorhatte, zu gehen.

„Und du denkst, ich lasse dich gehen?", entgegnete sie lediglich, und sie war tatsächlich wütend. Sie meinte es tatsächlich ernst.

„Besser ich als du", knurrte er bloß. „Und ich gehe nicht heute Nacht, wenn es das ist, was du dachtest", ergänzte er demonstrativ.

„Vergiss es", sagte sie lediglich, verschränkte die Arme vor der Brust, und er begriff erst jetzt, was es war, weswegen sie überhaupt stritten. Es ging darüber hinaus, dass keiner den anderen verletzt sehen wollte, und dass sie mit dieser Familie Verantwortung übernehmen mussten, es ging um etwas anderes. Zum ersten Mal gab es auf der Insel eine Bedrohung, seitdem sie wieder hier waren.

Sie hatten sich gewöhnt, an das ruhige Leben, die schöne Zeit. Und abgesehen davon, dass sie die Tage mittlerweile zählen konnten, die Kilian ihnen erhalten bleiben würde, war es eine angespannte Stimmung.

Und jetzt… nach heute, gab es eine neue Herausforderung. Hermine glaubte, sie wüsste es besser, aber er war der bessere Jäger. Eigentlich. Abgesehen von heute. Gut, er hatte sich überschätzt, er hatte leichtsinnig gehandelt.

Er hatte nicht damit gerechnet, tatsächlich verwundbar zu sein und von seinem Sohn gerettet werden zu müssen.

Und er wusste ehrlich nicht, wie er damit umgehen sollte. Oder was es bedeutete. Aber er glaubte, es wäre seine Aufgabe, es erneut zu versuchen – und natürlich nicht dabei zu sterben. Denn er hatte keinen Todeswunsch. Er wollte bei Hermine sein, sie beschützen. Er wollte seine Familie beschützen.

Als sie noch zu zweit gewesen waren, wäre Hermine jetzt ausgerastet, hätte ihn hier zurückgelassen und wäre losgezogen, um das Monster zu töten. Ohne ihn, unter Gefahr für ihr eigenes Leben, und er hätte in der Höhle gelegen und sie stumm verflucht.

Aber er sah, sie konnte jetzt nicht gehen, konnte nicht das tun, was ihr stolzer Verstand ihr riet, denn sie waren nicht mehr zu zweit. Es gab kein Malfoy-Granger-Konzept mehr. Sie waren jetzt auf derselben Seite, und das konstant für immer. Es lohnte sich nicht, zu streiten. Es half auch nicht. Es war völlig egal, was sie taten. Aber er wusste, sie könnten das nicht zusammen meistern. Es war nicht eines dieser Abenteuer, denn… einer musste bleiben. Sie hatten noch mehr Kinder, als den Jungen, der ihm heute das Leben gerettet hatte. Und deshalb war es klar, dass Draco natürlich nicht sofort nach Hause gelaufen war, um Hermine Bescheid zu sagen, dass ein Grizzlybär den Weg auf die Insel gefunden hatte.

Natürlich war er dort geblieben und hatte versucht, den Bären zu töten, denn nichts anders hätte Hermine auch getan, wäre sie diejenige gewesen. Und er glaubte, sie wusste das.

Es war nicht mehr wie früher. Und es tat ihm leid, dass es heute aus dem Ruder gelaufen war. Es tat ihm leid, ihr solche Angst gemacht zu haben, aber er hätte nicht anders entschieden, hätte er mehr Zeit zum Nachdenken gehabt.

Er hätte genau dasselbe wieder getan.

„Ich werde in der Höhle schlafen", sagte sie schließlich, und kurz blinzelte er verblüfft.

„Ist das dein ernst?", vergewisserte er sich ungläubig, aber sie ruckte unverbindlich mit dem Kopf.

„Ja. Ich kann gerade nicht ertragen, dich anzusehen und zu wissen, dass du dein Leben einfach so aufs Spiel setzt. Ohne mich. Ohne überhaupt auch nur eine Sekunde zu überlegen, mir Bescheid zu sagen. Ohne dich… zu verabschieden."

Sie wandte sich um, aber er sprach. „Ich hätte dich nicht in Gefahr gebracht!", rief er wütend. „Was ist mit Scorpius? Mit Aurora? Du hättest alles stehen und liegen gelassen, und wärst mit mir gekommen? Einfach so?" Und er wusste, sie würde darüber nachdenken. Sie würde niemals einfach unüberlegt ihr Kinder –

„-ja", unterbrach sie seine so sicheren Gedanken einfach, als sie den Kopf zurück wandte. „Ich wäre mit dir gegangen. Ich habe dich vor Askaban gerettet, damit wir zusammen sein können. Und nicht lediglich bis zum dem Zeitpunkt, wo ein scheiß Bär dich frisst, ok? Ich bin hier mit dir, um mit dir zusammen zu sein. Und wenn wir beide umkommen dabei. Dann wenigstens zusammen. Und nicht getrennt, verdammt noch mal", schloss sie und zornig hatte sie sich abgewandt.

Und sprachlos lag er auf der Matratze. Absolut sprachlos.

Die Geräusche draußen konnten sie nicht beruhigen. Das leise Plätschern des Sees ebenso wenig. Sie war hellwach und ihre Gemütsschwankungen wechselten von Sorge zu Angst zu blanker Wut. Es war gefährlich gewesen heute. Absolut gefährlich. Und es war Dracos Glück, dass Kilian hervorragend mit einem Zauberstab umgehen konnte. Zwar grenzte es an ein Wunder, dass sie den Rückweg überlebt hatten, aber Draco lebte. Er würde keine Schäden davontragen, und das war gut.

Alles andere war einfach nur scheiße. Sie hasste ihn dafür, so… so selbstlos zu sein. Und er war es nicht mal! Er schützte sie damit nicht. Sie wäre gestorben vor Trauer allein um ihn. Um ihren dämlichen, leichtsinnigen, größenwahnsinnigen Mann! Sie hasste, dass sie seine Gedankengänge verstand, und es machte es nicht besser. Er dachte an die Familie, aber unter keinen Umständen der Welt, würde sie zulassen, dass er solche Gefahren alleine meisterte.

Niemals.

Sie hörte die Schritte sofort. Sie nahm an, dass Scorpius zu ihr kam. Manchmal kroch er noch zu ihnen ins Bett, wenn er nicht schlafen konnte. Und sie versuchte, ihre Wut zu unterdrücken, aber es war schwer. Aber der Blick zum Höhleneingang sagte ihr, dass es nicht Scorpius war. Die Gestalt war zu groß.

Sie setzte sich auf, denn das konnte nicht sein ernst sein! Sie hatte ihn gerade erst zusammengeflickt, und er durfte auf keinen Fall schon wieder aufstehen.

Selbst in der Dunkelheit waren seine Schritte sicher. Und ja, sie zweifelte nicht an seinen Jagdfähigkeiten, aber er hatte sich überschätzt. Ganz einfach. Und sie wollte ihn nicht sehen. Nicht mehr heute Nacht.

Aber er setzte sich neben sie auf ihre alte, treue Blättermatratze.

„Du darfst noch nicht-!", begann sie, bereit, sich wieder zu streiten, aber er unterbrach sie einfach.

„-halt den Mund", sagte er rau, und seine Hand schlang sich um ihren Nacken, zog sie zu sich, und heiß und besitzergreifend schloss sein Mund ihre protestierenden Lippen. Sie wollte sich losmachen, wollte ihm sagen, dass er sich auszuruhen hatte, aber schon drückte er sie mit seinem Gewicht auf die Matratze.

Ohne, dass sie es wirklich wollte, überkam sie die Erregung nahezu sofort, und der Gedanke, dass sie ihn heute hätte verlieren können, löschte all ihre Wut mit einem Mal aus, ersetzte sie mit heißem Verlangen, und verzweifelt griffen ihre Hände in sein Shirt, schoben es seinen Oberkörper empor, und grob zerrte er ihre kurze Hose ihre Beine hinab.

Seine Zunge stieß hart zwischen ihre Lippen, und sie erwiderte den Kuss stürmisch wie schon lange nicht mehr. Nach fünfzehn Jahren auf der Insel war es ebenso, dass die Leidenschaft auf der Strecke blieb, dass das Verlangen vom Geschrei der drei Kinder einfach vernichtet wurde, aber heute Nacht war es so, als wären sie alleine. Als gäbe es ihre Familie nicht.

Seine Hand fand ihre Mitte, und mit Erfahrung und Ungeduld stieß er zwei Finger in ihre Enge, während sie seine harte Erektion spüren konnte.

Es war absolut falsch, dass sie das taten, denn er musste heilen, aber… niemals würde sie jetzt gerade fertigbringen, ihn wegzuschicken.

Stattdessen bog sich ihr Rücken durch, und sie gab sich ihm hin. Seine andere Hand fand den Weg unter ihr Shirt, streifte grob ihre Haut, bis sie ihren Busen fand, bis sie eine ihrer Brustwarzen zwischen zwei Fingern rieb, so dass sie fast wahnsinnig wurde.

Sie spreizte ihre Beine weit unter ihm, und seine Finger entfernten sich aus ihr, um seine Hose zu öffnen. Sie wartete ungeduldig, bewegte sich völlig erregt unter ihm, und ohne Zögern legte er sich zwischen ihre Beine. Noch immer war sie wie für ihn gemacht, als er nach vorne stieß, ihre Eingang einfach teilte, während sich seine Länge unbeherrscht in ihr vergrub.

Er nahm sie hart, und sie unterdrückte ihr Stöhnen nur halbherzig. Ihr war egal, ob die Kinder sie hören konnten. Es war ihr herzlich egal.

Längst hatte sich sein Kopf in ihrer Halsbeuge vergraben, biss hart in ihren Nacken, leckte über ihr Schlüsselbein, und sie zwang sich, nicht in seine Haare zu greifen, denn… sein Schädel war frisch geheilt.

Stattdessen genoss sie die süßen Qualen, die Gänsehaut und die Schauer, die sie durch seine Berührungen überkamen.

Sie liebte das dumpfe Gefühl in ihrem Innern, weil er sie vollkommen ausfüllte, und mit jedem weiteren Stoß näherte sie sich dem Höhepunkt, und als sie ihn schon fast auffordern wollte, sie endlich wieder zu küssen, erriet er ihre Gedanken, und seine Lippen fanden ihre, und sie krallte sich in seine Schultern, als sie nicht mehr konnte, als sie die Wellen zuließ, und er folgte ihr nur zu schnell, bockte hart nach vorne, kam zitternd über ihr, und eine Weile rührten sie sich nicht.

Sie spürte seinen schnellen Herzschlag, seine Wärme, und fast wollte sie weinen, weil sie nicht wusste, was sie jemals ohne ihn tun sollte.

Er warf sich müde neben sie, zog sie in seinen Arm, und vorsichtig bettete sie ihren Kopf auf seine Armbeuge, nicht auf seine Brust, denn immerhin hatten sich seine Rippen durch seinen Oberkörper gebohrt.

Dafür, dass er von zwei Affen verprügelt worden war, hielt er sich erschreckend gut, dachte sie, während sie sich seinen Duft einprägte.

Und sie wusste, sie brauchten einen Kompromiss. Irgendeinen. Und sanft küsste sie seine Brust.

„Wenn du ohne mich gehen willst, kannst du ohne mich gehen", sagte sie irgendwann, ohne es ernstzumeinen, aber sie würde ihm diesen Wunsch wohl erfüllen.

„Wenn du mit willst, kommst du mit", gab er ihr seinen Kompromiss, und als sie die rauen Worte hörte…, wusste sie plötzlich, dass er recht hatte. Es wäre unverantwortlich, wenn sie beide gingen.

„Vielleicht… solltest du Kilian mitnehmen. Ich meine…, das war heute sein Erfolgserlebnis, oder?" Sie spürte seinen Blick auch in der Dunkelheit auf sich ruhen. „Und… wenn es stimmt, und der Bär nur mit dem Schwert zu töten ist, dann…"

„Dann?", griff er ihre Worte gespannt auf, und sie seufzte auf.

„Dann sollte Kilian es tun, oder nicht?" Denn er musste es lernen. Er musste es üben. Wie sollte er es sonst schaffen? Zurück? Nach England? Wie sollte ihr Baby sonst überleben. Draco sagte nichts darauf. Er hatte bestimmt genauso viel Angst wie sie.

„Ich liebe dich", sagte er still, und an seiner Brust schloss sie die Augen.

„Ich liebe dich auch", erwiderte sie, und irgendwann schliefen sie ein.