...ausweichen! Mein Körper führte diesen Befehl aus, als ich wieder die Kontrolle über ihn hatte. Ich stand auf, rollte nach rechts und zog instinktiv meine zerbrochene Klinge von meiner linken Brustseite, bereit, jeden Angriff abzuwehren. Erst wenige Millisekunden später wird mir klar, dass irgendetwas nicht stimmt. Nicht nur, dass mein Schiff nicht in der Nähe von mir runtergestürzt ist, sondern auch die Umgebung an sich ist mir nicht bekannt. Vor mir ist ein Fluss, welcher von einem Berg fließt und in mehrere Stufen aufgeteilt wird. An der letzten Stufe mündet es in einen Teich, auf den ich gerade stehe. Um den Fluss herum ist eine dicht besiedelte Landschaft aus Bodenpflanzen, Kletterpflanzen und ein paar Bäumen sowie mehreren Felsen mit einer seltsamen Skizzierung. Rechts ist eine Felswand; darunter mündet der Teich in einen unterirdischen Fluss. Links von mir ist ein von Felswänden verengter Pfad mit einem Feldweg. Der interessanteste Teil findet jedoch hinter mir statt. Dort ist wie rechts von mir ein Pfad, jedoch stehen am Rande des Teichs zwei Personen vor mir.

Beide sind männlich und sind eher bäuerlich gekleidet. Die erste Person von rechts trug eine weiße Hose und ein grünes Hemd. Unter dem Hemd sieht man einen Teil einer hölzern gefärbten Tunika, an der ein Band mit einem kleinen Beutel gewickelt ist. Auch auf seinem Kopf trägt er ein weißes Stirnband. Er hatte blondes, nach hinten gekämmtes Haar, stark ausgeprägte schwarze Augenbrauen und grün-blaue Augen. Sein Oberlippenbart umhüllt bis auf eine Lücke in der Mitte zwischen Nase und Mund die ganze Oberlippe und teilweise die Unterlippe. Sein Kinnbart bestand aus Struppen, was im Kontrast zum Oberlippenbart steht. In seiner linken Hand trug er ein Schwert, welches er von seinem Schaft an seinem Rücken gezogen hat. Ich konnte schon beim ersten Blickkontakt sehen, dass das Schwert gewöhnlich ist, auch wenn es eine gewisse Qualität hat. Von Qualität konnte man bei der anderen Person nicht wirklich sprechen. Ein Großteil seiner Bekleidung waren entweder zusammengeflickte Klamotten oder durch Lederriemen an den Körper gehaltene Flicken. Die einzige Ausnahme war die blaue Lederbedeckung um seine Hüfte, welche durch eine gelbliche Seide zusammengehalten wird. Auffällig an seinem Kopf ist sein blond-braunes Haar, die blauen Ohrringe und seine blaue Iris.

An dem Ausdruck ihrer Gesichter konnte ich nur wenig Aggression erkennen, vielmehr sind sie durch Schreck gekennzeichnet. Als Bestätigung für meine Vermutung ist die defensive Haltung des Schwertträgers. Als 5 Sekunden seit dem Blickkontakt vergangen, war ich mir sicher genug, meine Klinge wieder in ihren Schaft zu stecken. Als Antwort darauf entspannte sich der Schwertträger, doch sein Schwert hielt er immer noch in der Hand. "Wer bist du?", fragte er mich. "Mein Name ist Kane. Und Euer?", erwiderte ich. Beide sprachen ihre Namen aus. "Rusl." sagte der Schwertträger, während der andere sich "Link." nannte. Wider meinen Erwartungen hielt Ersterer immer noch sein Schwert fest in der Hand. Irgendwas hat sie ein wenig verstört. Ich begann nun, die Fragen zu stellen:"Habt ihr mich bewusstlos aufgefunden?". Normalerweise ist für einen Untoten wie mich der Tod die einzig mögliche Form der Bewusstlosigkeit, doch ich erinnere mich, wie ich schon bei dem letzten Vortex unter dem roten Mond in solch einem Zustand schwebte, bevor ich in diesem Rift zu mir kam. Der Schwertträger, welcher sich Rusl nennt, verzieht sein Gesicht vor Überraschung. Ich vermute, dass dass er mit einer solch banalen Antwort nicht gerechnet hat. Schließlich antwortet er mir mit "Ja.". "Habt ihr gesehen, wie ich hierher kam?". Sein Partner erwidert diesmal meine Frage "Ja, aber jetzt erklär uns mal, wie das möglich ist?" "Ich war bewusstlos. Ihr müsst mir schon erklären, was während meiner Abwesenheit passiert ist". Beide schauen sich verwirrt an. Scheinbar überlegen sie sich noch eine Antwort. Dann sprach wieder der Bauernjunge zu mir, während er sich am Hinterkopf kratzt: "Wie soll ich es formulieren? ...Ich sag es mal kurz und bündig: Wir waren die ganze Zeit hier und wollten gerade mit unseren Pferden zu unserem Dorf zurückkehren, als sich bei der Quelle, auf der du stehst, ein Vortex gebildet hat, bevor du von jenem Vortex ausgespuckt wurdest." Das erklärt, warum der Schwertträger immer noch in seiner Kampfstellung verharrt. Mit dem Satz "Hast du was darüber zu sagen?", fordert er indirekt von mir, dass ich Rede und Antwort stehe. Und das tat ich auch: "Nun ja, das letzte, an dass ich mich erinnern kann, war, dass ich in einer Ruine einen seltsamen Altar berührte, bevor alles weiß wurde. Danach bin ich hier gelandet". Beide zogen die Augenbrauen hoch und schauten sich wieder einander an. Unter normalen Umständen hätten sie mir wahrscheinlich kein Wort geglaubt, doch vorhin herrschten keine normalen Umstände. "Meinst du das wirklich ernst?". Ich antworte Rusls Frage mit einem ernsten Nicken.

Nach einer Weile der Stille entspannt er sich nun vollständig und steckt endlich sein Schwert ein. Er geht mit seinem Partner auf mich zu und streckt seine Hand zur Begrüßung. "Du musst ziemlich verwirrt sein, nicht wahr?", fragt er mich mit einem leicht lächelnden Gesichtsausdruck. Ich erwidere seine Geste: "Wird sich wahrscheinlich legen, sobald ich eine Karte oder Kartographie in meinen Händen habe". Sein Gesichtsausdruck wird wieder ernst: "Wir haben leider nichts dergleichen". "Dann muss ich wohl solange die Gegend erkunden, bis ich ein paar Hinweise darauf finde, wo ich bin". "Ich kann dich zur Hyrule-Stadt mitnehmen", fügt sein Partner Link mit ein, "Ich muss nach dem dritten Morgen sowieso dorthin reiten. Ich kann dich dann dort bei der großen Bibliothek absetzen." Hyrule-Stadt? Hyrule? Ich habe noch nie davon gelesen, geschweige denn davon gehört. "Du hast ein Pferd?" "Ja. Deine Ankunft hat sie zum Dorf zurück verscheucht, aber ich habe ein Pferd." "Tut mir leid!" "Macht nichts! Wir waren sowieso auf dem Rückweg.", erwidert er, während er mir die Hand ausstreckt. Ich ging mit ihm den Händedruck ein. "Wie kann ich mich erkenntlich zeigen?" Er scheint ein wenig überrascht zu sein, dass ich meine kommende Schuld schon jetzt begleichen will. "Nun, im Dorf gibt es immer was zu tun und wir können immer eine helfende Hand gebrauchen" "Wie heißt euer Dorf?" "Ordon!" Wieder ein Ort, von dem ich nicht gehört habe. "Nun denn,...", unterbricht uns Rusl, "...wir sollten uns besser spurten. Es wird langsam dunkel" Die Sonne leuchtet rötlich, wie sie es bei einem Sonnenaufgang oder - in diesem Fall - bei einem Sonnenuntergang tun würde.

Wir marschierten weiter hinten zu einem von Felswänden verengten Pfad, welcher dahinter eine große, fast schon kreisförmige Fläche preisgibt. Kaum sind wir wieder an einem verengten Pfad mit einer darauf folgenden großen Fläche angekommen, spricht Link zu mir: "Ich würde dich gerne was fragen" "Sprich" "Wieso bist du mit verschieden Utensilien ausgerüstet?". Wieder musste ich ein wenig an der Wahrheit drehen: "Ich bin ein Pilger, der unerforschte Länder erkundet" "Also hast du diese ganzen Gegenstände gefunden?", fragt mich Rusl. "Den größeren Teil davon.", antwortete ich, "Den Rest habe ich von manchen Banditen entnommen, die es nicht geschafft haben, mich auszurauben." "Du bist also gut mit dem Schwert bewandert?", fragt mich diesmal Link. "Nicht nur mit dem Schwert", war meine Antwort. Wir gelangten nun an einer Hängebrücke. Als wir sie durchquerten, fällt Rusl etwas auf: "Hast du Höhenangst?". Er deutet damit auf meine linke Hand an, welche an der Abgrenzung entlang gleitet. "Nein, aber ich hatte erlebt, wie eine andere Hängebrücke von der Mitte aus zusammengebrochen ist. Ich konnte gerade noch so den Rest der Absperrung ergreifen, als dies geschah.". "Also hast du Angst vor Hängebrücken?" "Ein wenig"

Am Ende der Hängebrücke steht ein offenes Tor aus Holz, wobei es mehr zur Dekoration dient als zur Absperrung, da die beiden Hälften der Holzwand nur bis zum Knie reichen. Der Rest ist eine hufeisenförmige Blumendekoration oberhalb der Holzwand sowie mehrere vertikal aufgestellte Baumstämme. Zwei davon bilden jeweils ein Ende der Hälfte und sorgen dafür, dass das Tor beim Schließen den ganzen Weg bedeckt. Die zwei Stämme am anderen Ende sind mit viel dickeren Stämmen, welche am Boden verankert sind, mit mehreren Seilen auf eine spezielle Weise verbunden, so dass die Hälften eine Fußlänge über dem Boden schweben. Rusl schiebt die Torhälften nach außen, damit wir passieren können. Als wir durch das Tor gingen. schloss er es zu und verband die Torhälften mit einem Seil. Kaum sind wir zehn Schritte gelaufen, sehe ich links ein weiteres Tor, welches vom Aufbau her dem Ersten fast identisch ist. Dahinter befindet sich noch eine Quelle, welche Ähnlichkeiten mit der vorherigen in Sachen tätowierten Felsen und Wasserfällen aufweist, jedoch diesmal nur zwei Stufen besitzt. Ich stelle eine Frage: "Was hat es mit den Tätowierungen auf den Felsen auf sich?". Daraufhin erwidert Rusl: "Diese Felsen stehen schon seit Hunderten von Jahren. Niemand weiß mehr über ihre Bedeutung." "Es wird jedoch gesagt, dass sie etwas mit den Quellen zu tun haben", bemerkt Link. Daraufhin kontert er: "Natürlich haben sie etwas mit den Quellen zu tun, wenn sie an jeder Quelle platziert sind!" Wir laufen einen ausgetrampelten Pfad entlang. Rechts von uns ist eine große Felswand, links ein unangetasteter Wald. Mehrere Schritte später vergrößert sich die knappe Wiesenfläche um den Feldweg kreisförmig, nur um danach wieder kleine Seitenflächen zu sein. "Da fällt mir ein", beginnt Rusl:"Du brauchst ja noch einen Schlafplatz" "Er kann bei meinem Haus übernachten" "Wenn du es willst, Link.", er schaut zu mir: "Bist du damit einverstanden?". "Ja". Link dreht sich zu mir hin und zeigt mit beiden Händen zu meiner rechten: "Wir sind da"

Das, auf das er zeigt, ist ein riesiger, turmdicker Baum, in dessen Baumhöhle sich ein zweistöckiges Haus drei Meter über den Boden befindet. Eine Strickleiter verbindet die Baumhöhle mit den Boden. Abgesehen von der Dekoration unter dem ersten Dach an der Vorderseite - ein mit Schnüren gebundenes Paar Ziegenhörner, welche ein grünes Schal mit weiß-lila-gestreiftem Unterteil und einem goldenen Dreieck in der Mitte halten - und den violetten Fliesen ist es ein gewöhnliches Holzhaus. "Also gut, ich muss jetzt nach Hause. Gute Nacht.", verabschiedet sich Rusl. "Gute Nacht". "Gute Nacht". Er lief einen Pfad entlang, der entgegengesetzt zum Baumhaus steht. Wir klettern die Leiter herauf, während ich Link eine Frage stelle: "Warum ist dein Haus so weit abseits deines Dorfes?". Er zuckt mit den Schultern:"Keine Ahnung. Ich habe das Haus nicht gebaut". Er öffnet für mich die Tür: "Herein!". "Ich überlasse dir den Vortritt". Auch wenn sein Verhalten gutherzig ist, so ist unsere Bekanntschaft zu kurz, um ihn meinen Rücken anzuvertrauen. Er schaut mich verwirrt an, erfüllt aber dennoch meine Forderung: "OK, wenn du es so willst".

Nun befinden wir uns im Inneren des Hauses, welches man in zwei Hälften beschreiben kann. Die eine Hälfte ist ein kreisförmiger, bis zum Dach hoher Raum, welcher mit allen Utensilien gefüllt ist, die ein Bauer haben würde: Küche, Körbe, leichte Klamotten, Bilder, Gartenwerkzeuge usw.. Zwei winzige Stockwerke über uns sind mit Leitern verbunden. Während der höchste Stockwerk Zugang zum Dachfenster gibt, ist der Untere eher als Verbindungsstelle von Nutzen. Die andere Hälfte ist rechteckig und hat bis auf einer Leiter zum Keller nichts nennenswertes zu bieten. Es dauert nicht lang, da fallen mir merkwürdige Dinge auf: "Ihr sagtet, ihr hättet keine Karte". Er verstand es als Erstes nicht, doch es wurde ihm schnell klar, was ich meinte. Sowohl im Erdgeschoss als auch im ersten Stock befindet sich jeweils ein Bücherregal mit mehr als zehn Büchern. "Die meisten davon sind nur Baupläne und Märchengeschichten". "Oh, OK". Eine weitere Auffälligkeit sticht mir ins Auge: Wo ist ein Bett? Im selben Augenblick beantwortet er mir die Frage, bevor ich sie stellen konnte. "Hier ist deine Schlafmatte", er gab mir eine grünfarbene, zusammengerollte Matte. In seiner anderen Hand ist noch eine Matte. Er schläft also nur auf einer Matte!? Kaum nahm ich mir die Matte, fragt er mich etwas:"Willst du nicht etwas, nun ja...gemütlicheres anziehen?". Noch vertraue ich ihm nicht genug, um mich verwundbar zu zeigen. "Es ist gemütlicher als es aussieht!" Er schien es mir anhand seines skeptischen Blicks nicht zu glauben. Trotzdem fragt er nicht weiter nach, als wir die Matten ausrollen und uns hinlegen. Doch im Gegensatz zu ihn kann ich nicht schlafen. Ich habe kein Bedürfnis nach Schlaf, seit ich diesen Fluch trage. Daran haben auch die Mächte in den Kronen nichts geändert. Als ich mir sicher bin, dass er eingeschlafen ist, verlasse ich so leise wie möglich das Haus. Abseits der typischen Geräusche von Waldbewohnern ist nichts Sonderbares geschehen, als ich zur Quelle hin lief. Dort verbringe ich bis kurz vor Sonnenaufgang meine Zeit mit körperlichem Training und dem Bekämpfen eines imaginären Feindes.

So, endlich ist das zweite Kapitel hier. Ich habe es sogar in weniger als einem halben Jahr geschafft, es herauszubringen (*Mir selbst auf die Schulter klopfen*).

Ich habe beim kurzen Überlesen meiner Kapiteln gemerkt, dass ich oft zwischen Präsens und 1. Vergangenheit wechsle. Wenn es euch stört, dann sagt etwas und ich bessere es aus.

Wo wir von ausbessern sprechen: Ich überlege gerade, die Alterseinstufung später auf M hochzuheben, da ich vorhabe, im wörtlichen Sinne Köpfe rollen zu lassen, aber ich denke, dass kann ich tun, wenn es so weit kommt.

All das beiseite gelegt, hier ist der nächste Tipp für das nächste Kapitel: Ein Bauer stirbt auf dem Spielfeld. Sein Platz nimmt nun ein Monster ein.