Als ich wieder bei der Quelle bin, sehe ich, wie die drei Schweine vom Wasser trinken. Ich steige auf das am nächsten liegende drauf und schwinge die Leine, um es zum Laufen zu bringen. Es zeigt keinen Widerstand gegen seinen neuen Reiter, bewegt sich aber nur in Schrittgeschwindigkeit. Als ich es zum Pfad mit der Hängebrücke dirigiert habe, sehe ich etwas nicht erfreuliches: Auf der anderen Seite der Hängebrücke versucht einer der Grünhäutigen, mit einem Beil die Seile abzutrennen, welche die Brücke zusammenhalten. Ich muss schnell handeln! Ich schlage mit meinen Beinen fest auf die Seiten meines Reittiers. Daraufhin stellt es sich auf, wodurch ich fast vom Sattel fiel, hätte ich nicht meine Füße rechtzeitig auf den Rücken meines Reittiers gesetzt. Wenigstens hat es danach angefangen, richtig zu rennen.

Der Brückensaboteur bemerkt die Gefahr, die schnell auf ihn zukommt, und schlägt panisch auf einen der beiden Tragseile der Brücke. Das Tragseil ist fast komplett durchgeschnitten, als ich in der Mitte der Hängebrücke angelangt bin. Es wird mir klar, dass ich es auf normalem Wege nicht schaffen werde. Ich nehme eine stabile Position an, ohne meine Füße vom Rücken meines Reittiers abzunehmen. Doch als ich sehe, wie er zum letzten Schlag ausholt, gebe ich den Plan auf, ihn mit meiner Armbrust zu töten. Stattdessen setze ich zum Sprung an.

Das Seil wurde nun durchtrennt. Schade um das Reittier. Ich mache einen Hechtsprung und spüre bis zu meinen Oberschenkeln den Boden, während das Schwein quiekend in den Abgrund fällt. Da ich sehe, wie der Saboteur mit dem Beil auf mich zuläuft, ziehe ich meine Beine hoch und rolle in seine Richtung, während ich meine Armbrust ziehe. Vom Boden aus drücke ich den Abzug und nehme ein weiteres Leben. Ich ziehe den Bolzen von seinem Schädel raus und lade damit meine Armbrust wieder nach, bevor ich sie wieder einstecke.

Währenddessen fallen mir zwei beunruhigende Dinge auf: Der Himmel hat sich verdunkelt und zehn Schritte vor mir steht eine Zauberbarriere. Ich vermute, dass es eine Hexerei ist, da außer der gelb-dunkelgelb leuchtenden Umrandung und Symbole alles schwarz ist. In der Mitte hat ein Symbol die Form eines Schlüssellochs mit einem Auge in der Kreisfläche, während die anderen Symbole eher unverständliches Gekritzel sind. Ich berühre vorsichtig die Barriere. Sie fühlt sich fest wie Stein an, gibt aber auch eine leicht kribblige Aura von sich ab. Ich schiebe mit beiden Händen, doch es rührt sich nichts. Aus Mangel an weiteren Optionen hole ich zum Schlag aus.

Plötzlich greift mich jedoch eine dunkelgraue Hand um den Hals. Ich greife sofort nach meinen zerbrochenen Schwert, doch bevor ich das tun konnte, wurde ich schon durch die Barriere gezogen. Auch eine Möglichkeit, voranzukommen. Als ich auf der anderen Seite bin, sehe ich den Rest des Körpers, von dem die Hand abstammt. Das Wesen vor mir hat einen menschlichen Körperbau, hat jedoch eine leicht buckelige Haltung und sehr lange Arme. Sein ganzer Körper ist mit schwarzen Linientätowierungen versehen, die auf seiner Brust rot leuchten. Dort, wo der Kopf stehen soll, ist ein schildartiges Ornament, dass oben in zwei Spitzen und unten in drei Stielen herausragt. Die Haare sind so groß wie Äste und sind oberhalb des "Kopfes" leicht hakenförmig geformt, während sie unterhalb steif zugespitzt sind. Das Ornament ist in der Mitte mit Segmenten eines Auges verziert, mit dem Unterschied, dass die Iris am äußeren Rand sitzt, anstatt neben der Pupile. Bis auf den oberen Teil des Auges wird es von zwei segmentierten, dicken Linien umrandet, die von unten beginnend in einer S-Form sich zu den oberen Ecken strecken. Der Rest der Verzierung sind gewundene Linien mit rechten Winkeln.

Während es seinen Überraschungserfolg verschwendet, indem es mich begutachtet, werfe ich einen Blick auf meine Umgebung. Auf meinem linken Auge sieht alles so aus, wie ich es zum Zeitpunkt meiner Ankunft in Erinnerung habe. Mein rechtes Auge jedoch zeigt mir erkennbare Unterschiede. Die Atmosphäre ist von einem trüblich gelben Licht durchzogen, welches weit entfernte Objekte verschwimmen lässt. Auch der Himmel hat dieselbe gelbliche Farbe, während die Wolken komplett schwarz sind. Dazu entspringen aus dem Boden schwarze Quader, die langsam nach oben schweben.

Glücklicherweise hat mein Gegenüber keine Verbündeten in der Nähe. Ich hole mit meiner Klinge in der Vorhand aus und durchbohre seine Armbeuge. Da seine Sehnen nun durchtrennt sind, lässt sein Griff sofort nach. Doch kaum bin ich auf dem Boden gelandet, holt es schon mit der anderen Hand aus, um mich mit seinen Klauen zu zerfetzen. Ich schreite nach vorne, damit es mich nicht mit seinen Klauen treffen kann. Gleichzeitig wechsle ich meinen Griff zur Hinterhand und positioniere meine Klinge so, dass sie seine andere Armbeuge trifft. Vom Gefühl in seinen Armen beraubt, versucht es, mich mit seinen Kopf zu rammen. Ich ziehe meine Klinge raus, während ich einen großen Schritt zur Seite mache. Während es mich verfehlt, drehe ich mich nach rechts und ramme meine Klinge in die Seite seines Halses. Es hebt seinen Kopf nach oben, bevor ich mein Bein auf seinen Rücken setze und meine Klinge durch den hinteren Teil seines Halses herausziehe.

Während mein Angreifer tot umfällt und ich meine Klinge einstecke, spüre ich überall ein Unwohlsein, das ich so noch nie fühlte. Plötzlich löst sich der Angreifer in viele winzige schwarze Quader auf, die um den Platz seiner ehemaligen Leiche schweben, bevor sie sich in alle Richtungen verstreuen. Was zum...? Das Unwohlsein wandelt sich schnell zum Schmerz, der leicht anfängt und rapide steigt, bis er fast unertragbar ist. Es fühlt sich so an, als würde sich mein Körper langsam in Luft auflösen. Ich muss hier raus!

Ich laufe zur Barriere. Dort angekommen, schlage ich mit meiner rechten Hand fest zu. Doch es rührt sich nichts und der Schmerz wird immer größer. Hätte ich mich nicht früher an Schmerzen gewöhnt, hätte dieser Schmerz mich gebrochen. Als ich dachte, es kann nicht mehr wehtun, weicht der Schmerz einem kalten Schauer, der bei meinem Kopf anfängt und sich zu meinen Füßen runterkrabbelt. Als dieser Schauer vorbei ist, fühle ich mich so, als wäre ich fast ausgeblutet. Meine Sicht ist verschwommen und meine Beine können mich kaum halten. Ich schwanke hin und her, bis ich das Gleichgewicht verliere...

Doch ich drücke mit meinem rechten Arm gegen den Boden. Das ist nicht der richtige Platz für ein Nickerchen! Nicht unter diesen Umständen! Ich lausche aufmerksam, ob mir jemand oder etwas entgegenkommt, bereit, um jeglichen Gegner mit einem Kinnhaken zurückzustoßen. Doch nichts passiert. Ich spüre langsam, wie ich mehr und mehr Kontrolle über mich selbst habe.

Als mein Augenlicht klar wird, sehe ich, was mit mir passiert ist: Mein rechter Arm ist schwarz geworden. Auch von den Konturen meiner Rüstung ist nichts zu sehen, als wären sie in Luft aufgelöst. Stattdessen sehe ich nur weiß-golden leuchtende Linien, die sich wie Arterien an meinen Arm entlangschlängeln. Ich muss mich nur selbst anschauen, um zu sehen, dass auch der Rest von mir dieselben Merkmale aufweist. Selbst meine Waffen sind verschwunden. Dann sehe ich etwas am linken Rand meiner Sicht. Was ist mit meinem Arm passiert?!

Als wäre das nicht genug, hat sich mein linker Arm bis zur Schulter in Luft aufgelöst. An seinem Platz sind viele zweigartige Ansätze, die zusammen einem Gebüsch ähnlich sind. Auch sie sind schwarz gefärbt, doch das Leuchten ist besonders hervorgehoben. Auf meiner linken Schulter hat das Leuchten die Form eines Vortex angenommen, während sich auf meiner rechten Handfläche ein leuchtendes Augentattoo gebildet hat. Warum habe ich das nicht bemerkt?

Obgleich ich meinen linken Arm nicht mehr habe, spüre ich nicht, dass er mir fehlt. Ich schaue zu meiner Linken. Wenn ich eine Bewegung mache, die meine linke Hand schließen würde, bewegen sich stattdessen einige Ansätze. Wenn ich andere Befehle gebe, wie zum Beispiel das Strecken meines linken Arms, bewegen sich andere Ansätze oder dieselben Ansätze bewegen sich in eine andere Richtung. Dann wird mir etwas bewusst. Na toll!

Ich stehe hier mit nur einem Arm und ohne Waffen. Noch dazu kommen immer mehr Fragen ohne Antworten: Von woher kommt dieser Angreifer? Warum hat sich scheinbar nichts verändert, wenn mein künstliches Auge eine komplett andere Sicht zeigt? Ich schaue mich herum, in der Hoffnung, einen Ast auf dem Boden zu finden, der fest genug ist, um nicht beim ersten Schlag zu brechen. Doch nichts davon ist vorzufinden.

Ich schaue auf das Augentattoo in meiner rechten Handfläche. Irgendeinen Nutzen muss es haben. Gib mir irgendwas! Und wenn es ein kleines Schild ist! Als wäre dies das Stichwort, formt sich etwas in meiner Hand. Es sieht auf dem ersten Blick aus wie der leuchtende Umriss einer Maske, deren oberer horizontaler Rand mit einer Spitze in der Mitte versehen ist. Doch ich erkenne es schnell als ein Schild, den einer dieser Wächter des Opferthrons der ersten Flamme trug. Kaum bin ich zu dem Entschluss gekommen, wurde aus dem leuchtenden Umriss jener Schild, an den ich mich erinnert habe. Ist das wirklich echt? Ich drehe es um, um es zu begutachten. Das Schild sieht und fühlt sich genauso an, wie ich es in Erinnerung habe, mit zwei Ausnahmen: Zum Einen ist das Schild mit einem leuchtenden Strahl an meinem Augentattoo gebunden, zum Anderen fühle ich kein Gewicht auf meiner Hand. Es ist so, als würde ich nichts in meiner Hand haben.

Kann ich etwa mit meinen Erinnerungen jegliche Waffe beschwören? Ich stelle mir eine Hellebarde vor, die diese Hüllen auf den Ruinen eines Außenpostens benutzten. Daraufhin verschwindet der Schild in einem hellen Licht, doch die Hellebarde erscheint nicht. Das ist seltsam. Ich überlege mir, warum das so ist. Dann starte ich einen nächsten Versuch. Diesmal erinnere ich mich an die Waffen jener Wesen, deren Seelen auch nach dem Tod in einer festen Form verweilten. Ich denke dabei an die Waffe meines aufdringlichsten Verfolgers. Aus meiner Handfläche erscheint wieder ein leuchtendes Objekt, das sich als das riesiges Schwert verfestigt, an das ich mich dieses Mal spüre ich kaum ein Gewicht. Ich schwinge mit der Waffe nach links und rechts. Die Waffe ist für seine Größe so schnell, dass es bei jedem Schwung eine leichte Schockwelle sendet. Das gleicht das Fehlen meiner linken Hand ziemlich aus.

Da ich das Ausmaß der Veränderungen nun begriffen habe, konzentriere ich mich wieder auf mein Ziel: Die Kinder und deren Entführer finden. Ich folge den Spuren von zertrampelten Gras, als mir etwas auffällt: Bei der Quelle, von der ich in diese Welt betrat, befinden sich nun vier Wesen von derselben Art wie mein toter Angreifer. Ganz hinten befindet sich eine riesige strahlende Kugel, die von einer noch größeren schwarzen Hand mit roten Tätowierungen festgehalten wird. Vor der Kugel haltet einer dieser Wesen einen Stab mit einem schwarz-roten Kristall am Ende, dessen obere Hälfte sich in rechten Winkeln um sich selbst dreht. Soweit ich es von meiner hinteren Position sehen kann, besitzt im Gegensatz zu seinen Kumpanen keine Haare. Stattdessen sind es zwei nach oben ragende obeliskartige Ansätze, die am Ende zueinander zeigen. Obgleich ich so nah an ihnen bin, um solche Details sehen zu können, bemerken sie mich immer noch nicht, was teilweise auch daran liegt, dass sie nicht direkt in meine Richtung schauen.

Während ich dem Stabträger näherkomme, denke ich an diesen Gerippefürst zurück, der eine Sense trug. Mit einer Sense bewaffnet, komme ich ihm immer näher, bis er nur noch eine Fußlänge von mir entfernt ist. Blitzschnell setze ich meine Sense vor seinem Hals, während ich mein rechtes Bein auf seinen Rücken setze. Während ihm die Gefahr bewusst wird, bereite ich eine Befragung vor: "Ein Mucks und du bist tot, eine falsche Bewegung und du bist tot, eine...". Weiter bin ich nicht gekommen, als der Stabträger zu Brüllen anfing und versuchte, sich in meine Richtung umzudrehen. Mir blieb nichts anderes übrig, als Druck auf mein rechtes Bein auszuüben und mit der Sense seinen Kopf wie eine Guillotine abzutrennen.

Die restlichen mögen mich bis dahin nicht bemerkt haben, aber durch das Brüllen wurden auch sie über meine Anwesenheit aufmerksam. Sie positionieren sich um mich herum, um jegliche Flucht meinerseits zu verhindern und mich von allen Seiten attackieren zu können. Ich strecke meine Sense aus und zeige sie abwechselnd auf jeden von ihnen: "Letzte Warnung! Ich habe schon gegen Schlimmeres gekämpft.".

Entweder sie scheinen mich nicht zu verstehen oder ihnen kümmert die ganze Situation nicht, denn ihr Kreis um mich herum wird immer kleiner. Ich verstehe ihre Antwort und plane einen Angriff, der mich von der Umzingelung befreien soll. Kaum will ich jedoch den Plan zur Tat umsetzen, fallen plötzlich schwarze Pfähle mit roten Tätowierungen von Himmel und graben sich in einigem Abstand um mich herum in die Erde ein. Kurz danach verbinden sich die Pfähle mit Barrieren, wodurch eine fast kreisförmige Arena entsteht. Doch das haltet mich nicht davon ab, auf meine Gegner loszustürmen, die mit mir gefangen sind.

So, jezt wo wir auch die Verwandlung hinter uns haben, denke ich, dass ich ein paar Sachen sagen soll.

Als Erstes bin ich ziemlich überrascht, dass es niemand gestört hat, wie ich einfach so Link in dem vorherigen Kapitel der Story getötet habe. Ich hatte eigentlich ein paar böse Kommentare erwartet, aber ich musste es tun, da es für mich sonst zu kompliziert wird, beiden Charakteren genug Tribut zu zollen. Nicht dass diese Version Link Tribut zollt, aber es ermöglicht mir so, mich auf den Hauptcharakter zu konzentrieren.

Doch bevor sich jemand sorgt: Bei meiner Story sterben Charaktere nicht wie Fliegen, wie es bei Game of Thrones, Berserk, Attack on Titan oder Akame Ga Kill der Fall ist. Ich kann zwar nicht garantieren, dass jeder Charakter überlebt, aber es wird nicht so exzessiv wie bei den oben genannten Beispielen.

Bevor ich zum nächsten Tipp komme: Wie findet ihr die Verwandlung? Ist sie cool? Ist sie generisch? Ist sie zu überstark? Macht sie Sinn?

Hier ist nun der Tipp für das nächste Kapitel: Ein Helm, der schwer aussieht und zu wenig vom Gesicht bedeckt, um praktikabel zu sein.