Am nächsten Morgen wurde sie von ihren Mitbewohnern geweckt. „He, Mercure, wach auf – es gibt gleich Frühstück und dann geht das Training los!" Nott rüttelte sie. Hermine schreckte auf. Sie war tatsächlich in dieser Umgebung eingeschlafen. „Oui, oui! Ich komme gleich.", murmelte sie. Dann täuschte sie ein Husten vor. ‚Scheiße, meine Stimme!', schoss es Hermine durch den Kopf. „Vox alta!", flüsterte sie.

Mit den anderen ging sie hinunter zu den Küchen, wo es Frühstück gab. Sie sah noch einige bekannte Gesichter von Hogwarts, jedoch niemand aus ihrer Jahrgangsstufe. Hermine war erstaunt, dass sie nicht in einem riesigen Ballsaal oder etwas Vergleichbarem aßen, sondern in einem Teil der Küche, in den man lange Tische gestellt hatte. Dann wurde ihr bewusst, wie naiv ihre Vorstellung gewesen war. So viele Leute wie das Manor momentan beherbergte, war es vermutlich unmöglich, alle in einem Raum zu verköstigen. Dann fiel ihr auf, dass der gesamte Todessernachwuchs in seiner Trainingskleidung erschienen war. Mit derart dreckigen Schuhen und verschmutzter Kleidung war es sicher nicht erlaubt, feinere Bereiche des Hauses zu betreten. Ganz davon abgesehen, dass diese bestimmt den wichtigen, prominenten Gästen vorbehalten waren.

Zumindest gab es ein Frühstück, das dem in Hogwarts in nichts nachstand. Hermine wusste, dass sie essen musste, aber sie war zu nervös, um viel herunterzubringen.

Im Anschluss ging es nach draußen auf eine Fläche, die in ihrer Beschaffenheit einem gigantischen Fußballfeld ähnelte. „Ehhm, Mercure? Aufstellen!", sagte Zabini zu ihr. Sie bemerkte, dass sich alle anderen – Dutzende Personen zwischen 17 und Mitte zwanzig, wie Hermine abschätzte – formiert hatten und auf Befehle zu warten schienen.

Bald traten Leute vor; eine Gestalt stützte sich schwer auf einen Stock. Hermines Herz klopfte schneller. Warum hatte Snape ihr nicht erzählt, dass er für die Ausbildung der Todesser zuständig war? Seit wann war er wieder hier?

„Alle Neuen – hier herüber. Alle anderen – übliches Trainingsprogramm!", rief eine Frau neben Snape.

Hermine setzte sich in Gang, als sie sah, dass einige zu der Frau und zu Snape hinübermarschierten.

„Willkommen im Malfoy Manor, meinem Heim. Dies hier sind Severus Snape und Amycus Carrow. Einige dürften ihn schon kennen.", sagte die Frau und Hermine erkannte sie erst jetzt. Narcissa Malfoy. Sie hielt eine kurze Ansprache, dann übergab sie an Snape und ging zu den trainierenden Anwärtern herüber.

Snape musterte die Truppe und ließ durch nichts erkennen, dass er Hermine erkannte. „Auf Sie wartet ein anspruchsvolles Training und jeden Abend werden zwei von Ihnen ausgewählt, die ihre Fähigkeiten aneinander testen werden. Wenn wir befinden, dass Sie so weit sind, werden Sie eine Aufgabe erhalten – mit anderen Anwärtern und auch mit Todessern – und wenn Sie diese bewältigen, dann erhalten Sie nach bestandener Einzelaufgabe das Dunkle Mal. Wie lange dies dauert, kommt ganz auf Ihre Fähigkeiten an."

Hermine blickte auf die sechs weiteren Neulinge. Keiner schien eingeschüchtert zu sein. Jeder schien zu wissen, worauf er sich eingelassen hatte. „Nun, wir beginnen. Bitte, Amycus.", endete Snape.

Das war der Startschuss für eine stundenlange Tortur bis zum Mittagessen. Hermine hatte gedacht, dass es hier lediglich darum ging, Dunkle Magie zu üben. Ja, dazu sollte man schon fit sein. Aber „fit" und dieses gigantische Sportprogramm!? Und gleichzeitig ärgerte sie sich, dass weder Snape noch Dumbledore es für nötig befunden hatten, ihr detailliert zu erklären, wie das hier ablaufen würde. Darauf hätte sie wohl selbst kommen müssen angesichts der Sportlektionen von Snape. Bislang waren sie gar nicht dazu gekommen, ihre Zauberstäbe zu benutzen. Körperliche Ertüchtigung war gefragt und obwohl Hermines Kondition für sie persönlich gerade ziemlich gut war, so hatte sie doch kaum eine Chance gegen die weitaus stärkeren Männer.

Carrow hatte sie alle unerbittlich angetrieben. Man musste körperlich fit sein, um Flüchen auszuweichen. Natürlich konnte man auch einfach einen Protego- Zauber anwenden, doch hinderte es einen daran, rasch einen weiteren Fluch auszusprechen. Lieber dem Fluch des Gegners ausweichen und dafür selbst einen Angriff starten können.

Jetzt aber, wo das Mittagessen auf dem Tisch stand, war Hermines Appetit geweckt. Sie brauchte unbedingt Nahrung, um durchhalten zu können. Nott und Zabini sahen sie, wie sie Nudeln in sich stopfte und setzten sich zu ihr. „He, Mercure.", sagte Zabini. „Ich hab dich beim Training beobachtet. Du machst dich nicht schlecht, finde ich. Du bist viel wendiger als die anderen. Wenn du so weit bist, fände ich es gut, wenn du mein Duellpartner wirst und ich dein… sagen wir, Tutor." „Tutor?", wiederholte Hermine stirnrunzelnd. „Ja, ich weiß jetzt schon, dass ich für eine Führungsposition ausgebildet werde. Und wenn ich das Verfahren beschleunigen will, kann ich einen Anwärter, der noch nicht so lange dabei ist, etwas führen."

„Oh. Ähm. Ja, sicher.", stimmte Hermine nach kurzem Zögern zu. Das konnte nur zu ihrem Vorteil sein. Zabini war offenbar schon unter besonderer Beobachtung und wenn sie unter seinen Fittichen war, würde man sie auch schneller wahrnehmen. Besser, als sich alles selbst zu erarbeiten. Hermine wollte so schnell wie möglich wieder raus hier.

„So, wir müssen wieder. Mittagspause vorbei.", sagte Nott und klopfte Hermine aufmunternd auf die Schulter. „Bis dann!", sagte sie und zog laut und deutlich ihre Nase hoch, weil Männer immer herumrotzten, statt ein Taschentuch zu benutzen.

Der Nachmittag wurde kaum besser. Zumindest war es ihnen gegen Abend erlaubt, gegeneinander anzutreten und sich zu verhexen. Hermine orientierte sich an dem Können der anderen. An ihrem ersten Tag wollte sie sich auf gar keinen Fall übermäßig hervortun, aber auch nicht gleich als Loser dastehen.

Und dann kam der Moment, vor dem sie sich schon den ganzen Tag gefürchtet hatte. Das abendliche Abschlussduell zweier Anwärter. ‚Bitte nicht ich, bitte nicht ich….', wiederholte sie flehentlich in Gedanken, als sie wieder eine militärische Formation einnahmen.

„Draco Malfoy und Viktor van de Veert!", rief Alecto Carrow die Namen aus. Hermine fiel ein Stein vom Herzen. Nicht sie. Gleichzeitig schlug ihr Herz schneller. Gleich würde sie also Malfoy sehen, eines ihrer Zielobjekte, die sie beobachten und gegebenenfalls herausschmuggeln sollte.

Sie sah, wie sich zwei Menschen aus der Menge lösten und vor alle anderen hintraten.

Malfoys blonden Schopf würde sie überall erkennen. Den anderen kannte sie nicht.

Alles war still, keiner feuerte die Gegner an, jeder stand stramm. „Los!" Carrows Stimme drang Hermine durch Mark und Bein. Von Malfoy kam kein Ton, während sein Gegner laut die Flüche und Schutzzauber rief.

„Aaargh!", ächzte Malfoy auf einmal und Hermine sah, wie er seine Schulter hängen ließ und Blut die Robe durchnässte. Aber auch seinem Gegner erging es nicht besser. Sie umtanzen einander und wie Boxer passten sie die nächste Gelegenheit ab, einen erfolgreichen Schlag anzubringen. ‚Komm schon Malfoy!', dachte Hermine, ‚Mach' ihn fertig!'

Halt. ‚Wieso bin ich für Malfoy, dieses arrogante Arschloch? Seit sieben Jahren macht er mir das Leben schwer!' Hermine runzelte ihre Stirn. Vielleicht war es einfach nur das, dass sie ihn kannte und in Sicherheit bringen sollte.

Hermine zuckte zusammen, als ein greller Blitz einen der beiden niederstreckte. Wer hatte gewonnen?

Geblendet, nahm sie nur wahr, dass der, der noch stand, einen Arm erbärmlich hängen ließ. Das musste dann wohl Malfoy sein – er hatte den anderen besiegt. Sie sah, wie er sich zu dem anderen hinunterbeugte und seinen Zauberstab auf ihn richtete. Was tat er da? Nachtreten?

Doch Viktor van de Veert erhob sich stöhnend und desorientiert.

„Der Unterricht ist hiermit beendet! Bis morgen!", schloss Alecto Carrow den Tag ab.

Hermine setzte sich mechanisch in Bewegung und folgte den anderen Anwärtern. Ihr tat jetzt schon alles weh und sie konnte sich kaum mehr auf den Füßen halten. Wie ihr Muskelkater am nächsten Tag sein würde, wollte sie gar nicht wissen.

In ihrem Zimmer traf sie auf Alex und Nott, die bereits müde auf ihren Betten lagen. Nach einer Weile kam Zabini herein und trat auf Hermine zu. „Ab morgen wirst du mein neuer Duellpartner sein – Malfoy – also der, der den Kampf heute gewonnen hat – ist jetzt befördert worden und ich bin an seinen Platz nachgerückt. Ich habe Snape schon darüber informiert, dass ich an dem Führungsprogramm teilnehme und dich ausgewählt habe. Er war einverstanden, es scheint, als hättest du dich heute wirklich gut gemacht. Wie war denn noch gleich der Heilungszauber?"

Sano corpus", antwortete Hermine automatisch. „Danke!", sagte Zabini und begann, selbst an sich herumzuzaubern, bis Hermine ihm die richtige Zauberstabbewegung noch einmal vorführte.

Sie ergriff die Gelegenheit beim Schopf. „Dieser… Malfoy – ist er mit der Ausbilderin verwandt?", fragte sie unverfänglich. Zabini lachte. „Oh ja, er ist der Sohn. Und wird einmal all das hier erben." Er machte eine ausladende Handbewegung, um das Manor und die Ländereien zu beschreiben. Ohne dass Hermine weiter fragen musste, erzählte Zabini mehr, in etwas zynischem Ton: „Er hat hier sein eigenes Zimmer, er muss nicht wie das gemeine Volk mit mehreren Leuten in einem Raum wohnen."

„Oh, aber ihr alle habt zu Hause doch sicher auch ein großes Anwesen?"

Nott, der bislang schweigend zugehört hatte, mischte sich ein. „Ja, aber willst du wissen, was mein Vater gesagt hat? Ich erbe erst, wenn ich hier dazu gehe und der Familie keine Schande mache."

„Also seid ihr nicht aus freien Stücken hier?", fragte Hermine überrascht nach. „Doch, natürlich sind wir das.", antwortete Zabini sofort und mit einem resoluten Ton. „Es ist eine Ehre für uns, besonders, wenn wir an dem Führungsprogramm teilnehmen dürfen."

Doch in Hermines Kopf ratterte es bereits. Wahrscheinlich wusste Dumbledore, dass seine Schüler möglicherweise nicht freiwillig zu den Todessern gingen… aber ihnen blieb keine andere Wahl. Und Zabini war hier wirklich der Anführer. Er hatte Nott zum Schweigen gebracht. Solange sie nicht wissen konnten, wes Geistes Kind Hermine war, würden sie sich mit kritischen Äußerungen zurückhalten. Oder mit Lobpreisungen auf Lord Voldemort. Hermine hoffte inständig, dass ihre Zimmergenossen zu dem kritischeren, intelligenteren Teil gehörten.

Am nächsten Morgen verlief alles genauso wie am ersten Tag. Gegen Mittag wurde sie zu Snape gerufen. Hermine hätte Snape die Füße küssen können, denn sie konnte sich kaum mehr auf den Beinen halten. Ihre Muskeln schmerzen noch vom Vortag, und Amycus Carrow und Narcissa Malfoy trieben sie erbarmungslos an. Wenn sie Runden um den Platz laufen mussten, kam Hermine stets im letzten Grüppchen mit an.

Das einzige, was sie wirklich gut hinbekam, war ein Hindernisparcours: die Todesser beschossen ihre Anwärter mit minder schweren Flüchen und sie mussten ausweichen. Das war allerdings leichter gesagt als getan. Man konnte sich hinter einem Baum, einem Felsbrocken oder einer Mauer ducken oder musste am Boden aufgebauten Stolpersteinen und den Flüchen gleichzeitig ausweichen.

Hermine war nie der sportliche Typ gewesen, aber den Parcours schaffte sie ein ums andere Mal, ohne dabei Blessuren davonzutragen.

Snape blickte sie mit hochgezogenen Augenbrauen an, wie sie halb gekrümmt vor ihm stand und keuchte. „Mr Mortém, wie Sie vielleicht bereits wissen, hat Blaise Zabini Sie ausgewählt für sein Tutorium. Sie erzielen besser schnell Fortschritte.", warnte er sie.

„Oui, Pro…, Ja, Sir. ", verhaspelte sich Hermine. Doch keiner hatte ihren Ausrutscher bemerkt. Alle waren viel zu sehr damit beschäftigt, zu Atem zu kommen oder ihre Wunden zu heilen.

„Nun gehen Sie, ab zum Mittagessen!", herrschte Snape sie und ihre Mitstreiter an und wies mit seinem knorrigen Gehstock hinüber zum Manor.

Schwerfällig setzte Hermine sich in Bewegung. Diesmal saß sie nicht bei ihren Mitbewohnern, sondern bei ihr völlig unbekannten Anwärtern. Während sie stumm Pommes frites aß, hörte sie den anderen zu. Der eine beklagte sich über die Härte des Trainings. „Wenn ich könnte, würde ich meinen Eltern eine Eule schicken und mich beschweren.", sagte er, ein dicklicher Junge, nicht älter als Hermine. „Wir wollten Todesser werden, keine Sklaven!", pflichtete ihm sein Gegenüber bei. Hermine nagte an ihrem Hähnchenschenkel herum. Irgendwie fühlte sie sich stark an Draco Malfoy erinnert. Was für ein verwöhntes, verzogenes Gör er schon immer gewesen war.

Sie blickte sich nach ihm um, doch seinen blonden Schopf konnte sie nirgends ausmachen. Wahrscheinlich speiste er an einem feineren Ort und bekam viel feinere Sachen.

Hermine überlegte sich, wie sie nur an Malfoy herankommen sollte. Wenn sie ihre Klassenkameraden hier irgendwie herausbringen sollte, brauchte sie zuallererst Malfoy, denn der kannte sich im Manor am besten aus und war ein wertvoller Verbündeter – er stand in der Hierarchie weit oben, also würden viele auf ihn hören. Und von Malfoy konnte sie wertvolle Informationen für den Orden gewinnen.

Hermine suchte Malfoy in den folgenden Tagen immer wieder – doch er war nicht auffindbar. Weder bei den gemeinsamen Mahlzeiten tauchte er auf, noch auf ihrem Übungsplatz. Gelegentlich arbeitete sie bei ihren Übungen mit Blaise zusammen, da dieser einen ebenbürtigen Duellpartner brauchte. Aber sie traute sich nicht, ihn nach Malfoy zu fragen.

An einem Abend, als Hermine schon todmüde auf ihr Bett gefallen war, kam Zabini zu ihr und sagte: „Auf geht's, Mercure, wir treffen uns jetzt mit ein paar anderen… Kontakte knüpfen und aufrechterhalten… das ist das A und O hier."

Hermine wurde hellhörig und ganz schnell wieder munter. Kontakte, das war das, was sie so dringend gebrauchen konnte. Zabini hatte sich etwas feinere Kleidung angezogen. Hermine suchte sich etwas Schöneres heraus und huschte ins Bad, um sich umzuziehen. Falls das jemand komisch fand, so sagte keiner etwas.

„Wie gefällt es dir bisher?", fragte Zabini auf dem Weg zu ihrem Treffen. Hermine wägte ihre Antwort vorsichtig ab. „Ich finde es bisher sehr… anstrengend. Ich war nie ein großartiger Quidditchspieler, so viel Sport kommt mir daher hart an. Ich dachte, wir würden mehr zaubern." Sie sah an Blaise' Gesichtsausdruck, dass das nicht die erhoffte Antwort auf seine Frage. Sie wusste genau, was er hören wollte. Er wollte wissen, wie fanatisch Mercure Mortém war und ob man ihm vertrauen konnte.

Aber Hermine wusste ja auch im Gegenzug nicht, wie weit man Blaise Zabini trauen konnte und gab sich daher lieber diplomatisch.

Blaise antwortete dennoch auf ihre indirekte Frage. „So ging es jedem von uns am Anfang, sogar Draco – und der hat jahrelang in der Quidditchmannschaft von Slytherin gespielt.", erklärte er Hermine. „Diese Treffen hier… sie finden einmal wöchentlich statt. Es ist eine eher lockere Runde, gelegentlich werden neue Leute eingeladen und alle, die wie ich einmal Führungspositionen haben werden, nehmen ihre ‚Mündel' auch mit. Ihr sollt schließlich was lernen.", fügte er augenzwinkernd hinzu.

Er führte Hermine quer durch das Manor und Hermine konnte nur staunen, was diese altehrwürdige Villa zu bieten hatte. Sie mutmaßte, dass auf das Haus ein Ausdehnungszauber gelegt worden war. Von draußen wirkte das Manor riesig. Doch von innen wirkte es gigantisch. Riesige Säle, hunderte Türen, Marmor und massive Holzverkleidungen, wertvolle alte Möbel und Tischchen, Vasen, Gemälde, die die langen Gänge und unbenutzten Durchgangszimmer säumten.

Sie passierten mehrere Wachposten der Todesser. Sie waren alle maskiert und Hermine konnte keinen erkennen. Snape hatte sie seinerzeit schon vorgewarnt. Nur eine sehr geringe Anzahl von Todessern würde sie persönlich kennenlernen. Wenn man nicht viele kannte, konnte man auch nicht viele verraten. Es hieß, dass nur Voldemort alle kannte. Selbst bei ihrem Training waren sie teilweise verschleiert, sodass man nicht einmal die anderen Anwärter alle kennen konnte.

Zabini klopfte an einer Tür, dann traten er und Hermine ein.

Hermine sah, dass es ein großer, hoher Raum war, in dem bequem aussehende Diwane um kleine, niedrige Tische aufgestellt und breite Teppiche ausgerollt waren. Es saßen schon diverse Leute herum, auf dem Boden, auf den Diwanen. Hermine fiel auf, dass es fast ausschließlich Männer bis vielleicht knapp 30 Jahre waren, die hier anwesend waren. Hermines Augenmerk richtete sich auf die Frauen. Sie bemerkte – und vor Wut schoss ihr Blut in die Wangen – dass sie nicht besser als Hauselfen behandelt wurden. Die anwesenden Mädchen waren allesamt leicht bekleidet, hübsch anzusehen, nebenbei bemerkt, und servierten den Männern Wein, Champagner und Feuerwhisky.

Aha, das war also unter „lockerer Runde" zu verstehen.

Eine Reinblut-Party.