„Rita Kimmkorn!", fauchte Hermine. Sie konnte die Reporterin immer noch nicht ausstehen. Und noch weniger konnte sie es ausstehen, dass Malfoy jetzt verlobt war. Lucius schien wirklich zu befürchten, dass er keinen Erben bekam. Diese Befürchtung teilte Hermine allerdings nicht angesichts der Geschichten, die sie schon allenthalben über Draco gehört hatte. Selbst sein Interesse an ihr war… zwar ungewohnt, aber sie war ja trotz Verkleidung eine Frau.
Wütend zerknüllte sie die Zeitung, bevor sie das Bild von Astoria und Draco wieder entfaltete und glatt strich. Sie riss das Foto heraus und legte es in eines der Bücher ein, die sie von Draco bekommen hatte.
Just in diesem Moment fühlte sie einen stechenden Schmerz an ihrem rechten Unterarm. Hermine rollte ihren Ärmel hoch und sah, wie ein einfaches „BZ" verblasste und ihr Otter völlig regungslos zurückblieb, obwohl sich das Tattoo sonst immer rührte. Was hatte das zu bedeuten? Hermine tippte das Mal mit ihrem Zauberstab an, aber es tat sich nichts. Hatte Blaise sie etwa abgeschnitten von der Information? Trauten sie ihr von dieser Seite nun auch nicht mehr? Traute ihr nun keiner mehr? Hermine fühlte sich den Tränen nahe.
Nach vier Tagen hörte Hermine, wie jemand apparierte. Sie ging in Kampfstellung und wartete ab. Eine Gestalt schlich durch den Wald. War das Harry? Hermine zog sich ihre Kapuze tief ins Gesicht und trat aus ihrem Schutzkreis hervor. „Harry?", fragte sie vorsichtig. „Hermine?", fragte es hinter einem Baum. „Wie haben wir den Troll besiegt?", stellte er die Sicherheitsfrage. „Mit Wingardium leviosa.", antwortete Hermine erleichtert. Sie rannte hervor, auf Harry zu und umarmte ihn. Harry drückte sie fest an sich. „Ich habe euch vermisst, Harry!", gestand sie. „Wir dich auch.", gab Harry zu. „Aber was tust du hier? Ist deine Mission beendet?"
„Ja, und Ginny geht es gut, sie ist im Fuchsbau!", sagte Hermine rasch. „Gott sei Dank.", stieß Harry aus. „Ich habe mir solche Vorwürfe und Sorgen gemacht. Ich habe Bellatrix abgehängt und Ron kam nach – nur Ginny nicht…" „Es sind üble Dinge passiert, aber ich konnte sie aus dem Malfoy Manor ausbrechen. Ginny ist wieder wohlauf." Harry ließ sich gegen einen Baum fallen. Eine Welle der Erleichterung ging durch ihn, das konnte Hermine sehen.
„Wie geht es dir, 'Mine? Du siehst anders aus?", fragte er und benutzte ihren langvergessenen Spitznamen aus ihren ersten Hogwartsjahren. Hermine wollte ihn am liebten wieder umarmen und ihm um den Hals fallen. Harry verurteilte sie nicht. Sie hatte getan, was getan werden musste. Mehr war es für Harry nicht. „Ich würde gerne dir – und Ron – alles erzählen.", sagte Hermine, auf einmal fühlte sie sich froh und unbeschwerter wie all die Monate zuvor.
Mit Harry apparierte sie in das Versteck, das er und Ron gerade ausgewählt hatten. Es war die Höhle, in der Sirius als Hund gelebt hatte. „Ron? Ich habe jemand mitgebracht.", sagte Harry vorsichtig. Ron kam aus dem Zelt, das sie weiter hinten aufgebaut hatten. „Hermine?", fragte er ungläubig. „Ja, ich bin's. Oh Ron!", rief Hermine und umarmte auch ihn. Ron klopfte ihr unbeholfen auf den Rücken und Hermine zuckte zurück. Er tat ihr noch weh. „Was ist los?", fragte Ron beunruhigt. „Ach, nichts. Ich habe da eine Verletzung, die noch schmerzt.", tat Hermine es ab. Sie wollte ihnen jetzt nichts darüber erzählen.
„Wir haben dich seit einem Jahr nicht mehr gesehen, Hermine. Was ist passiert, was hast du gemacht? Und warum siehst du so aus? Dumbledore wollte nichts sagen.", drängte Ron sie. Hermine strich sich über ihre kurzen Haare. „Er hat mich gebeten, die Todesser zu infiltrieren und herauszufinden, wer der Maulwurf im Orden ist. Ich konnte auch herausfinden, wer von den ehemaligen Slytherinschülern mit dabei ist und wer von ihnen dazu gezwungen wurde. Ich habe Professor Snape unterstützt.", erzählte Hermine. Sie sah Ärger und Verurteilung in Rons Gesicht, aber bevor er etwas sagen konnte, fuhr sie fort: „Ich kann euch keine Namen geben, noch nicht. Ich bin gebunden an einen Schwur. Aber es gibt viele, die den Kurs der Todesser nicht mitgehen und gegen ihren Willen dort sind. Ich habe ihre Ausbildung durchlaufen und habe mich zu einem Anhänger des Dunklen Lords machen lassen." Hermine rollte ihre Ärmel hoch und entblößte das Mal, das sich an ihrem Unterarm schlängelte. Ron zuckte entsetzt zurück, Harry betrachtete es mit neutralem Gesichtsausdruck.
„Hermine, du hast getötet! Ich kann das nicht, ich gehe!", schnappte Ron. „Jetzt warte doch, Ron!", bat Hermine. Er war wie der Rest seiner Familie. Sie war schon verurteilt, bevor sie sich überhaupt erklären oder rechtfertigen konnte. Ron war aufgesprungen, aber er blieb stehen. „Wir haben es so eingefädelt, dass ich niemanden töten musste. Ich habe sie mit einem Trick getäuscht." Ron setzte sich wieder hin. Harry nickte anerkennend. Hermine schluckte den Kloß im Hals hinunter, als sie an Arthur dachte.
„Ich habe mich mit einem Alter Ego als Mann ausgegeben und habe für Dumbledore gearbeitet.", erklärte Hermine. „Wir standen in halbwegs regelmäßiger Kommunikation und ich konnte Informationen weiterleiten."
„Würdest du… darf ich sehen, wie dein Alter Ego aussieht?", platzte Ron hervor. Hermine konnte ein Lächeln kaum verbergen. Natürlich war es Ron, der gefragt hatte. Sie stand auf und mit einem Schwenk ihres Zauberstabs schloss sich ihre Robe. „Vox alta, Velandum rubrum.", murmelte Hermine und stand als Todesser vor ihnen. „Begrüßt Mercure Mortém, Führeranwärter der Todesser.", sagte sie mit ihrer Männerstimme.
„Warum trägst du keine graue Maske?", fragte Ron. „Weil ich es mir verdient habe, als höherrangiger Todesser eine Farbe meiner Wahl zu tragen.", erklärte Hermine ihm. Harry blickte sie beeindruckt an. Mit einem Schnippen beendete sie den Zauber und setzte sich wieder als Hermine Granger zu ihren beiden besten Freunden. „Ich habe durch meine Maske und das Mal Vorteile: man erkennt mich nicht und wenn ich nach den Ausgangssperren unterwegs bin, schützt mich das Mal vor dem Alarm. Noch bin ich geschützt – aber wenn publik wird, dass ich geflohen bin, werden sie mich jagen wie einst Karkaroff aus Durmstrang.", berichtete Hermine. „Aber jetzt erzählt ihr mir, wie weit ihr bei der Suche nach den Horkruxen gekommen seid."
Harry und Ron berichteten stolz von ihrem Einbruch in Gringotts. Jemand hatte ihnen das Schwert von Gryffindor zukommen lassen, mit dem sie schließlich das Medaillon und den Kelch von Hufflepuff zerstört hatten. Hermine dachte bei sich, dass es wahrscheinlich Snape war, der das Schwert unbekannterweise geschickt hatte. Dumbledore hielt sich schon lange nicht mehr in Hogwarts auf. Es hieß, dass er neben seiner Arbeit für den Orden albanische Wälder durchkämme. Hermine dachte bei sich, er musste dazu einen guten Grund haben, wenn er dafür Hogwarts in Snapes Händen ließ.
„Wir haben das Tagebuch von Tom Riddle, den Ring von Gaunt, das Medaillon von Slytherin und Hufflepuffs Becher.", zählte Harry an seinen Fingern ab. „Es fehlen aber noch zwei, wenn man nach Dumbledore geht. Etwas von Ravenclaw, zum Beispiel. Ein Grund, wieso wir hier campieren ist, dass wir nach Hogwarts müssen. Dort erfahren wir etwas über Ravenclaw.", war sich Harry sicher.
Hermine nickte. „Ich habe Professor Dumbledore kurz gesehen." „Was?", unterbrach Ron sie. „Ja, bei dir zu Hause – aber nur kurz. Er wollte, dass ich mich euch beiden wieder anschließe. Bevor ich etwas fragen konnte, war er schon wieder verschwunden." Harry ließ enttäuscht den Kopf hängen. Hermine wusste, dass er sich Neuigkeiten über einen Horkrux gewünscht hatte.
„Ich weiß trotzdem, wo sich noch ein Horkrux aufhält.", sagte Hermine auf einmal. Ron und Harry tauschten erstaunte Blicke aus. „Wo, Hermine, und was ist es?", wollte Ron wissen.
„Erinnert ihr euch noch an Harrys Träume? An den Angriff auf Arthur – deinen Vater, Ron? Harry, du konntest es alles sehen. Aus Sicht von Nagini. Und ich weiß genau, wo sie lebt: in den Kellern und Gemäuern des Malfoy Manors.", sagte Hermine mit einem Grausen. „Der Dunkle Lord hat ihr diejenigen zum Fraß vorgeworfen, die er zuvor mit dem Avada Kedavra verurteilt hat."
Ron erbleichte. Harry wand sich.
„Das hast du aber nicht gesehen, wie die Schlange frisst, oder?", fragte Ron mit viel zu hoher Stimme. Hermine verzog ihr Gesicht und beide konnten auch ohne ihre Antwort die Wahrheit ablesen. „Es gab Schlimmeres mitanzusehen, Ron.", sagte Hermine hart. Zum Beispiel, wie deiner kleinen Schwester das Wort Blutsverräter in den Arm geschlitzt wird. Das sagte sie aber nicht laut.
„Und wie kommen wir ins Manor? Dort wimmelt es nur noch mehr von Todessern wie hier in Hogsmeade.", sagte Harry. „Auf demselben Weg, auf dem ich mit Ginny geflohen bin. Wenn sie diesen geheimen Gang nicht gefunden und verschlossen haben, gibt es ihn noch. Über diesen Weg kommen wir herein. Ich bin mir ziemlich sicher, dass er noch unbekannt ist.", überlegte Hermine. Draco Malfoy hatte sie mit einem Obliviate-Zauber belegt, er konnte nicht wissen, dass sie so geflohen waren.
Ron schien zu überlegen, dann sprach er auf: „Wenn Harry Parsel spricht, kann er die Schlange kontrollieren, nicht? Wir können sie zu uns hin locken." „Ich kenne die geheimen Wege im Manor besser, oder anders gesagt, ich kenne jemanden, der sie bestens kennt. Ich werde Nagini vor mir her zu euch treiben. Ihr fangt sie dann ein oder tötet sie.", schlug Hermine vor.
Gemeinsam schmiedeten sie einen Schlachtplan. Es fühlte sich an wie in alten Zeiten und Hermine war froh, wieder bei ihren Freunden zu sein. Dennoch hatte sie das Gefühl, etwas im Manor zurückgelassen zu haben. Mindestens eine ganz bestimmte Person.
Am nächsten Tag apparierte Hermine Harry und Ron ein paar Meilen westlich des Manors, unter Harrys Tarnumhang verborgen. Sie wagte nicht, näher heranzukommen, da überall Wachposten standen und sie noch nicht entdeckt werden wollte. „Ich habe das Gefühl, dass der Dunkle Lord in der Nähe ist." Sie zeigte auf das Mal. Es war schwärzer und lebhafter, wenn Voldemort nah war. Harry nickte. „Ich spüre ihn auch." Sie pirschten sich an das Manor. Hermine suchte den Eingang. Er war bewachsen, aber sie hatte ja alles weggesprengt. Nach einer Weile fand sie den Tunnel. „Hier!", sagte sie leise. Harry und Ron beobachteten das Geschehen am Manor. Auf den Ländereien konnten sie die Todesserausbildung sehen.
Hermine stöhnte auf und umfasste ihr Mal. Es brannte schon wieder. „Er ruft uns.", presste sie hervor. „Ich kann nicht… ich muss hin…!" „Hermine, das könnte Selbstmord sein!", protestierte Harry. „Geht selbst hinein, nach Sonnenuntergang, ich werde euch entgegengehen.", sagte Hermine und ballte ihre Hände zu Faust. „Hermine! Nein!", zischte Ron. Aber Hermine hatte sich schon maskiert und war disappariert.
Sie tauchte in den Kellern des Manors auf und hastete zum Thronsaal. Es waren so viele Todesser, da fiel sie sicherlich nicht auf. Solange niemand gegen sie eine Apparitionssperre verhängt hatte, konnte ihre Abwesenheit nicht so wichtig sein. Außerdem war es das Haus der Malfoys und warum sollte Draco sie als Hermine Granger aussperren?
Wenn sie dem Ruf des Mals folgte, setzte augenblicklich Erleichterung ein und das Brennen verebbte.
Sie stellte sich an ihren gewohnten Platz. Vielleicht war das ein Fehler, wie sie zu spät realisierte. Das bedeutete, dass Blaise und Draco auch nicht weit waren. Aber vielleicht konnte ihr das auch zum Vorteil gereichen?
Der Dunkle Lord erschien und ließ sich auf dem Thron nieder. „Ich habe euch gerufen, weil ihr immer noch nicht die Gefangene zurückgebracht habt.", zischte er. Einer der Wärter wurde vorgeführt, in Fesseln. „Crucio!", flüsterte Lord Voldemort und der Mann begann sich zu winden und von einem Knebel unterdrückte Schreie von sich zu geben. Von ihrer Abwesenheit wurde nicht gesprochen. Wahrscheinlich hatte man es vertuscht, denn niemand wollte wegen ihr bestraft werden. Und dank ihrer Vergessenszauber erinnerte sich auch keiner an ihre Flucht.
Hermine sah aus den Augenwinkeln eine Bewegung. Nagini schlängelte sich um die Füße ihres Herrn und erkundete den Raum. Wie üblich wichen die ersten Reihen zurück, wo sich das Mistviech näherte. Gut, sie war hier. Dann musste Hermine nur noch aufpassen, wohin sie verschwand. Danach suchte sie Malfoy. Als sie seine Maske in dem Meer an Todessern gefunden hatte, war sie erleichtert. Immerhin war er am Leben. Vorsichtig atmete sie aus.
Nachdem der Dunkle Lord stundenlang mehrere Todesser verhört und gequält hatte, entließ er sie mit neuen Arbeitsaufträgen. Hermine heftete sich an Dracos Fersen. Ob er nun wollte oder nicht, er würde gleich ihr Komplize sein.
Als sie allein waren, drehte sich Malfoy plötzlich um. „Glaubst du, ich merke nicht, dass du mir folgst? In meinem Haus?", fragte er mit spöttischem Ton. „Ich hätte nichts anderes von dir erwartet.", antwortete Hermine kühl und kam näher. Als er ihre Stimme hörte, gefroren Malfoys Gesichtszüge ein. „Du!", entfuhr es ihm. Hermine schnippte mit den Fingern und Dracos und ihre Masken verpufften. Bevor er etwas sagen konnte, stürzte sich Hermine auf ihn, drückte ihn gegen eine Säule in dem Gang und hielt ihm den Mund zu. Eine Patrouille spazierte im Nebengang vorbei. „Ruhig jetzt! Oder Astoria wird dir niemals einen Erben schenken.", zischte sie. Malfoys Körper versteifte sich, als er Hermines Zauberstab spürte, der sich in seine Seite bohrte.
Er hob die Hände und Hermine schnappte sich seinen Zauberstab und steckt ihn ein.
„Los jetzt, gehen wir." Sie bugsierte ihn in sein Zimmer. Wortlos tat Malfoy, wie ihm geboten. Hermine ließ ihn sich auf seine Sessel sitzen. „Was haben sie mit dir gemacht?", fragte Hermine.
„Was willst du von mir? Und wer bist du wirklich, Mercure Mortém? Wo warst du? Und warum kommst du zurück?", stellte Malfoy die Gegenfragen. „Sie haben gehofft, dass du zurückkommst und sie dich gefangen nehmen können."
Seine Züge waren nicht hasserfüllt wie früher, wenn überhaupt, dann wirkte er gequält. Er musste ein ziemlicher Idiot sein, wenn er bisher immer noch nicht herausgefunden hatte, wer sie wirklich war. Blaise hatte es auch nur ein paar Tage gekostet. „Du musst verrückt sein, hier noch einmal aufzutauchen, wenn du einmal geflüchtet bist.", sagte er. Hermine schnaubte.
„Ich stelle die Fragen.", wies sie ihn zurecht. Malfoy hob matt die Hände. „Sie haben mich geheilt, dann haben sie die Nachricht veröffentlicht, dass ich Astoria heiraten werde, damit es sichergestellt wird, dass ein Erbe produziert wird.", sagte er leidenschaftslos. Er warf ihr einen Blick zu, der zwischen Resignation und Verzweiflung lag. „Ich bin abgetaucht, nachdem ich von dir bestraft wurde.", sagte Hermine hart, unnachgiebig und ungerecht. Auch wenn sie ihm keinen Vorwurf machte, dass er den Großteil ihrer Strafe durchgeführt hatte – der Zeitungsartikel und die Verlobung hatten sie mehr verletzt als sie zugeben wollte.
„Aber jetzt bin ich wieder da und werde zu Ende bringen, was ich begonnen habe.", stellte Hermine klar. In Malfoys Augen blitzte etwas auf. Angst? Hoffnung? Es war zu schnell weg. „Ich habe vor, etwas hier gefangen zu nehmen und du wirst mir dabei helfen, Draco.", befahl Hermine ihm.
„Sag mir, dass ich es mir nicht nur eingebildet habe?", fragte Malfoy plötzlich. Hermine konnte sich selbst verfluchen, dass sie wieder seinen Vornamen gesagt hatte, der bei ihm emotionale Wunder bewirkte. „Komm jetzt!", entgegnete Hermine.
„Zeige mit die Gänge im Manor, die so sind wie der von hier zur Bibliothek. Ich will sie alle sehen, bis zum Thronsaal.", verlangte Hermine. Verwirrt fuhr sich Malfoy durch die Haare. Hermines verräterisches Herz schlug schneller bei dem Anblick. „Also, diese Gänge sind überall im Erdgeschoss und den Kellern. Es gibt meines Wissens nach nur zwei, die weiter nach oben führen – dieser hier und ein weiterer im Ostflügel.", sagte er langsam. „Mich interessieren die unterirdischen, die mit deinem Gang zur Freiheit verbunden sind.", teilte Hermine ihm mit.
Malfoy blickte sie mit seinen grauen Augen fragend an. Hermine wollte nichts lieber als ihn einzuweihen oder auf ihn zuzulaufen und… ihn zu küssen, seinen Geruch zu riechen… Sie schüttelte den Kopf.
Sie gingen die Wendeltreppe hinab, Malfoy voran und Hermine folgte ihm. Er kannte sich hier gut aus. Je tiefer sie kamen, umso feuchter und muffiger wurde die Luft. „Mercure, oder wie auch immer dein Name ist…was… was möchtest du denn hier gefangen nehmen?", fragte Malfoy unsicher. Sie antwortete nicht. Er ging weiter in Richtung des Thronsaals. Jedenfalls hoffte Hermine das.
„Das hier ist verrückt.", stellte Malfoy fest. „Still jetzt!", zischte Hermine. Diese verdammte Schlange würde schon noch früh genug merken, dass jemand auf Jagd nach ihr war. Malfoy war so abrupt stehen geblieben, dass Hermine in ihn prallte. „Ich weiß, was du vorhast, Mortém.", stieß Malfoy hervor. „Du musst wahnsinnig sein! Sie wird uns beide töten! Der Dunkle Lord wird es wissen und nicht zögern!"
„Geh weiter, Malfoy, du Feigling!", flüsterte Hermine. „Oder muss ich dich dazu zwingen?" Widerwillig ging Malfoy weiter. „Ich habe dir vertraut!", zischte er wütend. „Dann tu es auch jetzt!", zischte Hermine zurück. Ein lauteres, unheimliches Zischeln übertönte ihren Streit. „Wir drehen um. Bis zur letzten Kreuzung- LAUF!", schrie Hermine und beide rannten um ihr Leben. Nagini hatte ihren Geruch aufgenommen und verfolgte sie, langsam. Hier konnte ihr ihre Beute nicht entkommen, das wusste sie und Hermine wusste es auch.
