Bei der nächsten Kreuzung hielten sie an. Hermine stellte sich vor Malfoy. Sie hörten das Klatschen an der Wand, wo Naginis riesiger Körper an die glitschigen Steine prallte. Sie spürte Malfoys panischen Atem in ihrem Nacken. Als die Schlange nahe war, schwang Hermine ihren Zauberstab und rief: „Lumos maxima! Incendio!" Sie schickte ein grelles Licht den Gang entlang und entzündete die magischen Fackeln in dem Tunnel. Die Schlange ertrug das Grelle, Heiße nicht und wich blitzschnell in den noch dunklen Gang an der Wegekreuzung aus.

Flamma perpetua!", keuchte Hermine. Sie beschwor mit Dunkler Magie eine Flammenwand zwischen sich und Nagini. So trieb sie sie vor sich her. Nach Dämonenfeuer war das Ewige Feuer die zweitschlimmste Flamme, die man beschwören konnte. Aber mit dem Dämonenfeuer würden sie das komplette Manor abfackeln. „Den Weg nach draußen!", rief sie Malfoy zu. Schweiß rann über ihr Gesicht. Es war anstrengend, das Feuer aufrecht zu erhalten und die Luft wurde eng.

Malfoy zeigte ihr den Weg, bis sie den Gang in die Freiheit schließlich erreicht hatten. „Der Dunkle Lord wird wissen, was Nagini gesehen und gehört hat. Nichts wird dich preisgeben. Und du hast es dir nicht nur eingebildet. Leb wohl." Sie warf ihm seinen Zauberstab zu und trieb die Schlange schnell fort um die nächste Kurve. Malfoy folgte ihr nicht. Hermine wusste nicht, ob sie darüber froh oder traurig sein sollte.

Neben dem Knacken und Brausen des Feuers hörte sie Rufe und ließ die Feuersbrunst kleiner werden. Sie sah Nagini vor sich liegen, lebendig, aber eingerollt und vollkommen im Bann Harrys. Sie war entweder dressiert wie ein Hund oder Parselmünder hatten einfach eine natürliche Kontrolle über diese Tiere. Harry gab Zischlaute von sich und beschwor die Schlange. Sie waren am Ende des Tunnels angelangt und traten ins Freie.

Auf einmal regte sich in der Schlange Widerstand. Sie versuchte, Harrys Bann zu brechen. Ron wich erschrocken zurück und auch Hermine machte einen unwillkürlichen Satz rückwärts. Harry rief: „Ich spüre, dass Du-weißt-schon-wer die Kontrolle über Nagini übernimmt. Ich werde sie nicht mehr lange halten können!" Er redete weiterhin auf die Schlange ein. „Ron!", schrie Hermine. „Wo ist der Rucksack und das Schwert?" Ron ließ den Rucksack erst fallen, dann warf er ihn ihr zu. Harry wich zurück, Nagini bäumte sich auf unter dem Druck zweier Herren.

Hermine packte das Schwert und näherte sich Harry und Nagini. Der Mond leuchtete so hell, dass sie die dunkle Schlange gut sehen konnte. Sie hob das Schwert und in dem Moment verlor Harry die Kontrolle. Voldemort hatte Nagini jetzt übernommen. Die Schlange fuhr blitzschnell herum und ging auf ihre Angreifer los. Hermine hatte das Gefühl, dass von dem Schwert eine besondere Magie ausging, denn weder wusste sie, wie man ein Schwert richtig führte noch überlegte sie lange, sondern schlug mit all ihrer Kraft zu.

Der Körper der Schlange war durchtrennt und der Horkrux, der sie am Leben erhalten hatte, gab ein hohes, hässliches Kreischen ab und zeigte Hermine zuletzt ein Bild, das einen toten Todesser mit blonden Haaren vor Lord Voldemort darstellte. Dann verpuffte alles. Hermine hielt das Schwert in der Hand und blickte auf den Tunnel zurück. Für eine Sekunde sah sie jemand dort stehen, doch er lief mit wehenden Roben davon.

Ein Brennen durchzuckte Hermines Arm. Voldemort war außer sich vor Rage und er bestellte seine Todesser ein. Harry hatte seine Narbe umfasst und war zu Boden gegangen. Hermine wusste, keine Okklumentik der Welt konnte sie nun vor dem Dunklen Lord verbergen, wenn sie zurückging. „Ron, appariere du uns zurück!", rief Hermine, den Impuls unterdrückend, in die falsche Richtung zu apparieren. Sie ließ das Schwert von Gryffindor fallen. Im selben Moment packte Ron sie und Harry am Arm und disapparierte.

Hermine musste wohl wieder ohnmächtig geworden sein, denn sie wurde unsanft von einem Kübel Wasser geweckt. Das Brennen in ihrem Arm war nur noch eine ganz schwache Erinnerung an ihren Ungehorsam. Sie stand auf und umarmte Ron und Harry. „Du hast es geschafft, Hermine. Du hast einen Horkrux zerstört.", freute sich Ron. „Alles klar bei dir, Harry?", fragte Hermine besorgt. Harry nickte und setzte eine Grimasse auf. „Das war ganz schön riskant. Wir waren uns auch nicht sicher, ob du kommen würdest, so wie du abgehauen bist."

Hermine zuckte mit den Schultern. „Wenn das Mal brennt, gibt es kaum Entrinnen. Wenn ich mich widersetze, werde ich meistens ohnmächtig und allein schaffe ich es nicht.", musste sie gestehen. „Wenn es wieder passiert, müsst ihr mich festhalten und meinen Zauberstab nehmen, damit ich nicht aus kann.", sagte sie in eindringlichem Ton zu Harry und Ron. Harry nickte, während Ron erschrocken aussah.

„Harry, Ron?!", fragte Hermine auf einmal entsetzt. „Wo ist das Schwert?" Sie sah, wie Harry und Ron sich betreten anblickten. „Es ist weg, Hermine.", gab Ron kleinlaut zu. „Ich bin an Ort und Stelle noch einmal zurück appariert, aber es war weg. Du hast es wohl losgelassen im selben Moment, als…" Seine Stimme verlor sich. „Ronald Weasley!", rief Hermine schrill und wütend. Nach allem, was sie über das Apparieren wusste – was auf dieser Reise verloren ging, war – im Falle von Personen – entweder zersplintert oder – im Falle von Gegenständen – auf ewig im Nirgendwo gefangen. Sie hatten keine Waffe mehr.

In den nächsten Tagen erholten sie sich erst von den Strapazen des Kampfs mit Nagini. Hermine spürte oft ein leichtes Zwicken an ihrem Arm, genauso wie Harry oft über Kopfschmerzen klagte. Der Dunkle Lord war wütend und das bekamen seine Anhänger deutlich zu spüren. Das einzige, was sie tun konnten, war das Schmieden eines Plans, wie sie am besten nach Hogwarts gelangen und Voldemort besiegen würden.

Hermine war die einzige, die sich nach wie vor frei bewegen konnte. Sie kundschaftete in Hogsmeade aus, wie sich am besten ins Schloss kamen. Sie begab sich ohne Maske, aber unter ihrer Kapuze versteckt, besonders gern in den „Eberkopf", das heruntergekommene Wirtshaus in Hogsmeade. Dort hörte man viele zwielichte Gestalten wispern. Der Wirt schien ein besonders Interesse an Hermine zu haben, denn er spendierte ihr des Öfteren eine Maß Butterbier. So kam sie mit ihm ins Gespräch, als sonst niemand in dem Lokal saß. „Ich kenne dich.", sprach der Wirt sie an. „Das glaube ich nicht.", erwiderte Hermine amüsiert. War er etwa an Jünglingen interessiert? Nun, nicht mehr lange, wenn es nach Hermine ging. Sie umklammerte ihren Zauberstab fester.

„Du bist Hermine Granger und du suchst nach einem Weg nach Hogwarts.", sagte der Wirt und blickte sie direkt an. Hermine fühlte sich geröntgt von den blauen Augen. Diesen Blick kannte sie doch und trotzdem war ihr der Mann vor ihr unbekannt. „Mein Name ist Aberforth Dumbledore.", gab er sich zu erkennen. „Hat Albus mich nie erwähnt? Schämt er sich für mich?" Er lachte dröhnend. „Aber er hat mir genug vertraut, um mir zu verraten, wer ihr seid und dass euch euer Weg wahrscheinlich über kurz oder lang nach Hogwarts zurückführen wird. Und ich habe einen Weg genau dorthin, wo ihr hin wollt.", sagte er zu Hermine.

Sie schob ihre Kapuze zurück. „Ich bin, wer Sie sagen. Wissen Sie, wo Ihr Bruder ist? Wir brauchen ihn in Hogwarts!" Aberforth Dumbledore schüttelte seinen Kopf. „Er kommt immer zur rechten Zeit. Wer in Hogwarts wirklich Hilfe braucht, wird sie auch finden. Mein Auftrag lautet nur, euch Geleit ins Schloss zu geben. Folge mir.", forderte er Hermine auf. Im Gang blieben sie vor einem Portrait mit einem jungen Mädchen stehen. „Das ist Ariana, unsere lang verstorbene Schwester." Das Mädchen lächelte und kam auf sie zu und je näher sie kam, umso größer schien das Bild zu werden, bis sie schließlich in Lebensgröße vor ihnen stand und mit einer einladenden Geste den Weg zu einem langen Gang frei machte. „Danke, Ariana.", sagte Aberforth und sie ging, mit ihr verschwand auch der Eingang. „Dies ist der Eingang zu einem geheimen Weg ins Schloss. Die DA nutzt ihn regelmäßig, um von mir Nahrungsmittel zu bekommen. Auch ihr seid willkommen, den Weg zu nutzen."

Hermine dankte ihm. Sie musste das erst mit Ron und Harry besprechen, denn auch wenn sie sich frei in Hogsmeade bewegen konnte, mussten immer noch die anderen beiden mit ihr kommen.

Sie berichtete Harry und Ron die Neuigkeiten. Ihre Freude war groß, aber sie wussten nicht, wie sie den Weg bis zum Eberkopf überwinden sollten. Hermine kramte in ihrem Rucksack und holte ein Buch heraus. „Wir haben immer einen Spruch verwendet, der Menschen auffindet. Es ist Dunkle Magie, nichts, was wir in Hogwarts gelernt haben…", murmelte Hermine und suchte die richtige Stelle in dem Buch. „Seht. Dieser hier. Wir brauchen den Gegenspruch, der eure Körper unkörperlich macht. ‚Incorporeo' heißt er. Eine geschlungene Zauberstabbewegung im Uhrzeigersinn und…" „Nein, Hermine!", widersprach Ron. Hermine blickte ihn fragend an. „Wir verwenden keine Dunkle Magie! Wir sind keine Todesser!", gab er zurück.

„Ich bin ein Todesser, Ronald Weasley!", fauchte Hermine.

„Du machst es dir ein bisschen leicht, oder? Ein Jahr bei denen und schon wendest du diese Magie an, als wäre nichts dabei! Sie macht krank, sie macht süchtig, sie verändert dich! Du bist anders als zuvor!", warf ihr Ron vor.

„Ich tue, was nötig ist! Wir können hier noch wochenlang herumsitzen und uns bemitleiden, oder wir tun, was getan werden muss, Ron! Und natürlich bin ich anders. Ich habe eine Grundausbildung gemacht, ich wurde gefoltert und gezwungen, Unverzeihliche Flüche anzuwenden.", sagte Hermine schrill.

Ron machte seinen Mund ungläubig auf und zu wie ein Fisch.

Harry mischte sich ein. „Ron, Hermine, so kommen wir nicht weiter." Er trennte die Streithähne. Ruhig fragte er: „Welche Möglichkeiten gibt es, Hermine?" „Ich sehe nur zwei: entweder ihr quetscht euch unter den Tarnumhang und löst den Alarm aus. Dann wird sofort alles nach uns suchen. Und die Greifer schießen zuerst Flüche ab und fragen dann. Oder ihr kommt mit mir mit, verborgen mit dem Incorporeo-Zauber!" „Dann ist die Wahl gefallen. Sorry, Ron.", meinte Harry achselzuckend. Ron schüttelte nur wütend seinen Kopf, sagte aber nichts mehr. Auch Harry war kein Unschuldslamm, wusste Hermine. Auch er hatte schon Unverzeihliche Flüche angewendet.

Incorporeo!", murmelte Hermine und Harry und Ron verschwanden. „Seid ihr noch da?", fragte sie unsicher. „Ja.", antwortete Harry. „Es ist aber ein verdammt komisches Gefühl. Wie atomisiert." „Oh, könnt ihr euch bewegen?", fragte Hermine irritiert. Dieses Mal antwortete Ron: „Mit Willenskraft kann man sich schon fortbewegen, aber es ist wirklich unangenehm."

Hermine maskierte sich und marschierte nach Hogsmeade. Sie hoffte, dass Ron und Harry mitkamen. Sie passierte eine Kontrolle, aber nachdem sie ihnen das Dunkle Mal gezeigt hatte, wurden sie durchgelassen.

Ohne Zwischenfälle gelangten sie in den „Eberkopf". „Finite incantatem!", sprach Hermine und Harry und Ron materialisierten sich wieder. Beide machten einen extrem desorientierten Eindruck. Aberforth sagte nichts dazu. Er führte sie direkt zu Arianas Gemälde und bat sie, die Tür zu dem Geheimgang zu öffnen. Die drei stiegen in den Gang, Hermine drehte sich um und dankte Aberforth. „Besiegt Du-weißt-schon-wen, das ist mir Dank genug. Aber hütet euch vor Snape und den Carrows, die haben das Schloss übernommen.", meinte er nur und das Portrait verschloss den Ausgang. „Lumos!", flüsterten alle drei und gingen zum Schloss.

Sie kamen im Raum der Wünsche heraus, wie Harry feststellte. Er hatte eine ganz andere Gestalt wie bislang. Ein Teil bestand aus Betten, ein anderer war eine improvisierte Krankenstation, es gab ein Trainingsgelände und eine Küche. Hermine, Ron und Harry kletterten aus dem Portraitloch und sahen sich um. Neville Longbottom entdeckte sie und kam sofort auf sie zu. „Harry! Hermine! Ron! Hat Aberforth euch geschickt? Ihr kommt gerade rechtzeitig, wir sind hier am Verzweifeln." Er erklärte, dass er die DA aufrecht erhielt und sie das Schloss gegen Todesser zu verteidigen versuchten und immer wieder Angriffe gegen die Todesser starteten.

„Neville, wir sind nicht zum Helfen gekommen.", überbrachte Harry ihm die schlechten Nachrichten. „Im Gegenteil, wir brauchen sogar eure Hilfe." Neville sah sie enttäuscht an, aber seine Miene hellte sich wieder auf, als sie ihn um Hilfe baten. „Ich bin mir sicher, ihr habt eure eigene Mission.", meinte er. „Wie können wir euch helfen?"

Hermine sagte: „Wir suchen nach einem wertvollen magischen Objekt, das etwas mit Rowena Ravenclaw zu tun haben könnte. Wir müssen mit dem Hausgeist von Ravenclaw sprechen, vielleicht weiß er etwas darüber. Wo finden wir ihn?" „Wir haben hier eigentlich nur Kontakt zu Peeves. Er hat sich mit uns verbündet, er liebt es, unter den Todessern Unruhe zu stiften.", grinste Neville. Hermine wusste, dass Hogwarts von Greifern und Läufern gehalten wurde, kein Führer war dauerhaft zugegen. Voldemort traute ihnen anscheinend zu, eine Horde Jugendlicher zu bändigen.

Neville, der hier offenbar der Anführer war, rief Padma Patil und Luna Loovegood zu sich. „Als Ravenclaw wisst ihr doch sicher, wo sich euer Hausgeist aufhält?" Dann sprintete er los, um sich um ein paar verletzte Schüler zu kümmern.

Luna und Padma blickten sich an. „Normalerweise hängt sie immer im Gemeinschaftsraum herum." Als sie auf drei fragende Blicke stießen, erklärte Luna: „Die Graue Dame ist das. Unser Gemeinschaftsraum befindet sich im Westturm, ich werde euch den Weg zeigen." Hermine machte auf einmal einen entnervten Laut, kramte in ihrem Rucksack und nach einer Ewigkeit zog sie die Karte des Rumtreibers heraus. „Ich schwöre feierlich, dass ich ein Tunichtgut bin.", sagte Harry und warf Hermine einen süffisanten Blick zu. Luna war von der Karte nicht im Geringsten beeindruckt, wohingegen jeder andere Schüler in Begeisterungsstürme ausgebrochen wäre.

„Da ist sie ja!" Luna zeigte auf den Punkt der Grauen Dame im Westturm. „Gut, dann werde ich dorthin gehen.", sagte Harry. „Ihr tut, was wir besprochen haben."

Hermine nickte. Sie und Ron sahen sich an. „Harry – viel Glück!", sagte Hermine und stürzte sich vor, um ihn zu umarmen. Sie trennten sich und Hermine und Ron machten sich auf zum Schulleiterbüro. Neville hatte ihnen erklärt, dass es leer stand und sich nicht öffnete, nachdem Dumbledore die Schule Snape und den Todessern überlassen hatten. Für Hermine war es als Todesser kein Problem, unerkannt durch das Schloss zu gehen. Ron musste seine Kapuze weit ins Gesicht ziehen. Hermine tat so, als würde sie einen ungezogenen Schüler abführen.

Sie erreichten die Wasserspeier vor Dumbledores Büro. „Zitronenbonbon?", versuchte Ron es halbherzig, „Schokoeclair? Kürbispastete? Berti Botts Bohnen?" Nichts passierte. Hermine zermarterte sich das Gehirn nach Süßigkeiten, die Dumbledore gerne essen würde. Was hatte er bei den Festessen immer gegessen? Karamellbonbons? Sie dachte an ihre letzte Begegnung zurück. Dumbledore hatte sich von ihr verabschiedet und ihr geraten, Schokofrösche zu essen… „Schokofrosch?", fragte Hermine. Die Wasserspeier setzten sich in Bewegung und gaben den Weg frei. Warum nannte Dumbledore ihr sein Passwort? Hermine runzelte die Stirn.

Hermine und Ron rannten in Dumbledores Büro. Viele Gerätschaften blinkten und surrten. Auf dem Schreibtisch stand ein Denkarium, ein Ring lag daneben. „Vielleicht sollte Harry nachher noch einmal hierher kommen.", grübelte Hermine. Es lag alles so suggestiv da, das musste Absicht sein. Ron und Hermine blickten sich an. „Glaubst du, dass Harry den letzten Horkrux rechtzeitig findet?", fragte Ron. „Ich hoffe es, wir haben aber keine Zeit mehr. Wenn Harry weiß, dass der Horkrux hier ist, dann weiß auch der Dunkle Lord bald, dass Harry hier ist." Ron zuckte zusammen, als Hermine Du-weißt-schon-wen mit dem Namen ansprach, den die Todesser für Tom Riddle verwendeten. „Und wir müssen den ersten Schritt tun!" Hermine ballte ihre Fäuste.

Sie suchten das Mikrofon, mit dem Dumbledore Durchsagen machen konnte. Ron tippte mit seinem Zauberstab darauf und es erwachte zum Leben. „Liebe Schüler von Hogwarts!", rief er in das Mikrofon und magisch verstärkt hallte seine Stimme durch das Schloss. „Bitte verlasst umgehend eure Klassenzimmer und Räume, evakuiert das Schloss. Du-weißt-schon-wer wird kommen und uns bekämpfen. Es grüßt Harry Potter." Kaum hatte er geendet, waren wütende Schreie und Randale vor dem Büro zu hören. Die Todesser versuchten, sich Zutritt zu verschaffen. Hermines rechter Unterarm brannte plötzlich vor Schmerz.

Hermine biss ihre Zähne zusammen und rollte ihre Ärmel hoch. „Jetzt lenken wir ihn ab. Wer weiß, wie viel Zeit Harry noch braucht." Ron nickte, blass. Hermine sah auf ihren rechten Unterarm, wo der Otter wieder lebendig spielte. Jetzt ging es um alles oder nichts. Wenn sie jetzt wieder über ihr Helles Mal kommunizieren konnte, jetzt würde sie es versuchen.

„An die DAA, an das Frettchen: in Hogwarts bricht gleich ein Kampf mit dem Dunklen Lord los. Helft Hogwarts!", diktierte sie. Ron sah ihr dabei zu. „Was ist die DAA?", fragte er. „Ronald – ich kann es dir nicht wirklich erklären, das habe ich doch schon mal erklärt. Wie gesagt, ich habe Verbündete unter den Todessern."

Auf einmal starb der Lärm vor der Tür. Sie öffnete sich und Hermine und Ron hoben ihre Zauberstäbe.