SALVATION

Copyrights 343 Industries & Bioware

(V1.2)

1922 Uhr, 12. November, 2595 (Militärkalender)

Raumhafen, Calais, Arcadis

Eidera System, (Linwood Sektor), Äußere Kolonien

„Meine Damen und Herren willkommen auf Arcadis, bitte bleiben sie sitzen bis die Maschine sicher gelandet ist und das grüne Licht leuchtet. Wir bedanken uns das sie mit Jetlight geflogen sind und wünschen ihnen einen angenehmen Aufenthalt."

Kaum hatte die warme Stimme der Schiffs VI zu Ende gesprochen strömten die meisten der 600 Insassen bereits Richtung der Luken, um so schnell es nur möglich war der beengten Heron Transportmaschine zu entkommen.

Einige Minuten später, nachdem die meisten Menschen bereits hinausgeströmt waren, erhob sich nun auch Willam Grand von seinem Sitzplatz, nahm sich seinen schwarzen Mantel der auf den leeren Platz neben ihm lag und ging mit großen Schritten Richtung Ausgang.

Dort grüßt er mit einem kurzen, aber respektvollen Nicken die junge Stewardess um dann über das Gateway in den Raumhafen zu schreiten.

Hier stand er nun, auf einer der weit entferntesten Kolonien des UNSC, mitten im nirgendwo und wartet auf seinen Koffer.

Während er geduldig auf sein Gepäck wartet wandert sein Blick aus den Fenstern auf den alten Heron mit dem Firmenlogo. Das der Slipspaceantrieb des alten Jungen noch funktionierte war erstaunlich, dass das Schiff den Wiedereintritt in die Atmosphäre des Planeten überlebten ohne in tausend Stücke zerfetzt zu werden und zu verglühen war ein verfluchtes Wunder.

Das letzte mal als er eine solche Maschine gesehen hatte, war im Raumfahrtmuseum auf dem Mond von Ballast, dass er mit seiner Offiziersklasse besucht hatte.

Die Produktion der Heron-Klasse Transportschiffe wurde schon vor über 45 Jahren eingestellt und die verblieben Schiffe wurden zum größten Teil nur noch als unbemannte Transporter für die Industrie verwendet oder mussten als Zielscheiben für die Navy herhalten.

Leider besaßen die äußeren Kolonien diesen Luxus nicht, hier wurde alles solange repariert bis es endgültig auseinanderfiel und selbst dann wurde der Rest noch nach eventuellen Ersatzteilen ausgeschlachtet.

Sein Gedankengang wurde jäh unterbrochen, als sein Blick zurück auf das Transportband fiel. „Verdammt mein Koffer", fluchte er leise und zerrte diesen schnell herunter, bevor er wieder verschwinden konnte.

Er warf einen schnellen Blick auf seine Breitling Armbanduhr am linken Handgelenk.

Die Uhr war ein Geschenk von seiner Mutter, nachdem er die Offiziersschule erfolgreich abgeschlossen hatte. Die Uhr selbst befand sich schon seit Jahrhunderten in Familienbesitz und war das einzig wirkliche nennenswerte Eigentum das er besaß.

Als Soldat reiste man meistens mit leichtem Gepäck.

Seufzend suchte er nach dem Ausgang. William konnte sich Zeit lassen. Seine neue Arbeit begann offiziel erst in zwei Tagen und bis dahin konnte er sich mit seiner neuen Umgebung vertraut machen.

Die Zeit würde er wohl auch brauchen - vielleicht konnte er solange einige Nachforschungen anstellen warum er eigentlich hier war.

Über die offiziellen Kanäle hatte er kaum etwas herausgefunden. Er wusste nur, dass der Befehl zu seiner Versetzung in den Linwood Sektor von Fleet Admiral Steven Hackett persönlich angeordnet wurde.

Mehr hatte er nicht herausfinden können.

Nun wollte er aber erst mal so schnell es ging aus dem Raumhafen heraus, vorher musste er aber erst einmal die Sicherheitskontrolle hinter sich bringen.

Wie bei jedem größeren Raumhafen gab es zwei Arten von Kontrollpunkten.

Einen für Zivilisten und einen für Angehörige des United Nation Space Command oder für Diplomaten und Würdenträger der UEG.

Mit langen Schritten ging William nun auf den zweiten Checkpoint zu, dort am Tresen lehnten zwei junge Soldaten und redeten gelangweilt miteinander. Die beiden beachteten ihn kaum als er seine Tasche auf das Band für die Gepäckkontrolle legte und geduldig am Schalter auf die Kontrolle wartete.

Nach einigen Minuten des Wartens wurde er ungeduldig und sprach er die beiden desinteressierten Soldaten an. „Würden die beiden Herren so freundlich sein und mit der Kontrolle beginnen, bevor ich hier Wurzeln schlage."

„Hey Freundchen Vorsicht, wir führen hier ein wichtiges Gespräch", erwidert der eine mit der Narbe am Kinn barsch. William zog eine Augenbraue hoch und musterte den Soldaten eingehend. Er war jung, wahrscheinlich kam er gerade aus dem Bootcamp und wurde hierher versetzt um Wache zu schieben.

Ein langweiliger Job, das verstand Grand – trotzdem war sein Verhalten ihm gegenüber ziemlich unprofessionell.

„Schaut mir aber nicht so aus, tratschen könnt ihr beiden auch in der Pause oder nach Dienstschluss".

Noch bevor der Marine etwas erwidern konnte, packte ihn sein Kollege am Arm.

„Bleib cool Mick, reden wir danach weiter". Nur wiederwillig hielt sich der Marine zurück.

„Legen sie bitte ihre Rechte Hand auf den Scanner Sir", sprach sein Kollege.

Gehorsam legte Willam seine Hand auf die kalte Oberfläche des Scanners, schon nach ein paar Sekunden war das Gerät fertig und signalisierte dieses durch ein leises Piepen.

Währende der Soldat mit der Narbe sein Gepäck am Scanner nach nicht registrierten Waffen, illegalen Substanzen oder Sprengstoff durchsuchte, verglich sein Kollege die Angaben auf seinen Bildschirm.

Wie vom Blitz getroffen nahm dieser Haltung an.

„Admiral, es ist uns eine Ehre Sie auf Arcadis begrüßen zu dürfen." Sein Kamerad ließ vor Schreck fast dessen Koffer fallen, während sein Gesicht jegliche Farbe verlor.

Mit einem kleinen Lächeln im Gesicht erwiderte der junge Admiral den Gruß. „Es ist mir eine Ehre hier sein zu dürfen mein Sohn. Würdet ihr euch bitte ein wenig beeilen."

„Natürlich Sir, eine Sekunde noch." Schneller als Admiral Grand es für möglich gehalten hätte, kontrollierten die beiden sein Gepäck, um ihn danach passieren zu lassen.

Mit einem freundlichen Danke verabschiedete er sich von den beiden und wanderte nun gemütlich in Richtung Ausgang.

Den kleinen Zwischenfall am Checkpoint hatte glücklicherweise keiner mitbekommen und so konnte William jetzt ohne größere Unterbrechungen auf das kleine Restaurant im ersten Stock zusteuern.

Sein Blick wanderte von seinem leeren Teller über das fast leere italienische Lokal, bis er an dem großen Holofernseher an der Wand zu seiner rechten hängen blieb.

„Liang-Dortmund verkündet mit großem Stolz, dass zwei weitere, ehemals verglaste Kolonien nun wieder bewohnbar sind und ab dem 16. November wieder kolonisiert werden können. Bei weiteren Fragen verweisen wir sie an unsere Pressestelle oder an das Umweltministerium des zuständigen Sektors", mit diesem Satz beendete die Sprecherin der Firma die Pressekonferenz.

Liang-Dortmund war nach dem Krieg von einem kleinen Planetaren Mienenunternehmen mit ein paar hunderttausend Angestellten zu einem Megakonzern mit mehreren Millionen angewachsen.

Die Firma hatte schnell begriffen, dass die Säuberung und Wiederherstellung der verglasten Planeten das Geschäft der nächsten Jahrzehnte werden würde. Durch deren Knowhow wurden die meisten der verglasten Planeten in den 40 Jahren nach dem Krieg wieder bewohnbar und Milliarden von Flüchtlinge konnten langsam aber stetig in ihre Heimat zurückkehren.

Der Konzern hatte dank der Unterstützung an Geld und Ressourcen des UNSC, die nach dem Krieg gegen die Allianz nun wieder zur Verfügung standen, eine fast unerschöpfliche Quelle.

Man vergaß aber schnell, dass die meisten Ressourcen um diese Projekte durchführen zu können aus den hunderten verbliebenen äußeren Kolonien stammen.

Aufgrund des Krieges und der darauffolgenden Jahre waren die meisten Planeten wirtschaftlich und militärisch am Ende – kurz davor sich den Aufständischen anzuschließen.

Deswegen war er hier. Der junge Admiral sollte die militärische Einsatzbereitschaft der Navy wiederherstellen, den Ausbau der Verteidigungsstellungen der Städte auf den Kolonien überwachen und soweit es ihm möglich war, die Beziehungen zwischen dem UNSC und der Bevölkerung verbessern.

Sein Blick schweifte zurück über die meist leeren Tische und fiel auf die blonde Frau in der Navy Uniform, die ein paar Meter weiter an einem der Tische saß und seit einer halben Stunde an ihrem Holopad arbeitete.

Sie war ungefähr 20 Minuten nachdem er das Restaurant betreten hatte erschienen und hatte seitdem nur ein Glas Wasser bestellt. Die Blicke die ihm die junge Soldatin all paar Minuten widmete entgingen ihm nicht. Am Anfang glaubte der Admiral noch, dass sie rein zufällig in dem Lokal auftauchte, aber diesen Gedankengang verwarf William wieder, nachdem er die junge Frau einige Zeit intensiv beobachtet hatte.

Grand gab dem Kellner ein kurzes Zeichen, dass er bereit war zu zahlen, lehnte sich anschließend in seinem Stuhl zurück und faltete seine Hände auf dem Tisch zusammen. Beharrlich wartete dieser nun auf die Reaktion der Uniformierten.

Lange dauerte es nicht bis diese von ihrem Pad aufblickte. Nachdem sie seinen abgeräumten Tisch bemerkt hatte, erhob sie sich geschmeidig von ihrem Platz, strich ihre weiße Uniform glatt und setzte das Barett auf. Mit schnellen Schritten kam die junge Soldatin zu ihm herüber.

„Lieutenant, Junior Grade Enfield meldet sich zum Dienst Sir".

„Entspannen sie sich Lieutenant. Ich bin nicht im Dienst", erwiderte dieser gelassen. Er musterte die junge Lieutenant eingehend. Große graue Augen in einem herzförmigen Gesicht mit vollen Lippen und dem blonden Pferdeschwanz machten die Soldatin zu einer sehr attraktiven Frau.

„Setzten sie sich Enfield und erzählen sie mir, wie sie mich gefunden haben".

„Charlotte, unsere KI im Verteidigungsministerium informierte mich über ihre Ankunft, als sie den Raumhafen durch den Checkpoint betreten haben. Ich bin daraufhin losgefahren um sie abzuholen Sir".

Aus seinen freien Tagen wurde wohl nichts. „Verstehe." Er überlegte kurz. „

Also gut, dann bringen sie mich mal zu ihrem vorgesetzten Offizier. Ich habe sowieso nicht geglaubt, dass ich lange unentdeckt bleiben würde", äußerte sich Admiral Grand.

„Es gibt nur ein Problem Admiral, ich habe keinen direkten Vorgesetzten - kann sie aber in ihr Büro bringen".

„Wie meinen sie das Lieutenant?" erwiderte er sichtlich verwirrt und lehnte sich Stück auf seinen Stuhl nach vorne.

„Nun … Wo soll ich beginnen. Als Admiral Terrel vor neun Jahren versetzt wurde, sollte Colonel Lopole für die Zeit bis ein neuer Admiral kam übernehmen. Das hatte er auch getan, aber das UNSC hat uns trotz hunderter Rückfragen nie einen Ersatz geschickt.

Als der Colonel schließlich vor eineinhalb Jahren in den Ruhestand ging, fiel die Zuständigkeit für die Navy an Captain Patteson und der Rest an Lieutenant Colonel Sleet. Da die beiden mit ihren eigenen Aufgaben ausgelastet waren, blieb das meiste der Personalarbeit an Charlotte und meiner Wenigkeit hängen."

Das erklärte auch einiges, zum Beispiel warum er so kurzfristig nach seiner Beförderung zum Rear Admiral nicht wie es üblich war den Befehl über eine kleine Flotte erhielt um Praxiserfahrung zu sammeln, sondern gleich als Oberbefehlshaber über einen Sektor mi 21 Planeten eingesetzt wurde.

Der Mangel an hohen Offizieren im UNSC musste schlimmer sein als er angenommen hatte. William wurde von einem leisen räuspern aus seinen Gedanken gerissen.

„Verzeihung Miss Enfield, was sagten sie."

„Ich wollte wissen ob sie hier ein Haus oder eine Wohnung haben Sir, damit ich sie dorthin bringen kann."

„Nein nichts dergleichen … bringen sie mich bitte ins Büro."

„Um diese Zeit? Es ist bereits halb neun durch Admiral."

„Egal ich schlafe notfalls auf der Couch", mit diesem Satz erhob sich der Admiral aus seinem Sitz, packte seinen Koffer und gab der etwas verwunderten Frau ein paar Sekunden Zeit um zu ihm aufzuschließen.

„Admiral, wir erreichen in wenigen Minuten das Verteidigungsministerium", bemerkte Soldatin Enfield ohne ihren Blick von der Straße zu nehmen.

Der hochrangige Offizier schaute von seinen Holopad auf. „Eine Frage Lieutenant."

„Sir?" Sie warf ihm einen kurzen Blick über den Rückspiegel zu.

„Was können sie mir über Gouverneur Brudell erzählen?"

„Seit ca. 4 Jahren Gouverneur des Sektors. Er ist ein netter, intelligenter Politiker, sehr charismatisch, wenn sie mich fragen. Tut viel um die Wirtschaft hier anzukurbeln – leider nur mit mäßigem Erfolg. Zudem scheint Brudell großes Verständnis für die Sorgen und Nöte der Kolonisten zu haben. Das wichtigste ist aber seine hohe Loyalität".

„Loyalität?", unterbrach William.

„Ja, er ist gegenüber dem UNSC/UEG loyal, was man von nur wenigen Politikern hier draußen behaupten kann. Von der Bevölkerung mal ganz abzusehen. Das UNSC ist hier nicht gerade beliebt, Gott sei Dank sind es die Aufständischen noch weniger."

„Hoffen wir, dass dies so bleibt", antwortet ihr Vorgesetzter. Grand war nicht darauf erpicht Jagd auf Aufständische und Spione zu machen. Von den fast wöchentlichen Bombenanschlägen, wie damals auf Reach konnte er ebenfalls verzichten.

„Wir sind da. Ich kümmere mich darum, dass sie uns durchlassen", informierte ihn Enfield, als sie den Blinker setzte und nach wenigen Metern von der Straße herunter auf einen, durch ein massives Tor geschützten Gebäudekomplex, zusteuerte. Während sich die Offizierin um die Passiererlaubnis kümmerte, nutzte er die Zeit um das Ministerium zu begutachten.

Es war noch relativ neu oder frisch restauriert. Soweit er es erkennen konnte bestand der Komplex aus drei, im Dreieck angeordneten Gebäuden, die alle von einer 3 Meter hohen Mauer miteinander verbunden waren. Die Gebäude waren alle höchsten fünf Stockwerke hoch, was sie im Vergleich zu den anderen Bürogebäuden in der näheren Umgebung als klein darstellten.

Das machte es leicht das Innere von oben einzusehen. Eine potenzielle Schwachstelle wie er fand. Kurz nach dem seine Fahrerin zurück in den Wagen gestiegen war, öffnete sich auch das schwere Titaniumtor und beide konnten nun ihren Weg zu seinem neuen Arbeitsplatz fortfahren.

„Wie sie bemerkt haben besteht das Ressort aus drei Trakten. Links ist die Air Force, auf der gegenüberliegenden Seite die Army und die Marines. In dem Gebäude ganz am Ende der Straße bei dem Wendekreis sind die Navy und ihr Büro untergebracht. Außerdem besitzen alle Bauwerke eine Kantine, einen Presseraum und einen Fitnessraum", erklärte die Blonde während sie die Limousine vor dem Eingang zum Stehen brachte.

Sie eilte um das Fahrzeug herum und öffnete ihm die Tür, noch bevor er selbst alle seine Sachen zusammengepackt hatte. Der junge Admiral bedankte sich mit einem höflichen Dankeschön und beide schritten an den beiden salutierenden Soldaten am Eingang vorbei nach drinnen.

Mit einem zügigen Gang führte sie ihn über die große Marmortreppe in den dritten Stock des Hauses, um dann vor einer eleganten, hölzernen Doppeltür stehen zu bleiben.

Nach einem kurzen Moment stieß Lieutenant Enfield die Tür auf und enthüllte die Sicht auf den dahinterliegenden Raum.

Eigentlich waren es zwei Räume: Ein kleineres, das sich vor seinem eigentlichen Büro befand und als eine Art Wartezimmer fungierte, vollausgestattet mit einem Arbeitsplatz auf der linken Seite und einigen Ledersesseln und einem kleinen Tisch zu seiner Rechten.

Die beiden Räume waren mit dunkelbraunem, fast schwarzem Marmorboden ausgefliest, über dem ein schwerer roter Teppich lag, der sich über beide Räume erstreckte. Die ebenfalls dunkelgestrichenen Wände waren im Verbund mit der hohen dunklen Holzdecke und dem Boden erzeugten eine fast überwältigende Atmosphäre.

Sein eigentliches Büro, welches ungefähr die doppelte Größe des Vorzimmers hatte, wurde von einem im hinteren Teil stehenden Nussbaumholztisch dominiert.

Hinter diesem an der Wand hing das bronzene Wappen des UNSC.

Selbst eine Bar hatte sein Arbeitszimmer, die sich auf der rechten Seite befand. Die gegenüberliegende Seite wurde von einen meterlangen Bücheregal eingenommen, an dessen Ende zur Tür hin eine Couch mit den dazu passenden Sesseln und einem Tisch befand.

Durch die hinter dem Schreibtisch eingelassenen Fenster fiel das kalte Licht des Mondes hindurch. William merkte erst das er mitten in Raum stand, als Enfield die schwere Doppeltür am Eingang schloss und danach die Lichtschalter am Rand der Tür betätigte.

„Es ist leider ein wenig eingestaubt. Seit Admiral Terrel versetzt wurde, ist das Büro nicht mehr benutzt worden. Ich werde morgen jemanden vorbeischicken der hier alles säubert und zum Funktionieren bringt. Danach werde ich ihnen bei ihren Aufgaben helfen Admiral. Wenn es Erwünscht ist."

„Sie wären eine große Hilfe Lieutenant, aber müssen sie sich nicht wieder ihren eigenen Aufgaben zuwenden?" fragte er nach.

„Sir. Als ihre Sekretärin ist es meine Aufgabe ihnen unter die Arme zu greifen"

„Meine Sekretärin?" William für jede Hilfe dankbar, auch wenn er nicht damit gerechnet hatte eine Sekretärin zu bekommen.

„Ja, der Schreibtisch im vorderen Zimmer ist der meine", entgegnete sie mit einem schiefen Lächeln.

„Ich bringe ihnen noch eine Decke und ein paar Kissen". Mit einem Nicken entließ er die Frau. Erst jetzt zog er seinen Mantel aus, hing diesen an den Kleidungsständer und ging anschließend an das Fenster um die in Dunkelheit umhüllte Stadt zu betrachten.

Calais wurde 2447 gegründet und war die erste Stadt die auf Arcadis errichtet worden ist. In den darauffolgenden Jahren wurden weitere Planeten in näheren System kolonialisiert, als deren Zahl auf 15 angewachsen war wurde letztendlich der Linwood Sektor gegründet.

Acht Jahre vor dem Krieg mit der Allianz stieg die Anzahl der besiedelten Systeme auf schlussendlich 21 an.

Als der Krieg in den in den äußeren Kolonien, die der Allianz am nächsten waren wütete, blieb Sektor und dessen Planeten verschont. Mit fortschreiten des Konfliktes zog das UNSC immer mehr Truppen und Material aus diesem Teil des Reiches ab, um diese an der Front zu bündeln.

Zudem mussten die letzten verbliebenen Welten die meisten ihrer Ressourcen für die Auseinandersetzung und dem darauffolgenden Wiederaufbau zur Verfügung stellen.

Als die Allianz bei der Schlacht um die Erde geschlagen wurde, waren die meisten Kolonien militärisch sowie wirtschaftlich am Ende ihrer Kräfte. In den darauffolgenden Jahren wurde der der Wiederaufbau, aber vor allem die Modernisierung aller Bereiche massiv vorangetrieben.

Während die inneren und die meisten äußeren Kolonien davon profitierten, bekam der Linwood Sektor nur die veralteten bzw. ausgemusterten Schiffe, Ausrüstung und Technologien.

All diese Probleme musste der neue Oberbefehlshaber in den nächsten Monaten irgendwie lösen, um die Planeten auf den Mindeststandard zu bringen der von dem UNSC vorgegeben wird.

Mit einem tiefen Seufzer löste er seien Blick von der nächtlichen Silhouette der Stadt und drehte sich gerad im richtigen Augenblick um, als Miss Enfield mit seiner Decke und einigen Kopfkissen beladen hereinschritt.

„Verzeihung Sir das es so lange gedauert hat. Ich hoffe es ist ausreichend", bemerkte diese sichtlich erschöpft von den heutigen Ereignissen.

„Schon gut Lieutenant. Sie können nach Hause gehen. Schlafen sie sich aus. Morgen früh um halb zehn machen wir weiter."

„Verstanden Sir. Gute Nacht".

„Nacht Miss Enfield", verabschiedeten sich die beiden Offiziere voneinander. Er wartete noch am Fenster bis sie das Gelände mit ihrem Wagen verlassen hat, bevor er sich für die Nacht fertigmachte.

Alles andere konnte warten, zu mindestens bis zum nächsten Tag.


0830 Uhr, 13. November, 2595 (Militärkalender)

Verteidigungsministerium, Calais, Arcadis

Eidera System, (Linwood Sektor), Äußere Kolonien

„Müll, Müll und noch mehr Müll", murmelte William vor sich hin.

Seit einer Stunde durchsuchte er nun schon die Festplatte des Computers der in seinen neuen Schreibtisch eingelassen ist. Mit einem tiefen Seufzer schob er eine weitere Datei in den virtuellen Mülleimer.

Die meisten der gespeicherten Daten waren hoffnungslos veraltet und absolut nicht mehr zu gebrauchen. Protokolle und Dienstakten von UNSC Personal, dass entweder schon in Rente oder bereits Tod ist, stellten den Hauptanteil dar.

Ab und an fand er auch alte Listen mit Schiffen und deren Besatzung, die bereits verschrottet beziehungsweiße außer Dienst gestellt worden sind.

Alles im allen war es ein komplettes Chaos. Er überlegte bereits ob er den PC nicht komplett löschte und neu aufsetzen sollte. Letztendlich entschied er sich aber dagegen, da das Risiko zu groß war noch vorhandenes und brauchbares Material zu vernichten.

Hin und wieder stieß er auch auf verschlüsselte Dateien, die zum Teil noch von Admiral Terrel´s Vorgänger stammten. Diese waren allerdings nicht einsehbar und deshalb kopierte er sie auf die Festplatte von seinem persönlichen Laptop, den er sich in weißer Voraussicht noch vor seiner Versetzung zugelegt hatte.

Später müsste sich dann jemand um deren Entschlüsselung kümmern und den Inhalt auf relevante Daten prüfen.

Leicht genervt blickte der Offizier von seinem in den Schreibtisch eingelassen Display hoch. Sein Blick wanderte über die Bar zu seiner Couch, auf der er seine Nacht verbracht hatte und landete letztendlich auf dem Gang vor seinem Büro.

Eine seiner ersten Handlungen nach dem er sich kultiviert und angezogen hatte, war es die Fenster, sowie die Türen zu seinem Arbeitszimmer und dem Gang aufzureißen, damit so viel frische Luft in die Zimmer strömen kann wie nur möglich.

Immer wieder lugten einige neugierige Mitarbeiter oder Soldaten durch die Türen um nachzusehen was los war. Er konnte es auch gut nachvollziehen, denn die letzten Jahre waren die Räume die meiste Zeit abgeschlossen und verlassen gewesen.

Die meisten von den Leuten staunten nicht schlecht, als sie den jungen Mann am Tisch sitzen sahen. Es dauerte immer einen kurzen Moment, bis deren Blick langsam auf die Insignien an seinem Hemdkragen fiel.

Danach folgte ein hastiger Salut mit einem peinlichen berührten guten Morgen Admiral. Mit einer freundlichen Erwiderung überließ der Admiral sie wieder ihren Pflichten und widmete sich danach wieder seinen eigenen Aufgaben.

Ein leises Geräusch, dass das eintreffen einer Nachricht signalisierte holte ihn wieder aus seinen Gedanken zurück. Mit einem wischen auf dem Display öffnete er die Nachricht, welche er mit einem vorsichtigen Blick betrachtete.

- Würde mich Ihnen gerne vorstellen -.

Nach ein paar Augenblicken löschte er die Nachricht und machte sich eine gedankliche Notiz, dem IT-Service des UNSC eine Nachricht zukommen zu lassen, um sie auf den Spamfilter aufmerksam zu machen, der anscheinend nicht richtig funktionierte.

Gerade als er sich wieder seiner Arbeit zuwenden wollte, signalisierte ihm das Gerät mit dem gleichen Geräusch wie gerade beben, dass eintreffen einer weiteren Benachrichtigung. Mit zusammengezogenen Augenbrauen und leicht zusammengekniffenen Augen überflog er den Inhalt.

- Ich würde mich Ihnen wirklich gerne Vorstellen. Charlotte -.

Charlotte war das nicht die KI, die Lieutenant Enfield erwähnt hatte?

Nach kurzer Überlegung, stand er auf und schloss die Zwischentür zu seinem Büro. Mit einer schnellen Handbewegung, berührte er das Touchpad an der Seite, daraufhin begann ein kleines oranges Lämpchen auf beiden Seiten der Tür zu leuchten. Dieses sollte signalisieren, dass gerade eine Besprechung im Gange sei.

Zurück an seinem Tisch lehnte er sich in seinem Ledersessel zurück und drückte die Annahmetaste. Einige verstrichene Sekunden später erwachte der Holoprojektor auf seiner Tischplatte zum Leben und zeigte eine vielleicht 35cm große Gestalt, mit einem kleinen Lächeln auf dem Gesicht.

Die künstliche Intelligenz trug ein elegantes, dunkelgraues Kleid, welches höchstwahrscheinlich von dem Kleidungstiel aus den 40er Jahren des 20 Jahrhunderts stammte. Einen dazu passenden Hut, unter dem er hochgesteckte braune Haare erkennen konnte.

An den Händen trägt sie schwarze Handschuhe, welche farblich mit den nicht allzu hohen Heels übereinstimmen. Große, braune mit etwas schwarzen Eyeliner hervorgehobene Augen, mit vollen roten Lippen und hohen Wangenknochen gaben ihr ein sehr anmutiges Erscheinungsbild.

„Guten Morgen Admiral Grand, ich freu mich sie endlich kennenzulernen" schnurrte diese mit einer verführerischen, samtweichen Stimme.

„Das Vergnügen ist ganz auf meiner Seite Miss Charlotte" erwiderte William höflich.

„Ah ein Gentleman, wie erfreulich. Es gibt nur noch so wenige in diesem Teil der Galaxis".

Nach dem letzten Wort, machte sie einige Schritte nach vorne und stand nun auf den noch geöffneten Dateien auf seinem Display. Mit neugierigen Blicken betrachtete sie diese für ein paar Augenblicke, bevor sie sich wieder ihrem Vorgesetzten Offizier zuwandte.

„Ich dachte sie könnten etwas Hilfe brauchen, bei ihrem Frühjahrsputz. Dazu bräuchte ich allerdings ihre Erlaubnis um auf den Rechner und ihren Laptop zugreifen zu können".

Mit einem schräg gelegten Kopf und einem Blick der Steine zum Schmelzen bringen konnte, wartete sie auf seine Antwort. „Habe ich eine Wahl?", konterte er mit einem schiefen Grinsen.

„Ich denke nicht Sir. Außer sie haben die nächsten Wochen nichts vor."

„Also gut. Erlaubnis erteilt. Kopiere die wichtigen Sachen auf meinen Laptop und der Rest kommt in die Tonne".

„Zu Befehl Sir" antwortete Charlotte mit einem kurzen Salut. Nach wenigen Minuten war der komplette Computer bereinigt und alle wichtigen Dateien auf seinem Laptop gesichert.

„Soll ich mit der Entschlüsselung der Dokumente begingen Admiral?". Ein kurzes nicken von ihm genügte ihr. „Es wird voraussichtlich einige Stunden dauern, bis diese einsehbar sind".

„Macht nichts, du könntest mir solange was über den Linwood Sektor und der hier stationierten Truppen erzählen".

„Der Sektor wie sie wissen besteht aus 21 Planeten und beheimatet Menschen, das Personal des UNSC mit einbezogen. Die momentane Truppenstärke beläuft sich auf 19.921.455 Soldaten, davon befinden sich 4.098.342 in der Navy und den Marines, 13.694.629 in der Army, der restliche Anteil entfällt auf der Air Force. Zivile Mitarbeiter habe ich in die Auflistung miteinbezogen.

Leider muss dazu gesagt werden, dass der Großteil der verwendeten Ausrüstung und Fahrzeuge noch aus dem Krieg mit der Allianz stammt. Der Zustand der Verteidigungseinrichtungen auf den einzelnen Kolonien ist bis auf Calais, Halea, Nerus, Adrilia und Agrion gelinde gesagt mehr als unzureichend bis nicht existend. Genauso schlecht schaut es bei den Schutzeinrichtungen für die Bevölkerung aus. Darunter zählen Bunker, Evakuierungspläne, Vorwarnsysteme und Notrationen.

Der einzige Planet im Sektor der die Bedingungen erfüllt ist Halea, aber nur weil der dortige UNSC Stützpunkte im großen Krieg bereits riesige Bunkeranlagen in die alten Minenstollen gebaut hat.

„Weißt du warum?"

„Ich nehme an, weil Halea am äußersten Rand des erkundeten und kategorisierten UNSC Raumes liegt. Vielleicht hatte der damalige Admiral auch Angst, dass eine zweite Allianz hier einfallen könnte und wollte den Planeten als Bollwerk benutzen. Ich kann leider keine sicheren Fakten dazu liefern Admiral, aber vielleicht finden sie etwas in den Unterlagen ihrer Vorgänger".

„Verstehe. Fahr bitte fort".

„Der Zustand der Schiffe ist leider nicht besser, die Navy ist gerade im Besitz von 238 Schiffen. 64 Charon-Klasse Fregatten, 48 Stalwart-Klasse Fregatten und 87 Paris-Klasse Fregatten. Des Weiteren haben wir 16 Halberd-Klasse und 12 Hillsborough-Klasse Zerstörer, sowie 2 Marathon Kreuzer. Die restlichen 9 Schiffe sind 5 Orion Angriffsträger, 3 Epoch-Klasse und 1 ausgeschlachteten Punic-Klasse Träger. Bedau."

„Einen Punic-Klasse Träger? Bist du sicher", warf der verblüffte Admiral dazwischen.

„Ja laut Liste ist die Starsky im Orbit von Agrion, die Schrottwelt von diesem Sektor, wenn sie es so nennen wollen".

„Ist sie einsatzfähig?"

„Nein auf keinen Fall. Der Slipspaceantrieb wurde entfernt, die Fusionsreaktoren sind defekt und müssten komplett ausgetauscht werden. Außerdem ist meiste Elektronik durch den Einschlag mehrere Plasmatorpedos zerstört worden, die Schäden an der Hülle sind nicht besser."

Das war bedauerlich, denn ein funktionierender Träger dieser Klasse ist den meisten Schiffen der Allianz ebenbürtig. Charlotte machte einige Schritte zur Seite und gerade als er Fragen wollte was sie vorhatte, erschien ein Holomodell der Starsky auf seinen Schreibtisch.

Sie ist ein 4km langes, 800 Meter hohes Monster aus feinstem Titanium-A, das zusätzlich mit zwei Super MACs, dutzenden M910 Punktvereidigungsgeschützen und vielen Archer-Raketenwerfern bewaffnet war. Sie konnte hunderte Longswords und Pelicans transportieren, dazu tausende Marines und deren dazugehörige Ausrüstung und Fahrzeuge.

Alles in allem konnte der Träger durch die beiden Miniatur Versionen der orbitalen MACs und der 10 Meter dicken Hülle genauso viel einstecken wie austeilen. Wenn die Starsky funktionsfähig wäre, was sie nicht ist.

„Es bräuchte Monate bis sie wieder einsatzfähig wäre, von den erforderlichen Kosten und dem Personal sie zu bemannen und auszurüsten mal abgesehen".

Sie warf ihm einen kurzen Blick zu. „Sie denken nicht ernsthaft daran Sir, oder?" Mit einem schelmischen Grinsen nickte der Admiral.

„Doch tu ich. Besorg mir bitte ein Schiff, ich würde mir die Starsky gerne aus der Nähe ansehen." „Wie sie wünschen Admiral" erwiderte sie mit verdrehten Augen, aber ein leichtes Lächeln umspielte ihre Lippen

„Solange ich mitkommen darf."

„Musst du nicht auf das Ministerium aufpassen?"

„Das kann auch Ben machen, der ist eigentlich für das Verteidigungsministerium verantwortlich. Ich bin aber ihre persönliche KI Admiral, darum müssen sie mich mitnehmen. Ach ja und Lieutenant Enfield wartet im Vorzimmer auf sie."

Darauf verschwand die KI und William erhob sich aus seinen Sessel und ging zur Tür um diese zu entriegeln. Enfield saß an ihrem Schreibtisch, als sie das Klicken der Tür hörte schaute sie von ihrer Arbeit auf.

„Guten Morgen Sir", begrüßte sie ihn.

„Guten Morgen Lieutenant".

„Charlotte hat mich bereits über ihre Reispläne informiert. Wollen sie sofort aufbrechen?"

„Nein, als erstes wollte ich eigentlich zum Gouverneur. Können sie mir einen Termin geben lassen".

„Natürlich Sir". Mit einem Nicken überließ er sie wieder ihrer Aufgaben und kehrte in sein Büro zurück. Seine nächste Aufgabe bestand darin jemanden zu finden, der Erfahrung hatte in planetarer Verteidigung und diese intelligent in bereits exerzierende Infrastrukturen integrieren kann. Leichter gesagt als getan, denn wer würde schon in die äußeren Kolonien gehen, wenn es auf den Inneren genug zu tun gäbe.

Von der weitaus besseren Bezahlung und der möglichen Beförderungen ganz zu schweigen. Letztendlich entschied sich der junge Admiral eine Stellenanzeige aufzugeben, die er auf der internen Jobbörse des UNSC, sowie in den öffentlichen Zeitungen des Linwood Sektors zu sehen war.

Ein leisen klopfen an der Tür kündigte seine Sekretärin an. „Kommen sie herein Enfield".

Die junge Soldatin öffnete die Tür und blieb ein paar Schritte vor seinem Tisch stehen.

„Haben sie etwas für mich?". „Ich hätte einen Termin bei Herrn Brudell, aber er ist recht kurzfristig".

„Wann?" „

In ca. 80 Minuten oder nächste Woche." Der Admiral klappte seinen Laptop zu und schaute kurz auf seine Uhr. Halb zwölf.

„Dann los. Sie fahren!", mit diesen Worten schritt Admiral Grand an ihr vorbei in Richtung des Aufzuges, der in die Garage führte.


1230 Uhr, 13. Juni, 2595 (Militärkalender)

Sitz des Gouverneurs, Calais, Arcadis

Eidera System, (Linwood Sektor), Äußere Kolonien

William ging zielstrebig auf den großen Empfangstresen, der im Zentrum einer großen lichtdurchfluteten und sehr edel möblierten Lobby stand.

„Guten Tag, könnten sie mich bitte zum Büro des Gouverneurs bringen", sprach er die junge Dame an dem Tresen an. Ohne von ihrem Arbeitsplatz und den darauf liegenden Dokumenten aufzublicken erwiderte sie etwas gereizt

„Herr Brudell empfängt heute keine Gäste".

„Bei mir macht er sicher eine Ausnahme. Rufen sie ihn bitte an und sagen sie ihm Admiral Grand ist hier, um ihn zu sehen". Als die Empfangsdame letztendlich doch aufblickte erschrak diese kurz als sie in das regungslose Gesicht des Admirals blickte. Unter seinen eisernen Blick wählte sie etwas irritiert die Nummer ihres Chefs.

„Sir ich habe hier Admiral Grand, haben sie mit ihm einen Termin vereinbart?". Nach einem kurzen Wortwechsel, legte sie das Telefon weg und wandte sich ihm wieder zu.

„In Ordnung Sir sie können passieren. Nehmen sie den Aufzug dort hinten rechts. 3. Stock und immer geradeaus, sie können es nicht verfehlen."

„Danke."

Ohne weitere Worte zu verschwenden, marschierte er mit Lieutenant Enfield im Schlepptau auf den Aufzug zu. Nach wenigen Minuten hatten beide den Aufzug hinter sich gelassen und standen nun vor seinem Büro. „Wenn sie wollen kann ich hier auf sie warten Sir" warf Enfield dazwischen, noch bevor er an die Tür klopfen konnte.

„Unsinn", brummte er und klopft zweimal an die schwere Holztür. Ohne auf eine Antwort zu warten öffnete er sie und trat in das Büro des höchsten Politikers des Sektors ein. Elvis Brudell war ein Hüne eines Mannes, locker 1,98m groß und breit wie ein Bär. Es sah fast so aus als könnte es ihn jederzeit aus seinem Anzug sprengen. Er hatte ein junges, rundliches Gesicht in dem zwei scharfe, aber sanfte blaue Augen sitzen. Mit einem Lächeln auf dem Gesicht erhob sich der Riese und streckte Grand seine große rechte Hand entgegen.

„Ich hatte schon gedacht das UNSC würde uns vergessen." Ohne zu zögern ergriff er sie.

„Wir vergessen niemanden. Admiral Willam Grand, ist mir eine Freude sie zu treffen Gouverneur."

„Gleichfalls Admiral. Sie natürlich auch Lieutenant", sagte er an seine Begleitung gewandt. „Ist mir wie immer eine Ehre Sir," erwiderte sie höflich.

Er führte die beiden Angehörigen des Militärs zu einer Sitzecke, in der sich die drei niederbliesen. „Es ist gut, dass nun endlich wieder ein richtiger Admiral das Kommando in die Hand nimmt."

Verstehen sie mich bitte nicht falsch Lieutenant Colonel Sleet und Captain Petterson haben gute Arbeit geleitstet, aber jedes Mal, wenn man eine Fregatte zum Schutz einiger Schiffe benötigt, monatelang hin und her telefonieren muss, weil niemand eine Weißungsbefugnis besitz, ist eine nervige Angelegenheit."

„Kann ich voll und ganz verstehen, ich werde mich darum kümmern, dass bei solchen Kleinigkeiten jemand befugt ist ihnen zu helfen."

„Hervorragend. Bedauerlicherweise ist das eines unsere kleinsten Probleme. Die meisten Politiker, ich miteingeschlossen und die Mehrzahl der Bevölkerung sowie der hier ansässigen Firmen glauben, dass die Planeten in diesem Sektor nicht ausreichend geschützt werden. Sie fordern die bessere Verteilung der Schiffe und des Personals, um die für uns so wichtigen Handelsflotten zu schützen."

„Ich weiß, ich weiß, aber um all das erfüllen zu können, müsste mehr Geld für das Militär ausgegeben werden. Momentan werden meiner Informationen nach nur 1,8% des BIP dafür ausgegeben, der aktuelle Standard sind ca. 5%", erläuterte William. Brudell schwieg einige Momente, ließ seinen Blick durch das Zimmer streifen und erwiderte mit einem Seufzer

„Momentan kann ich ihnen aber keine Erhöhung der Gelder genehmigen, dass Budget wird erst wieder im Januar festgelegt. Allerdings könnte ich ihnen bis dahin vielleicht etwas anderes anbieten".

„Und das wäre?".

„Vor fünf Tagen hat mich ein Vertreter von Liang-Dortmund kontaktiert, er wollte den zuständigen Befehlshaber des UNSC und mich treffen um über die Erkundung von neuen Abbauorten zu reden. Ich habe ihn gesagt, dass er nächste Woche vorbeikommen kann. Captain Petterson hat leider abgesagt, aber da sie nun da sind Admiral, hatte ich gehofft sie würden den Treffen beiwohnen".

„Hmm. Das wäre am 15ten. Um wieviel Uhr?".

„Ich denke so um sechs Uhr abends, hier in meinem Büro".

„In Ordnung, ich werde da sein Gouverneur", mit diesen Worten erhoben sich die drei Menschen.

„Danke, sie tun mir damit einen großen Gefallen Admiral". Sie verabschiedeten sich voneinander, nachdem beide das Gebäude verlassen haben machten sie sich auf den Weg zurück ins Ministerium.

„Haben sie schon überlegt wo sie dauerhaft schlafen wollen Sir", fragte seine Fahrerin nach einigen Minuten der Stille.

„Sie könnten ein Haus kaufen oder wollen sie weiterhin auf der Couch schlafen?"

„Ein Haus wäre für mich alleine zu groß, außerdem bin ich die meiste Zeit im Büro. Es müsste ein Apartment in der Nähe sein."

„Charlotte könnte ihnen bestimmt helfen Admiral … oder sie könnten die Nebenräume umbauen lassen, die werden schon lange nur als Stauraum benutz. Das gibt uns auch die Möglichkeit mal richtig auszumisten" schlug sie nachdenklich vor.

„Ich werde mir morgen einige Gedanken darüber machen, aber für heute muss die Couch noch einmal genügen."


1330 Uhr, 14. November, 2595 (Militärkalender)

Verteidigungsministerium, Calais, Arcadis

Eidera System, (Linwood Sektor), Äußere Kolonien

Grand stand am Fenster und blickte auf das unter ihm liegende Areal. Es war ein schöner Tag auf Arcadis, die Sonne schien und die meisten Mitarbeiter verbrachten ihre Pause auf den Grünflachen zwischen den Gebäuden.

Seit seiner Ankunft vor zwei Tagen, hatte er das Gefühl das alle auf dem Gelände etwas von ihm wollten, er musste sich ständig mit irgendwelchen Offizieren rumschlagen. Dazu kamen noch die ganzen Politiker und alle wollten was von ihm, mehr Truppen hier, mehr Schiffe dort und manche bildeten sich ein ihm Befehle erteilen zu können.

Es gab aber auch gute Nachrichten, dass Nebenzimmer wurde gerade ausgemistet und die Umbauarbeiten würden noch diese Woche beginnen. Wenn er Glück hatte könnte er bereits nächste Woche dort einziehen, die Planung für den Umbau hatte er komplett Charlotte übergeben.

Die Arbeiten sollten abgeschlossen sein, wenn er von seiner Besichtigungstour zur Starsky zurückkehren würde. Dieser Gedanke brachte ein kleines Schmunzeln auf das Gesicht, endlich würde er aus dem stickigen Büro herauskommen.

Eine vertraute, sanfte Stimme riss ihn aus seinen Gedanken „Sir jemand ist hier um sie zu sehen". Ein Blick auf seinem Tisch zeigte ihm, dass er richtig lag, dort stand seine KI und blickte ihm mit einem schiefgelegten Kopf erwartungsvoll an. Mit einem Seufzer drehte er sich um

„Wer?".

„Lieutenant Colonel Sleet. Soll ich ihn hereinlassen oder …"

„Nein, schick ihn herein und sagen sie Enfield ich bin die nächste Zeit nicht zu erreichen."

„Ja Sir."

Gerade als er sich an den Schreibtisch setzen wollte, öffnete sich die Tür und ein schlanker Mann mittleren Alters trat herein. Seine brauen Haare waren kurz geschnitten und er trug eine saubere mit Orden bedeckte grüne Uniform der Army.

William wusste nicht viel über Sleet, außer, dass er hier auf Calais geboren worden ist und mit 17 in die Army eintrat. Er hat sich über die nächsten 40 Jahre langsam hinaufgearbeitet, bis er schließlich das Oberkommando über alle Bodenstreitkräfte des UNSC in diesem Sektor erlangte.

Was ihm aber am meisten ins Auge viel war die Erschöpfung, die ihm ganz offensichtlich ins Gesicht geschrieben ist. Der Colonel blieb stehen nahm sein Barett vom Kopf und salutierte zackig

„Colonel Sleet. Verzeihung das ich so einfach hereinplatze Sir, aber ich war gerade zufällig in der Gegend". Der Admiral erwiderte die Begrüßung.

„Keine Sorge Colonel sie stören nicht. Holen sie sich einen Stuhl und erzählen sie mir was ich für sie tun kann". Mit diesen Worten setzte er sich und faltete die Hände auf seinem Tisch zusammen und wartete bis Sleet sich es in seinen Stuhl bequem gemacht hatte.

„Nun Sir, Captain Petterson wollte eigentlich noch mit mir über einige Dinge reden, aber er ist krankheitsbedingt leider nicht in der Lage".

„Ich hoffe nichts Schlimmes."

„Nein, nur die Grippe, sowie ich ihn kenne wird er in ein paar Tagen wieder auf den Beinen sein. Wir wollten gemeinsam mit ihnen über die weitere Vorgehensweise beraten, da sie nun der höchste Offizier sind müssen sie über alle Operationen entscheiden. Ich bin hier um sie über alle momentanen Unternehmungen ins Bild zu setzten."

„Von der Navy auch?"

„Ja Sir. Der Captain hat mir gestern die benötigten Dokumente zugesandt, wir sollten alle benötigte Information haben. Ich würde mit der Army anfangen, wenn es keine Umstände macht."

„Einen Moment bitte Colonel", unterbrach er den Soldaten kurz. Er tippte einige Befehle in seinen PC und nach wenigen Sekunden erschien Charlotte auf seinen Tisch. „Admiral was kann ich für sie tun?" säuselte sie mit ihrer verführerischen Stimme.

„Ich möchte, dass du uns mit zusätzlichen Informationen versorgst. In Ordnung fangen sie an Colonel Sleet". In den nächsten Stunden erläuterte der Colonel die dringendsten Probleme der Army, viele von davon hatte er bereits von Charlotte gehört, aber dass es so schlimm war hatte er nicht geahnt.

„Ich kann sie verstehen, aber mir sind die Hände gebunden, dass Budget ist für dieses Jahr bereits ausgeschöpft. Ich kann also keine größeren Maßnahmen beschließen", bedauerte William.

„Nun Sir vielleicht gibt es eine Möglichkeit", warf seine künstliche Intelligenz dazwischen.

„Und die wäre?"

„Seit ungefähr 8 Jahren hat das Militär etwa 1/3 der zur Verfügung gestellten Gelder nicht genutzt und diese auf ein extra Konto angesammelt. Vorsorglich, sonst hätte man uns wahrscheinlich das Budget gekürzt.

Mit den Geldern könnten sie die Umbauarbeiten und Modernisierungen genehmigen, dass würde ihnen erlauben die verbliebene Zeit bis zur Erhöhung des Budgets zu überbrücken".

„Die Dokumente von Petterson habe ich bereits an ihre KI geschickt", fügte der ältere Offizier mit einem Nicken in Richtung von Charlotte hinzu.

„Ich muss mich entschuldigen Admiral, denn mein Schiff muss mich bis morgen nach Nerus bringen. Die Anwärter für die Offiziersschule erwarten mich für einen Gastbeitrag. Wenn sie weitere Fragen haben, stehe ich natürlich gerne zur Verfügung."

„Schon in Ordnung Colonel, sie können gehen. Danke für die Infos und die Lageeinschätzung".

„Admiral", er salutierte kurz und verließ, dann mit schnellen Schritten das Büro seines Vorgesetzten um zu seinen Wagen zu gelangen, der ihn zum einen Orbitallift der Stadt bringen sollte.

Es war zum Verzweifeln, die Army hat mindestens genauso viele Probleme wie die Navy. Mit der Navy würde er zurechtkommen, allerdings hatte er nur sehr wenig Ahnung von den Bodentruppen und deren Infrastrukturen. Normalerweise würde ein General oder ein altgedienter Colonel diese Aufgaben übernehmen - diesen Luxus hatte er nicht und das wusste er. Also musste er eine andere Lösung finden, jemanden der wusste was er tat, je schneller desto besser.

Letztendlich entschied er sich dafür die Probleme der Navy als erstes anzugehen, da er dort momentan am meisten bewirken konnte. Aus Petterson Akten konnte er entnehmen, dass die meisten Kolonien nur wenige Schiffe im Orbit haben, um diese im Ernstfall zu verteidigen.

Er brauchte mehr Schiffe, aber seine Ressourcen waren begrenzt, materiell und finanztechnisch. Alle Planeten des Sektors mit einer Flotte auszustatten, sodass diese verteidigungsfähig wäre, ist fast unmöglich.

Jedenfalls mit der momentanen Anzahl, also musste er einen anderen Weg finden dieses zu bewerkstelligen. Er brauchte eine schnelle, mobile und immer einsatzbereite Truppe um jederzeit, überall bei Angriffen einschreiten zu können.

Ihm gefiel die Idee einer schnellen und schlagkräftigen Kavallerie, aber woher sollte er die Schiffe nehmen?

Er massierte seine Schläfe, die Kopfschmerzen wurden schlimmer, das Schlimmste jedoch war das er seit einer gefühlten Ewigkeit im Kreis lief.

Sein Blick viel auf die Karte des Linwood Sektors, seine Augen wanderten von Calais über Adrilia auf Halea und letztendlich an die Grenze. Dort waren mehrere Linien eingezeichnet, die die momentanen Grenzpatrouillenwege und deren Länge veranschaulichten.

Nach ein paar kurzen Berechnungen kam er auf eine Gesamtlänge von etwa 3000 Lichtjahren, eine verdammt lange Demarkationslinie für so einen kleinen Sektor.

Momentan waren nach den Angaben des Captains genau 90 Schiffe mit der Sicherung bzw. Kontrolle der Grenze betraut. Das Problem mit einer Grenzkontrolle durch Schiffe war, dass diese alle paar Lichtjahre aus dem Slipspace springen mussten, um mit mehreren Unterlichtsonden die Planetensysteme zu scannen um mögliche Slipspaceanomalien zu entdecken.

Dafür benötigt am eine große Anzahl von Schiffen und selbst dann ist es mehr als eine unsichere Angelegenheit. Ein gegnerisches oder ziviles Schiff konnte mit Leichtigkeit zwischen den Patrouillen hindurchspringen.

Wie konnte man so eine Grenze komplett absichern?

Man konnte es nicht, aber man konnte sie durch ein Netzwerk überwachen und so der Navy genug Zeit geben um auf mögliche Gefahren zu reagieren. Ein flächendenkendes, effektives Netzwerk konnte man mit einigen Remote Scanning Outposts erreichen, kurz RSOs.

RSOs sind kleine Stationen mit einigen Soldaten als Besatzung, die meistens in Asteroidengürteln oder im Schatten von großen Planeten versteckt waren. Sie besitzen eine kleine Anzahl von Slipspacedrohnen, dadurch sind sie in der Lage größere Bereiche effizienter und einfacher Abzudecken, zusätzlich können in angrenzenden Systemen mehrere normale Unterlichtdrohnen installiert werden.

Dadurch wart man in der Lage ist auch Schiffe oder große Asteroiden die ohne FTL-Antrieb unterwegs sind zu orten. Eine Station konnte einen Radius von 120 Lichtjahren abdecken, dass machte einen Durchmesser von 240 Lichtjahren. Positioniert man nun die RSOs etwa 90-110 LJ von der Grenze entfernt, dann brauchte man grob überschlagen ca. 13 Stationen, um den kompletten Verlauf der Grenze einigermaßen abdecken zu können. Durch diese Maßnahmen könnte er einen Großteil der 90 eigeteilten Patrouillenschiffe einsparen und zu einer schnellen Task Force zusammenfassen.

Das nächste Problem wäre der momentane Zustand der Flotte, die meisten, wenn nicht alle Schiffe kamen noch aus der Zeit des großen Krieges und den Jahren danach. Viele von ihnen waren zwar noch einsatztauglich, sind aber technisch völlig veraltet.

Viele Schiffskommandanten beklagten sich über den momentan Stand der jetzigen Ausrüstung und dessen mögliche Auswirkungen in einem Konflikt.

Dazu kam noch das etwa ein Dutzend Fregatten schon Jahre auf einen Slipspaceantrieb warteten und während dieser Zeit nur als Orbitale Verteidigung eingesetzt werden konnten. Soweit er es einschätzen konnte war keines der Schiffe in diesem Sektor auf den momentan Stand der Technik.

Veraltete Fusionsreaktoren, die entweder aufwendig repariert oder gleich komplett getauscht werden müssten. Weiter ging es mit der Bewaffnung. Veraltete MACs der 2. Generation. Der momentane Standard im UNSC ist irgendwo zwischen der 6. und 7. Generation.

An eine mögliche Ausstattung mit Hartlichtwaffen und den verbundenen Kosten wollte er gar nicht denken. Das Punkt-Verteidigungsnetzwerk der Schiffe bestand größtenteils aus M870 50mm Geschützen, die sie gegen anfliegende Raketen und Bomber schützen sollten. Der Großteil der Flotte war noch mit M42 Archer-Raketenwerfern bewaffnet, die ebenfalls dringend ersetzt werden müssten.

Eigentlich müsste er die komplette Flotte in diesem Sektor verschrotten und auf der Erde eine neue beantragen, dass wäre wahrscheinlich Kosten –und Zeitsparender. Erschwerend kam noch dazu, dass es hier anscheinend keinen festen Ort gab, an dem die Schiffe gewartet bzw. modernisiert werden konnten.

Die meisten Kapitäne ließen sie deswegen dort reparieren wo sie gerade sind, dass führte dazu das die wenigen Teams die sich mit Reparaturen auskannten, immer unterwegs waren um von Auftrag zu Auftrag zu springen.

Das führte zu einer noch längeren Wartezeit und machte den kompletten Prozess zu einem Glückspiel. Die meisten Kommandanten sprachen sich zwar untereinander ab, aber ohne eine funktionierende Ablaufstruktur würde es nicht viel bringen.

Nein, er brauchte einen zentralen Knotenpunkt, um alle Ressourcen bündeln zu können. Calais und Halea wären seine erste Wahl, aber Halea liegt am Rande des menschlichen Territoriums, welches Schiffen erschweren würde dorthin zu gelangen.

Calais lag dagegen zwar ziemlich in der Mitte des Sektors, doch seiner Meinung nach gibt es hier zu viele neugierige Augen, um einen militärischen Flottenstützpunkt aufzubauen.

Er brauchte einen Planeten der möglichst unbekannt war, zudem viele lokale Ressourcen bot, sowie die nötige Infrastruktur und das Personal bieten konnte. Nerus und Safrion wären noch zwei weiter Kandidaten in seiner Liste, beide beherbergten UNSC Stützpunkte, waren allerdings etwas weiter weg und hatten keine Schiffswerften oder Reparaturstationen in der Umlaufbahn.

Bei beiden müsste er erst die Werften bauen lassen und das kostete locker 6-8 Monate, wenn alles nach Plan lief. Die Zeit war entscheidend, deswegen braucht er eine Kolonie auf der alle Dinge größtenteils schon vorhanden waren.

Eigentlich kam nur ein Ort infrage nämlich Agrion, die Schrottwelt. Sie bot alles was er brauchte, erfahrenes Personal im Umgang mit Schiffen, die vorhandenen Stationen und Maschinen zum Reparieren von Schiffen und die nötigen materiellen Ressourcen, insbesondere Titanium-A.

Trotzdem würde es nicht für seinen geplanten Ausbau genügen, er würde mehr Arbeiter und zusätzliche Reperatur-, Service- und Schiffswerften benötigten, außerdem musste er noch jemanden finden dem er die Leitung anvertrauen konnte. Jemand der wusste was er tat und sich mit Personal- und Ablaufplanung auskannte.

„Charlotte, hast du eine Minute"

„Für sie doch immer Admiral, womit kann ich helfen?", ertönte die vertraute Stimme.

„Du müsstest mir jemanden finden, der sich mit Konstruktionsplänen von Schiffen und Werften auskennt. Einen Offizier am besten.".

„Hmm eine Sekunde Sir. Ja da hätten wir möglicherweise jemanden. Captain Mikel Delany, 82 Jahre alt, hat 2541 seinen Abschluss zum Schiffsingenieur auf Reach gemacht und dort bis 2550 gearbeitet. Danach wurde er aufgrund des Krieges zum Captain befördert, bis er schließlich vor 17 Jahren hier stationiert wurde. Momentan befindet er sich auf der Intruder im Orbit von Nerus, dort kümmert er sich um die Organisation der örtlichen UNSC Streitkräfte" beendete sie ihren Bericht.

William überlegte kurz, denn den Captain erst nach Calais zu beordern und ihn dann mit nach Agrion mitzunehmen war zu umständlich.

„Geben sie ihm den Befehl nach Agrion zu fliegen und dort auf mich zu warten."

„Sofort Sir?"

„Ja sofort und finden sie jemanden als Ersatz für seinen Posten" teilte er ihr mit. Wenn alles gut lief würde er noch morgen nach seinem Gespräch mit Brudell aufbrechen und wäre dann gegen Mittag am 16. November bereits im Orbit des Planeten.

Sollte sein Plan aufgehen könnte er bereits bereits, in geschätzten zwei Monaten, mit der Konstruktion von den RSOs, weiteren Schiffswerften und SRR Stationen beginnen. Wenn es schiefging, hätte er Billionen von Credits verblasen und das würde sich in seiner Dienstakte nicht gut darstellen.

Grand war allerdings zuversichtlich, dass das Unternehmen klappen würde. Es musste klappen dachte er als er in die nächtliche Dunkelheit starrte.