SALVATION
Copyrights 343 Industries & Bioware
(V1.0)
1100 Uhr, 17. November, 2595 (Militärkalender)
UNSC Stalwart-Klasse Fregatte Brotherhood, Schrottfeld, Orbit, Agrion
Beta Columbae System, (Linwood Sektor), Äußere Kolonien
Es war erstaunlich wenig los für diese Zeit in der Umkleidekabine, vielleicht war es aber auch nur Einbildung. Für ein Schiff im Weltraum spielte die Zeit nur eine sehr geringe Rolle, man konnte leicht den Sinn dafür verlieren. Stunden wurden zu Tage, Tage zu Wochen und Wochen zu einzige was etwas Orientierung schaffte war die Standard Erdzeit, die auf den meisten Schiffen benutzt wird. Auf der Erde war es gerade kurz nach 11, auf Agrion hingegen war es 4:20 in der Nacht auf dieser Seite des Planeten.
Er verdrängte den Gedankengang und versuchte sich auf das zu konzentrieren, was vor ihm liegen würde. Mit dem kleinen Handtuch aus seinem Schrank trocknete er schnell seine kurzen Haare trocken, schmiss es dann auf die Bank vor ihm und nahm den schwarz-grauen Kampfanzug heraus.
Seine Finger glitten über die Oberfläche, es sah relativ unscheinbar aus, aber der Blick täuschte. Der Anzug bestand aus mehreren Schichten, darunter Kevlar, einer eingewebten Titanium-Keramik Schicht und das wohl wichtigste für seinen bevorstehenden Ausflug, einem System das die Temperatur stabile halten konnte. Ein weiterer Pluspunkt war, dass dieser Vakuumdicht ist und ein Filtersystem für Sauerstoff bot, was den Träger ermöglicht eine knappe Stunde ohne Frischluftzufuhr auszukommen.
Die Jungs von den ODST waren so freundlich ihm zwei der Ersatzrüstungen zur Verfügung zu stellen, er hätte auch nur den Anzug ohne Rüstung genommen, aber sie bestanden darauf, man wollte ja nicht, dass ihm im Ernstfall etwas zustößt. Und schick sah die alte BDU immer noch unsicheren Handgriffen begann er die BDU anzulegen, als er nasse Schritte aus dem Duschbereich kommen hörte.
Eine splitternackte Enfield, die nur ein Handtuch um ihren Hals trug, riss den Spind neben ihm auf und begann sich die Harre zu trocknen. Er zog die letzten Riemen der Beinpanzerung fest, bevor er den Status des Anzuges überprüfte. Alles war im grünen Bereich, er konnte mit seinem Weltraumspaziergang beginnen.
Neben ihm hörte er ein leises Fluchen.
„Sind sie sicher, dass sie meine Richtige Größe haben Admiral? Das Ding ist mindestens 2 Nummern zu klein.", stöhnte die abgekämpfte Blondine und zerrte wütend an dem Kleidungstück.
„Die Größe stimmt, sie müssen hauteng sitzen. Brauchen sie Hilfe?"
„Nein schon gut, ich schaffe das schon irgendwie."
Einige Minuten und hunderte Kraftwörter später sackte sie erschöpft neben ihm auf die Bank. Er konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen.
„Haben sie schon mal eine BDU angelegt?"
„Nein. Ein paarmal hab ich im Training die Anzüge von den Marines angehabt."
„Nur im Training? Was war mit der Grundausbildung?"
„Hab ich keine. Eigentlich bin ich gelernte Fachkraft für Personalmanagement."
William starrte sie ungläubig an, jeder der dem UNSC beitrat, musste eine 2,5 jährige Grundausbildung hinter sich bringen. Diese enthielt, je nach Streitkräften etwas voneinander abweichen konnte, die Grundlegenden Sachen wie Schießen mit allen Standartwaffe, Nahkampf und Überlebenstraining um nur einige zu nennen. Sobald man in der Navy den Offiziersweg einschlug, kamen weitere Trainingseinheiten dazu, in diesen lernte man normaler weise wie man kleinere Schiffe flog und navigierte.
„Wie schaut es mit Navigation von Schiffen und Weltraumeinsätzen aus?", hackte er besorgt nach, als Antwort bekam er nur ein Schulterzucken seiner Offizierin. Grand stöhnte auf, dass würde in den nächsten Wochen viel Arbeit bedeuten, sie würde alle nicht vorhanden Kurse nachholen müssen.
„Ich kann ihnen jemanden finden der mich ersetzen kann, da ich nicht die benötigten Qualifikation für diese Arbeit habe", sprach sie mit gesengten Blick und leiser Stimme.
„Nein sie bleiben auf jeden Fall. Schauen sie mich an Lieutenant!" Sie hob, fas schon ängstlich den Kopf und blickte ihn an. „
Sie leisten hervorragende Arbeit Enfield, ohnesiewäre ich aufgeschmissen und Charlotte hilflos ausgeliefert. Wir werden sehen, ob sie einiges davon an der örtlichen Akademie nachholen können, der Rest ist Learning by doing.", teilte er ihr bestimmt mit.
„Aber als erstes ziehen wir ihnen den Anzug an." In der darauffolgenden viertel Stunde zeigte er ihr, wie sie die BDU am schnellsten anlegen konnte und auf welche Handgriffe man achten sollte.
„Bereit?"
„Ja Sir."
Er schnappte sich noch schnell Charlottes Datenchip, der neben seiner Armbanduhr auf dem obersten Fach in seinem Spind lag.
„Gut, dann los", mit diesen Worten begannen die beiden in Richtung des Hangars zu marschieren.
Im Hangar der Fregatte war weitaus mehr Aktivität als er angenommen hatte, das komplette Deck war mit D77H-TCI und Longswords zugestellt. Zwischen den Schiffen konnte er das umhereilende Deckpersonal erkennen, dass seinen zugewiesenen Aufgaben nachging. Wie alles in diesem Sektor, waren auch die kleineren Schiffe noch aus der Zeit des Krieges und hatten dementsprechende Gebrauchsspuren aufzuweisen, aber die Crew tat ihr Möglichstes um jedes Schiff so lange wie es nur irgendwie ging kampfbereit zu halten.
Denn jedes Schiff das man verlor, selbst wenn es nur einer der alten Pelicans ist, bekam man zu spüren. Ersatzteile auf den Markt waren für diese Schiffstypen meist schnell vergriffen. Grand konnte nachvollziehen warum auf diesem Deck eine solche Aktivität herrschte, höchstwahrscheinlich hatte Captain Cleveland an geordert so viele, der dringend benötigten Teile von der Kolonie zu kaufen wie es nur möglich war.
Je mehr er sah, desto entschlossener wurde er SinoViet den Lagerkomplex abzukaufen, um wenigsten den Reparatur –und Instandhaltungsteams das nötigste zur Verfügung zu stellen. Während er mit Miss Enfield über das Deck stapfte, hielt er Ausschau nach einigen ODSTs, die ihn mit einem Pelican begleiten würden. Am hinteren Ende entdeckte er schließlich mehre Pelcians die sauber nebeneinander aufgereiht worden sind.
Dort tummelten sich ca. zwei dutzend einsatzfähiger Höllenspringer, die ihre Ausrüstung in die Transporter schleppten, ihre Waffen überprüften oder einfach nur gelangweilt auf der Rampe der Pelicans saßen.
Die meisten Soldaten des UNSC machten einen weiten Bogen um sie, denn es war bekannt, dass die Angehörigen der Einheit mit dem Totenschädel meistens nicht gut mit Außenstehende zurechtkam. Alle die bei der Eliteeinheit anheuerten mussten sich auf eine zwei jährige Zusatzausbildung einstellen, bei der nur etwa drei Prozent bis zum Schluss durchhielten.
Die meisten der Mitglieder waren Spezialisten in ihrem Fachgebiet, Überlebenskünstler, oder durchgeknallte Irre die man in keiner anderen Einheit haben wollte … oder alles. Im United Nation Space Command gab es zwei große Spezialeinheiten die Spartaner, die man selten einsetzte und die ODSTs.
Die Spartaner wurden gerufen wenn man einen Job schnell, lautlos und vor allem effizient erledigt haben wollt, sie waren sozusagen das Scharfschützengewehr der Streitkräfte.
Die Höllenspringer waren mehr das Brecheisen, immer an vorderster Front und mittendrin statt nur dabei. Kam eine Mission ins Stocken oder drohte eine Frontlinie zusammenzubrechen, schickte man sie, dass soll nicht heißen das sie keine verdeckten Operationen durchführen konnten.
Der Admiral schritt zielstrebig auf den einen Soldaten zu, der mit dem Rücken zu ihm stand und mit Befehlen um sich schmiss. Das musste Chief Petty Officer Micheal Hulme sein, der den Befehl über diese Gruppe hat. Die Ankunft der beiden ist natürlich bemerkt worden, einige der Soldaten warfen ihm misstrauische Blicke zu. Er konnte die bohrende Blicke der Soldaten fast spüren, aber so schnell wie sie ihn erblickt hatten, verschob sich deren Aufmerksamkeit auf die Person hinter ihm.
Dutzende Augenpaare musterten die blonde Offizierin in ihrem hautengen Anzug von unten bis oben, ihr war es sichtlich unangenehm und sie stellte sich ein wenig weiter hinter Grand. Noch bevor er einschreiten konnte blaffte Hulme seine Männer bereits an: „Was glotzt ihr so blöde, habt ihr einen Geist gesehen!"
„Nein Sir, aber Frischfleisch", erwiderte einer der Springer mit einem schiefen Grinsen, derweil ruhte sein Blick immer noch auf der jungen Frau.
Enfields Kopf glich farblich mittlerweile mehr einer Tomate, was ihr von einigen Soldaten Gelächter einbrachte. Der Petty Officer wirbelt herum und ging bei den Anblick seines vorgesetzten Offiziers, den er heute Morgen die beiden Rüstungen aushändigte, nahtlos in einen Salut über.
„Admiral Grand, Lieutenant Enfield wir sind fertig und können jederzeit mit der Mission beginne."
„Stehen sie bequem Hulme", erwiderte er kurz. In der Zwischenzeit hatten auch alle anderen ODSTs Haltung angenommen und jegliche Art von Gelächter war schlagartig verstummt.
„Sind ihre Leute immer so respektvoll Chief?", fragte er. Unterdessen wanderte sein Blick über jeden der anwesenden Personen, die zum größten Teil seinen Blick ausweichten oder auf den Boden starrten.
„Wird nicht wieder vorkommen Sir. Darauf haben sie mein Wort."
„Wir werden sehen, falls doch werden sie und ihre Einheit bis ans Lebensende die Klos auf dem Schiff schrubben. Habe ich mich klar ausgedrückt Chief?" „
Glasklar Sir", presste dieser mit zusammengebissenen Zähnen hervor. William war sich sicher, dass sich Hulme die Störenfriede zur Brust nehmen würde. „Gut. Rechnen sie mit Problemen?", führ er nach einer kurzen Pause fort und deutete auf die Transportschiffe und deren Besatzungen.
„Ich habe gedacht, wir könnten eine kleine Trainingsmission daraus machen. Die Jungs haben es bitter nötig, sie sitzen schon zu lange nur faul auf ihren Ärschen. Das ist die beste Möglichkeit seit langem, mal wieder ein wenig Weltraumtraining zu bekommen." Da hatte er wohl recht, wenn sich schon so eine Gelegenheit ergab sollte man sie auch nutzten. Plötzlich hatte er eine Idee.
„Werden uns ihre Männer alle begleiten?"
„Nein Sir, nur Fredrik, Ned und ich", gab er kurz zur Antwort und zeigte auf den mittleren Pelican, an dessen Seite zwei dunkelhäutige Männer standen. „Wäre es ein Problem, wenn sich jemand aus den anderen Teams finden ließe, der meinen Lieutenant in die Grundlagen des Trainings einweisen würde. Ihre Erfahrung mit Operationen in der Schwerelosigkeit ist begrenzt."
Seine Offizierin warf ihn einen flehenden Blick zu, den er bewusst ignorierte. Einige der ODSTs waren näher herangetreten, in der Hoffnung sie würden ausgewählt, um der hübschen Soldatin mit den grauen Augen bei ihrem Training helfen zu können.
„Ich habe genau den richtigen Mann dafür. Coats kommen sie mal her!" Ein Mann mit schwarzen Haaren und blauen Augen kam aus dem linken Pelcian herausgestapft, über die Schulter hatte er M45 Shotgun geschlungen.
„Coats das ist Lieutenant Enfield, sie werden sie heute begleiten und mit ihr das Training in der Schwerelosigkeit absolvieren. Sie hat keinerlei Erfahrung mit solchen Dingen, also fangen sie bei den Grundlagen an. Fragen?", teilte Hulme den ODST kurz mit.
„Verstanden", sprach dieser und wandte sich danach an die Offizierin, „Hier entlang Ma'am."
„Einen Moment noch Coats."
„Admiral?"
„Bringen sie mir meinen Lieutenant in einem Stück zurück", wandte er sich an den jungen Petty Officer.
„Sie haben mein Wort darauf Sir." William nickte Lorena nochmals aufmunternd zu, bevor die beiden in Rumpf des Pelicans und somit aus seinem Blickfeld verschwanden.
„Brechen wir auf."
Der Chief nickt noch kurz bevor er losbrüllte: „Auf geht's Ladies wir rücken ab!" Die Transporter verließen kurz darauf die Fregatte und schossen auf den Schrottplatz zu. Der Flug durch das All war ruhig, aber im Schiff selbst war die Atmosphäre angespannt. Die Piloten mussten die alten D77Hs mit höchster Konzentration hindurchlenken, da es überall herumfliegende Trümmerteile gab und das Radar des Schiffes damit nicht zurechtkam. Nach einigen nervend zehrenden Minuten erreichten sie endlich ihren Zielpunkt.
„Wir sind da Sir", informierte ihn der Pilot.
Grand löste seinen Gurt und öffnete nach ein paar Schritten die Tür, welche das Cockpit von dem Rest des Schiffes trennte. Der Soldat für die Navigation ist bereits aus seinem erhöhten Sitz hinter dem Piloten aufgestanden, überließ ihn diesen und verschwand durch die Tür in den hinteren Bereich des Schiffes. Durch das große Frontfenster hatte er einen guten Blick auf die Starsky, sie trieb inmitten des Schrottfeldes umgeben von zahllosen kleineren Schiffen, die umhertrieben und gelegentlich mit ihr oder anderen zusammenstießen.
„Können sie näher ran fliegen?"
„Wie nahe Sir?"
„Soweit wie möglich, aber halten sie einen Sicherheitsabstand" Der Navypilot drückte den Steuerknüppel nach vorne und brachte den Pelican bis auf 140 Meter an den alten Punic-Träger heran. Schon jetzt konnte er sagen, dass der Zustand des Schiffes katastrophal ist, Charlotte hatte mit ihrer Darstellung nicht übertrieben. Befinden sich die anderen Seiten in einem genauso bescheidenen Zustand, konnte er seinen Plan den Träger wieder einsatzbereit zu machen wohl als gescheitert betrachten.
„Ich habe ihnen gesagt, dass es eine schlechte Idee ist", tadelte ihn die samtweiche Stimme über die Lautsprecher des Helmes.„Aber sie wollten ja nicht hören Sir. Stur wie ein kleines Kind", fuhr sie nach einen Moment der Stille fort. „Männer und ihre Spielzeuge. Haben sie sich einmal was in den Kopf gesetzt …"
„Wir haben uns geirrt."
„Wie bitte?"
„Du hast mich schon verstanden." Seine KI schwieg eisern weiter. Er seufzte tief, als er nach dutzenden Sekunden immer noch keine Antwort bekam.
„Ich habe mich geirrt."
„Ahh das klingt schon besser", stimmte sie ihm amüsiert zu.
Über fünf Stunden waren sie um den Träger herumgeflogen, hatten alles begutachtet. Überall bot sich Grand der gleiche erschütternde Anblick, Einschusslöcher von Plasmawaffen die so groß sind, dass man selbst mit dem Pelican mühelos ihn durchfliegen könnte. Die linke Seite war höchstwahrscheinlich durch einen Energie Projektor mehrere hundert Meter aufgerissen worden, dadurch konnte man das darunter liegende Titangerüst und dutzende Schiffsebenen erkennen. Eine der zwei MAC´s war komplett zerstört.
Ein Hangar hatte einen Volltreffer durch einen Plasmatorpedo erlitten und ist daraufhin wie ein Treibstoffdepot explodiert, dabei musste der Treffer hunderte wenn nicht sogar tausende Menschleben ausgelöscht haben. Von den Leuten und dem dort stationierten Material blieb allerdings nur Staub zurück, die wenigen die überlebt hatten wurden Sekundenbruchteile später durch das eindringende Vakuum getötet. Im Inneren sah es allerdings nicht besser aus. Nach Stunden des Begutachtens der Hülle, entschied sich William noch einen kurzen Blick hinein zu werfen.
Kurz traf den Nagel auf den Kopf, denn er und seine Begleiter kamen keine 10 Gänge weit. Das Fehlen der nötigen Energieversorgung um Türen oder Aufzüge zu betreiben erschwerte ihnen das Vorrankommen ungemein. Letztendlich konnten die ODST´s nur mit haufenweiße Sprengstoff einige der Schotten öffnen. Ohne Strom konnte auch Charlotte nicht auf die internen Schiffsysteme zugreifen und so spielte sie nun seinen privaten Reiseführer während er durch einen der riesigen Hangars stapfte, indem sie gelandet waren.
Der Hangar war komplett leer geräumt, keine Schiffe, keine herumliegenden Werkzeuge, keine Fahrzeuge oder Waffen – einfach nichts.
„Wussten sie Admiral, dass die Starsky bei der Schlacht um die Erde einen entscheidenden Beitrag geleistet hat? Nach der Prophet der Wahrheit mit ¼ seiner Flotte durch das Portal geflohen war und der Gebieter, sowie einige UNSC Schiffe die Lücke über Neu Mombasa schlossen, die der Prophet der Gnade verursacht hatte, sammelte sich der Rest der Allianzflotte um auf Verstärkung zu warten. Einige Stunden nachdem die Separatisten ein riesiges Areal zwischen Voi und dem Portal verglast hatten, folgten die Eliten dem Propheten."
„Weißt du warum sie die halbe Stadt verglast haben?", fragte er einige Zeit in die Dunkelheit des Alles geblickt hatte.
„Nein, alle Informationen über den Zwischenfall, sowie über das Portal oder was dahinter liegen könnte sind streng geheim."
Wenn er ehrlich war, hatte er auch nicht mit einer anderen Antwort gerechnet. Natürlich hatte er, wie Millionen anderer Leute auch, im Waypoint Netzwerk nach Informationen gesucht, aber vergeblich, alles was er fand waren Verschwörungstheorien und einige Bilder die das Gelände und dessen Einrichtungen von der Grenze des Sperrgebietes zeigten.
In den Wochen nach dem Krieg verwandelte man das Gelände um das Portal in ein militärisches Sperrgebiet, die Städte wie Voi und Neu Mombasa, die in diesem Areal lagen wurden komplett dem Erdboden gleichgemacht und deren Bevölkerung umgesiedelt. Danach renaturierte man den Bereich und fing an gigantische unterirdische Anlagen zu errichten.
Orbitallifte, automatische Verteidigungssysteme, planetare und orbitale Schildgeneratoren, sowie riesige Generatoren die deren Energieversorgung sicherstellte. Insgesamt entstand über den folgenden Jahrzehnten der wohl am besten gesicherte Ort im menschlichen Territorium.
Die einzigen zwei Ort, die der Öffentlichkeit zugänglich sind ist das Denkmal in der Nähe von Voi, dass als Erinnerung und Mahnung an die Verluste des großen Krieges dient. Das andere war ein Ort der am Fuße des Kilimandscharos liegt, man nannte ihn auch den Garten Eden. In diesem wachsen und gedeihen alle Arten von Blumen und anderer Fauna.
Inmitten dieses Paradises stand ein einzelner Grabstein mit einer eleganten, aber einfachen Inschrift – John 117.
Nachdem der Master Chief am 27. Oktober 2558 für Tod erklärt wurde, um einige Monate darauf, auf Höhepunkt der KI-Rebellion wieder zu erscheinen, verschwand er gegen Ende des Aufstandes endgültig. Viele haben gehofft, dass der Chief wieder auftauchen würde, leider fehlt von ihm jede Spur - bis heute.
Nach mehreren Jahren als MIA gemeldet, wurde sein Status 2567 offiziell auf KIA umgestellt. Daraufhin begann die Konstruktion des „Gartens" und in wenigen Jahren sollte in einigen Kilometern Entfernung noch das Museum der Menschheit entstehen. Dieses soll nach der Fertigstellung allen Menschen zugänglich sein und wird später ein Diorama beheimaten, das von den Soldaten handelt die an der Seite des Spartaners in der Schlacht um Neu Mombasa gekämpft hatten.
Der Bau sollte 2607 beginnen und sollte 2610, nach nur drei Jahren Bauzeit, beendet werden. „Admiral?" Grand reagierte nicht und starrte weiterhin, mit einem leeren Blick in die schwärze des Alles.
"William? Alles in Ordnung?", erst jetzt drang die sanfte Stimme zu ihm durch.
„Ja – alles gut", selbst für ihn klangen seine Worte wenig überzeugend. „Fahr bitte fort."
„Wie sie wollen Sir", seufzte sie leise.
„Wie gesagt der restliche Teil der Loyalisten Flotte sammelte sich außerhalb der Reichweite der OPDs und wartete auf die herannahende Verstärkung. Diese traf wenige Stunden später ein, darunter befand sich auch ein Supercarrier, der eigentlich das Flaggschiff für den Propheten sein sollte. Viele vermuten, dass das Schiff mit dem der Anführer der Allianz zur Erde kam, schneller war als der restliche Verband oder sie mussten sich neu sammeln. Egal was deren Gründe für die Verspätung waren, die Armada der Bruts war Admiral Harpers Anzahl weit überlegen.
Experten sprechen von einer Größe, die der UNSC Stärke um das acht- bis neunfache übertraf. Der einzige wirkliche Wiederstand, die dem Träger gegenüberstand und verhinderte das er einfach durch unsere Verteidigungslinie fegte, war der Valiant Kreuzer von Admiral Harper, zwei Punic-Klasse Träger und einige verbliebene Stationen - darunter auch die von Lord Hood. Im Laufe des Tages schaffte es die Allianz, mit den auf der Erde verbliebenen Truppen die Reaktoren für die Energieversorgung zu blockieren und somit die letzten ODPs kampfunfähig zu machen, welche den Träger stoppen hätte können.
Während über Neu Mombasa die entscheidende Schlacht um den Planeten ausgetragen wurde, sammelte sich ohne das Wissen der Allianz einige Lichtjahre entfernt, die wohl gewaltigste Flotte die je im menschlichen Reich gesehen wurde. Als Reach einige Wochen zuvor verglast wurde, gelang es den meisten Schiffen durch das Einsetzen des Cole Protokolls zu fliehen.
Zur Verteidigung von Reach wurden mehr als 60 Prozent der im Umkreis verfügbaren Schiffe zur Hilfe gerufen. Nach dem Fall des wohl wichtigsten Militärstützpunktes, der nicht im Sol-System lag, haben viele das UNSC aufgeben und den Krieg als verloren gesehen."
William kannte die Bilder und Videos von der Schlacht um den Heimatplaneten der Menschheit, er hatte gesehen wie hunderte Schiffe von Plasmawaffen zerfetzt wurden und sich der Träger ein Schiff nach dem anderen vornahm.
„Derweil trafen hunderte Schiffe, aus allen verbleibenden Kolonien bei Flottenadmiral Ward ein. Darunter befanden sich auch zwei Valiant Kreuzer, sowie drei weitere Punic-Klasse Träger, darunter auch die Starsky. Der Preis für diese Flotte war allerding enorm, hunderte Kolonien wurden völlig schutzlos zurückgelassen – Milliarden Leben standen nun ernstzunehmende Vereidigung da.
Auf dem Höhepunkt der Schlacht sprang Ward der Brutflotte in den Rücken und kesselte sie somit ein. Gefangen zwischen der Erde und ihren Verteidigern, sah sich die Allianz nun gezwungen einen Krieg an zwei Fronten zu führen.
Auf einmal hatte sich das Blatt gewendet und die Navy war ihren Gegner gegenüber Zahlenmäßig im Vorteil. Flottenadmiral Ward konzentrierte sich mit dem Großteil seiner Kampfgruppe auf das Flaggschiff der Invasoren, aber erst als es der Army auf der Erde gelang die blockierten Reaktoren wieder mit den ODPs zu verbinden und so deren Energieversorgung zu reaktivieren rückte der entscheidende Sieg in greifbarer Nähe. Die Bruts waren durch die eintreffende menschliche Verstärkung gezwungen, näher an den Planeten zu fliegen und somit in die Reichweite, der zu diesem Zeitpunkt noch inaktiven, Waffenplattformen.
Sie bemerkten zu spät, dass die Plattformen wieder mit der benötigten Energie versorgt wurden. Lord Hood befahl allen Stationen in Reichweite das Feuer auf den gewaltigen, aber bereits angeschlagen Träger zu eröffnen. Der erste Schuss verfehlte den Träger nur knapp um wenige hunderttausend Meter, durschlug zwei Zerstörer und schoss einen Kreuzer kampfunfähig.
Erst in diesem Moment begriffen die restlichen Schiffe in welcher aussichtslosen Situation sie sich befanden. Der Träger versuchte in einem verzweifelten Manöver den zweiten Schuss auszuweichen – erfolglos. Es schlug mit 4% der Lichtgeschwindigkeit in den vorderen, unteren Teil des Schiffes ein und trat im Mittelteil auf der Oberseite wieder aus.
Die dabei frei werdende Energie war so gewaltig, dass nur das Heck übrigblieb. Dieses explodierte Sekundenbruchteile später und riss mehrere Schiffe mit in den Tod, welche sich in der unmittelbaren Nähe befanden. Das durch den Verlust entstehende Chaos verhalf der Navy zu ihrem Sieg – ein Sieg, der mit Millionen, vielleicht sogar Milliarden Leben bezahlt werden musste. Unter den Opfern waren unter anderem Admiral Harper und sein Kreuzer, sowie die Starsky, die am Ende nur noch kampunfähig im All trieb, sowie ein weiter Punic-Klasse Träger", mit diesen Worten beendete eine sichtlich traurig klingende Charlotte den Geschichtsunterricht.
„Das Mädchen hat schon einiges mitgemacht", murmelte er leise.
„Ja und die jüngste ist sie auch nicht mehr."
„Der beste Platz für sie wäre ein Museum, das würde einem solch geschichtsträchtigen Schiff wenigsten etwas Respekt zollen."
„Den Träger in ein Museum zu bringen wird schwierig, aber aus ihr könnte man ein eines machen – man schaue sich nur den ganzen Platz an."
„Da hast du Recht Charlotte." Genug Platz für hunderte Jäger, deren Piloten, Personal für anfallende Reparaturen und …"
„ Ersatzteile?", fiel sie ihm ins Wort.
„Ja genau. Viel Platz für Ersatzteile", überlegte er laut. „Ist die Starsky komplett leergeräumt?"
„Ja die Flugzeugdecks, Waffenkammern und die Quartiere der Besatzungen wurden weitgehend gesäubert."
„Hmm … na gut, wir kehren zur Fregatte zurück. Sag dem Chief ich hab alles gesehen was ich wollte." Er warf noch einen letzten Blick über den leeren Hangar, bevor er sich auf den Rückweg zu den ODSTs und dem Pelican machte.
1930 Uhr, 17. November, 2595 (Militärkalender)
UNSC Stalwart-Klasse Fregatte Brotherhood, Orbit, Agrion
Beta Columbae System, (Linwood Sektor), Äußere Kolonien
Seine Finger trommelten immer wieder auf den Tisch an dem er saß, während seine Augen auf dem Hologramm vor ihm ruhten. Das Hologramm der Starsky, war an mehreren Stellen mit verschiedenen Rottönen markiert, diese hob die beschädigten Stellen des ehemaligen Trägers hervor. Je nachdem wie schwer diese war wurde die Farbe dunkler.
„ Credits würde nach ersten Schätzungen die Reparatur des Trägers kosten. Ich habe auch schon mal die nötigen Umbauarbeiten mit einkalkuliert, die gemacht werden müssen, wenn sie sich dazu entschließen sie wirklich als Lagerhaus umzubauen."
„Danke Charlotte."
Die KI warf ihm noch ein zauberhaftes Lächeln zu, bevor der Holoprojektor erlosch. Nach reiflicher Überlegung hatte er denk Gedanken das Schiff wieder flott zu machen schweren Herzen verworfen, aber seine Reise war in diesem Punkt wenigsten nicht ganz erfolglos geblieben. Der Umbau würde eine große Menge Geld verschlingen, brachte auf längere Zeit gesehen auch Vorteile mit sich. Einer davon war sicherlich, dass durch ein Lager im Orbit alle benötigten Teile schnell zu ihrem benötigten Einsatzort gebracht werden konnten. Der andere war weitaus simpler.
Er musste für die Teile keine größeren Lagerhäuser auf der Oberfläche von Agrion errichten lassen, das würde sich mit der Zeit zwar nicht verhindern lassen, aber für das erste hatte er einen kostengünstigen Ort gefunden, der auch das Personal beheimaten konnte. Er schaltete den Holoprojektor ab und schloss die Akte, in der alle Pläne, Skizzen und einige seiner persönlichen Anmerkungen für den Umbau hinterlegt sind. Nun musste er nur noch einen Weg finden, wie er alles nach Agrion schaffen konnte.
Wie auf Stichwort öffnete sich mit einem leisen Zischen die Tür und Enfield trat, immer noch sichtlich erschöpft von ihrem improvisierten Training, in den Raum. Er musterte sie kurz.
„Wie geht es ihnen?"
„Gut Sir." Lorena setzte sich auf den Stuhl neben ihm und konnte ein leises Stöhnen nicht unterdrücken.
„Mein ganzer Körper schmerzt wie die Hölle. Ich hätte nie gedacht, dass ein paar Stunden im Weltraum so viel Kraft kosten", erwiderte sie letztendlich.
„Hat Coats sie anständig behandelt?"
„Wer? .. Oh sie meinen Michael."
„Michael?", hackte er mit einem interessierten Blick nach.
„Uhh. Ich meine natürlich Petty Officer Coats. Er war sehr zuvorkommend" Sie wich seinen Blick aus und starrte stur auf ihre Fingernägel, als wären sie plötzlich das interessanteste was sie je gesehen hatte. Ihre Wangen waren gerötet.
„Er hat mir einen Crashkurs in Weltraumnavigation und Überlebenstraining geben."
„Sonst noch was?", hackte er bei seiner erröteten rechten Hand nach.
„Nun ja, wir haben noch kurz Bewegung –und Schießablauf im Vakuum geprobt. Nur Basics – nichts kompliziertes."
„Gut. Gut. Haben sie schon etwas von SinoViet gehört?"
„Ja", sie tippte einige Befehle auf ihr Tablet, „wir bekommen mehr Zeit. Drei Monate, wir müssen allerdings die zusätzlichen anfallenden Kosten für Personal, Lagerung,Strom und dergleichen aus eigener Tasche zahlen."
„Immerhin etwas. Gibt es Unterstützung bei der Verlegung der Materialien?"
„Nein Sir." Er starrte an die Decke. Es würde Monate dauern, bis man die Starsky so umgebaut hat, dass sie als Lagergebäude funktionieren würde. Selbst die Errichtung von Lagerkomplexen auf dem Planeten würde sich mehrere Wochen hinziehen. Solange konnte er aber nicht warten. „Können wir Lagermöglichkeiten auf der Oberfläche anmieten?"
„Ich denke schon Admiral, soll ich mich darum kümmern?"
„Ja. Organisieren sie was – irgendwas. Verfluchter Mist!", er schob seinen Stuhl zurück und stellte sich ans Fenster.
„Sir? Alles in Ordnung?", fragte Enfield mi einer ernsten Miene.
„Ja alles gut."
Sein Kopf schmerzte schon den ganzen Tag und die Kopfschmerzen schienen immer schlimmer zu werden. „
Glauben sie ihm keine Wort Lorena", meldete sich nun auch seine KI zu Wort. Wenn man vom Teufel spricht.
„Bitte Charlotte, mir geht es gut."
„Ach wirklich? Wann haben sie in den letzten Tagen mal länger als 6 Stunden geschlafen?", fragte sie schon fast wütend.
„Gestern haben ich 8 Stunden in der Kajüte …", begann er sich zu rechtfertigen.
„Sie haben von den 8 Stunden keine 4 geschlafen, sondern haben weitergearbeitet. Glauben sie wirklich ich bekomme das nicht mit."
Charlotte war sauer. Stinksauer.
Sie hatte die Hände in die Hüften gestemmt und marschierte auf dem Tisch hin und her. Ihr sonst so anmutiges Gesicht spiegelte ziemlich eindeutig ihre Wut wieder.
„Also gut", er setzte sich wieder auf seinen Stuhl bevor er fortfuhr, „was soll ich ihrer Meinung nach tun?" Lorena hatte bereits ihren Mund geöffnet und wollte etwas sagen, als ihr die künstliche Intelligenz zuvorkam.
„Weniger Arbeiten und mehr Schlafen Admiral. Sie versuchen alles selbst zu lösen und können kaum mehr richtig schlafen. Es wird ihrer Gesundheit auf Dauer nicht gut tun Sir."
„Ich habe die Projekte für die Grenze und der Werften, bereits an Petterson und Delany abgegeben", entgegnete er seiner besorgten KI.
„Sie wissen so gut wie ich, dass die beiden Projekt nur die Spitze des Eisberges sind. Die Organisation um die Unterbringung und den Transport der Ersatzteile, wer übernimmt das?"
Er wusste, dass sie Recht hatte – wie immer. Eigentlich hatte er genug zu tun mit seinen normalen Tätigkeiten als Admiral.
„Also gut Charlotte du hast gewonnen. Ich werde zukünftig mehr von meiner Arbeit verteilen", gab er sich endgültig geschlagen.
Ihre Miene erhellte sich schlagartig und ein Lächeln schlich sich auf ihren Lippen.„Danke Sir. Schön, dass sie doch noch zur Vernunft gekommen sind. Ich habe auch schon jemanden der sich um die Organisation für die Logistik und den Transport kümmern könnte", fügte sie noch hinzu. „Wirklich? Lassen sie hören." Gespannt wartete er auf ihre Antwort.
„Lieutenant Enfield"
„Bitte was?", meldete sich nun auch die völlig verwirrte Offizierin, die bis jetzt eisern geschwiegen hatte, zurück. „Ich glaube kaum, dass ich die Qualifiziert genug bin eine solche Operation zu leiten."
„Ach komm schon Lorena ein wenig mehr Selbstvertrauen bitte", wurde sie von ihrer langjährigen Partnerin getadelt.
„Nein Charlotte, das ist eine schlechte Idee. Ich bin mir …"
„Ich finde die Idee gut", viel William ihr ins Wort.
„Das kann nicht ihr Ernst sein Sir!"
„Doch es ist mein voller Ernst Lieutenant. Ab jetzt sind sie für alles zuständig", konterte er gelassen.
„Schicken sie mir einfach ihre Vorschläge und ich werde sie mir ansehen", darauf erhob er sich und ging in Richtung Tür. Bevor er den Raum verließ warf er noch einen Blick über seine Schulter. Lorena saß noch immer auf ihren Platz und sah ihm sprachlos hinterher, während eine sichtlich amüsierte Charlotte breit grinste.
„Charlotte wird sie sicherlich unterstützen, wenn sie es wünschen. Gute Nacht."
Grand verließ schnell den Raum und machte es seiner Offizierin so unmöglich, ihn noch weiter aufzuhalten.
In seinem Quartier angekommen, knöpfte William seine Uniform auf und hing sie an einem der Bügel in den Spinden. Es grenzte schon fast an Unverschämtheit Enfield einfach so in das kalte Wasser der Verantwortung zu schmeißen. Leider hatte er kaum eine Wahl. Normalerweise würde bei einem vergleichbaren Sektor dieser Größe auf 8 bis 10 Planeten ein Admiral kommen.
Mit 21 Planeten sollte dieser Sektor mindestens 2 bis 3 hochrangige Offiziere haben. Er hatte allerdings nur eine paar dutzend Captains und Colonel Sleet als höchsten Vertreter der Marines. Wer bei der Air Force das Sagen hatte wusste er nicht.
Er brauchte Leute die Verantwortung übernehmen konnten und ihm loyal gegenüber standen. Leute wie Enfield.
Sie war ein wenig zu unsicher, aber das machte sie durch ihre Klugheit und ihren Ehrgeiz mehr als wieder wett. Es wird sich mit der Zeit zeigen, ob sie ihren neuen Aufgaben gewachsen ist. Der Admiral warf die letzten Reste seiner Kleidung in den Wäschekorb neben der kleinen Dusche. Das warme Wasser der Dusche rann über seine müden Muskeln.
Für einen kurzen Moment fühlte es sich an als wäre er im Himmel, frei von allen Plichten und anfallenden Aufgaben seines Berufes.
Aber es sollte nur ein kurzer Moment bleiben, kaum hatte er das Wasser abgeschaltet und war aus der Nasszelle herausgetreten, stand bereits eine wartende Charlotte auf seinen kleinen Tisch. Er ging an ihr vorbei zu seinem Kleiderschrank und begann nach einer Hose zu suchen.
„Sie hat bereits begonnen einige Transportfirmen herauszusuchen, die uns bei der Verlagerung der Sachen helfen können", sprach die gutherzige Stimme hinter ihm.
„Wirklich? Das ging ja schnell." Überrascht von den Neuigkeiten drehte er sich wieder zu ihr herum.
„Sie ist eine kluge Frau Sir, unterschätzen sie das nicht."
Es herrschte eine kurze Stille zwischen ihnen. Beide starrten sich gegenseitig an, ohne zu wissen was sie sagen sollten.
Letztendlich war es Charlotte die das Schweigen brach.
„Wollen sie sich nicht etwas anziehen Admiral. Nicht das es mich stört, aber krank nützen sie mir wenig", musterte ihn die KI mit einem Gesichtsausdruck, bei dem er nicht sicher war was er bedeutete
. „Du wärst nicht die erste Frau die mich so sieht meine Liebe", sprach er, unterdessen kramte er eine seiner Hosen heraus.
„Das nicht, aber ich werde dafür sorgen, dass ich die letzte bin die dich so sieht", kam es kaum hörbar für seine Ohren aus dem Hintergrund.
„Wie bitte?" Er drehte sich um. Das Zimmer war leer, nur das schwache, künstliche Licht erhellte es ein wenig.
Trotzdem wurde er das Gefühl nicht los, dass sie noch immer hier war. Nach ihr zu Rufen würde höchstwahrscheinlich nichts bringen, sie konnte genauso stur sein wie er selbst. Bei dem Gedanken musste er grinsen, als er sich in sein Bett legte und hoffte, dass sie morgen wieder in Calais sein würden.
