XXV.


Sehr geehrte Familie (Name xyz),

als kommandierender Offizier der ISS Executor muss ich Ihnen leider mitteilen, dass Ihr Sohn (Rang xyz / Name xyz) am heutigen Tag in Erfüllung seiner Pflicht ..."

Admiral Piett starrte auf den Textblock auf dem Bildschirm seines Datapads und fragte sich wie schon so oft, wie um Himmels willen er den nüchternen Worten dieses Formbriefes wenigstens einen Hauch von Menschlichkeit und echter Anteilnahme verleihen sollte. Er wusste, dass er diese Aufgabe jederzeit an einen seiner Untergebenen abdrücken konnte, denn schließlich konnte niemand von einem Admiral erwarten, dass er sich auch noch um solche Dinge kümmerte. Aber es war ihm immer ein Anliegen gewesen, diese Briefe selbst zu schreiben und ihnen eine etwas persönlichere Note zu geben. Doch obwohl er inzwischen natürlich eine gewisse Praxis darin hatte, fiel ihm das nie leicht.

Mit einem mutlosen kleinen Seufzer griff er nach der Tasse, die neben dem Datapad stand. Er nippte an der grünlichen Flüssigkeit, die das Gefäß nur noch zur Hälfte füllte, und verzog angewidert den Mund. Eiskalt und dann auch noch der Geschmack von abgestandenem Leitungswasser – nicht gerade eine Gaumenfreude. Und auch nicht gerade die Art von Getränk, die er jetzt eigentlich gebraucht hätte. Und er war nicht der Einzige, der diese Meinung vertrat ...

„Ist das etwa Tee?! Und ich dachte, du kippst dir gerade in aller Heimlichkeit eine schöne eiskalte superteure Pulle Sekt hinter die Binde ... Coruscant Rubin oder irgendwas in der Preisklasse..."

„Guten Abend, Max", sagte Piett und musste trotz seiner Melancholie ein wenig lächeln, als er seinen Freund und Kollegen in der Tür stehen sah.

Denn es war nur zu deutlich zu sehen, dass der sonst überaus korrekte General Veers schon seit längerer Zeit außer Dienst war und noch dazu gerade von einem feucht-fröhlichen Gelage kam. Seine Uniformjacke war weit genug aufgeknöpft, um den zerknautschten weißen Hemdkragen darunter sehen zu lassen, und die obligatorische Mütze saß in einem verwegen schiefen Winkel auf seinem grauen Haarschopf. Außerdem lehnte er lässig mit der Schulter gegen den Türrahmen, was vermuten ließ, dass er bereits eine Stütze brauchte, um dauerhaft in der Vertikalen zu verbleiben.

„Abend? Es ist fast Mitternacht, Firmus. Wo warst du die ganze Zeit? Oben im Club fragen sie dauernd nach dir und ich hab dich schon überall gesucht. Erst war ich in der Messe ... dann bei deiner Kabine ... dann auf dem Observationsdeck ... und eben wollte ich gerade auf die Brücke rauf um nachzusehen, ob du vielleicht dort herumlungerst, als ich auf die Idee verfallen bin, mal einen Blick hier rein zu werfen. Und tatsächlich, hier versteckst du dich … und auch noch hinter deinem Schreibtisch! Was machst du da bloß?"

„Kondolenzbriefe schreiben", erwiderte Piett.

„Was? Jetzt?! Das ganze Schiff feiert und du hockst hier mutterseelenallein herum und bläst Trübsal? Also das geht ja mal gar nicht! Du verpasst die Party des Jahres …

Komm jetzt – oder dir entgeht auch noch der Auftritt unserer Frischlinge! Die beiden Knirpse sind inzwischen sternhagelvoll und wer weiß, wie lange sie ihre kleine Showeinlage noch durchhalten. Der Pummelige mit der Stupsnase … wie heißt er nochmal?"

„Fähnrich Iorek. Und was für eine Showeinlage?" fragte Piett, dem Böses schwante.

„Ja, genau. Also Iorek mit der Stupsnase und der Lange mit den Segelohren..."

„Fähnrich Amati", ergänzte Piett und war jetzt doch amüsiert, weil dieser bedauernswerte Junioroffizier tatsächlich mit extrem abstehenden Ohren geschlagen war, wofür er seit seiner kürzlichen Ankunft auf der Executor gnadenlos gehänselt wurde.

„... Ja. Wie auch immer... Also Pummel und Segelohr haben es irgendwie geschafft, auf die Bar rauf zu krabbeln, was mich wirklich beeindruckt hat, weil die zwei inzwischen so dicht sind, dass sie eigentlich nur noch auf allen Vieren herumkriechen sollten. Aber sie stehen da oben, Arm in Arm und schwankend wie Fahnenstangen bei Windstärke zehn, und singen lauthals irgendwelche Kriegerhymnen von ihren Heimatwelten ... jeder ein anderes Lied und jeder in seiner Sprache, aber irgendwie doch im Duett ... jedenfalls versuchen sie es. Und die anderen feuern sie natürlich auch noch an und lachen sich dabei halbtot, die herzlose Bande. Aber die Jungs singen wirklich ganz gut … Jeder für sich, meine ich ..."

„Sieht ganz so aus, als müsste ich wirklich mit dir kommen, Max – aber nur um meine Fähnriche vor einem Schnapskoma zu retten", sagte Piett. „Außerdem sollte ich wohl langsam euren Laden da oben dicht machen. Ich habe nämlich keine Lust, morgen früh lauter verkaterte Gesichter auf meiner Brücke zu sehen."

„Ach, komm schon! Sei nicht immer so brav, Admiral ... Wir feiern doch nur. Und ich finde, das haben wir uns auch verdient …

Außerdem macht es einen Heidenspaß, die Bengels abzufüllen und dabei zuzusehen, wie sie sich bis auf die Knochen blamieren", sagte Veers grinsend. „Corvin macht natürlich ein Video davon. Wahrscheinlich lädt er es noch heute Nacht ins Intranet hoch und morgen sieht es die ganze Flotte. Das wird urkomisch ... wenn auch ein Spießrutenlauf für die beiden Jungen. Das wird man ihnen noch monatelang unter die Nase reiben..."

„Es ist wirklich grausam, wie wir mit unseren Neuzugängen umgehen", murmelte Piett.

„Ach was … Das ist eben so eine Art Aufnahmeritual. Das haben wir in dem Alter doch alle durchgemacht und wir haben es überlebt, oder nicht? Das gehört einfach zum Erwachsenwerden dazu", erwiderte Veers achselzuckend.

„Diese Aufnahmerituale habe ich schon in der Akademie gehasst. Ich sehe absolut keinen Sinn darin, Leute zu demütigen, indem man sie in peinliche Situationen bringt, und sie dann auch noch dafür auszulachen. Ich weiß, dass das angeblich so eine Art Abhärtung sein soll und dass es die Integration von jungen Offizieren in ihr neues Team fördern soll, aber ich habe noch nie verstanden, wie das funktionieren soll. Ich denke, dass solche Aktionen eher das Gegenteil bewirken. Und das einzige, was hier gefördert wird, ist die Hackordnung, aber niemals so etwas wie Teamgeist, was viel wichtiger wäre."

Veers verließ seinen Türposten endlich und kam auf erstaunlich sicheren Füßen zu Pietts Schreibtisch hinüber, wo er sich mit einem leisen Ächzen auf den Besucherstuhl fallen ließ. (Was bewies, dass der General zumindest auf dem Gebiet der Körperbeherrschung unter Alkoholeinfluss wesentlich abgehärteter war als Iorek und Amati.)

„Du bist heute aber empfindlich. Was ist los mit dir, Mann?

„Ach, ich weiß auch nicht ..."

Der General studierte seinen Freund aufmerksam aus grünblauen Augen, die trotz seines Alkoholpegels immer noch bemerkenswert scharfsichtig waren.

„Wir haben gewonnen, Firmus! Wir haben einen großartigen Erfolg errungen, einen Triumph, der in die Geschichtsbücher eingehen wird. Unsere ganze Flotte ist in einem einzigen Siegesrausch und morgen um diese Zeit wird das ganze Imperium es sein. Und du sitzt hier mit einem Gesicht, als wären wir es, die gerade das größte Fiasko aller Zeiten erlebt haben. Warum?"

Piett zögerte. Aber mit irgendjemandem musste er sich jetzt einfach aussprechen.

„Wenn ich ehrlich bin … Weil ich heute etwas erlebt habe, was ich nie für möglich gehalten hätte, Max. Und weil mir das zu schaffen macht ..."

Veers beugte sich vor und stützte seine Ellbogen auf einen Ablagekorb.

„Erzähl mir alles! Sofort!" sagte er gebieterisch.

Und Piett erzählte ihm alles über Jerjerrods Anruf – und über den ganzen Rest …

Maximilian Veers pfiff leise durch die Zähne, als sein Freund fertig war.

„Sieh mal einer an … Ich habe mir ja schon beim ersten Todesstern gedacht, dass der alte Knabe nicht mehr alle Murmeln im Beutel hat – besonders nach der Sache mit Alderaan. Aber das hier toppt nun wirklich alles... Schlimm genug, dass man jeden Tag seinen Hintern für Palpatine riskieren muss … Und als Dank dafür wird man womöglich auch noch von ihm gekillt … Einfach so..."

Piett beugte sich seinerseits vor und sagte eindringlich: „Genau das meine ich. Allein schon die Vorstellung! Das hätte jeden von uns treffen können, Max. Es könnte jederzeit jeden von uns treffen! Einfach so..."

„Es hätte mich vielleicht heute getroffen, Firmus. Du kannst das natürlich nicht wissen, aber sie haben mir vor zwei Jahren das Kommando über die Endor-Garnison angeboten. Wenn ich es angenommen hätte, dann wären das meine Männer und ich gewesen, die ahnungslos da unten sitzen und … Also das macht einen schon nachdenklich..."

„Natürlich. Übrigens habe ich gewusst, dass sie dir das Kommando angeboten haben und dass du abgelehnt hast. Ich hab's in deiner Personalakte gelesen", erwiderte Piett.

Veers zwinkerte. „Wieso kannst du meine Personalakte einsehen?"

„Ich bin der Admiral dieser Schwadron, Max. Ich habe Zugriff auf alle unsere Personalakten."

„Ach ja? Und ich bin der General dieser Schwadron, aber ich kann deine Akte nicht lesen, Firmus!"

„Das brauchst du doch auch gar nicht. Du kennst sowieso meinen ganzen Lebenslauf und das nicht erst seit der Akademie."

„Das ist nicht der springende Punkt", murrte Veers. „Es geht darum, dass ihr Flotten-Schickimickis uns armen Frontschweinen immer um eine Nasenlänge voraus seid. Nicht gerade fair, Admiral! Außerdem dachte ich wirklich, wir hätten so etwas wie Datenschutz..."

„Großer Gott, Max, seit wann gibt es bei uns so etwas wie Datenschutz?! Das hier ist das Imperium, nicht ein Versicherungsbüro in Chomheej.

Und wieso zerbrichst du dir ausgerechnet jetzt den Kopf über so eine Lappalie? Der springende Punkt bei der ganzen Angelegenheit ist doch, dass Endor jetzt nur noch ein Asteroidenfeld wäre, wenn Lord Vader nicht gewesen wäre!"

„Ja, das ist wahr..." Veers sann eine Weile nach. „Gut, dass er Jerjerrod eins reingewürgt hat. Das hätte ich wirklich gerne gesehen, wie er diesen Schreibtischhengst so richtig fertig macht. Der schlottert bestimmt jetzt noch vor Angst …

Aber wahrscheinlich würgt der Imperator dafür Vader eins rein und das ziemlich bald. Hoffentlich übersteht er das – Vader, meine ich. Wenn er nämlich draufgeht, dann gehen wir bald alle drauf, so viel steht fest …

Trotzdem möchte ich jetzt lieber nicht in seiner Haut stecken – und schon gar nicht in seinem Anzug. Wo steckt er eigentlich? Ich habe unsere Lordschaft nicht mehr gesehen, seit er nach unserer Besprechung abmarschiert ist – und das war vor Stunden!"

„Er wird bei seinem Sohn sein. Oder bei seiner Tochter", sagte Piett.

„Ach ja, Organa … Das war jetzt aber auch ein Augenöffner!"

„Das bleibt aber alles unter uns, Max", mahnte Piett.

„Natürlich bleibt das unter uns! Sehe ich vielleicht aus wie eine Tratschtante? Oder glaubst du, ich bin lebensmüde?

Na ja, hoffentlich war's das jetzt, denn wenn das so weiter geht, ist Lord Vader bald mit der halben Allianz verwandt … Das heißt mit dem, was von der Allianz noch übrig ist ... Und das wäre nun wirklich zu viel für mich. Wenn sich eines Tages auch noch herausstellt, dass Mon Mothma seine Schwester ist, dann quittiere ich den Dienst, das sage ich dir."

„Das lässt du schön bleiben, mein Lieber. Was würde ich ohne dich anfangen?"

„Wie wahr! Ohne mich wärst du einfach verloren, Firmus", sagte Veers und er sagte es mit Überzeugung.

Er rutschte in eine bequemere Sitzposition und stieß dabei mit seinen großen Füßen gegen einen noch größeren Karton, der neben Pietts Schreibtisch stand.

„Was ist denn das? Eine Riesenpackung Teebeutel für besonders harte Zeiten?" Er beugte sich vor, um den Karton zu untersuchen.

„Nicht, Max. Lass die Finger davon!"

Aber Maximilian Veers in seinem Forscherdrang war schwieriger von der Spur abzubringen als ein Jagdhund, der Witterung aufgenommen hatte. Er öffnete den Karton und pfiff erneut durch die Zähne, als er den Inhalt sah.

„Sieh mal einer an! Hapanesischer Whiskey … und gleich ein halbes Dutzend Pullen." Er starrte Piett mit gespieltem Vorwurf an. „Und das behältst du einfach so für dich, du Gauner? Freunde teilen alles miteinander, Firmus Piett, Freud und Leid und Fusel – ganz besonders den Fusel!"

„Das Zeug gehört doch gar nicht mir, Max. Wofür hältst du mich? Du weißt doch, dass seit dem letzten Handelsembargo alles aus dem Hapan-Sektor Konterbande und hochgradig illegal ist. Nein, Captain Garnett hat dieses Ding vorgestern bei einer Inspektion der Pilotenquartiere gefunden und es natürlich sofort beschlagnahmt."

„Und dann hast du das Zeug sofort beschlagnahmt, um es zu behalten. Clever von dir! Das hätte ich dir gar nicht zugetraut", sagte Veers grinsend.

„Nein! Garnett hat die Kiste angeschleppt und hier deponiert, nachdem er dem Burschen, der das Teil an Bord geschmuggelt hat, fast den Kopf abgerissen und ihn für zwei Wochen ins Kittchen geschickt hat."

„Garnett ist auch so ein Schreibtischhengst. Keine Eier in der Hose … Ich sage dir, keiner von diesen Papiertigern würde auch nur eine halbe Minute lang da draußen überleben. Was versteht so einer schon davon, was echte Männer wie wir brauchen", knurrte der General, der spontan Sympathie für den verhafteten Piloten empfand und daher unwillkürlich Partei für ihn ergriff. (Von einem Frontschwein zum anderen – oder von einem Whiskey-Liebhaber zum anderen.)

Piett rollte mit den Augen, ging aber dieses Mal nicht auf die typischen Vorurteile der Infanterie-Abteilung ein.

„Ich habe nicht vor, das Ding zu behalten, Max. Sobald wir wieder in eine zivilisierte Gegend kommen … das heißt, sobald wir den nächsten Raumhafen erreichen, geht diese Kiste an den Zoll – ganz nach Vorschrift", erklärte er tugendhaft.

„Blödsinn! Vorschriften sind gut und richtig für Papiertiger, die nichts anderes im Kopf haben als die Disziplin der Truppe. Aber wir können weiter sehen, Männer wie du und ich. Und außerdem haben wir uns ein paar kleine Extras verdient – vor allem in unserem Rang. Bei der Verantwortung, die wir tragen müssen, können wir wirklich alles gebrauchen, was uns Trost und Kraft spendet", sagte Veers. „Und wir können es uns auch leisten, über kleine Verfehlungen hinwegzusehen."

„Also in meiner Jobbeschreibung steht nichts von kleinen Extras und Verfehlungen, die ich übersehen darf ", murmelte Piett vor sich hin.

„In meiner auch nicht, aber wen juckt das? Ich nehme mir die Extras einfach, wenn ich die Chance dazu bekomme. Man muss die Feste feiern, wie sie fallen", antwortete der General philosophisch. „Und ich kann selber entscheiden, was ich übersehe und was nicht. Sehen wir uns deine Schmuggelkiste doch mal näher an..."

Und er zog ganz schamlos eine der schweren, leicht angestaubten Flaschen aus ihrer schützenden Luftpolsterfolie heraus. Voller Andacht beäugte er das Etikett, das mit einem dekorativen goldfarbenen Lacksiegel geschmückt war und eine vielversprechende Patina angesetzt hatte.

„Du, das ist ein 86er, das ist ein richtig guter Jahrgang. Dein Pilot hat Stil, das muss man ihm lassen. Und du lässt ihn morgen wieder aus dem Kittchen raus – der arme Teufel ist genug bestraft. Der Krempel muss ihn ein kleines Vermögen gekostet haben und er hockt auf seinen vier Buchstaben in einer Zelle und starrt die Wand an, statt sich da draußen ewigen Ruhm und einen Orden zu verdienen. So ein Pechvogel … Aber wir geben ihm eine von seinen Pullen zurück. Oder zwei", verkündete er in einem Anfall von Großzügigkeit. „Aber den Rest behalten wir."

Piett fühlte sich völlig überrumpelt und legte Protest ein. „Habe ich in dieser Sache gar nichts zu sagen?"

„Nein!" erklärte der General kategorisch. „Wo ist dein Korkenzieher?"

„Max..."

„Keine Widerrede! Du trinkst jetzt einen ordentlichen Schluck mit mir, damit du nicht aussiehst wie der Tod persönlich, wenn ich dich gleich in den Club reinschubse."

Piett gab auf. Maximilian Veers war unbesiegbar, wenn er sich auf ein Ziel eingeschossen hatte. Er öffnete resigniert seine Schreibtischschublade und fischte einen Korkenzieher heraus, der vergnügt in Empfang genommen und sofort tatkräftig eingesetzt wurde.

„Gläser!" kommandierte Veers, während er das kostbare Schmuggelgut fachmännisch entkorkte.

Piett seufzte, zauberte aber fügsam auch noch zwei Schnapsgläser hervor.

„Du bist unmöglich, Max", brummte er, als eines der Gläser randvoll in seine Hand zurückgedrückt wurde.

Doch Veers schnupperte bereits in das Aroma hinein, das seinem Drink entströmte, und schloss für einen Moment genießerisch die Augen, als seine Expertennase den verbotenen, aber edlen Tropfen würdigte. Dann prostete er dem Admiral zu.

„Auf unseren glorreichen Sieg! Lang lebe das Imperium – trotz allem!"

„Ja, lange... Hoffentlich...", sagte Piett wehmütig und trank.

„So!" sagte Veers, als sie beide ihr Glas geleert hatten. „Und jetzt kommst du schön brav mit mir. Wir haben immer noch eine Party am Laufen."

„Oh wirklich ..."

„Nein, nein, hör einfach auf Onkel Max! Du bist deprimiert, Firmus, du brauchst jetzt ein bisschen fröhliche Gesellschaft, die dich wieder aufmuntert. Und ich auch, denn du hast es gerade geschafft, mich zu deprimieren … Komm jetzt!"

Und er hakte Piett unter und führte ihn einfach ab wie einen Gefangenen …

Aber als sie gleich darauf wieder aus dem Turbolift stiegen und auf den Offiziersclub zugingen, aus dessen offener Tür ihnen ein disharmonisches zweistimmiges Gejaule und ein Chor aus schallendem Gelächter entgegen hallte, schoss Piett unweigerlich der Gedanke durch den Kopf, dass der Pilot, der die letzten beiden Tage in einer Arrestzelle verbracht hatte, gar kein Pechvogel war.

Nein, in Wirklichkeit war der Mann sogar ein Glückspilz. Denn er würde morgen nicht nur eine Verkürzung seiner völlig gerechtfertigten Strafe und die gänzlich ungerechtfertigte Rückerstattung eines Drittels seines illegalen Eigentums erleben …

Nein, er hatte auch noch Endor überlebt …

Im Gegensatz zu vielen seiner Kameraden …