Prolog II: Kara Danvers ist meine Lieblingsperson
Zusätzliche Pairings: Erw. von Agentcanary, Alura/Zor-El und platonisches Reigncorp
Zustätzliche Warnings: Die Autorin mag Mon-El, Leute, die Lena mögen, werden mit meiner Darstellung von ihr in diesem Kapitel und dieser Fic an sich vielleicht nicht ganz glücklich sein, vage Beschreibung von Genozid
2018
Sie konnte seine Ankunft spüren, bevor er die Erde erreichte. Er kam alleine, ohne Imra und ohne Brainiac-5, und auch ohne Legion-Cruiser. Er kam in der Kapsel, in der er die Erde einst erreicht und dann wieder verlassen hatte – nach dem tumultreichsten Jahr ihrer beider Leben.
„Mon-El!"
„Kara!"
Sie rannten einander in die Arme und küssten sich innig.
Sie war ein blonder Omega von Krypton, er ein dunkelhaariger Alpha von Daxam. Einst waren ihre Völker verfeindet gewesen, doch die Zerstörung der beiden Welten hatte alles verändert. Es gab keinen Grund mehr für Feindschaft, und aus abwesender Feindschaft war Freundschaft erwachsen, und aus Freundschaft sehr schnell Liebe. Sie waren zu Gefährten geworden, doch dann hatte sie das Schicksal getrennt. Der Alpha hatte die Erde und seinen Omega verlassen müssen und war durch ein Wurmloch in die Zukunft gestürzt.
Nach Monaten der Trennung hatten sie sich wiedergesehen, doch für ihn waren Jahre vergangen gewesen und er hatte sich ein neues Leben ohne seine Gefährtin ausgebaut. Ein Leben, das er nun aufgegeben hatte, um wieder mit ihr vereint zu sein.
„Kara, ich habe dich so vermisst!", erklärte Mon-El von Daxam, „In dem ganzen letzten Jahr, seit wir uns getrennt haben, sind mir Dinge passiert, die du nicht glauben würdest, und die ganze Zeit konnte ich immer nur daran denken, wie ich es schaffen sollte dich jemals wieder zu sehen!"
Erst da erkannte sie, dass ihm nicht nur der Bart fehlte, den er getragen hatten, als sie sich zuletzt gesehen hatten, sondern er auch jünger wirkte als zuvor, und seinen Augen die wissende Erfahrung und der Schmerz fehlten, die ihnen seit seiner Rückkehr in diese Zeit so zu eigen gewesen waren.
„Mon-El", wurde Kara Zor-El auch bekannt als Kara Danvers und Supergirl klar, „Du bist es!"
„Natürlich." Er wirkte verwirrt. „Wer sollte ich denn auch sonst sein?"
Das würde schwierig werden zu erklären, doch gerade als sie zu einer Erklärung ansetzen wollte, landete ihr Beta-Cousin Clark Kent auch bekannt als Kal-El und Superman neben ihnen beiden.
„Kara! Mon-El! Gutes Timing! Ihr müsst sofort mit mir kommen. J'onn hat mich, als ich zurück in Empfangsreichweite kam, auf den neuesten Stand gebracht, aber auch wenn wir das, was ich gefunden habe, nicht mehr brauchen um die Erde zu retten, so ist es doch das Wichtigste, was ich jemals gefunden habe!", berichtete er atemlos.
„Nun mal langsam, Clark", bat Kara verwirrt, „Wovon sprichst du?"
Clark war in den Weltraum aufgebrochen um eine Substanz von einem Asteroiden bergen, mit der sie die Weltenkillerinnen, die die Erde bedrohten, aufhalten wollten. Doch es war ihnen auch ohne diese Substanz gelungen die Erde und retten, wenn sich dafür auch ein guter Mensch hatte opfern müssen. Der Beta Sam Arias war die unwillige Wirtin der Alpha-Weltenkillerin Reign gewesen und eine aufopfernde Mutter und eine gute Freundin. Sie hatte ihr Leben gegeben um die Erde, ihre Tochter, und alle anderen vor einer dunklen Hohepriesterin und selbsternannten Göttin zu retten. Ihr Verlust traf sie alle hart, doch niemanden härter als Sams Tochter Ruby, die nun wohl von Karas menschlicher Adoptivschwester Alex Danvers und deren Partnerin Maggie Sawyer adoptiert werden würde. Alex und Maggie waren ein Alpha-Beta-Paar, das sich eigentlich wegen Alexs Kinderwunsch getrennt hatte anstatt zu heiraten, doch vor kurzem wieder zueinander gefunden hatte und nun eine gemeinsame Zukunft ansteuern zu schien.
Clark hingegen schien Karas Vergangenheit in die Zukunft zu bringen, als er erklärte: „Krypton, Kara. Ein Stück von Krypton hat überlebt."
Und mit dieser Aussagen änderte sich schlagartig alles.
Wie sich herausstellte, hatte Clark wortwörtlich von einem Stück von Krypton gesprochen.
Argo City war die letzte Zitadelle dieser Zivilisation. Es war die Stadt, in der Kara aufgewachsen war, in der sie mit ihrer Familie gelebt hatte. Ihrem Vater Zor-El, der ein brillanter Wissenschaftler gewesen war, war es offensichtlich gelungen einen Weg zu finden die Stadt zu retten. Er selbst und viele anderen waren gestorben, doch Karas Mutter Alura und viele weitere Bewohner von Krypton lebten dank ihm immer noch, und die kryptonische Kultur hatte mit ihnen überlebt. Zumindest einiges davon, wenn auch nicht alles.
Ein kleines kryptonisches Kind litt an dem Großen Husten, einer Krankheit, die einst auf Daxam gewütet hatte und gegen die Krypton ein Gegenmittel besessen hatte, das es nun nicht mehr besaß. Mon-El, den Kara mit in diese letzte Zitadelle Krpytons genommen hatte, gab dem Kind das technische Wunderwerk, das ihm geholfen hatte wieder auf der für sein Volk giftigen Erde leben zu können. In der Zukunft hatte er diese Technologie bekommen und nun teilte er sie mit anderen.
Kara war klar, dass das vermutlich etwas zu bedeuten hatte, etwas wichtiges, aber sie hatte keine Zeit darüber nachzudenken, denn hier in Argo City fand sie ihre totgeglaubte Mutter wieder.
Alura Zor-El schien nicht gealtert zu sein und trug immer noch stolz das Wappen des Hauses El. Alura war ein stolzer Beta, eine Richterin, und vor allem eine überaus erfreute Mutter. Da Karas Kapsel in der Phantomzone stecken geblieben war, anstatt wie geplant direkt zur Erde zu fliegen, hatte sie nicht damit gerechnet ihre Tochter jemals lebend wieder zu sehen, und war daher genauso überrascht wie Kara, dass doch noch jemand aus ihrer Familie überlebt hatte.
Und dann nach der ersten Umarmung und Wiedersehensfreude erblickte sie Karas Begleiter, ihren Gefährten. „Ich kenne Euch, Ihr seid Prinz Mon-El von Daxam", sagte sie.
„Daxam gibt es nicht mehr. Ich bin jetzt nur noch Mon-El", erwiderte der Alpha.
„Genau wie Krypton", sagte sie, „Ihr seid hier willkommen."
Und zum ersten Mal seit dem Untergang von Krypton hatte Kara das Gefühl nach Hause zu kommen.
2019
Es war eine große Hochzeit, und alle waren eingeladen. Sie hatten sogar überlegt Einladungen nach Erde-1 zu verschicken, doch nach allem, was auf der letzten interdimensionalen Hochzeit passiert war, hatte sich Alex dagegen entschieden. Letztlich waren diese Erde-1-Leute mehr Karas Freunde als ihre, und Sara auf ihre Hochzeit einzuladen käme ihr seltsam vor. Man lud Exen nicht zu seiner Hochzeit ein, das wusste jeder, nicht einmal so verständnisvolle Exen wie Sara Lance.
Stattdessen waren nur die Bewohner dieser Erde hier. Und manch ein Gast stellte einer Überraschung dar.
Als sie ihn erblickte, dachte Alex für einen Moment ihr Herz würde stillstehen. Sie hatte immer davon geträumt, dass er auf ihrer Hochzeit sein würde, doch er war seit Jahren untergetaucht, und Lillian Luthor gab vor nicht zu wissen, was aus ihm geworden war. Doch nun stand er vor ihr, roch nach Omega, roch nach Vater.
Sie hatte J'onn gebeten sie zum Altar zu begleiten, weil sie damit gerechnet hatte, dass ihr biologischer Vater nicht kommen könnte, doch er war es: Jeremiah Danvers in all seiner Pracht. Ihr Vater war zu ihr zurückgekehrt.
2020
„Maggie und ich hatten einen Streit darüber", gab Alex zu, „Ich meine, es ist nicht so, dass ich nicht irgendwann daran gedacht hätte, dass es egoistisch ist ein Kind in dieses Umfeld zu bringen. Mit Ruby war es anders, sie war tough und hatte viel durchgemacht, aber ein Baby. … Ich schätze eine von uns müsste ihren Job kündigen, und eigentlich ist dazu keine von uns beiden wirklich bereit."
„Ich bin sicher, ihr könnt euch einigen", erwiderte Kara.
„Vielleicht. Aber siehst du, genau davor hatte ich doch Angst: Dass wir die alten Argumente wieder gegeneinander vorbringen würden, dass wir alte Streits wieder aufwärmen würden. Und nun ist es genauso gekommen", seufzte Alex, „Aber eigentlich wolltest du mir doch etwas erzählen, oder? Ich kann es dir ansehen, du strahlst so. Das ist dein Ich-habe-wunderbare-Neuigkeiten-Gesicht."
Kara nickte. „Mon-El und ich", begann sie, „nun wir sind ja eigentlich schon Gefährten, was uns beiden sehr wichtig war, wie du weißt, und dann war da der ganze Stress der letzten Jahre, aber … er hat gefragt, und ich habe ja gesagt!"
„Oh mein Gott, herzlichen Glückwunsch!", rief Alex aus und umarmte ihre Schwester.
„Ich werde heiraten!", quietschte diese aufgeregt.
2021
„Du wusstest, dass das passieren würde, liebste Schwester. Das war es, was du wolltest, erinnerst du dich nicht mehr? Du bist es, die zu mir gekommen ist, nicht umgekehrt. Du bist es, die sich dazu durchgerungen hat meine Sicht auf die Dinge zu teilen. Das war es, was du wolltest."
Seine Stimme klang kalt und unmenschlich, als er das sagte, und ihr schauderte, als sie es hörte. Ihr war als wäre sie wieder im Gerichtssaal und würde ihm im Zeugenstand sehen, wie er verrückte manische Dinge von sich gab, die keinen Sinn machten und sie wünschen ließen sich irgendwo verstecken zu können und leugnen zu können, dass er in irgendeiner Form mit ihm verwandt wäre.
Wie hatte sie nur jemals glauben können, dass er geheilt wäre? Hatte sie so dringend den kleinen Jungen, der sie in seiner Familie willkommen geheißen hatte, in ihm sehen wollen, dass sie seinen Wahnsinn übersehen hatte? Oder hatte er ihn so gut versteckt?
Oder bin ich es? Bin ich wirklich so blind? Ich meine, das hier ist nicht das erste Mal, dass ich mich in jemanden getäuscht habe oder meine eigenen Fähigkeiten überschätzt habe. Rhea und die Daxamiten, damals als ich dachte nur ich könnte Sam heilen, die ganze Sache mit Kara und Supergirl, meine Versuche Sam zurückzuholen, Morgan Edge ….
„Es ist zu spät um nun einen Rückzieher zu machen, kleine Schwester!", zischte er, „Das hier ist dein Werk, genauso sehr wie es meines ist!"
Damit hatte er leider recht. Sie war so blind gewesen. Warum nur hatte sie es soweit kommen lassen? Sie war zwar ein Beta, aber letztlich war sie, wenn es um ihre Gefühl ging, genauso verletzlich wie ein Omega, und wie es schien auch genauso beeinflussbar. Ihre Liebe zu ihm hatte dazu geführt, dass sie sich täuschen hatte lassen, und nun war es zu spät. Alles, was nun folgen würde, wäre ihre Schuld.
Lena Luthor atmete tief ein und aus. Dann sagte sie: „Du hast recht, Bruder. Das hier ist sogar um einiges mehr mein Werk als es deines ist. Aber du irrst dich in einem Punkt: Das hier war nie das, was ich wollte."
Lex Luthor, Beta, Bruder, Wissenschaftler, Liebling seiner Mutter, und Teilzeit-Verrückter schnaubte nur.
2022
„Ein Kind? Supergirl als Mutter? Supergirl schwanger, ist das überhaupt möglich?"
„Warum sollte es nicht möglich sein?", gab Kara zurück.
„Weil ein Kind eine ganze andere Art von Verantwortung ist. Jede Sekunde, die du damit verbringst, ist eine Sekunde, in der du niemanden rettest, aber jede Sekunde, in der du jemanden rettest und dadurch dein Kind vernachlässigst, ist eine Sekunde, in der du die wichtigste Verantwortung deines Lebens vernachlässigst. Lass es dir von jemanden sagen, der viel Erfahrung damit hat seine Kinder im Stich zu lassen: Letztlich enttäuscht du sie immer, egal ob du dich für sie oder gegen sie entscheidest. Und ja, ich weiß, was du sagen wirst: Es muss einen Mittelweg geben. Und vielleicht gibt es den auch. Aber bist du sicher, dass du ihn finden wirst? Bist du sicher, dass du bereit bist für diese Art von Verantwortung?", sagte Cat Grant, Alpha, Mutter, Pressesprecherin der Präsidentin, und ehemaliger Medienmogul zu Kara Danvers.
2023
„Ja, Alex", sagte J'onn J'onzz, der letzte grüne Sohn des Mars zu ihr, „Ich bin mir sicher, dass du bereit dafür bist. Ich kann mir niemanden denken, der besser für diese Position geeignet wäre." Er nickte ihr zu und wandte sich dann an die umstehenden Agenten. „Hiermit gebe ich, Direktor J'onzz, Omega-Marsianer mit Erdenbürgerschaftangehörigkeit die Leitung des DEOs an meine Stellvertreterin Agent Alex Danvers ab. Direktor Danvers, ich gratuliere. Das DEO gehört nun Ihnen."
2024, Gegenwart
Das Portal öffnete sich überraschend vor ihren Nasen. Kara erwartete instinktiv Barry - es war immer Barry, den sie erwartete, wenn sich ein Portal für ihre Nase öffnete. Doch derjenige, der neben Cisco aus dem Portal trat war nicht ihr Mit-Omega und bester Superheldenfreund, es war Oliver.
„Oliver", stellte Kara fest, „Wenn du hier bist, dann kann das nichts Gutes zu bedeuten haben."
„Barry … ist weg", erklärte Oliver ohne lange Vorrede.
Kara spürte den eisigen Stachel des Verlusts in ihren Eingeweiden. Sie öffnete den Mund um nachzufragen, was genau vorgefallen war, doch Oliver hob gebieterisch die Hand und fuhr fort: „Wir brauchen dich, Kara, drüben auf Erde-1. Eine Gefahr aus dem Weltraum kommt auf die Erde zu, eine große Gefahr, der wir nichts entgegenzusetzen haben. Ich weiß, es ist viel verlangt, und ich wäre wirklich nicht hier, wenn ich denken würde, dass wir es ohne deine Hilfe schaffen würden…."
Kara war immer noch wie betäubt und schüttelte den Kopf. „Ich … Natürlich komme ich, aber … um was für eine Gefahr handelt es sich?", wollte sie dann wissen.
„Es handelt sich um einen außerirdischen Invasoren namens Darkseid", erklärte Oliver.
Er hatte den Namen kaum ausgesprochen, als Kara auch schon die Schreie der Bewohner von Argo City zu hören glaubte. Sie sah die Überreste von Krypton brennend vor sich. Sie sah, wie alles, das sie gehofft hatte wiedergefunden zu haben, vor ihren Augen verging. Sie sah ihre größte Niederlage und die einzige, auf die es jemals wirklich angekommen war. Dann stellte sie die entscheidende Frage.
„Ist es deine oder meine Version von Darkseid?"
A/N: Das war der zweite Prolog, der zu „Supergirl". Wie gesagt an dieser Stelle sollt ihr euch noch nicht auskennen, sondern hauptsächlich verwundert sein.
Prinzipiell ist es nicht so, dass ich Lena Luthor nicht mögen würde. Ich finde einige ihrer Entscheidungen in der dritten Staffel nicht sehr gut, und finde sie überreagiert und ist ziemlich zickig, was die ganze Supergirl-vertraut-mir-nicht-Sache angeht, und denke auch, dass sie einen Gott-Komplex hat, aber ich bin in dieser Fic einfach der prinzipiellen Charakterentwicklung des Writers Room weitergefolgt, und diese führt auf die dunkle Seite. Sorry, Fans, aber so ist es nun mal. Lena Luthor ist nun mal in den Comics eine Supergirl-Feindin, und es wurde mehrfach geteast, dass sie auch in der Serie in diese Richtung gehen könnte.
Aber das heißt nicht, dass wir sie aufgeben müssen, Menschen können Fehler machen und Supegirl-Gegenspieler können zu Helden werden und sich wieder auf die richtige Seite stellen (wie Maxwell Lord und Livewire). Wartet ab, wie das hier weitergeht, bevor ihr Lena abschreibt.
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